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Deutscher Musikrat fordert befristetes Grundeinkommen für freiberufliche Kreative

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Foto: Freestocks.org/Pexels

Wir haben bereits darüber berichtet: Die Coronakrise stellt die Veranstaltungs- und Kreativbranche vor ungeahnte Herausforderungen. Um Freiberuflerinnen und Freiberufler zu entlasten, fordert der Deutsche Musikrat nun ein auf sechs Monate befristetes Grundeinkommen von 1.000 Euro pro Monat.

von Timon Menge

Ausgefallene Konzerte, eingestellte Dreharbeiten, abgesagte Veranstaltungen: Deutschlands Kreativbranche droht unter der Last der Coronakrise in die Knie zu gehen. Um das Schlimmste abzuwenden, hat der Deutsche Musikrat nun ein Statement veröffentlicht, und fordert darin ein befristetes Grundeinkommen für Freiberuflerinnen und Freiberufler der Kreativbranche.

„Die Auswirkungen der Coronakrise sind dramatisch für das gesamte Musikleben.“

„Der Deutsche Musikrat begrüßt die Erklärung der Kulturstaatsministerin, Prof. Monika Grütters vom 13. März 2020, die Kultur- und Kreativwirtschaft angesichts der Coronakrise massiv zu unterstützen“, heißt es darin. Grütters hatte vor wenigen Tagen bekanntgegeben, dass sie Künstler*innen und Kultureinrichtungen nicht im Stich lassen werde.

„Die Auswirkungen der Coronakrise sind dramatisch für das gesamte Musikleben“, heißt es in der Meldung des Deutschen Musikrats weiter. „Dazu gehören neben den vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen der Musikwirtschaft im Produktions- und Veranstaltungsbereich vor allem die freiberuflichen Musikerinnen und Musiker, die in den folgenden Bereichen tätig sind: in der Amateurmusikszene, den freien Ensembles, im Ausbildungs-, Fort- und Weiterbildungsbereich mit den Musikhochschulen, Universitäten und Landesmusikakademien, im musikpädagogischen Bereich von den allgemeinbildenden Schulen, den Musikschulen bis zum Soloselbstständigen und den Komponistinnen und Komponisten ebenso wie die freiberuflich Tätigen in den Chören, Orchestern und Musiktheatern, dem Musikjournalismus und dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk.“

„Entscheidend ist, dass jetzt rasch und ohne bürokratischen Aufwand geholfen werden kann.“

Deshalb fordert Prof. Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrats, „ein auf sechs Monate befristetes Grundeinkommen in der Höhe von 1.000 Euro für alle freiberuflichen Kreativschaffenden.“ Weiter erklärt er: „Die Einkommen der freiberuflichen Musikerinnen und Musiker, sei es im Veranstaltungsbereich wie in den musikpädagogischen Berufsfeldern, brechen mit dem bundesweiten Shutdown sofort weg, während die Kosten weiterlaufen. Bei einem laut Künstlersozialkasse durchschnittlichen Bruttojahreseinkommen freiberuflicher Musikerinnen und Musiker von € 13.000  ist kein Spielraum für Rücklagen gegeben. Das hat auch die erste Zwischenauswertung der noch bis zum 31. März laufenden Umfrage des Deutschen Musikrates zu den Auswirkungen der Coronakrise auf den Musikbereich ergeben. Entscheidend ist, dass jetzt rasch und ohne bürokratischen Aufwand geholfen werden kann.“

Die Umfrage des Deutschen Musikrates findet ihr hier.

„Kultur ist nicht ein Luxus, den man sich in guten Zeiten gönnt“, schreibt Prof. Monika Grütters in ihrem Statement. „Sondern wir sehen jetzt, wie sehr sie uns fehlt, wenn wir für eine gewisse Zeit auf sie verzichten müssen.“ Ein befristetes Grundeinkommen würde dabei helfen, die Strukturen der Kreativbranche in den kommenden Monaten zu festigen.

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