Zeitsprung: Am 12.2.1939 kommt Ray Manzarek von The Doors zur Welt.

February 12, 2019
in Category: Popkultur



Zeitsprung: Am 12.2.1939 kommt Ray Manzarek von The Doors zur Welt.

Zeitsprung: Am 12.2.1939 kommt Ray Manzarek von The Doors zur Welt.

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 12.2.1939.

von Christof Leim und Timon Menge

Ungewöhnliche Lebensläufe sind in der Musikwelt keine Seltenheit. Im Fall Ray Manzarek wurde aus einem Strandspaziergang eine der wichtigsten Bands der Rockmusik. Am 12. Februar hätte der Keyboarder der Doors Geburtstag gefeiert. Erinnern wir uns an einen bemerkenswerten Musiker.


Hört hier in die besten Songs der Doors rein:

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Alles beginnt im Süden Chicagos: Raymond Daniel Manczarek Jr. kommt am 12. Februar 1939 zur Welt und wächst gemeinsam mit seinen zwei Brüdern Rick und Jim auf. Die polnischstämmigen Eltern der Familie legen großen Wert auf musikalische Frühförderung und schicken den kleinen Ray im zarten Alter von sieben Jahren zum Klavierunterricht. Außerdem schauen die Eltern gemeinsam mit den Kindern die Eltern Fernsehauftritte von Elvis Presley – Erziehung für Fortgeschrittene also. Manzareks anfängliche Faszination für Basketball schlägt schnell in Musikbegeisterung um. Nach der Schule studiert er Jura und absolviert per Umweg über die Army seinen Master-Abschluss an der Filmschule der Universität von Los Angeles. Kurz darauf widmet er sich der Musik — und bleibt ihr bis zu seinem Tod treu.

Entwickeln einen ganz eigenen Stil, nicht zuletzt dank Manzareks Keyboard-Sound: The Doors

Diese Entwicklung verdanken wir einem der wohl glücklichsten Zufälle der Musikgeschichte: Kurz nach Manzareks Abschluss begegnet er 1965 am Venice Beach seinem ehemaligen Kommilitonen Jim Morrison. Die beiden sprechen über Songs, an denen Morrison gerade arbeitet, später stimmt dieser eine frühe Version von Moonlight Drive an. Manzarek geht nach eigenen Angaben ein Licht auf. Seine klassische Musikausbildung und Morrisons düstere Lyrik bergen Potential, und zwar großes. Die zwei Musiker gründen die Doors also quasi am Strand. Wenig später lernt Manzarek während eines Meditationsseminars Gitarrist Robby Krieger und Schlagzeuger John Densmore kennen. Den Bass lagert die junge Gruppe auf das Keyboard aus und besiegelt damit ein Element ihres klassischen Sounds. Der Einfachheit halber schreibt Manczarek seinen Nachnamen fortan Manzarek, also ohne „c“.



In den darauffolgenden Jahren entstehen Meilensteine der Rockgeschichte. Das Debüt The Doors (1967) erscheint pünktlich zum „Summer Of Love“ und enthält mit Break On Through (To The Other Side), The End und natürlich Light My Fire gleich mehrere Songs, die sich zum Soundtrack einer Generation entwickeln. Bis zu Morrisons Tod im Jahr 1971 veröffentlicht die Gruppe mindestens ein Album pro Jahr, vor allem Strange Days (1967) und L.A. Woman (1971) stechen hervor. Letzteres enthält mit dem Song Roadhouse Blues nicht nur Morrisons Sternstunde; auch Riders On The Storm bleibt bis heute legendär und lässt dank Manzareks außergewöhnlicher Fähigkeiten seit über 40 Jahren Tastenkollegen auf der ganzen Welt verzweifeln. Immer wieder bilden seine Leichtigkeit und seine technische Finesse den Ausgleich zu Morrisons düsterem Mystizismus. Das wohldokumentierte Interesse des Keyboarders an psychedelischen Substanzen dürfte sowohl der Kreativität, als auch der Verbindung zu Morrison auf die Sprünge geholfen haben.



Nach Morrisons viel zu frühem Tod nehmen die Doors noch zwei weitere Alben auf, Manzarek teilt sich den Gesang mit Gitarrist Krieger. 1973 quittieren die verbleibenden Mitglieder ihren Dienst. Mitte der Siebziger folgen mit The Golden Scarab (1974) und The Whole Thing Started With Rock And Roll & Now It’s Out Of Control (1974) zwei Soloalben Manzareks, bevor er 1977 die Gruppe Nite City ins Leben ruft. Gemeinsam mit den erfahrenen Musikern Nigel Harrison (Blondie), Noah James, Jimmy Hunter und Paul Warren (Rod Stewart) entstehen zwei weitere Platten namens Nite City (1976) und Golden Days Diamond Nights (1978). Anschließend konzentriert sich der Keyboarder auf kleinere Projekte, arbeitet unter anderem mit Dichtern, aber auch mit Spaßvogel Weird Al Yankovich oder Dubstep-Titan Skrillex. Aber 2002 tourt er wieder mit seinem alten Weggefährten Robby Krieger und spielt Songs der Doors. Zusätzlich veröffentlicht er seine Autobiografie sowie zwei Romane.

Manzareks Projekt nach der Auflösung der Doors: Nite City

Anfang 2013 erkrankt Manzarek an einer seltenen Krebsart und verstirbt kurze Zeit später in einer Klinik in Rosenheim. Densmore, mit dem sich Manzarek nach langem Konflikt ausgesprochen hatte, sowie Krieger erinnern sich an die erfüllende kreative Zusammenarbeit, und aus der Musikwelt hagelt es wohlwollende Nachrufe. Das Whiskey-A-Go-Go und andere legendäre Clubs in Los Angeles dämpfen am Tag nach seinem Tod das Licht, weil die Doors dort früher regelmäßig auftraten.

Bis heute gilt Manzarek als einer der besten und einflussreichsten Keyboardspieler aller Zeiten. Scheinbar mühelos verschmolz er Basslinien und Soli aus unterschiedlichen Genres zu einem neuen Sound und verhalf den den Doors, gemeinsam mit Charismatiker und Poet Morrison, zu ihrem bahnbrechenden Erfolg. Das Ergebnis: eine Diskografie und eine Karriere, die sich wohl kaum nachahmen lassen. Happy Birthday, Ray! Du bleibst unvergessen.

Pic: Simone van den Boom/Wiki Commons


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