Motown – The Great Voices

September 8, 2014
in Category: Funk & Soul, Top Thema



Motown – The Great Voices

Motown – The Great Voices

Vor einem viertel Jahrhundert ehrten Smokey Robinson, Stevie Wonder, Marvin Gaye und Diana Ross (die vier Säulen von Motown Records) ihr großes Idol und Mentor auf ganz besondere Art und Weise.
Sie widmeten Berry Gordy, Sr. den Song ‘Pops, We Love You’. Er war der Vater von Berry Gordy, Jr., dem Mann, dessen Talent, Zielstrebigkeit und Glück ihnen die Tür zum weltweiten Ruhm geöffnet hatte. “Pops” starb 1978 im Alter von 90 Jahren und wie das noch im selben Jahr aufgenommene Tribute deutlich zeigt, hatte er bei Smokey, Stevie, Marvin und Diana einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.
Aber das Unternehmen Motown war viel größer als die Vier. Denken wir nur an Mary Wells, die den Boss eines Nachtclubs in Detroit überreden wollte, einen ihrer selbst geschriebenen Songs bei dem Sänger Jackie Wilson unterzubringen. Berry Gordy bat Mary, ihm den Song direkt vorzusingen. Mit ihrem Mut (mal ganz abgesehen von der Qualität des Songs, ‘Bye Bye Baby’) sicherte sie sich einen Plattenvertrag und in der Folge eine ganz Reihe von Hits zwischen 1960 und 1964.

 

Digging deeper...

Mary Wells wird noch aus einem anderen Grund in Erinnerung bleiben: Ihre Aufnahmen mit Marvin Gaye. Sie machten nur ein Album zusammen, aber es war verführerisch – und kommerziell. Insofern überrascht es nicht, dass Marvins Mentor Harvey Fuqua seinen Star daraufhin mit der naiv-mädchenhaften Tammi Terrell zusammenbrachte. Aus dieser Verbindung entstanden einige der wunderbarsten Duette der Popmusik. Marvin und Tammi mögen im echten Leben kein Paar gewesen sein, aber auf Platte war es eine Romanze, und die brachte einige bezaubernde Momentaufnahmen hervor wie 'Ain't No Mountain High Enough' und 'You're All I Need To Get By'.

 

Tammi war nicht ohne – immerhin hatte sie für James Brown gearbeitet! Ihre Solostücke waren absolut treffsicher, so z. B. 'Come On And See Me' und ihre Version des Isley Brothers Songs 'This Old Heart Of Mine' von 1968. Berichten zufolge war sie nur in David Ruffin verliebt, den Mann, dessen eindrucksvolle Stimme ihm einen der wichtigsten Plätze bei den Temptations sicherte. Um ein Haar hätte sein Bruder Jimmy Ruffin den Job bekommen, aber er konnte nicht tanzen. Darum musste er sich mit einer Solokarriere begnügen – und, zugegebenermaßen, mit einem der bewegendsten Meilensteine des Motown: 'What Becomes Of The Brokenhearted'.

 

Die erste Künstlerin von der Westküste für das Detroiter Label war die 17-jährige Brenda Holloway, eine Entdeckung des Produzenten Hal Davis. Selbst wenn sie nur 'Every Little Bit Hurts' zum Motown Katalog beigetragen hätte, wäre das ein Grund zum Feiern, aber Brenda erarbeitete sich ihren Platz in der Popgeschichte als Co-Autorin von 'You've Made Me So Very Happy', dessen Originalversion sie auch selbst aufnahm. Der Song wurde später das Markenzeichen der Rock-Jazz-Crossover Band Blood, Sweat & Tears.

 

Die in Watts geborene Brenda war aber auch mutig: Irgendwann bat sie Berry Gordy, sie aus ihrem Vertrag zu entlassen, da sie als in L.A. lebende Künstlerin das Gefühl hatte, in der Hackordnung weiter unten zu stehen, als ihre Detroiter Kollegen. Aber mit Tracks wie 'When I'm Gone' und 'Just Look What You've Done' wird sie für immer mit Motown verbunden sein.

 

Fast zwanzig Jahre später verhalfen Gordy und sein Team einem weiteren Mädchen aus Kalifornien zum Durchbruch: Teena Marie. Rick James war natürlich eine große Hilfe, aber es war der Ehrgeiz und das Talent von Mary Christine Brockert (wie sie mit bürgerlichem Namen hieß), die ihr einen Platz in den Charts garantierten. In seiner Autobiografie nennt Gordy Teena stolz "eine Entdeckung von mir", und das mit Recht. Teenas erster Hit, 'I'm A Sucker For Your Love', war eine unverwechselbare Mischung aus schwarzem und weißen Rhythm&Blues der mittlerweile dritten Generation von Motown Solokünstlern, und es war nur der Anfang einer langen Reihe von Erfolgen.

 

 

Auch Thelma Houston war eine der Solosängerinnen aus Kalifornien. Sie schrieb gemeinsam mit dem zuvor schon erwähnten Hal Davis den Disco-Smashhit 'Don't Leave Me This Way', der auf ewig mit ihrem Namen assoziiert werden wird. Als Hal in der Produktion war, beschwerte sich ein Vertreter der örtlichen Musikergewerkschaft über die Länge des Stücks. "Wir waren gerade bei der siebten Minute", erinnert sich Davis, "und dieser Typ von der Gewerkschaft marschierte herein und sagte: 'Hey, wir haben gehört, dass ihr so lange Versionen macht. Das muss aufhören, sonst müssen wir mehr in Rechnung stellen.'"
Hals Reaktion kann man sich vorstellen, und auch die von Thelma. Sie hatte bis dahin noch keinen Hit und würde sich nicht mit Bürokraten herumschlagen.

 

Auch Rick James hatte Probleme mit Bürokraten – in seinem Fall war es die U.S. Navy –, aber sein Aufstieg war dadurch nicht aufzuhalten. Mit einigen der sensationellsten Funknummern der 1980er, u. a. 'Super Freak' und 'Give It To Me Baby', katapultierte er sich nach oben. Rick war der größte Solostar des Jahrzehnts für Motown. Das war bevor Lionel Richie die Commodores verließ und die ganze Welt eroberte.

 

 

Natürlich ist es immer ein Risiko, eine weltweit bekannte Band zu verlassen, und viele verlieren dabei. Aber als Smokey Robinson sich von den Miracles verabschiedete und Diana Ross von den Supremes, bestand diese Gefahr nicht. Ihr Talent ließ sich nicht aufhalten. Davon abgesehen investierte Motown viel Geld und Energie, um ihren Aufstieg an die Spitze der Entertainmentindustrie voranzutreiben.

 

 

Nichtsdestotrotz räumte Berry Gordy ein, dass es ihn traurig machte, wenn seine "Kinder" sich ohne ihn in der Welt beweisen wollten; solo gewissermaßen. 1985 erzählte er einem Hörsaal voller Yale Studenten: "Eines Tages dämmerte es mir, nachdem ich mit diesen Menschen gearbeitet und ihnen alles beigebracht hatte – von Songwriting bis zur Produktion und alles, was dazu gehörte –, da traf es mich wie ein Blitz, dass sie mehr Talent hatten als ich. Ein Mensch mit meinem Ego kann mit dieser Erkenntnis nicht besonders gut umgehen, also sagte ich es ihnen vorerst nicht. Aber früher oder später fanden sie heraus, dass sie es selbst in sich trugen, und wenn man das einmal realisiert und verstanden hat, dann ist der Erfolg unausweichlich."

 

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