The Cadillac Three – Roots’n’Roll unter Rebellenflagge

August 2, 2016
in Category: Popkultur



The Cadillac Three – Roots’n’Roll unter Rebellenflagge

The Cadillac Three – Roots’n’Roll unter Rebellenflagge

Wer diese Band einmal live gesehen hat, dürfte sofort bemerkt haben, dass The Cadillac Three nicht erst seit gestern auf der Bühne stehen. Dafür harmonieren und interagieren Sänger und Gitarrist Jaren Johnston, Lap-Steel-Gitarrist Kelby Ray sowie Schlagzeuger Neil Mason musikalisch und menschlich einfach zu vertraut und gut miteinander. Kein Wunder, schließlich sind die drei Southern Rocker aus Nashville, Tennessee seit Kindestagen befreundet und haben sich im Musikgeschäft längst ihre Sporen verdient. Im Jahre 2010 allerdings noch unter dem Bandnamen American Bang. Über das tolle, von Bob Rock (Metallica, Bon Jovi, The Cult) produzierte Debütalbum gleichen Namens brachte es die vielversprechende, damals noch zu viert musizierende Southern/Hard Rock-Formation allerdings nicht hinaus. Erst der Verlust eines Bandmitgliedes brachte The Cadillac Three und ihren charakteristischen Sound auf den (neuen) Weg.  „Unser ehemaliger Gitarrist wollte lieber eine Familie gründen“, erklärt Johnston, der daraufhin die Position des Rhythmus- und Leadgitarristen übernahm. Bassist Kelby wechselte kurzerhand vom Viersaiter an die Lap-Steel-Gitarre, auf der er mit einem ausgeklügelten Pedal-System auch den Tiefton-Sound spielt. „Meine linke Hirnhälfte spielt Gitarre, meine rechte Bass“, fasst Kelby das ungewöhnliche Parallel-Prinzip zusammen.


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Jared ergänzt: „Eine super Entscheidung. Das macht außer uns niemand so und es ist ziemlich einzigartig. Und man muss die Kohle nur noch durch drei teilen“, so der Sänger mit schelmischem Grinsen. Denkt man an die Fülle von Mitmusikern, mit der Vorbilder wie Lynyrd Skynyrd oder die Allman Brothers Band auftraten, sind Cadillac Three personell (fast) die kleinste Southern Rock Band der Welt. „Auf jeden Fall. Die anderen haben und hatten alle eine Menge Leute mehr auf der Bühne“, bestätigt Jaren, „Unser Ansatz ist eben etwas anders, auch wenn wir natürlich auf Lynyrd Skynyrd oder Ram Jam total abfahren. ZZ Top machen für ein Trio ja auch einen Haufen Lärm - das haben wir uns zum Vorbild genommen.“  Nachzuhören auf dem Debütalbum, welches 2014 unter dem Titel Tennessee Mojo auch in Europa erschien und für neue Southern-Rock-Begeisterung sorgte.


 Schaut euch hier das Video Tennessee Mojo an:


„Für lange Zeit fühlte es sich so an, als sei Southern Rock etwas, das in den Siebzigern passiert ist und dort auch verbleiben würde. Da wir alle aus Nashville stammen, haben sich die Sprache und der Stil dieses Sounds ganz natürlich bei uns eingeschlichen“, analysiert der Sänger und Songschreiber. Das dazugehörige prägende Lebensgefühl spielt eine nicht minder wichtige Rolle. „Im Süden aufzuwachsen, das Tempo dort, der Südstaatler-Tonfall, unsere Familien – das sind unsere Wurzeln und das ist das, was uns als Band, aber auch als Menschen beeinflusst.“ Die Cadillac Three-Hymne „The South“ bringt dies ziemlich gut auf den Punkt.


Schaut euch hier das Video zu The South an:


In gleichsam tiefer Verbundenheit zur Roots-Musik und zum Rock sowie ihrer ungekünstelten und aufrichtigen Darbietung, liegt das Geheimnis der Band begründet. Oder anders - in Anlehnung an eine uralte amerikanische Vertrauensfrage - formuliert: The Cadillac Three könnte man tatsächlich ungesehen einen Gebrauchtwagen abkaufen, sich sicher sein, dass die Musik-Sammlung im Handschuhfach nicht enttäuscht und davon ausgehen, im Anschluss noch zu Bier und BBQ im Familienkreise eingeladen zu werden.


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Mittlerweile hat die Band nicht nur ihr zweites Album, Bury Me In My Boots, eingespielt, sondern mit vielen ihrer Idole bereits die Bühne geteilt. „Wenn man mit den großen, alten Helden spielt lernt man so viel. Entweder, was man anders machen sollte, oder was man besser ganz bleiben lässt. „Das ist cool“, so Jaren, „Billy Gibbons (ZZ Top) hat mir einen der wichtigsten Ratschläge für die Bühne gegeben: Man sollte die Monitorboxen aus dem Weg räumen, weil das Publikum deine Stiefel sehen will. Und Rickey Medlocke (Blackfoot, Lynyrd Skynyrd) hat uns geraten, niemals ein viertes Bandenmitglied aufzunehmen.“ Alle guten Dinge bleiben eben drei.



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