Zeitsprung: Am 21.1.1966 heiratet George Harrison. Eric Clapton grätscht rein.

January 19, 2018
in Category: Popkultur



Zeitsprung: Am 21.1.1966 heiratet George Harrison. Eric Clapton grätscht rein.

Zeitsprung: Am 21.1.1966 heiratet George Harrison. Eric Clapton grätscht rein.

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 21.1.1966.

von Christof Leim

Zwei Rocker, eine Liebe: Heute vor 52 Jahren führte Beatles-Gitarrist George Harrison seine große Liebe Pattie Boyd zum Traualtar. Zum größten Hit wurde das Fotomodell allerdings für Harrisons engen Freund Eric Clapton. Eine Dreiecksbeziehung, wie es sie in der Rockgeschichte nicht noch einmal gab.


Hört euch hier berühmte Songs über Pattie Boyd an und lest weiter:


Wir schreiben das Jahr 1964: Patricia Anne Boyd ist ein gefragtes Model und arbeitet mit den größten Fotografen zusammen, als ihre Agentin ihr erzählt, dass sie eine Rolle im Beatles-Film A Hard Day’s Night bekommen hat. Am Set lernt sie George Harrison kennen, der sich in der Pause neben sie setzt. „Er war der schönste Mann, den ich bis dahin gesehen hatte“, erinnert sich Boyd später. Auch Harrison scheint ähnlich angetan von der hübschen Blondine. Einer seiner ersten Sätze zu ihr lautet: „Willst du mich heiraten?“ Pattie sagt zwar erst zwei Jahre später wirklich „Ja“, aber schon kurz nach dem Dreh beginnt sie eine Liaison mit dem Gitarristen. „Ich war so verliebt. Ich dachte, wir würden für immer zusammen bleiben.“ Ein Foto von der Hochzeit ist hier zu sehen.



Pattie Boyd und George Harrison Ende der Sechziger.

Das Paar hat die Rechnung allerdings ohne Georges alten Freund und Kollegen Eric Clapton gemacht. Die beiden Stars Anfang Zwanzig hatten schon einige Male zusammen gespielt. So ist zum Beispiel auf dem von Harrison geschriebenen Beatles-Klassiker While My Guitar Gently Weeps Claptons Gitarre zu hören. Oft besucht der Gitarrist die Harrisons – und verliebt sich mit Schwung in die junge Frau. „Mir war klar, dass ich ihm gefiel“, gesteht Boyd. „Die Aufmerksamkeit habe ich genossen.“ Weil sie aber verheiratet ist und – zumindest zu diesem Zeitpunkt – nicht beabsichtigt, ihren Mann zu verlassen, stellt sie Eric Clapton ihre 17-jährige Schwester Paula vor: Die ist ebenfalls ein Model und laut Pattie „ziemlich wild“. Prompt verdreht Paula Clapton den Kopf und zieht schon wenig später bei ihm ein.

Lange hält diese Beziehung jedoch nicht. Dem Musiker wird offenbar klar, dass Paula nur ein Ersatz für ihn darstellt. Er liebt immer noch Pattie und schickt ihr sogar Liebesbriefe nach Hause. Die wiederum soll unglücklich in ihrer Beziehung mit George sein, weil der sich zum einen komplett in der Welt der Meditation verloren hat und oft unter depressiven Phasen leidet. Zum anderen soll er sie betrügen, ironischerweise unter anderem mit einer Ex-Freundin von – natürlich – Eric Clapton. Irgendwann kommt es, wie es kommen muss: Clapton bittet Pattie Boyd, ihn in einer Wohnung in South Kensington zu treffen, um ihr ein neues Lied zu zeigen.


George Harrison (links) und Eric Clapton, zwei der wichtigsten Gitarristen der Rock- und Popgeschichte – und verliebt in die gleiche Frau


„Er hat den Kassettenrekorder angemacht, die Lautstärke aufgedreht und mir den tollsten, bewegendsten Song vorgespielt, den ich je gehört hatte: Layla“, erzählt Boyd. „Das Stück handelt von einem Mann, der sich unsterblich in eine Frau verliebt, die ihn ebenso liebt, allerdings nicht frei ist. Zwei oder drei Mal hat er den Song laufen lassen und mich mich dabei eindringlich beobachtet. Er wollte meine Reaktion sehen. Ich habe die ganze Zeit nur daran gedacht, dass alle Welt verstehen wird, dass es um mich geht.“ Widerstehen kann sie dem Gitarrenhelden allerdings auch nicht mehr: Am gleichen Abend treffen sich beide auf der Party eines gemeinsamen Freundes. George Harrison will nicht mitkommen und bleibt lieber zuhause. Als er dann am frühen Morgen doch noch auftaucht, weil er seine Frau sucht, findet er sie mit seinem Kumpel im Garten. „Was ist hier los?“, soll er beide gefragt haben. Laut Patties Autobiografie erklärt Clapton daraufhin: „Alter, ich muss es dir gestehen. Ich bin in deine Frau verliebt.“ Kein Wunder, dass Harrison ausflippt und Pattie vor die Wahl stellt: Er oder ich!

Lange hält die Ehe nicht mehr: 1973 beginnt Boyd eine Affäre mit dem Faces-Gitarristen Ronnie Wood, auch George Harrison geht außerehelichen Verlustigungen nach, angeblich sogar mit der Frau seines Beatles-Kollegen Ringo Starr. (Wilde Zeiten, die Sechziger und Siebziger.) 1974 trennen sich Boyd und Harrison, 1977 folgt die Scheidung, 1979 die Hochzeit mit Clapton. Diese Beziehung hält bis 1987. Zwischenzeitlich schreibt der Gitarrist unter anderem das herzergreifend romantische Wonderful Tonight für und über seine Frau.



Boyd heiratet noch ein drittes Mal: Mit 71 Jahren sagt sie 2015 „Ja“ zu ihrer Langzeitliebe, dem neun Jahre jüngeren Rod Weston.

Bis heute gilt Pattie Boyd als eine der außergewöhnlichsten Musen im Rock’n’Roll, hat sie doch ihre Ex-Männer zu einer ganzen Reihe an großen und großartigen Songs inspiriert, darunter neben Layla und Wonderful Tonight noch Something und Old Love.

Übrigens: George Harrison soll den beiden vergeben haben. 1976, zwei Jahre nach der Trennung, schrieb er an Boyd einen kurzen Brief. Zitat: „E+P God Bless Us All, love from G.“



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