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„Pop Around The Clock“: Konzert-Marathon an Silvester auf 3sat!

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The Rolling Stones live

Große Partys sind untersagt und Böllern ist eh doof. Bleiben wir an Silvester doch einfach alle zuhause, schalten 3sat ein und genießen 24 Stunden legendäre Live-Konzerte am laufenden Band.

 von Björn Springorum

1978 singt eine junge Nina Hagen Ich glotz TV. Ob sie etwa Hellseherin war und unser Silvesterfest 2021 vorhergesehen hat? Auch der zweite Corona-Jahreswechsel wird nämlich überwiegend ruhig stattfinden, ohne Feuerwerk, nervig große Partys, unnütze gute Vorsätze und tonnenweise Müll. Dafür können wir es uns so richtig vor der Glotze gemütlich machen und beim jährlichen Pop Around The Clock-Spektakel von 3sat Live-Konzerte nonstop genießen – von den frühen Morgenstunden des 31. Dezembers 2021 bis zum Neujahrsmorgen.

Joe Bonamassa zum Frühstück

Los geht’s um 5:45 Uhr am Silvestermorgen mit einem intimen Auftritt von Laura Marling in der leeren Union Chapel im Norden Londons. Zur Frühstück serviert uns dann Blues-Könner Joe Bonamassa ein Konzert aus Nashvilles legendären Ryman Auditorium: Now Serving: Royal Tea – Live From The Ryman wurde vergangenes Jahr aufgenommen und zeigt Bonamassa in superber Form. Gegen halb neun gibt es Eric Claptons brandneues Lockdown-Konzert The Lady In The Balcony, das er erst dieses Jahr in Cowdray House im englischen West Sussex aufgenommen hat. Klares Highlight: seine Version von Peter Greens Black Magic Woman.

Mit den Stones in Miami

Zwischen 9:45 und 13 Uhr geht es Schlag auf Schlag weiter: Erst nehmen die Stones uns mit zurück in die Zeiten von Voodoo Lounge live aus Miami, danach mischen wir uns unter die 70.000 Fans bei einem Tina-Turner-Auftritt in Barcelona aus dem Jahr 1990. Vor der Mittagspause gibt es noch einen umwerfenden London-Gig von Joan Armatrading vom vergangenen Mai.

Der Boss und P!nk

Von 13 bis 18 Uhr sollte man ebenfalls nur sehr wenig verpassen. Bruce Springsteen, Billy Joel (1990 aus dem Yankee Stadium!), Simply Red und die Pet Shop Boys geben sich die Klinke in die Hand. Statt Bleigießen und Knallbonbons läuten wir ab 18 Uhr lieber mit Kylie Minogue den Abend ein, gefolgt von Christina Aguilera und P!nk, die wir zu ihren zehn aufeinanderfolgenden Konzerten in Melbourne begleiten.

Ins neue Jahr mit Coldplay

Den Countdown ins neue Jahr läuten dann die Stones ein: Um 21:30 Uhr gibt es ihr legendäres 2016er Konzert vor 450.000 Fans in Havanna. Ins neue Jahr geht es dann an der Seite von Coldplay,  danach können wir in Anton Corbijns Bildern von einem Depeche-Mode-Konzert 2001 in Paris schwelgen. Expliziter und grenzgängerischer Abschluss: die heftige, skandalöse, bildgewaltige Lindemann-Show aus Moskau. Da braucht man nun wirklich kein Feuerwerk mehr!

Seht hier alle vorläufigen Programmpunkte von Pop Around The Clock in der Übersicht:

Fr 31.12.

