5 Wahrheiten über Iggy Pop, den “Godfather of Punk Rock”

April 20, 2018
in Category: Popkultur



5 Wahrheiten über Iggy Pop, den “Godfather of Punk Rock”

5 Wahrheiten über Iggy Pop, den “Godfather of Punk Rock”

Für alle Insider, jahrzehntelangen Fans, Neugierigen und Einsteiger: Hier nehmen wir uns mal ein paar Minuten Zeit und präsentieren euch 5 Geschichten, Anekdoten oder Fun Facts zu einem Genre, einer Band oder einem/r Künstler/in. Einfach, weil das Leben witzigere, unglaublichere und interessantere Geschichten schreibt, als jeder Autor jemals könnte.

Diesmal geht es um einen Musiker, der bereits früh mit Exzessen auf sich aufmerksam machte, den man als hyperaktiven Flummi mit X-Beinen bezeichnen kann und der sich mit Spritze im Arm wahlweise in Erdnussbutter oder Glassplittern wälzt und Zeilen singt wie “And now I wanna be your dog.” Die Rede ist vom "Godfather of Punk", keinem geringeren als Iggy Pop.


Hier könnte ihr in Post Pop Depression reinhören:

Klickt auf „Listen“ für das ganze Album.

Kinder, Kinder! Vater wird man nicht einfach so, in die Rolle muss Mann auch erst hineinwachsen. Und fanden wir die wilden Geschichten unserer Eltern nicht auch immer ziemlich lustig? Sofern sie denn wild waren. In den meisten Fällen beschränken die sich wohl auf Anekdoten á la “Als Papa aus Versehen einen Haschkeks aß und in die Notaufnahme musste.”

Nicht im Fall von James “Jim” Osterberg alias Iggy Pop, nein! Wir können nur spekulieren, wie sein Sohn Eric Benson die wilden Eskapaden seines Vaters so fand und findet. Und weil diese Geschichten nun auch schon recht lange her sind und außerdem in den Punk-Annalen nachgelesen werden können, haben wir einige weniger bekannte Wahrheiten zusammengetragen.


1. Iggy ist nicht nur ein – nun ja – expressionistischer Sänger, sondern auch ein charmanter Schauspieler

Dies stellte er mehrfach unter Beweis, aber sein Auftritt in Jim Jarmuschs Coffee and Cigarettes an der Seite von Tom Waits sticht besonders hervor. Der schwarz-weiße Episodenfilm aus dem Jahr 2003 besteht aus elf Kurzfilmen und in der Folge Somewhere in California wartet Iggy Pop auf Tom Waits. Der kommt zu spät zum Treffen im kleinen Diner und entschuldigt sich damit, dass er am Straßenrand ein Baby zur Welt habe bringen müssen. Er beklagt sich über die hygienischen Probleme von Straßenrand-Operationen und die Komplikationen, die daraus entstehen können. Iggy Pop ist höchst erstaunt und beeindruckt. “Wie, du bist Arzt?”



Waits ist offenbar schlechter Laune und extrem leicht zu reizen. Während Iggy Pop sich ernsthaft für Waits zu interessieren scheint und freundliche Fragen stellt, lässt Waits ihn ständig auflaufen, was zu den absurdesten Dialogen führt. Am Ende sind es die Zigaretten, über denen Frieden geschlossen wird. Beide versichern sich, mit dem Rauchen endlich aufgehört zu haben, nur um dann seelig zu ihrem Kaffee eine Zigarette zu rauchen. Der Kurzfilm ist ein Feuerwerk an Witz und Situationskomik. Iggy Pop spielt die Rolle des freundlichen Iggy Pops und Tom Waits die des eitlen Tom Waits, der alles in den falschen Hals bekommt. Es ist eine Filmfest!


2. Stagediving – wer hat’s erfunden?!

Glaubt man den Büchern, so war es Iggy höchstpersönlich. So soll er auf dem Cincinnati Summer Pop Festival im Jahr 1970 zum ersten Mal versucht haben, über die Hände und Köpfe seiner Fans zu schlittern und zu stolpern, während die wahrscheinlich verdutzt am schwitzigen Oberkörper des agilen Sängers abrutschten. Stage Diving war aber nur eine seiner Aktivitäten auf der Bühne. Entgegen seiner Selbstverstümmelungen und Stripeinlagen fand das Stage Diving oder Crowd Surfing auch Anklang bei anderen Bands und so taten es ihm bald andere nach, zum Beispiel Jim Morrison von The Doors. Viele – Musiker und Fans – sollen sich dabei schon ernste Verletzungen zugezogen haben, so etwa Peter Gabriel. Einzelne tragische Todesfälle von Fans wurden bekannt.



