Zeitsprung: Am 9.3.1990 treten Mother Love Bone zum letzten Mal auf. Eine Grunge-Geschichte.

March 8, 2018
in Category: Popkultur



Zeitsprung: Am 9.3.1990 treten Mother Love Bone zum letzten Mal auf. Eine Grunge-Geschichte.

Zeitsprung: Am 9.3.1990 treten Mother Love Bone zum letzten Mal auf. Eine Grunge-Geschichte.

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 9.3.1990.

von Christof Leim

9. März 1990 in Seattle: Eine der heißesten Bands der Stadt spielt eine Show im Club The Central. In ein paar Wochen soll das Debüt Apple erscheinen, viele sagen dem Quintett eine aufregende Zukunft voraus. Doch dazu kommt es nicht. Die Folgen prägen die Musikgeschichte Seattles und das, was wir Grunge nennen.


Hört euch Apple hier an und lest weiter:


Als es in Seattle während der zweiten Hälfte der Achtziger zu brodeln beginnt, sind Mother Love Bone ganz vorne dabei. Das liegt nicht zuletzt an Andrew Wood, dem charismatischen Frontmann, Songwriter und bunt gekleideten Paradiesvogel am Mikro der 1987 gegründeten Truppe. Als erste Band der neuen aufstrebenden Musikszene der Stadt können sie einen Majordeal an Land ziehen und im März 1989 ihr Debüt in Form der EP Shine vorlegen. Eine gewisse Aufregung um die Truppe entsteht, insbesondere weil im folgenden Frühjahr das erste vollständige Album Apple auf den Markt kommen soll. Das hat die Band bereits in Kalifornien aufgenommen, als sie am 9. März nach einigen Wochen Konzertabstinenz in ihrer Heimatstadt auftritt.



Die Zeichen stehen also auf Sturm. Doch nur sechs Tage nach dem Heimspiel wird Andrew Wood von seiner Freundin im bewusstlosen Zustand aufgefunden. Der 24-Jährige hat sich eine Überdosis Heroin gespritzt. Er wird ins Krankenhaus eingeliefert, doch sein Gehirn funktioniert nicht mehr. Andrew Wood stirbt am 19. März, zehn Tage nach dem letzten Konzert.



Der Schock sitzt tief in der Szene: Woods Mitbewohner Chris Cornell (ja, der von Soundgarden) schreibt ein Album zur Trauerbewältigung, auf dem viele Seattle-Musiker mitspielen. Das Album heißt Temple Of The Dog und wird zum Kultobjekt der Grunge-Szene. Auch Alice In Chains gedenken dem gestorbenen Freund mit dem Song Would? auf ihrer zweiten Platte Dirt ein Jahr später. Zwei von Woods Mitmusikern bei Mother Love Bone lassen sich nicht unterkriegen und gründen eine neue Gruppe. Der eine heißt Jeff Ament, der andere Stone Gossard. Die neue Band: Pearl Jam.

Ein ganzes Album zum Andenken an Andrew Wood: Temple Of The Dog

Der Einfluss von Mother Love Bone und Andrew Wood auf die Grunge-Szene liegt also auf der Hand, sowohl in musikalischer als auch persönlicher Hinsicht. Manche Stimmen behaupten sogar, mit dem Tod Woods und der ernüchternden Erkenntnis, welche Rolle Heroin spielt, habe eine gewisse Düsternis Einzug gehalten.

Das Mother Love Bone-Debüt Apple erscheint am 19. Juli und knackt die Charts, aber die Band löst sich auf. Die Scheibe klingt heute immer noch großartig und nimmt viel vorweg, was Pearl Jam anfangs machen sollten: Klassischer Rock mit Siebziger-Basis und Achtziger-Glam, aber mit einem neuem Dreh und viel Dynamik. Man könnte sagen: Led Zeppelin für die Neunziger.

Das Erscheinen des Debütalbums erlebt Andrew Wood nicht mehr


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