  • 07:30–08:30 Joe Bonamassa: Now Serving Royal Tea Live From the Ryman
  • 08:30–09:45 Eric Clapton: The Lady in the Balcony
  • 09:45–11:00 The Rolling Stones: Vodoo Lounge
  • 11:00–12:15 Tina Turner: Foreign Affair – Live from Barcelona
  • 12:15–13:00 Joan Armatrading: Live at Asylum Chapel
  • 13:00–15:00 Bruce Springsteen & The E Street Band: Live in New York City
  • 15:00–16:00 Billy Joel: Live at Yankee Stadium
  • 16:00–17:00 Simply Red: Live at Old Trafford – Theatre of Dreams – Old Trafford Stadium, Manchester, Großbritannien, 1996
  • 17:00–18:00 Pet Shop Boys: Discovery – Live in Rio
  • 18:00–19:00 Kylie Minogue: Golden Tour Live
  • 19:00–20:00 Christina Aguilera: Back to Basics – Live and Down Under
  • 20:00–21:30 P!nk: the Truth About Love
  • 21:30–23:20 The Rolling Stones: Havana Moon
  • 23:20–00:35 Coldplay: Live in São Paulo

Sa 01.01.

  • 00:35–01:35 Depeche Mode: One Night in Paris
  • 01:35–03:00 LINDEMANN – Live In Moscow
  • 03:00–04:00 Isle of Wight Festival 2021
  • 04:00–05:10 Dua Lipa: Studio 2054

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Bruce Springsteen crasht Auftritt von den Killers!

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Foto: NBC/Getty Images

Am vergangenen Samstag legten die Killers im Madison Square Garden eine beeindruckende Show auf die legendären Bretter. Für die Zugabe ließ es sich sogar der Boss persönlich nicht nehmen, die Band bei gleich drei Songs zu begleiten.

von Björn Springorum

Es ist ja kein Geheimnis, dass die Killers riesige Fans von Bruce Springsteen sind und von ihm mehr beeinflusst wurden als von allen anderen. Es ist aber ebenso wenig ein Geheimnis, dass auch Bruce Springsteen einen Narren an der Nevada-Truppe gefressen hat. Längst sind der Boss und die Killers befreundet – und wie eng, das konnte man vergangenen Samstag mal wieder in New York City beobachten.

Der Boss taucht am Arbeitsplatz auf

Das Konzert der Killers im Rahmen ihrer Imploding The Mirage-Tour fand im ikonischen Madison Square Garden statt und war auch so ein gewohnt sehenswertes, emotionales Spektakel. Für die Zugabe ließ sich die Band um Frontmann Brandon Flowers dann aber was ganz Besonderes einfallen: Sie luden sich niemand Geringeren als Bruce Springsteen zu sich auf die Bühne ein, um das Finale der Show gemeinsam zu bestreiten!

Flowers kündigte den Ehrengast aus dem nahen New Jersey mit folgenden Worten an: „Jeder wird nervös, wenn der Boss plötzlich an seinem Arbeitsplatz auftaucht, richtig? Ich weiß nicht, ob es euch aufgefallen ist, aber meine Freunde und ich hier machen uns schon den ganzen Abend in die Hose, weil der Boss da ist. Ladys und Gentlemen, Bruce Springsteen.“

Dann kam Springsteen auch schon an der Seite von Jake Clemons aus der E Street Band auf die Bühne, stimmte mit den Killers Badlands, Born To Run und den Killers-Song A Dustland Fairytale an… und hatte sichtlich Spaß mit seinen musikalischen Ziehsöhnen.

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Prince-Familie verbietet Sinéad O´Connor Nutzung von „Nothing Compares 2 U“

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Mairo Cinquetti/NurPhoto via Getty Images

Mit ihrer Coverversion des Prince-Stücks Nothing Compares 2 U wurde Sinéad O’ Connor 1990 zum Weltstar. Nun untersagte ihr die Familie des 2016 verstorbenen Musikers die Nutzung des Songs für die O’Connor-Doku Nothing Compares.

 von Markus Brandstetter

Die Regisseurin der Doku, Kathryn Ferguson, erklärte gegenüber Billboard: „Ursprünglich hatten wir vor, den Song zu verwenden, aber wir erhielten eine Absage (was als Rechteinhaber ihr Vorrecht war). Am Ende waren wir mit diesem Teil des Films sehr zufrieden. Es bedeutete, dass der Fokus auf Sinéads Worten und auf ihrem eigenen Songwriting lag.”