Iggy dagegen tauchte offenbar stets unversehrt aus dem Bad in der Menge wieder auf. Das könnte auch daran liegen, dass sein Körper durch die vielen Knochenbrüche, Hüftprothesen und Wirbelsäulenfrakturen gegen weitere Verletzungen immunisiert ist. In einem Zeit Magazin Interview von März 2016 erzählt Pop, dass er noch ab und an von der Bühne und in die Menge springt – mit seinen 71 Jahren. Wenn das nicht Hingabe ist!


3. Iggy Pop ist ein richtiger Opa, wenn es um dieses Internet und Smartphones geht

Er weiß einem Interview zufolge zwar, wie man Emails liest, nicht aber, wie diese geschrieben werden. Ein Smartphone besitzt Iggy auch nicht, dagegen aber einen smarten Typen mit Computer und Smartphone. Was er dagegen sein Eigen nennt ist ein altes Handy, das man aufklappen kann und das offenbar nicht in die Brüche geht, auch wenn man es oft fallen lässt. SMS schreiben damit sei allerdings anstrengend, beklagt Iggy, das Telefon habe noch drei Buchstaben pro Knopf. Wir haben es hier eindeutig mit einem Technophoben zu tun. Aber der Mann ist 71 und er heißt Iggy Pop. Ergo darf er das.



Iggy sieht aber durchaus ein, dass ihm das Internet in seiner Karriere geholfen hat. Dem New York Magazin erzählt er, früher sei er in Plattenläden gegangen und während das Werbeplakat für ihn und seine Band The Stooges Postkartengröße gehabt hätte, wurde für Pink Floyd mit einem riesigen aufgeblasenen Schwein geworben. Auf den Computerbildschirmen gehe es nun etwas egalitärer zu, bei Amazon sei schließlich jedes Album gleich groß abgebildet.


4. Iggy Pops Körperbau und seine Bewegungen dienten als Vorlage für Gollum aus dem Herr der Ringe

Ein zugegebenermaßen wenig schmeichelhafter Ruhm, dem Iggy Pop da zuteilwird. Aber glaubt man Wikipedia, so hat sich die Firma Weta Workshop, die für die Special Effects in den Herr der Ringe Filmen von Peter Jackson verantwortlich war, bei der Figurenkonzeption oftmals von lebenden Menschen oder Tieren inspirieren lassen. Die herumstreunenden, trollenden, immer leicht gebückten Bewegungen von Herrn Pop empfand der Erschaffer von Gollum, John Howe, dabei als sehr inspirierend. Iggy Pop ein Alien? Nein, nur ein Mann mit Rückenschmerzen und expressionistischem Stil!


5. Für James “Jim” Osterberg alias Iggy Pop ist seine Bühnenpersona nur eine Rolle

Wenn Jim über Iggy oder Iggy über Jim spricht, klingt das beinahe ein wenig nach gespaltener Persönlichkeit. Tatsächlich ist es wohl eher eine sehr gesunde Trennung aus beruflichen und privaten Persönlichkeitsaspekten, die man besser ein wenig auseinander hält, wenn man nicht kaputtgehen will.

Er sei eigentlich ein eher braves Kind gewesen, erzählte Pop einmal. “Ich war ein kränkliches, schüchternes Kind mit Asthma. Solche Probleme plagten mich, bis ich Mitte dreißig war. Es war Jim Osterberg, der das alles überlebt hat, und nicht Iggy Pop. Iggy hätte das alles kaum durchgestanden. Denn ich muss immer wieder darauf hinweisen, dass Jim Osterberg und Iggy Pop nicht ein und dieselbe Person sind.”


Iggy-Pop-(1)


Dann sagt Jim/Iggy noch den wunderbaren Satz “Die Iggy Pops der Welt werden nicht alt.” Man müsse den Iggy einfach des öfteren abschalten, dann ginge es schon. Und gerade mit zunehmendem Alter wären die vernünftigeren Seiten von Jim wichtiger geworden. Dennoch gebe es kein Entweder-Oder, erzählt Pop: “Ich mag Leute nicht, die dauernd etwas aufführen müssen. Wer mit mir privat Zeit verbringt, hat sehr viel mehr davon, wenn er das mit Jim tut. Was immer Iggy anstellt, soll vor allem unterhalten.”

Wie aber sollen wir dann Pops Mäandern zu Beginn von Coffee and Cigarettes verstehen, wenn er sich Tom Waits erst als Iggy, dann als James, dann als Jim und dann wieder als Iggy vorstellt. “You can call me Iggy.” Und Waits – dieser schlecht gelaunte Knochen – nennt ihn natürlich James.


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