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Popkultur

Zeitsprung: Am 23.12.1972 wird das Equipment von Grand Funk Railroad gepfändet.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 23.12.1972.

von Christof Leim und Timon Menge

Immer wieder überwerfen sich Rockbands mit ihren Managern. So auch Grand Funk Railroad, die zu Beginn der Siebziger das Gefühl beschleicht, einen schlechten Deal mit Produzent Terry Knight unterschrieben zu haben. Die Gruppe feuert ihn, Knight klagt — und lässt deren Equipment von der Bühne pfänden.


Hört hier in die besten Songs von Grand Funk Railroad rein:

Klickt auf „Listen“ für die vollständigen Stücke.

Die Beziehung zwischen Grand Funk Railroad und Terry Knight hat Geschichte. Bevor die Gruppe ihn als Manager anheuert, begleitet sie den US-Amerikaner unter dem Namen The Pack als Begleitband. Knight versucht nämlich, seine Gesangskarriere in Gang zu bringen. Als das nicht funktioniert, zieht er sich hinter die Kulissen zurück und lenkt die Geschicke von Grand Funk Railroad. Knight verschafft der Gruppe einen Plattenvertrag mit Capitol Records, leiert große Konzerte an und sorgt dafür, dass die Band sich innerhalb kürzester Zeit in den Mainstream spielen kann.



Doch eine Sache übersehen die Musiker: Den Plattenvertrag unterschreiben sie nicht direkt mit Capitol, sondern mit Knight als Mittelsmann, der damit die volle Kontrolle erhält. Zunächst entstehen dadurch keine Probleme. Wie auch: Bei den Akteuren kommt kein Geld an, um das man sich hätte streiten können. Als sich dieser Umstand auch nach dem Durchbruch nicht ändert, werden sie misstrauisch. „Wir wussten, dass wir eine Menge verdient hatten“, gibt Sänger und Gitarrist Mark Farner in einer Episode von Behind The Music zu Protokoll. „Unser Kontostand sagte allerdings etwas ganz anderes.“ Farner und Schlagzeuger Don Brewer sprechen Knight auf die ausbleibende Vergütung an und finden heraus, dass der Großteil ihrer Einnahmen in einen Fonds geschleust wird. Darüber hinaus zwackt sich auch Knight einen größeren Anteil ab als für einen Manager üblich.

Eine der großen Rockbands der Siebziger: Grand Funk Railroad

Im Frühling 1972 reicht es: Die Musiker feuern Knight. Der antwortet mit einer Klage und möchte stolze 57 Millionen US-Dollar sehen, ein Betrag, von dem Grand Funk Railroad noch nicht einmal zu träumen wagen. Am 23. Dezember 1972 spielt die Band ein Konzert im Madison Square Garden in New York City. Knight taucht auch auf — mit einem Vollstreckungsbescheid, der ihm erlaubt, das gesamte Equipment der Musiker zu pfänden. Dank der hiesigen Polizei darf immerhin die Show zu Ende gespielt werden, doch direkt im Anschluss verstauen Knight und seine Helfer sämtliche Instrumente der Band in einem großen LKW und verduften. „Sie schuldeten mir eine Menge Geld, und ihr Equipment war eine Menge Geld wert“, beharrt Knight. „Außerdem wollte ich ihnen eine Lektion erteilen.“




Der Fall landet nicht vor Gericht, Knight und die Band einigen sich, allerdings zum großen Nachteil der Musiker. Sie dürfen zwar den Bandnamen behalten, verlieren aber sonst so ziemlich alles – einschließlich der Rechte an ihren bisherigen Songs. „Sie hatten den Vertrag gebrochen, da gibt es kein Vertun“, beharrt Knight auf sein Recht. Besonders tragisch: Drei Monate später wäre der Deal ohnehin ausgelaufen…


Credit Header-Bild: Capitol/Promo

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