Zeitsprung: Am 4.6.1997 treibt der Leichnam von Jeff Buckley im Mississippi.

June 1, 2018
in Category: Popkultur



Zeitsprung: Am 4.6.1997 treibt der Leichnam von Jeff Buckley im Mississippi.

Zeitsprung: Am 4.6.1997 treibt der Leichnam von Jeff Buckley im Mississippi.

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 4.6.1997.

von Christof Leim

Freunde, Familie und Fans von Jeff Buckley sind 1997 in großer Sorge: Am 29. Mai verschwindet der Sänger bei einem Bad im Fluss. Sechs Tage später herrscht traurige Gewissheit… Das tragische Ende eines großen Talentes.


Hört hier in Grace von Jeff Buckley rein:

Klickt auf „Listen“ für das ganze Album.

Schon mit zwölf Jahren wollte Jeff Buckley Musiker werden. Das liegt vermutlich in der Familie, denn Jeffs leiblicher Vater Tim Buckley hat als Folk- und Jazzmusiker Karriere gemacht. Der am 17. November 1966 geborene Junge wächst als Scott Moorhead bei seinem Stiefvater und seiner Mutter auf, einer klassischen Pianistin und Cellistin. Sein erstes Album ist Physical Graffiti von Led Zeppelin, und wie viele Kids in den USA der Siebziger steht er auf die Schminkemonster Kiss. Nach der Highschool geht er nach Los Angeles, nennt sich Jeff Scott Buckley und hat mit 19 einen Abschluss des Musician’s Institute in der Tasche. Er arbeitet Sessiongitarrist und versucht sich in unzähligen Bands.



1994 erscheint sein erstes und einziges Album Grace. Drei Jahre tourt er intensiv mit eigener Band und macht sich zusehends einen Namen. Er siedelt nach Memphis über und will dort das zweite Album My Sweetheart The Drunk fertigstellen.



Am 29. Mai 1997 reist seine Band dazu aus New York an. Abends geht Jeff Buckley in einem Seitenkanal des Mississippi namens Wolf River Harbor schwimmen, wie er es schon oft getan hat. Er trägt noch seine Kleidung samt der Stiefel und singt den Chorus des Led Zeppelin-Klassikers Whole Lotta Love, als er ins Wasser steigt. Ein Roadie seiner Band namens Keith Foti bleibt am Ufer. Dort räumt er ein Radio und eine Gitarre aus dem Weg, damit die Bugwelle eines Schiffes sie nicht nass macht. Als er wieder aufschaut, ist Buckley verschwunden…

Wolf River Harbor, ein Seitenkanal des Mississippi. Im Hintergrund: Memphis, Tennessee. Credit: U.S. Army Corps of Engineers

Noch in der Nacht startet die Polizei eine Suchaktion mit Tauchern, doch der Sänger wird nicht gefunden. Erst am 4. Juni, sechs Tage später, finden zwei Anwohner seinen Körper im Wasser des Wolf River in der Nähe eines Bootes. Eine Untersuchung findet keinerlei Spuren von Alkohol oder Drogen in seinem Blutkreislauf. Die Familie veröffentlicht folgende Erklärung: „Der Tod von Jeff Buckley ist nicht geheimnisvoll oder hat mit Alkohol, Drogen oder Suizid zu tun. Es gibt einen Polizeibericht, einen Obduktionsbericht und einen Augenzeugen, die belegen, dass er ertrunken ist. Vor diesem Unfall ging es ihm gut.“ Jeff Buckley wurde nur 30 Jahre alt.

Das unvollendete zweite Album von Jeff Buckley

Seine Musik lebt jedoch weiter: Viele Kollegen zollen Buckley in ihren Werken Tribut, etwa Chris Cornell im Song Wave Goodbye. Das Album Grace hat sich mittlerweile mehrere Millionen Mal verkauft, nicht zuletzt dank eines späten Erfolges für das Stück Hallelujah, das im Original von Leonard Cohen stammt. Die zweite Platte My Sweetheart The Drunk konnte Buckley nicht fertigstellen, sie wurde jedoch in unvollendeter Form veröffentlicht, ebenso Liveaufnahmen und Tracks aus den Grace-Sessions.



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