Zeitsprung: Am 20.2.1959 spielt Jimi Hendrix seinen ersten Gig – und fliegt raus.

February 19, 2019
in Category: Popkultur



Zeitsprung: Am 20.2.1959 spielt Jimi Hendrix seinen ersten Gig – und fliegt raus.

Zeitsprung: Am 20.2.1959 spielt Jimi Hendrix seinen ersten Gig – und fliegt raus.

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 20.2.1959.

von Christof Leim

Schon bei seinem ersten Konzert im Februar 1959 fällt Jimi Hendrix auf: Der 16-Jährige wird wegen zu viel Bühnenaction des Saales verwiesen. Guter Junge.


Hört hier in die besten Hendrix-Songs rein:

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Ein Glück für uns alle, dass Jimi Hendrix sich von seinem ersten Auftritt nicht entmutigen ließ. Am 20. Februar 1959 nämlich spielt er im Alter von 16 mit einer Band aus älteren Jungs im Keller der Temple De Hirsch Sinai-Synagoge in Seattle. Der Name dieser Truppe hat sich in den Untiefen der Rockgeschichte verloren, vielleicht gab es auch noch noch gar keinen, doch überliefert ist, dass Jimi (der damals noch James hieß) sich mit diesem Gig für eine dauerhafte Zusammenarbeit mit der Truppe empfehlen sollte und wollte. (Warum ein Vorspiel gleich vor Publikum stattfindet, wissen wir auch nicht. Man darf allerdings annehmen, dass vor allem Standards auf dem Programm standen, die es lediglich unfallfrei zu repetieren galt. Vielleicht hatte die jungen Musiker auch schon zusammen geprobt, sind aber noch nicht zusammen aufgetreten.)



Auf der Bühne zeigt sich nun der wahre Charakter unseres Helden: In der Hendrix-Biografie Room Full Of Mirrors von Charles R. Cross steht zu lesen, dass Jimi schon im ersten von zwei Sets „sein Ding durchzieht“, wie es seine damalige Freundin Carmen Goudy formuliert. Er lässt sich auf die Knie fallen, streckt seine Zunge raus und rudert mit den Armen. Als schließlich die Musiker einzeln vorgestellt werden und alle Augen auf ihm ruhen, dreht er noch ein bisschen mehr auf. Das scheint ein bisschen zu viel für die Kollegen zu sein: In der zweiten Hälfte darf der zukünftige Rockgott schon nicht mehr mitspielen. Die namenlose Kapelle tritt einfach ohne ihn auf – Jimi Hendrix ist bei seinem ersten professionellen Konzert gefeuert worden.

Es sollte nicht das letzte Mal bleiben: Auch während späterer Engagements bei Little Richard und Ike Turner gibt es Streit wegen Jimis Showeinlagen. So soll Turner später gesagt haben: „Er war ein wirklich guter Gitarrist, aber er stand auf solche Mätzchen.“ Als Hendrix dann als Solokünstler durchstartet, klappt der Rockwelt allerdings genau wegen jenes extrovertierten Stils kollektiv die Kinnlade runter.



Wie wir alle wissen, kann Jimi trotz des demoralisierenden Starts durchaus noch von sich reden machen, zum Beispiel mit seiner ersten Hitsingle Purple Hazebrennenden Gitarren, dem bahnbrechenden Album Electric Ladyland oder seinem eine Ära definierenden Auftritt in Woodstock. Aber das sind mal wieder andere Geschichten…


Titelfoto: Reprise Records/Promo

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