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Popkultur

10 Songs, die das Großstadtleben beschreiben

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Nachdem wir vor Kurzem die Vorzüge des Landlebens musikalisch untermalt haben, ist es nun Zeit für die Gegenposition: Zurück zum Beton, lang lebe die Großstadt! Keine große Überraschung, dass es in der Rock- und Popmusik nicht an Advokaten für das Stadtleben mangelt. Die Großstadt ist schließlich da, wo was los ist, wo das Leben spielt. Mit all seinen Licht- und Schattenseiten. Diese kommen auch in den folgenden zehn Songs zur Sprache. Es geht um menschliche Straßenblockaden, verheißungsvolle Neonlichter, heiße Sommer und natürlich endlose Nächte.


Hör hier in unsere 10 Songs, die das Landleben beschreiben, rein:

Für die ganze Playlist klick auf „Listen“.

1. Quincy Jones – Summer In The City

Auch Joe Cockers Version von Summer In The City oder das Original von The Lovin’ Spoonful aus dem Jahr 1966 haben ihre Qualitäten, doch vor allem in Quincy Jones’ Cover wird die Schwüle und Schönheit eines Sommers in der Stadt am erfahrbarsten in Musik umgesetzt. Mit Valeria Simpson am Mikrofon, einer fähigen Souljazz-Band und Jones selbst hinter dem Mischpult wurde der Song in dieser Variante zum Klassiker und unzählige Male von Elektronik- und Hip-Hop-Produzenten gesamplet. Gerade jetzt, wo wir Städter unter der Hitzwelle besonders ächzen müssen, wirkt die Nummer fast schon wie eine Abkühlung. Hoffen wir auf noch viele laue Sommerabende.


2. Guns N’ Roses – Welcome To The Jungle

Der Großstadtdschungel – für die einen die Hölle, für die anderen das einzig Wahre im Leben. Axl schrieb diesen Überhit angeblich, als er einen Freund in Kingston in der Nähe von Seattle besuchte – einer recht großen Stadt, aber im Vergleich zu Los Angeles natürlich eher ländlich. In Welcome To The Jungle verarbeitete er diese Erfahrungen, mit der Einsicht: Egal in welche Stadt du kommst, wenn du etwas suchst, wirst du es auch finden. “If you got the money, honey, we got your disease.”


3. Tocotronic – Gehen die Leute

Passend zum Großstadtdschungel ein Song zu den Menschenherden, die die Straßen verstopfen: “Gehen die Leute auf der Straße eigentlich absichtlich so langsam? Wollen sie verhindern, dass wir vorwärts kommen? Manchmal könnte man meinen, ihr blödes Schlendern wäre Absicht.” Dirk von Low sprach damit anno 1997 wohl jedem von uns aus der Seele. Aber wir wissen auch längst, dass dieser Ärger natürlich ein Anfängerfehler ist. Jedes langjährige Stadtkind beherrscht es, sich möglichst elegant und flott durch die Fußgängerarmee zu schlängeln. Und wenn’s doch mal länger dauert, einfach mal verschnaufen. Das Leben hier ist doch schon hektisch genug.


4. U2 – City Of Blinding Lights

Diese U2-Single hat ein Thema: die verlorene Unschuld. Inspiriert wurde Bono zu diesem Text von Erinnerungen an seinen ersten London-Besuch und eine Reihe von Shows, die U2 in New York City nach den Anschlägen des 11. September spielten. So wird es den meisten von uns gehen, die schon so viele Jahre in einer großen Stadt leben: Eine Routine hat sich eingeschlichen, die uns die strahlenden Lichter der Stadt gar nicht mehr registrieren lässt. Hin und wieder muss man einfach wieder die Augen aufmachen und sich überwältigen und blenden zu lassen, als wäre es der erste Tag.


