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Popkultur

Zeitsprung: Am 2.1.1983 erscheint Michael Jacksons „Billie Jean“ als Single.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 2.1.1983.

von Christof Leim

Mit Billie Jean schrieb Michael Jackson einen Song für die Ewigkeit. Heute vor 36 Jahren wurde die Nummer als zweite Single des Megaalbums Thriller veröffentlicht. Lest hier die Geschichte des Songs – und die Antwort auf die Frage, wer „Billie Jean“ eigentlich ist.


Hier könnt ihr in das unsterbliche Thriller reinhören:

Klickt auf „Listen“ für das ganze Alben.


Schon als er das Lied komponiert, spürt Michael Jackson, dass es erfolgreich sein wird: „Ein Musiker erkennt Hitmaterial“, erklärt er in seiner Autobiografie Moonwalk von 1988. Seine Begeisterung geht sogar soweit, dass er während der Produktionszeit nicht mal merkt, als sein Fahrzeug Feuer fängt: „Ich bin völlig in dem Song aufgegangen. Einmal saß ich während einer Aufnahmepause im Auto und hatte Billy Jean im Kopf. Auf einmal hält ein Typ auf einem Motorrad neben uns und erklärt, dass das Auto brennt. Da haben wir erst entdeckt, dass der ganze Unterboden des Rolls Royce in Flammen stand.“

Sein Instinkt trügt Jackson nicht: Billie Jean wird zu einer der meistverkauften Singles des Jahres 1983 und verhilft Thriller auf den Thron des (zumindest für mehrere Jahrzehnte) erfolgreichsten Albums aller Zeiten. Sieben Wochen hält sich das Stück auf Platz 1 der Billboard-Charts, hierzulande steigt es bis auf Rang 21. Mehr noch: Jackson gewinnt sogar zwei Grammys und einen American Music Award für die Nummer.



Die Komposition hat es in sich: Hochgradig eingängig verbindet sie Disco, Funk, R&B und Pop. Doch nicht nur die Musik fesselt, sondern auch der Text. Hier wehrt sich ein Erzähler gegen den Vorwurf, der Liebhaber und Vater des Kindes einer Frau namens „Billie Jean“ zu sein. Inspiration für diese Figur fand Jackson schon in jungen Jahren bei den Konzerten mit den Jackson 5. Michael ist da noch ziemlich klein, doch seine Brüder werden schon zum Zielobjekt unzähliger Groupies. In Moonwalk schreibt er: „Es gab niemals eine echte Billie Jean. Die Frau in dem Song ist eine Zusammensetzung verschiedener Menschen, mit denen meine Brüder über die Jahre geplagt wurden. Ich konnte nie verstehen, wie diese Mädchen behaupten konnten, jemandes Kind auszutragen, obwohl es nicht stimmt.“

Es gibt allerdings Berichte etwa in der Biografie von Randy Taraborrelli über eine reale Person hinter der „Billie Jean“ aus dem Lied: Ein durchgedrehter Fan soll behauptet haben, einer (!) ihrer Zwillinge sei der Sohn des Sängers. Die ständigen Briefe der Dame sollen Jackson massiv beunruhigt haben und erklären den leicht paranoiden Unterton des Songtextes. Taraborrelli schreibt sogar davon, dass Jackson ein Paket erhielt mit einem Foto der Frau, einer Pistole und der Aufforderung, sich zu einer bestimmten Zeit das Leben zu nehmen. Die Frau würde es ihm dann gleich tun und das angeblich gemeinsame Baby ebenfalls töten, so dass sie im nächsten Leben zusammen sein können. Wenn das stimmt: Krasses Zeug.

Auf das Grundthema des Stückes, die Ablehnung einer Vaterschaft, gibt es sogar 1983 einen „Antwortsong“ von Lydia Murdock namens Superstar, der die Geschichte aus Sicht von Billie Jean erzählt.



Anfangs wehrt sich Produzent Quincy Jones gegen das Lied, weil er es schlicht nicht gut genug findet und die Basslinie nicht mag. Doch Jackson bleibt hartnäckig, und Jones lenkt ein: „Wenn Michael Jackson sagt, dass die Musik ihn tanzen lässt, dann sollten wir anderen einfach den Mund halten.“ Der Produzent möchte allerdings den Titel in Not My Lover ändern, weil er Verwechslungen mit der Tennisspielerin Billie Jean King befürchtet, doch auch hier setzt sich der Sänger durch. Seine Gesangsaufnahme nagelt er übrigens in einem Take. Boom.

Bruce Swedien, der den Mix übernimmt, braucht da schon länger: 91 Mal mischt er das Lied ab, bis alle zufrieden sind. Vor allem Quincy Jones wünscht sich einen Drumsound mit „Persönlichkeit“, wie ihn noch niemand vorher gehört hat. Und es funktioniert: Wer in Sachen Popmusik nicht jahrzehntelang unter einem Stein gelebt hat, erkennt die Nummer schon nach den ersten Schlagzeugtakten.

Eine gute Zusammenfassung aller Qualitäten der Single liefert der Plattenmogul Antonio “LA” Reid 2004 gegenüber dem Rolling Stone: „Billie Jean ist seine wichtigste Aufnahme, nicht nur wegen des kommerzielles Erfolges, sondern wegen der musikalischen Tiefe. Das Ding hat mehr Hooks als alles, was ich jemals gehört habe. Alles an diesem Song ist catchy, und jedes Instrument spielt einen anderen griffigen Part. Man könnte zwölf verschiedene Stücke daraus machen, und alle zwölf wären Hits. Nach solchen Liedern suche ich jeden Tag.“



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