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25 Jahre Rammstein: Die größten Skandale der Bandkarriere

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Rammstein

Pünktlich zur Veröffentlichung von Rammstein wollen wir mal in aller Ruhe einen Blick auf die größten Skandale in der 25-jährigen Karriere der Feuerteufel von Rammstein werfen – oder auf das, was man gemeinhin als solche zu verbuchen versucht.

von Björn Springorum

Feuer, Schocks und ein Land in Aufruhr: Wenn Rammstein etwas machen, dann stellen sie sicher, dass es jeder mitbekommt. Sie scheuen weder den Skandal noch die Kontroverse, umarmen beides sogar und provozieren ganz bewusst jene, die sich von ihnen provozieren lassen. Das gehört zu ihrem Spiel, zu ihrer Kunst, und sorgt immer wieder dafür, dass wir etwas haben, worüber wir reden können. Wie unlängst, als sie mit dem kurzen KZ-Teaser zum Deutschland-Video mal wieder alle gegen sich aufbrachten, die es nicht abwarten konnten, das finale Produkt zu sehen. Dies jedoch war nur der letzte in einer langen Reihe von Skandalen, die die komplette Band-Historie zurückreicht. 25 Jahre Rammstein, das sind eben auch 25 Jahre Skandale.


Hört hier in 25 Jahre Rammstein rein:

Klickt auf “Listen” für das volle Programm.


Der Bandname

Der erste Skandal war schon perfekt, bevor die Band auch nur den ersten Ton spielte. Benannt hat sie sich nämlich nach der US-amerikanischen Air Base Ramstein bei Kaiserslautern, nahe der 1988 bei einer Flugschau 70 Menschen ums Leben kamen und rund 1.000 verletzt wurden. Sicherlich kein allzu geschmackvoller Name – vor allem, wenn man bedenkt, dass man sich ursprünglich noch Rammstein Flugschau nannte. Gut, man schrieb sich von Anfang an falsch und mit einem doppeltem M, aber späteren Aussagen der Band zufolge war der Name ja eigentlich eh nur ein Jux, der dann irgendwie kleben blieb. Ob’s stimmt?

Rammstein 2019


Das Stripped-Video

Bis heute werden Rammstein vollkommen zu Unrecht ins rechte Lager gesteckt – oder zumindest in dessen Peripherie. Die Band selbst reagierte 1998 auf die ihr inhärente Weise darauf und unterlegte das Video zu ihrer Depeche-Mode-Coverversion von Stripped einfach mal mit Bildern aus Leni Riefenstahls Olympia-Film, den sie im Auftrag der Nazis zu den Olympischen Spielen 1936 in Deutschland gedreht hatte. Die ewigen Kritiker sahen sich bestätigt – und Rammstein sahen sich bestätigt, dass die ewigen Kritiker sich bestätigt sahen.

Kurz vor der Veröffentlichung von Rammstein hat die Band das aufgrund der heftigen Kritik lange weggesperrte Filmchen übrigens wieder aus der Giftkiste geholt: Zusammen mit einem Making-Of-Beitrag, in dem sich die Bandmitglieder zum Video äußern, ist Stripped nun auf YouTube zu sehen.


Der Riesendildo

Eine Rammstein-Show war schon immer eher ein dekadent-überbordendes Spektakel aus Caligulas wildesten Träumen als ein normales Rock-Konzert. Eine Feuersbrunst, perfekt inszeniert und so überlebensgroß wie der Sound der Band selbst. In den Vereinigten Staaten brachte sie ihre Show 1999 einmal sogar in den Knast: Als Till Lindemann in Worcester, Massachusetts, seinen Keyboarder und Bühnenclown Flake mal wieder mit einem überdimensionierten Dildo von hinten penetrierte, erregte das die Gemüter der Behörden derart, dass man sie wegen unzüchtigen Verhaltens festnahm. Nur eine Nacht zwar, aber das mediale Echo war ihnen mal wieder sicher.


Das Pussy-Video

Einen neuen Gipfel der Aufsässigkeit erreichten Rammstein, als sie sich 2009 mit dem Video zu Pussy zurückmeldeten. Das feierte seine Premiere nämlich nicht im Musikfernsehen oder im Netz, sondern bei einem Erotikportal aus den Niederlanden. Der Grund: Im Clip hat jedes Mitglied eine eigene Porno-Szene, die mit professionellen Pornodarstellerinnen in einem Bordell gedreht wurde. Der Sex war echt, doch bei den Close-Ups mussten Körper-Doubles ran. Sagen Rammstein.


Das Verbot von Liebe ist für alle da

Am 5. November 2009 wurde das letzte Rammstein-Album Liebe ist für alle da indiziert. Der Grund: Gewaltverherrlichung im Stück Ich tu dir weh sowie ein allzu explizites Bild im Booklet. Danach wurde das Album nur noch an volljährige Kunden verkauft und durfte nicht mehr beworben werden – zumindest bis Juni 2010, als man einer Klage der Band stattgab und das Album wieder vom Index nahm. 2016 kam dann die medienwirksame Retourkutsche von Rammstein: Die Band verklagte die BRD auf 66.000 Euro, weil wegen der Indizierung 85.000 CDs eingestampft werden mussten. Ums Geld ging es ihnen da ganz bestimmt nicht…

Rammstein 2009

Nach zehnjähriger Wartezeit auf Rammstein scheint eines klar: Der letzte Skandal in der Bandgeschichte wird das wohl nicht gewesen sein.


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