Zeitsprung: Am 3.4.2007 erzählt Keith Richards, er habe seinen Vater geschnupft.

April 2, 2019
in Category: Popkultur



Zeitsprung: Am 3.4.2007 erzählt Keith Richards, er habe seinen Vater geschnupft.

Zeitsprung: Am 3.4.2007 erzählt Keith Richards, er habe seinen Vater geschnupft.

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 3.4.2007.

von Christof Leim und Andrea Hömke

Rolling-Stones-Gitarrenheld Keith Richards hat nach eigenen Angaben jede Droge probiert, die jemals erfunden oder entdeckt wurde. Einmal zieht er sich allerdings eine so besondere Substanz durch die Nase, dass er mit dieser Erfahrung sicher allein auf der Welt ist – sollte die Geschichte denn stimmen…


Höre hier die frühen Klassiker der Stones:


In einem Interview mit dem New Musical Express erklärt Richards am 3. April 2007: „Das Merkwürdigste, was ich je durch die Nase zu ziehen versucht habe? Meinen Vater. Ich habe meinen Vater gesnifft. Er war eingeäschert worden, und ich konnte nicht widerstehen, ihn mit ein bisschen Koks zu zermahlen.“ Skrupel hatte er dabei nicht: „Meinem Dad wäre das scheißegal gewesen. Es ging ganz gut runter, und ich bin immer noch am Leben.“

Wie wir alle wissen, bringt Keith Richards so schnell ja auch nichts um. Allerdings hat sein Pressechef offenbar Sorge, dass diese Geschichte über die besonderen Bande des Musikers zu Vater Bert nicht gut ankommen könnte. Deshalb wird nur einen Tag später, am 4. April, umgehend dementiert: „Das war nicht ernst gemeint“, sagt Stones-Sprecher Bernhard Doherty. „Er hat das nur so hingeworfen.“ Und auch Richards selbst lässt kurz darauf verlauten, er habe nur „versucht zu sagen, wie nahe Bert und ich uns standen.“

Das Magazin aber bleibt bei seiner Darstellung. NME-Redakteur Mark Beaumont, der das Interview geführt hatte, erklärt weiterhin, der Musiker habe in keiner Weise erkennen lassen, dass seine Antwort als Scherz gemeint war. Keiths Vater Herbert „Bert“ Richards war im Jahr 2002 im Alter von 84 Jahren verstorben. „Zu der Zeit habe ich kein Kokain mehr konsumiert“, führt der Gitarrist an, quasi als Beweis. „Es sei denn, ich hätte mich umbringen wollen.“

Das klingt einleuchtend. Die Rockwelt geht deshalb davon aus, dass „Keef“ tatsächlich nur einen schlechten Scherz gemacht hat. Es fällt schwer zu glauben, dass jemand wirklich menschliche Asche durch die Nase zieht. Doch dann dementiert Keith Richards auch sein Dementi.

In einem Interview mit dem US-Sender CBS verkündet er im Oktober 2010: „Es stimmt. Ich habe meinen Vorfahren in mich aufgenommen. Es war allerdings ein Versehen.“ Er wollte die Asche seines Vaters unter einer Eiche vergraben, die er gerade pflanzte. „Aber als ich den Deckel der Urne abgenommen habe, ist feine Asche auf den Tisch gerieselt, so wie Puder. Und ehrlich gesagt konnte ich einfach nicht widerstehen. Ich habe ihn zusammengeschoben, einen Strohhalm genommen und dann: ‚Mach’s gut, Dad!‘ Ich habe eine kleine Linie von ihm geschnupft. Ja, das habe ich.“ Den Rest habe er rund um die Eiche verteilt, die nun ganz wunderbar wachse.



Hat er also doch? Oder ist auch dieses Interview wieder nur Quatsch? Klären lässt sich die Frage wohl nie so ganz. Man könnte jetzt sagen, dass nur Keith Richards selbst die Antwort kennt – aber sicher ist nicht einmal das.

Als Fakt gilt aber, dass Richards selbst nichts dagegen hätte, wenn seine Kindern ihn später einmal durch die Nase ziehen würden. Der britischen Zeitung „Mirror“ sagte er nämlich, er habe seinen vier Töchtern die Erlaubnis dazu gegeben. „Ich werde ihnen einen Strohhalm geben.“ Na dann: mach’s gut Dad!


Titelfoto: Ralph_Ph/Wiki Commons

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