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Popkultur

10 Dinge aus den Neunzigern, die wir nicht vermissen

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Foto: Gems/Redferns/Getty Images

„"Die Neunziger hatten viel Gutes, waren aber auch ein Jahrzehnt der Geschmacksverirrung und der technischen Absurditäten. Wir haben zehn Beispiele unter die Lupe genommen und verraten euch, welche Dinge aus den Neunzigern uns heute nicht fehlen.

von Timon Menge

1. „Mega Bass“-Funktion am Walkman

Früher versprachen wir uns durch die „Bass Boost“-Funktion am Walkman einen satteren Klang — trotz der mitgelieferten billigen In-Ear-Blechbüchsen, die mit Musikgenuss so viel zu tun hatten wie U2 mit gutem Geschmack. Heute wissen wir: Dumpf ist nicht Trumpf. Als hätte die Soundqualität durch das Kopieren der Musik auf ein Magnetband noch nicht genug gelitten, konnte man mit dem „Bass Boost“-Knopf auch das letzte bisschen Dynamik töten — genau wie Metallica bei Death Magnetic.

2. Discman

CDs in allen Ehren, aber wer in den Neunzigern einen Discman in der Hosentasche mit sich herumtrug, sah aus wie ein Vollhonk. Und nicht nur das: Bis zur Erfindung der Anti-Shock-Funktion war es noch nicht einmal möglich, einen Discman störungsfrei zu benutzen, weil jede mechanische Erschütterung die CD springen ließ. Auch die selbst gebastelten Auto-Lösungen mit Kassettenadapter vermisst nun wirklich niemand. Ein dunkles Zeitalter der mobilen Musikwiedergabe.

3. MiniDisc

Eigentlich bringen MiniDiscs die besten Eigenschaften zweier Welten unter einen Hut. So kann man die diskettenförmigen Kleinsttonträger einerseits bespielen und überschreiben wie eine Musikkassette (laut Herstellerangaben mehr als eine Million mal); andererseits kann man sie brennen wie CDs (NetMD). Das größte Manko im Vergleich zur CD: die Klangqualität. Ähnlich wie beim MP3-Format werden beim Bespielen einer MiniDisc nämlich die nicht hörbaren Frequenzen entfernt, um die Dateigröße zu verringern.

4. Kassetten im Auto

Zugegeben, das war nicht nur in den Neunzigern ein Problem. Über zu warm gewordene Musikkassetten und Bandsalat im Auto schimpfte man bereits ab Ende der Sechziger. Die Neunziger waren aber das letzte Jahrzehnt, in dem uns die veraltete Technik Ärger gemacht hat. Spätestens zum Jahrtausendwechsel war nämlich der CD-Player der neue Standard im Auto. Heutzutage ist das natürlich auch schon wieder Geschichte, denn inzwischen nutzen wir Spotify und Co.

5. CD-Singles

Ganze 9,99DM musste man in den Neunzigern für eine CD-Single berappen. Für einen einzigen Song. Etwa 30 bis 40 DM kostete ein Album oder ein Sampler. Inzwischen gibt es für 9,99€ ein Monatsabo bei Streaminganbietern. Die negativen Auswirkungen auf die Musikindustrie muss man sicher kritisch im Auge behalten, aber aus Konsumentensicht ist die Sache klar: Wer für 9,99€ fast alle Songs der Welt haben kann, möchte wohl keinen Zehner für ein einziges Lied ausgeben.

6. 56k-Modem

Nicht nur, dass man sich in den Neunzigern ständig darüber streiten musste, ob nun gerade telefoniert oder im Internet gesurft wird, weil beides gleichzeitig nicht möglich war. Nein, wenn man voller Stolz ein wenig Internetzeit erkämpft hatte, musste man auch noch die verstörenden Geräusche eines 56k-Modems während der Einwahl ertragen. Ob das technisch nötig war oder bloß ein großer Spaß der Modemhersteller, weiß bis heute niemand.

7. Pompöse Balladen

(Rock-)Balladen gab es zwar auch schon in den Siebzigern und Achtzigern, aber die Neunziger setzten dem Ganzen die Krone auf. Ob I’d Do Anything For Love von Meat Loaf oder My Heart Will Go On von Celine Dion: Die Kuschelrock-Sampler haben ganze Arbeit geleistet und die Neunziger zum pompösen Schmalzbottich erklärt. Zugegeben, es gibt auch ein paar gute Beispiele wie November Rain von Guns N’ Roses und I Don’t Want To Miss A Thing von Aerosmith. Verratet das aber niemandem.

8. Musikfernsehen

Klar, MTV und VIVA haben ihren Platz in der Musikgeschichte, keine Frage. Vor allem das US-amerikanische Original hat zahlreichen Bands zum Durchbruch verholfen und die Musikindustrie der Achtziger und Neunziger entscheiden mitgeprägt. In Zeiten von YouTube und anderen Streaming-Diensten kann man sich aber kaum noch vorstellen, dass es einmal Zeiten gab, in denen einem als Zuschauer*in diktiert wurde, was gerade geguckt wird.

9. VHS-Kassetten

Wer in den Neunzigern ein Live-Konzert erleben wollte, ohne vor Ort zu sein, war auf den Videorecorder angewiesen. Entweder besorgte man sich im Elektronikmarkt des Vertrauens eine Kaufkassette oder man nahm einen Konzertmitschnitt aus dem Fernsehen auf. Die Bild- und Tonqualität ließ natürlich zu wünschen übrig und war noch viel weniger ein Ersatz für das tatsächliche Live-Erlebnis als heutige Blu-ray-Veröffentlichungen.

10. Eurodance

Ob Coco Jambo, Barbie Girl oder Herz an Herz: Wer dachte, dass die Achtziger die Grenzen des schlechten Geschmacks bereits ausgelotet hätten, wurde in den Neunzigern eines Besseren belehrt. Auf der Habenseite steht, dass der Eurodance zu den wenigen Genres gehört, die nicht zuerst in den USA entstanden sind, bevor sie in Europa erfolgreich wurden. Fraglich ist aber, ob das etwas ist, worauf man als Europäer*in stolz sein sollte. Immerhin: Künstler wie DJ Bobo sind bis heute erfolgreich.

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