10 Songs, die die Rockmusik verändert haben – Teil 3

August 24, 2017
in Category: Platten



10 Songs, die die Rockmusik verändert haben – Teil 3

10 Songs, die die Rockmusik verändert haben – Teil 3

Im dritten Teil dieser Song-Serie widmen wir uns den Jahren ab 1990. Eigentlich wollten wir damit alle Songs bis heute abdecken, die entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der Rockmusik genommen haben. Aber siehe da: Es scheint, als wären die 1990er-Jahre das letzte große innovative Jahrzehnt im Rock gewesen. Das legt zumindest nachfolgende Liste nahe. Haben wir im 21. Jahrhundert nicht genau genug nachgeschaut? Sind die Songs noch so frisch, dass wir ihre Wirkung nicht erkennen? Wir werden noch mal genau darüber nachdenken und vielleicht mit Teil 4 zurückkehren. Nun aber erst mal viel Spaß mit zehn grandiosen Meisterwerken!


 Höre dir hier alle 10 Songs, die die Rockmusik verändert haben in einer Playlist an und lies weiter:


1. Nirvana – Smells Like Teen Spirit

Am schönsten ist es doch, wenn Songs ein einflussreiches und epochales Erdbeben auslösen und gleichzeitig noch kommerziell erfolgreich sind. Smells Like Teen Spirit war definitiv einer der größten Rockhits der 1990er-Jahre, und auch wenn Grunge ein relativ kurzlebiges Phänomen blieb, lösten Nirvana eine neue Punk-Welle aus, die sich im Alternative Rock der kommenden Dekaden noch lange halten sollte.


2. My Bloody Valentine – Only Shallow

Eine andere Revolution in der Rockmusik Anfang der 1990er-Jahre hat zwar im Mainstream keine hohen Wellen geschlagen, ist aber zu einem langlebigen Stilmittel im Indie-Rock geworden. Auch wenn Shoegaze mit Bands wie den Cocteau Twins oder The Jesus and Mary Chain bereits Vorläufer in den 1980ern hatte, entstanden viele klassische Shoegaze-Alben im nächsten Jahrzehnt. Loveless (1991) von My Bloody Valentine ist eines der besten überhaupt und sein Eröffnungssong Only Shallow ein heftiger Feedback- und Noise-Sturm mit ganz viel Herzblut und endloser Melancholie.


3. Metallica – Enter Sandman

Metallica haben schon in den 1980ern mit ihren frühen Alben Metal-Geschichte geschrieben, aber mit dem „Black Album“ stürmten sie endgültig in den Mainstream und brachten klassische Metal-Härte in die Rockmusik. Enter Sandman ist ein Musterexemplar für diese neue Härte, die nun auch außerhalb der Metal-Gemeinde hoffähig wurde.


4. Rage Against The Machine – Killing In The Name

Der berühmteste Song von Rage Against The Machine ist ein ähnlich ikonisches Kaliber wie Smells Like Teen Spirit. Der Stil von RATM war energetisch und frisch, irgendwo zwischen Funk-Metal und Alternative, ein perfektes Beispiel für Crossover und eine große Inspirationsquelle für die später anbrechende Nu-Metal-Ära.


5. Blur – Popscene

Und dann passierte in den 1990er-Jahren ja auch noch Britpop. Natürlich wurden Oasis letzten Endes zu den Superstars der Szene und zu einer der größten Rockbands der jüngeren Vergangenheit. Blur hatten zwar auch gute Platten, konnten es aber in Sachen Glamour, Exzentrizität und Hit-Potenzial nicht mit den Gallagher-Brüdern aufnehmen. Dafür waren Blur eine der ersten Bands dieser neuen britischen Bewegung, die mit ihrem Album Modern Life Is Rubbish (1993) ungefähr zeitgleich mit Suedes Debütalbum den neuen Sound begründeten. Die Single Popscene erschien bereits 1992 und bündelt alles, was Britpop so spannend machte.


6. Smashing Pumpkins – Cherub Rock

Während sich die Briten auf ihre Britishness besannen, war auch in den USA eine Menge los. Nach Grunge war die Zeit reif für Alternative Rock in allen Ausprägungen und die Smashing Pumpkins lieferten mindestens ein Album ab, das diese Zeit so gut einfängt wie wenig andere. Cherub Rock ist der erste Song auf Siamese Dream (1993) und baut eine unglaubliche Soundwand aus Gitarren auf, während Billy Corgan unverwechselbar haucht und kreischt. Das waren noch Zeiten.


7. Nine Inch Nails – Closer

Industrial Rock war kein wirklich neues Thema mehr, als Trent Reznor 1994 mit The Downward Spiral zu Höchstform auflief, aber Nine Inch Nails war anderes als alle anderen Bands dieses Genres und kaum auf einen einzelnen Stil zu festzulegen. Closer verbindet Reznors Synth-Pop-Einflüsse und seine brachiale Industrial-Interpretation zu einem völlig eigenen Sound. Der Einfluss der Nine Inch Nails ist in allen möglichen Genres zu spüren und ihr Kultstatus bis heute ungebrochen.


8. Tortoise – Djed

Von laut zu leise: Postrock war die stillste Rock-Revolution der 1990er, aber eben auch die ambitionierteste und intelligenteste. Tortoise aus Chicago sind eine der stilprägenden Post-Rock-Bands und diese epischen 20 Minuten von ihrem dritten Album Millions Now Living Will Never Die (1996) sind ein Monument ihres Erfindungsreichtums. In der vertrackten, instrumentalen Schönheit schwingt zwar auch eine Menge klassischer Krautrock mit, doch Tortoise öffneten der Rockmusik im anbrechenden Zeitalter der elektronischen Musik trotzdem die Tür zu neuen Welten.


9. Radiohead – Idioteque

Speaking of elektronische Musik: Radiohead sind natürlich die wichtigste Rockband des 21. Jahrhunderts, obwohl sie sich im Laufe der Jahre und speziell nach ihrem Album OK Computer (1997) so weit wie möglich von typischer Rockmusik entfernten. Die volle Integration von Electronica in ihre Songs auf Kid A (2000) funktionierte blendend. Idioteque ist weder Indie-Rock noch pure Electronica, weder Track noch Song. Irgendwie nicht festzulegen, aber doch alles zugleich. Radiohead haben damit die digitale Moderne im Rock eingeleitet.


10. Queens of the Stone Age – Go With The Flow

Wo sind sie, die großen Rockbands von heute? Überall nur Revivals und Reunions. Wir freuen uns zwar, dass Axl Rose und Co. tatsächlich wieder Konzerte spielen, aber würden uns doch mehr über Frischfleisch freuen. Die Queens of the Stoneage gibt es auch schon ein wenig länger, vor allem wenn man Josh Hommes alte Bands Kyuss und Screaming Trees auch noch berücksichtigt. Und wir geben zu: Go With The Flow hat die Rockmusik nicht explizit verändert, aber wir nehmen diese Nummer als Beispiel für die Schaffenskraft von Homme, der bis heute einer der aktivsten Garanten für gute neue Rockplatten ist – siehe das letzte Album von Iggy Pop. Und auf das neue QOTSA-Album freuen wir uns auch schon wie kleine Kinder. Chapeau, Josh!


Mehr Rockklassiker findet ihr in der Rock Most Wanted Playlist:


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