5. Mando Diao – Never Seen The Light Of The Day

Kennt ihr den Winter-Blues? Berlin ist zum Beispiel berühmt-berüchtigt dafür, die schrecklichsten aller Winter zu haben: ewig lang, ewig kalt und ewig grau. Wenn man da nicht aufpasst, kann es gut passieren, dass man wochen- oder sogar monatelang kein Tageslicht mehr sieht. Bei Dunkelheit aus dem Haus, bei Dunkelheit zurück. Und im Berliner Nachtleben kann es auch mal ganz leicht vorkommen, dass man den kompletten Tag in einem dunklen Club verbringt. Deshalb, im Sommer wie im Winter: Denkt an die Vitamine, saugt die Sonnenstrahlen auf!


6. Pretenders – My City Was Gone

Wie sehr sich Städte verändern können, merkt man oft erst, wenn man ein paar Jahre weg war. Aber auch in der Heimatstadt spürt man direkt, dass sich die Stadt verwandelt, zum Guten wie zum Schlechten. Die Lieblingskneipe muss schließen. Ein charmanter alter Bau muss einem modernen Bürogebäude weichen. Aber vielleicht macht in der geschlossenen Lieblingskneipe bald schon das neue Lieblingsrestaurant auf? You never know. Die Pretenders haben ein Lied darüber geschrieben, dass man seine Heimatstadt oft nicht mehr wieder erkennt. “All my favorite places / My city had been pulled down.” Heute heißt das Gentrifizierung, aber eigentlich war das schon immer so. Die Zeit bleibt selten stehen, und wenn dann auf dem Dorf.


7. LCD Soundsystem – New York, I Love You But You’re Bringing Me Down

Die Hassliebe zu einer der Gentrifizierungshochburgen schlechthin beschrieb James Murphy in dieser Ode an New York City. Auch in der tollsten Stadt der Welt kann das Leben so richtig schrecklich sein: “Like a rat in a cage / Pulling minimum wage” – alles viel zu teuer und man muss hausen wie ein Tier. Und doch bleibt man. Am Ende die Versöhnung: “New York, you’re perfect, please don’t change a thing.”


8. Talking Heads – The Big Country

David Byrne lobt das Landleben und alle seine Vorzüge in höchsten Tönen? Von wegen! Begleitet von harmonischen Gitarren beschreibt der Talking Heads-Sänger offenbar einen Ausflug in die Natur: schöne Häuschen, tolles Wetter, nette Bars und Restaurants gibt es hier ja auch! Aber dann die klare Ansage: Hier würde ich nicht für Geld leben wollen, das wäre nicht auszuhalten. Saubere Luft, gutes Essen, geräumige Küchen, alles schön und gut, aber: So will ich einfach nicht leben, ich will doch was erleben! Ein klares Bekenntnis zur Stadt. Aber wer weiß, ob das nicht nur die jugendliche Aufmüpfigkeit war, die da aus Byrne sprach, im Jahr 1978.


9. Scorpions – Big City Nights

Es ist doch vollkommen klar: Die langen aufregenden Nächte gibt es nur in der Großstadt. “Big city nights, you keep me burning”, singt Klaus Meine in dieser Scorpions-Hymne. Hannover wird er damit wohl nicht meinen, aber auch da pulsiert Nachts das Leben. Jedes Wochenende Feiern macht vielleicht ganz schnell alt, aber ab und zu hält es definitiv jung. Was für ein Glück, immer die Möglichkeit dazu zu haben. Da wird man als Landei manchmal schon neidisch.


10. Kraftwerk – Neonlicht

Heißer Tipp von uns, egal ob ihr in München, Hamburg, Köln oder in einer anderen Stadt lebt: Setzt euch nachts in eine Straßenbahn, fahrt durch die Innenstadt und mach “Neonlicht” von Kraftwerk an. Danach vielleicht direkt “Metropolis”, ebenfalls vom legendären Album Die Mensch-Maschine (1978). Und euch wird das Herz aufgehen dabei, wie Kraftwerk die magische Schönheit der nächtlichen Großstadt in Worte und Musik fassen. Wenn das passiert, dann ist klar: Hier seid ihr am richtigen Fleck.


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