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Helsinki is hell: Elvis Costello läutet mit einem neuen Song seine finnische Phase ein!

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Elvis Costello

Elvis is back! Also, der britische Elvis: Mit der neuen Single No Flag hat Elvis Costello eine grandiose Brandrede von seinen Aufnahmen in Finnland mitgebracht. Passender und beißender könnte diese Rückmeldung gar nicht sein.

von Björn Springorum

Die Insel Suomelinna liegt eine 20-minütige Fährfahrt von Helsinkis Hafen entfernt. Neben einem Knast und sehr viel finnischer Ruhe gibt es dort auch ein renommiertes Studio, das schon manchem*mancher finnischen Musiker*in als Exil diente, um in der Entschleunigung der raunenden Wälder Musik aufzunehmen. Jetzt hat sich auch Elvis Costello in diese Riege eingereiht. Am 16. Februar 2020, kurz bevor die Welt abgeschaltet wurde, reiste der 65-jährige Londoner allein in Finnlands vereiste Hauptstadt und verschanzte sich drei Tage im Suomenlinnan Studio, um einen Song aufzunehmen.

„Ich wollte irgendwohin gehen, wo mich niemand kennt“, begründet Costello die Wahl des Aufnahmeortes. Außerdem wollte er eigenen Aussagen zufolge dem Helsinki Sound nachspüren. Entstanden ist dabei No Flag, ein Stück, das am heutigen Freitag erscheint und keine zwei Jahre nach seinem letzten Album Look Now eine neue Ära einläutet. Verschleppte Beats, schrammelige Gitarren, nervöse Orgen, trippige Loops und Costellos nonchalante, monotone Stimme bilden die Leinwand, auf der der unverbesserliche Sturkopf zynisch mit sich selbst und der Welt ins Gericht geht. Politischer war er jedenfalls lange nicht. Und näher an einem knurrigen Tom Waits auch nicht.

Verschroben ins Krisenjahr

Eine Gänsehaut ist unausweichlich, wenn man im Licht der Ereignisse in den Vereinigten Staaten einen sichtlich angespannten, bewegten Elvis Costello den Refrain singen hört:

No time for this kind of love
No flag waving high above
No sign for the dark place that I live
No God for the damn that I don’t give

Komplett von ihm allein eingespielt, mit Eetu Seppälä und Tim Mikkkola in Helsinkis endlosem Winter aufgenommen und von Sebastian Krys in Los Angeles gemischt, geht Costello verschroben, aber stark wie immer ins Krisenjahr 2020. Und die zweitbeste Nachricht folgt sogleich: Für den 10. Juli 2020 hat er gleich den nächsten neuen Song angekündigt.

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