Queen – ‘Innuendo’: Die Show muss weitergehen

February 3, 2017
in Category: Platten, Popkultur



Queen – ‘Innuendo’: Die Show muss weitergehen

Queen – ‘Innuendo’: Die Show muss weitergehen

Nur 20 Jahre nach der Veröffentlichung von The Miracle erschien im Februar 1991 das Album Innuendo. Das war die kürzeste Wartezeit, die Queen-Fans in den letzten zehn Jahren zwischen zwei Alben aushalten mussten. Aber bei aller Freude haftet dem 14. Studioalbum der Band auch die schmerzliche Tatsache an, dass es das letzte war, das vor Freddie Mercurys Tod erschien.

Innuendo wurde zwischen März 1989 und November 1990 in den Metropolis Studios in West London und den Mountain Studios in Montreux  aufgenommen. Ursprünglich war die Veröffentlichung für Weihnachten 1990 geplant, aber durch Freddies immer schlechter werdenden Gesundheitszustand musste es verschoben werden. An der Qualität der Musik oder Freddies Stimmumfang von über vier Oktaven änderte das allerdings nichts. Musikalisch ist das Album sehr komplex und viele Fans sahen es als eine Rückkehr zu den Wurzeln der Band, was durchweg positiv aufgenommen wurde.


 

Mitten während der Aufnahmen, im Februar 1990, erhielten Queen den Brit Award für Outstanding Contribution to British Music. Es hatte lange genug gedauert und war mehr als verdient. Die ganze Band nahm an der Verleihung im Dominion Theatre in London teil und Brian trat stellvertretend für alle ans Mikrofon. Es sollte Freddies letzter öffentlicher Auftritt sein.

Von den ersten Akkorden des Openers und Titeltracks des Albums zieht die Band alle Register. Das ist Pomprock – bombastisch und gewaltig. Das Leben von Innuendo begann als Jam und hat den Vibe von Led Zeppelin, ist allerdings deutlich als Queen zu erkennen. Und falls Sie sich diese Frage gestellt haben: Es ist Steve Howe von Yes, der die Flamenco-Gitarre im Mittelteil spielt. In Großbritannien erschien Innuendo als Singleauskopplung vor Veröffentlichung des Albums und erreichte Platz 1 der Charts. In den USA kam die Single etwas später heraus und schaffte es in die Top 20 der Billboard Mainstream Rock Charts.


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Die Anfänge von I’m Going Slightly Mad liegen in einer von Freddie geschriebenen Noel Coward-Persiflage. Vollendet wurde das Stück von der kompletten Band in der Schweiz. Beim Videodreh zur Single war Freddie schon sehr krank. Um dem Titel Rechnung zu tragen, tritt Brian May im Pinguinkostüm auf, Roger Taylor trägt einen Teekessel auf dem Kopf, John Deacon erscheint als Narr und Mercury schmückt sein Haupt mit einer ganzen Bananenstaude.

Brian May brachte den Song Headlong mit in die Schweiz. Ursprünglich hatte er den Titel für sein Soloalbum geschrieben, aber mit Freddies Gesang wurde daraus sofort ein Queen-Song. Als er im Januar 1991 als Single erschien, kletterte er bis in die Top 3 der Mainstream Rock Charts. Auch I Can't Live With You war eigentlich für Brians Soloalbum gedacht.

Don’t Try So Hard ist ein wunderschöner und typischer Freddie-Song; einer, der nach mehrmaligem Hören des Albums garantiert zu den Lieblingssongs gehört. Der erste von Roger komponierte Song auf dem Album ist Ride The Wild Wind. Roger hatte ihn zunächst als Demo aufgenommen und dafür selbst gesungen. Für das Album sang Freddie die Leadvocals und Taylor Backing Vocals. Und Brians unverkennbares Solo ist mal wieder fantastisch.



 

Der einzige Song auf dem Album, der in den Songwriting Credits nicht der Band Queen zugeschrieben wird, ist All God’s People – eine Mercury/Moran-Kollaboration, die ursprünglich für Freddies Album ‘Barcelona’ geplant war, an dem er mit dem Produzenten und Songschreiber Mike Moran arbeitete. Danach kommt Taylors zweiter Beitrag als Songwriter: das sehnsüchtige These Are the Days of Our Lives. Seine Emotionalität wird noch erhöht durch die Tatsache, dass das dazugehörige Video Freddies allerletzter Auftritt ist. Ganz am Ende des Videos sieht er direkt in die Kamera und flüstert: "I still love you".


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An Freddies 45. Geburtstag, dem 5. September 1991, erschien These Are the Days of Our Lives als Single in den USA und drei Monate später, am 9. Dezember, als Doppel-A Seite mit ‘Bo-Rap’ in Großbritannien, wo es direkt auf Platz 1 der Charts einstieg und sich dort für fünf Wochen hielt.

Delilah ist eine Huldigung an Freddies Katze und fühlt sich ein wenig wie ein Nebenschauplatz an, aber Freddie wollte es unbedingt auf dem Album haben. The Hitman ist das komplette Gegenteil: eine astreine Rocknummer, ebenfalls in groben Zügen von Freddie Mercury geschrieben und dann von John Deacon übernommen, der den Songaufbau anpasste und es zu einem unverwechselbaren Queen-Song machte.


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Bijou ist ein cleverer, von Brian und Freddie geschriebener Song, bei dem die Gitarre die Strophen übernimmt und der Gesang die Refrains. Es ist ein traumhaft schöner Song und Brian May erzählte später, dass er zum Teil von Jeff Becks Where Were You von 1989 inspiriert war. Auf der Rock the Cosmos Tour von Queen + Paul Rodgers im Jahr 2008 spielte Brian die Strophen und ein Video von Freddie von ihrem Auftritt in Wembley 1986 wurde passend zu seinen Gesangsparts eingespielt.

Gibt es auf irgendeinem anderen Queen-Album einen besseren Abschluss als The Show Must Go On? Es ist einfach perfekt. Auch dieser Song entstand gemeinsam – alle vier Bandmitglieder hatten ihre Finger im Spiel – und er erzählt davon, wie Freddie trotz des nahenden Endes immer weiter arbeitete und Musik machte. Es ist schwer, sich beim Anhören nicht von den Gefühlen überwältigen zu lassen. Ursprünglich kam der Song nicht als Single heraus. Das änderte sich im Oktober 1991 im Zuge der Promotion zum Greatest Hits II Album; der dazugehörige Promoclip besteht aus Ausschnitten aus allen Queen Videos seit 1982.


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Innuendo erreichte die Spitze der britischen Charts, blieb aber in Amerika mit Platz 30 hinter den Erwartungen zurück. Im Rest der Welt schaffte es das Album fast überall in die Top 10 und auf Platz 1 in den Niederlanden, Deutschland, Italien und der Schweiz.

Als Freddie Mercury am 24. November 1991 starb, dachten wir alle, das wäre das Ende für Queen. Aber das war es noch lange nicht…


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