Janis Joplin und die Hell’s Angels: Eine merkwürdige Allianz

January 22, 2019
in Category: Popkultur



Janis Joplin und die Hell’s Angels: Eine merkwürdige Allianz

Janis Joplin und die Hell’s Angels: Eine merkwürdige Allianz

Es ist heute kaum noch vorstellbar, doch einst pflegten viele Musiker und Rockstars eine ungewöhnlich enge Beziehung zur berühmt-berüchtigten Motorrad-Gang. Auch Janis Joplin gehört dazu. So wurde die Sängerin zu einer Respektsperson unter den schweren Jungs.


Hört hier in Cheap Thrills rein:

Für das volle Vergnügen klickt auf "Listen".


Cheap Thrills, das zweite und letzte Album von Janis Joplin mit ihrer Band Big Brother and the Holding Company aus dem Jahr 1968, ist einer der großen Psychedelic-Klassiker der Hippie-Ära. Ein besonderes Highlight ist auch das farbenfrohe Comic-Artwork, gestaltet vom legendären Zeichner Robert Crumb. Doch wer das Cover schon mal genau unter die Lupe genommen hat, wird sich gewundert haben, was da in der unteren rechten Ecke abgebildet ist: ein wohlbekanntes Totenkopf-Logo mit der Überschrift „Approved by Hell’s Angels Frisco“. Was ist das denn für eine unheilige Allianz? Was hatte Janis Joplin mit der nicht erst seit heute als höchst kriminell verrufenen internationalen Rocker-Gang zu schaffen?



Dass Musiker innerhalb der kalifornischen Gegenkultur der 1960er-Jahre mit den schweren Jungs auf ihren Harleys in Berührung kamen, war keine Seltenheit. Man kann nicht von einer generellen Freundschaft zwischen Hell’s Angels und Hippie-Künstlern sprechen, doch es gab viele Fälle gegenseitiger Sympathie. Die Beispiele sind zahlreich: Donavon schrieb 1966 einen Song über einen Biker-Freund, der ihn mit heißer Ware versorgte. So heißt es in The Fat Angel: „He will bring hapiness in a pipe / He’ll ride away on his silver bike.“

Auch Eric Burdon und die Animals schrieben der Gang mit San Franciscan Nights quasi eine offizielle Hymne: „Angels sing, leather wings / Jeans of blue, Harley Davidsons too / On a warm San Franciscan night / Old angels, young angels feel alright.“ Grateful Dead, Jimi Hendrix – die Liste an Freunden und Bewunderern ließe sich lange weiterführen. Und sie beinhaltet eben auch Janis Joplin. Außer ihr wurde nur Mick Farren die Ehre zu Teil, einen Approval-Patch der Hell’s Angels auf einem Plattencover zu erhalten.  Man kannte sich eben in San Fran. Joplin war unter anderem mit Angles-Boss Sonny Barger befreundet, auch hatte sie eine Liaison mit einem gewissen Bill „Sweet William“ Fritsch.



Damit hatte sie zwar eigentlich den Segen von ganz oben, war allerdings auch nicht immer sicher vor den Machenschaften mancher Gangmitglieder. In einer Doku über Joplin erinnert sich ihr ehemaliger Lover David Niehaus, wie einst eine Gruppe bewaffneter Angels bei ihr zuhause aufschlug und mitten in der Nacht begann, sich in ihrer Küche zu bedienen. Den Protest von Niehaus ignorierten die Jungs natürlich, aber als Janis selbst die Treppe herunterkam und jeden einzelnen beim Namen nannte und deutlich ermahnte, machten sich die Krawallbrüder aus dem Staub. Später kamen sie dann tatsächlich wieder, mit einer Kiste voller Lebensmittel und füllten den Kühlschrank wieder auf. Was lernen wir daraus? Autorität hat man, oder nicht.


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