Eine Odyssee: Die Verträge der Sex Pistols

October 6, 2017
in Category: Popkultur



Eine Odyssee: Die Verträge der Sex Pistols

Eine Odyssee: Die Verträge der Sex Pistols

Im Sommer 1976 waren die Sex Pistols das Stadtgespräch in London und Mitte September gingen sie eine Woche lang in England auf Tour, bevor sie in die Britische Hauptstadt zurückkehrten, um bei der Eröffnungsnacht des 100 Club’s Festival des Punk aufzutreten. Das alles war der Auftakt eines Plattendeals, aber anstelle eines kleinen Indie-Labels machte EMI das Rennen, die mit einer Menge Geld gute Argumente hatten.


Hört euch hier Never Mind the Bollocks, Here’s the Sex Pistols an und lest weiter:


Am 8. Oktober 1976 nahm EMI die Sex Pistols für zwei Jahre unter Vertrag und steckte sie zusammen mit dem Produzenten Dave Goodman auch gleich ins Studio. Allerdings brachte es Goodman nicht fertig, auch nur einen Track zu produzieren, der irgendjemanden zufrieden stellte. An dieser Stelle kam Chris Thomas ins Spiel, der schon Pink Floyd´s Dark Side of the Moon und die erste Single von Roxy Music produziert hat. „Anarchy In The UK“ ist eine krasse Mischung aus Pop und Politik, die ordentlich Wellen schlug. Nicht zuletzt durch das ikonisch zerrissene Union Jack Poster, das zum Release im November als Promo benutzt wurde.



Am 1. Dezember, während der Promo-Phase ihrer Single, fand ihr berühmter TV-Auftritt statt. Es war Steve Jones (und nicht Johnny Rotten, wie viele vielleicht meinen würden), der sich mit dem Moderator Bill Grundy anlegte. Laut der Musikindustrie-Legende Eric Hall war der einzige Grund, warum die Sex Pistols den Platz in der Show überhaupt bekamen, jener, da sie ein kurzfristiger Ersatz für Queen waren, deren Sänger Freddie Mercury einen Zahnarzttermin hatte.


Seht euch hier den berühmt-berüchtigten TV-Auftritt im britischen Fernsehen an und lest weiter:


Nach einer chaotischen Tour in Holland entließ EMI die Band aus dem Vertrag, gefolgt vom Ausscheiden von Glen Matlock – er gründete Rich Kids zusammen mit Midge Ure. Ihn ersetzte der Mann, der das Pogo Tanzen erfand, John Simon Richie, besser bekannt als Sid Vicious. Im März unterschrieben die Sex Pistols dann einen Vertrag bei A&M Records und mit einem gerissenen PR Stunt vor dem Buckingham Palace (gerissen, da die neue Single „God Save The Queen“ hieß) schafften sie es in noch mehr Schlagzeilen.



Trotzdem, obwohl schon zehntausende von Platten gepresst wurden, kündigte A&M den Vertrag nach ein paar Wochen als Folge eines Tumults in einem Label-Büro. Ungefähr eine Woche später gab Vicious mit der Band sein Live-Debut und zwei Monate später unterschrieben sie ihren dritten Vertrag – diesmal mit Virgin. „God Save The Queen“ kam ein paar Wochen später raus und schoss sogleich auf Platz 2 der UK Charts.

So ist aus der Sex Pistols Vertrags-Odyssee eine Legende geworden…


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Auf der äußeren linken Seite des Fotos ist der EMI Marketing Chef Paul Watts zu sehen, der einst zu Queen sagte, Bohemian Rhapsody wäre zu lang für eine Veröffentlichung als Single. Ganz rechts steht der Sex Pistols Anwalt Steven Fisher, der die Band an EMI hinein verhandelte, wieder heraus, an A&M, aus A&M wieder heraus und schließlich an Virgin. Der Manager der Band, Malcolm McLaren, ist der vierte von links.


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