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Neues Album: Steven Wilson vertont das Internetzeitalter

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Steven Wilson
Foto: Andrew Hobbs

Wenn Prog-Magier Steven Wilson ein Thema in Klänge fasst, dann macht er es richtig. Für sein am 12. Juni erscheinendes neues Album The Future Bites hat er sich das allumfassendste von allen ausgesucht: das Internet. Einen ersten neuen Song gibt es schon jetzt!

von Björn Springorum

Steven Wilson The Future Bites CoverDieser Künstler hört nicht auf, uns zu erstaunen, zu überraschen, zu begeistern: Steven Wilson gehört zu den ganz großen musikalischen Genies unserer Zeit. Ein Titan der progressiven Musik, ein Vordenker, der sich bislang noch jedes Mal neu erfunden hat. Auf seiner letzten Tournee spielte er in 33 Ländern vor einer Viertelmillion Zuschauer*innen, verkaufte die Royal Albert Hall in London mal so eben aus. Dreimal hintereinander. Auch mit seinem neuen Album The Future Bites, sein sechstes als Solokünstler, hat er wieder viel vor. Drei Jahre nach To The Bone, das hierzulande bis auf Rang zwei der Charts vorstoßen konnte und endlich mal wieder intelligente Musik ganz nach oben in die Verkaufsränge brachte, legt er mit The Future Bites sein nächstes Konzeptalbum vor.

Prog-Oper auf den Zeitgeist

Nach den Fake News und gefühlten Wahrheiten des letzten Albums nimmt er sich diesmal gleich das denkbar größte aller Themen vor: das menschliche Verhalten im Internet. Wilson nimmt mit in die Welt der Süchte des 21. Jahrhunderts, an einen Ort, der mehr Auswirkungen auf uns alle hat als wir uns immer einreden. Kaufsucht, Geltungssucht, manipulative Medien und endlose Möglichkeiten – eine schöne neue Welt, die bei Steven Wilson dennoch nicht zur moralisierenden Dystopie verkommt. Dafür ist der englische Musiker eh viel zu clever. Stattdessen liefert er so etwas wie eine Prog-Oper auf den Zeitgeist, ein schillerndes Werk, das ihn mal wieder von einer ganz anderen Seite zeigt. Das macht schon der erste neue Song deutlich, den Wilson veröffentlicht hat – der zehnminütige Personal Shopper:

Die elektronischen Klänge erinnern an den Pionier Giorgio Moroder, die ganze Haptik des Songs lässt ein futuristisches Musical vor dem inneren Auge entstehen. Ist natürlich nur ein Einblick in neun Tracks, die mal elektronisch, mal sphärisch, mal krautig, akustisch und mal funkig (ja, wirklich!) daherkommen. Und weil Steven Wilson nicht nur so aussieht wie ein gewaltiger Nerd, hat er parallel zur Albumankündigung auch die zugehörige Webseite www.thefuturebites.com live geschaltet, sein ganz persönliches, durchdesigntes Tor in eine Welt des Konsums, in der man unter anderem Luft in Dosen kaufen kann. Wahrscheinlich ist die bald schon so beliebt wie Toilettenpapier…

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