Zeitsprung: Am 22.12.1978 heuert Faces-Schlagzeuger Kenney Jones bei The Who an.

December 18, 2018
in Category: Popkultur



Zeitsprung: Am 22.12.1978 heuert Faces-Schlagzeuger Kenney Jones bei The Who an.

Zeitsprung: Am 22.12.1978 heuert Faces-Schlagzeuger Kenney Jones bei The Who an.

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 22.12.1978.

von Christof Leim und Timon Menge

Als Keith Moon am 7. September 1978 im Alter von 32 Jahren an einer Drogenüberdosis stirbt, stehen The Who vor einem großen Problem: Die Band möchte weitermachen, doch wie ersetzt man einen Schlagzeuger, der unersetzlich ist? Den Zuschlag erhält The Faces-Trommler Kenney Jones.


Hört hier in Face Dances rein, das erste The Who-Album mit Kenney Jones:

Klickt auf „Listen“ für die vollständige Platte.

Auf die Idee, Jones zu rekrutieren, kommt Bassist John Entwistle. Gitarrist Pete Townshend findet den Plan super, schließlich entspringen die Small Faces und The Who denselben Mod-Wurzeln. Außerdem ist Jones kein Unbekannter: Bereits für den Tommy-Soundtrack trommelte er diverse Songs ein, unter anderem im Zusammenspiel mit Eric Clapton und Ron Wood. Am 22. Dezember heuert er offiziell an. Dabei handelt es sich zunächst um ein loses Engagement, und The Who geben bekannt, dass sie gar keinen festen Schlagzeuger suchen.



Jones betrachtet den Job mit der größtmöglichen Demut, wie er in einem späteren Interview einräumt. „Ich hätte alles gegeben, um The Who nicht beitreten zu müssen“, gibt er zu Protokoll, „weil ich alles gegeben hätte, damit Moonie weiterlebt. Es gibt nur einen Who-Drummer, und zwar Keith Moon. So wird es immer sein.“ Sänger Roger Daltrey sieht das ein wenig anders: „The Who sind wieder vollzählig“, stellt er klar. „Kenney ist jetzt ein Viertel der Band, und wenn auch nur ein Journalist behauptet, wir wären ohne Keith nicht mehr dieselben, breche ich ihm höchstpersönlich die Beine.“



Die erste Show in neuer Konstellation spielt die Band am 2. Mai 1979 im Rainbow Theatre in London. Die Halle fasst ungefähr 3.000 Zuschauer, also deutlich weniger, als die Briten gewohnt sind. Dabei handelt es sich allerdings um eine gezielte Wahl, wie Frontmann Daltrey betont. Man habe sich bewusst für ein kleines Publikum in London entschieden, weil so alles angefangen habe. Die Tickets sind innerhalb einer Stunde ausverkauft.

Die beiden The Who-Studioalben, auf denen Kenney Jones getrommelt hat: „Face Dances“ (1981) und „It’s Hard“ (1982)

Im Studio spielt Jones zunächst einige Stücke für den Quadrophenia-Soundtrack ein. Face Dances, das erste reguläre Studioalbum mit ihm am Schlagzeug, erscheint im März 1981; It’s Hard folgt im Jahr darauf. 1988 verlässt er die Gruppe wieder. Zu oft gerät er mit Frontmann Daltrey aneinander, der findet, dass Jones’ Stil nicht zu The Who passe. Tatsächlich unterscheidet sich Jones’ Herangehensweise deutlich von Moons Spiel: Wo letzterer ungehemmt auf sein Drumkit eindonnert, versteht sich Jones eher als Taktgeber. Seinen Ausstieg verkündet er nach einer Preisverleihung der British Phonographic Industry, bei der The Who einen „Lifetime Achievement Award“ verliehen bekommen.



Am 14. Juni 2014 kommt es im Rahmen einer Benefizshow zu einer einmaligen Reunion. Jones veranstaltet an jenem Tag ein Konzert für die Organisation Prostate Cancer UK, die sich gegen die Krankheit engagiert, unter der er selbst leidet. Es handelt sich um seinen ersten gemeinsamen Auftritt mit Daltrey seit 1988.


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