Prince’ Schwester Sharon Nelson erklärte in einem Statement die Hintergründe zum Nein folgendermaßen: „Nichts ist vergleichbar mit der Live-Version von Prince mit Rosie Gaines, die auf dem Album Hits 1 zu hören ist, und wir werden dieses Album am 4. November auf Vinyl wiederveröffentlichen”, so Nelson. Dann wird es noch richtiggehend persönlich: „Ich fand nicht, dass [O’Connor] es verdient hat, den Song, den mein Bruder geschrieben hat, in ihrer Dokumentation zu verwenden, also haben wir abgelehnt. Seine Version ist die beste.“

Woher der Groll Nelsons gegen die irische Sängerin (die im Rahmen ihrer Konversion zum Islam ihren Namen in Magda Davitt änderte) kommt, ist nicht klar – es könnte allerdings mit Vorwürfen der Musikerin gegenüber Prince zu tun haben, die sie 2020 in der  New York Times erhob. Darin hatte sie unter anderem behauptet,  Prince habe sie terrorisiert, beschimpft und bei einer Kissenschlacht mit einem harten Gegenstand geschlagen.

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„Verrückte Hexen und Elfen”: Björk spricht über Sexismus, den sie und Kate Bush erlebten

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Santiago Felipe/Getty Images

Auch wenn sie (sowohl als Künstlerin als auch als Produzentin und Komponistin) seit langem als eine der interessantesten Erscheinungen in der jüngeren Popmusik gilt: Die isländische Sängerin, Musikerin, Produzentin und Songschreiberin Björk Guðmundsdóttir ist mit der Rezeption von Künstlerinnen wie ihr und Kate Bush alles andere als einverstanden. In einem aktuellen Interview mit der britischen Musikzeitschrift NME erklärte die Künstlerin, welche Art von Sexismus ihr und Kollegin Bush immer wieder entgegenschlug.

 von Markus Brandstetter

„Ich war immer ziemlich empört darüber, wie oft über Kate Bush so geschrieben wurde, als ob sie verrückt sei oder eine geistesgestörte Hexe – oder über mich als verrückte Elfe“, sagt sie. „Wir sind Produzentinnen. Ich habe 20 Jahre lang alle meine Partituren geschrieben. Ich gebe nicht damit an, ich sage das nur, weil die Leute immer noch wollen, dass ich eine naive Elfe bin. Wenn wir Männer wären, würden wir ernster genommen werden“. Björk prangert unter anderem an, dass männliche Rockkritiker Songs aus weiblicher Perspektive aus Prinzip geringer schätzten als „Rocktypen, die über Titten, Bier und Heroin sangen“.

Björk: „Lasst uns 50 Prozent ‚Titten und Bier’ machen — und 50 Prozent andere Sachen!“

Die Musikerin räumt aber auch ein, dass sich in den jüngeren Generationen viel zum Positiven geändert hat. „Endlich können sich die Leute der Generation Z eine weibliche Produktion oder eine weibliche Welt vorstellen, ohne dass es ihnen verrückt vorkommt oder dass sie sich darüber lustig machen oder Angst davor haben müssen.“ Auch bei Künstlerinnen hat sich viel getan: „Es hat einen großen Wandel gegeben, und es ist wirklich schwer, das Leuten zu erklären, die jünger sind als ich”, sagt sie. “Wenn man sich die vielen US-Rapperinnen heute anschaut, hätte es das in den 80er Jahren nie gegeben.“

Björk stellt auch klar, dass es nicht um die Bevorteilung von Frauen geht — sondern um nichts anderes als Gleichberechtigung. „Ich will auf keinen Fall, dass die Frauen die Oberhand gewinnen; ich bin ganz froh, wenn wir 50/50 machen! Lass uns 50 Prozent ‚Bier und Titten‘ machen und 50 Prozent andere Sachen. Damit bin ich einverstanden!”

In die Generation Z setzt Björk auch abseits der Musik große Hoffnungen: „Die Generation Z ist wirklich radikal, und ich bin erleichtert, dass die Umwelt für sie eine Priorität ist – ich bin dafür. Wenn ich die Nachrichten lese, wird das meiste davon in 20 Jahren keine Rolle mehr spielen. Das Einzige, was wirklich zählt, ist, wie wir mit der Umwelt umgehen“.

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