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Über den Wolken — Das Best-of des verstorbenen Eagles-Frontmanns Glenn Frey

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Es ist Glenn Frey höchstpersönlich zu verdanken, dass man einem Typen am Lagerfeuer früher relativ leicht imponieren konnte. Hotel California, der Megahit der Eagles, war einerseits leicht zu spielen —  mal abgesehen vom happigen F Dur. Außerdem gingen die Lyrics, für die Mr. Frey verantwortlich war, so easy ins Ohr, dass man bzw. frau sie schnell auswendig schmettern konnte.

So blieb mehr Zeit, den Verehrten anzuschmachten und von einer gemeinsamen Reise nach Kalifornien zu träumen. Die alten Songs funktionierten dabei immer am besten, frei nach dem Motto: Old but gold.

Glenn Frey, der viel zu früh im Jahr 2016 an Komplikationen nach einer Operationen verstarb, war gemeinsam mit dem zweiten Eagles-Frontmann Don Felder neben Hotel California für Megahits wie Take it Easy, Tequila Sunrise, Already Gone oder New Kid in Town verantwortlich. Mit seiner charakteristischen Stimme und seinem Gitarrenspiel prägte er den Sound der Kultband und machte die vier Musiker aus Los Angeles zu einer der erfolgreichsten Rockacts der 1970er Jahre.



Glenn Frey war auch als Solokünstler erfolgreich

Weit weniger bekannt: Frey war auch ein umtriebiger Solomusiker. Während der Bandpause in den Achtzigern sowie in späteren Jahren veröffentlichte Frey gefeierte Werke und landete den ein oder anderen Hit.

Dieser Umstand soll nun zwei Jahre nach Freys Tod mit einem ganzen Paket gewürdigt werden. Am 11. Mai ist es so weit, dann steht das Best-of-Album Above The Clouds: The Very Best Of Glenn Frey in den Läden bereit, und zwar in zweifacher Variation: Einmal als limitiertes Boxset mit drei CDs, einem Livemitschnitt auf DVD und einem digitalen Download und auch als Solovariante, bestehend aus CD und digitalem Download.

Um Freys Schaffen einordnen zu können, vereint das Boxset Songs aus sämtlichen Schaffensphasen seiner Karriere, die von unglaublicher Kreativität und Schaffensdrang erzählt.

Die erste CD, die in beiden zu erwerbenden Varianten enthalten ist, beinhaltet das Wichtigste, sozusagen das Must-have-Material von Frey: The Heat Is On (bekannt aus dem Film Beverly Hills Cop), genau so die Slide-Guitar-Sounds seines Smuggler’s Blues oder die epische Miami Vice-Ballade You Belong To The City. Hier wird Soul Searchin’ betrieben, aber auch ein Sexy Girl angeschmachtet.

Weniger Blockbuster, mehr Arthouse

Auf der zweiten CD sammeln sich die nicht ganz chartkompatiblen Werke: weniger Hollywood, mehr Arthouse.  After Hours vom gleichnamigen letzten Soloalbum aus dem Jahr 2012 ist so ein Song, wie auch For Sentimental Reasons.  Erfrischende Neuinterpretationen von Beach-Boys-Harmonien sind auf der Platte zu hören, aber auch Blues-Standards wie Route 66.

Disc 3 unternimmt eine kleine Zeitreise in die Anfangstage von Freys Karriere, hierauf sind frühe Aufnahmen von Frey und und seinem Freund und Eagles-Songwriter in Teilzeit, J.D. Souther zu hören, als die Beiden noch Folk spielten und sich Longbranch Pennywhistle nannten. Mag das einzige Album der Beiden aus dem Jahr 1969 auch vergleichsweise wenige Hörer gefunden haben: Die Anfänge des unverschämt eingängigen Country-Rock der Eagles kann man auch hier schon bestaunen.

Als Schmankerl obenauf gibt es außerdem eine Live-DVD mit Mitschnitten der Strange Weather-Tour aus dem Jahr 1992. Die Aufnahmen entstanden im National Stadium in Dublin und es scheint, als lebten hier die größten Eagles-Fans auf dem ganzen Erdball. Wenn die Vier in absoluter Höchstform ihre Hits Long Hot Summer oder Peaceful Easy Feeling präsentieren, werden sie vom gesamten Stadion nahezu niedergebrüllt. Naja, die Iren halt.

Und so traurig der frühe Tod von Glenn Frey ist: Es ist wundervoll, ihn in den Konzertmitschnitten so voller Energie und Spielfreude zu sehen. Genau so will man sich an ihn erinnern. Ein ordentliches Best-of-Album des Ausnahmemusikers war jedenfalls längst überfällig.


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