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Popkultur

10 Songs, die jeder Guns-N’-Roses-Fan kennen muss

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Foto: Paul Natkin/Getty Images

Die Rockmusik ist beileibe nicht tot, aber sie hat ein großes Problem: Ihr fehlen Bands wie Guns N’ Roses. Bands, die plötzlich auftauchen, die ganze Welt mit sich reißen, und vielleicht auch wieder so imposant untergehen, wie sie einst aufgestiegen sind. Bands, die Platten veröffentlichen wie Appetite For Destruction oder die beiden Teile von Use Your Illusion, von denen schon bei Erscheinen alle wissen, dass es sich um Meisterwerke für die Ewigkeit handelt.

Es braucht Typen wie Axl und Slash, die mit ihren Persönlichkeiten spalten und mit ihrem Talent überzeugen. Immer, wenn man eine GN’R-Platte auflegt, sehnt man sich nach Bands von diesem Format. Ist es Metal, ist es Hardrock, Glam oder Punk? Es ist alles auf einmal und es ist völlig egal, das war die Message von Guns N’ Roses. Hier sind zehn Gründe, wieso wir diese Band für immer lieben werden.

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1. Sweet Child O’ Mine

Mit Welcome To The Jungle stürmten sie ins Rampenlicht und eroberten im Anschluss mit Sweet Child O’ Mine die Herzen von allen, die sich ihnen bis dahin noch nicht ergeben hatten. Mit einem höchst ikonischen Riff von Slash und Axls Trademark-Kreischern wurde die Nummer sofort zum Klassiker und bescherte GN’R ihren ersten (und einzigen) Nummer-eins-Hit in den Staaten. Und dabei entstand er eher improvisatorisch: Das Riff spielte Slash sonst immer als Warm-Up-Routine und die Zeile „Where do we go now?“, mit der Axl den Song ausklingen lässt, war tatsächlich als Frage an seine Band gedacht, wie man den Song am besten zu Ende bringen könnte. Die Frage hatte sich dann wohl erübrigt.

2. Rocket Queen

Skandalnudeln von Anfang an. Mit Rocket Queen wollte man das Armageddon aus Sex, Drogen und Alkohol, das Appetite For Destruction letztendlich ist, ein bisschen positiv ausklingen lassen. Axl wollte den Song als Liebeserklärung an seine Freundin von damals verstanden wissen, als Dank für die Unterstützung, die sie ihm gab. Aber wie man hört, endete Rocket Queen doch wieder ziemlich pornös. Die Dame, die da im Hintergrund stöhnt, ist übrigens eine damalige Bekannte von Drummer Steven Adler, die Axl überzeugte, mit ihm in der Aufnahmekabine Sex zu haben, um dem Song den letzten Schliff zu geben. Typisch.

3. Patience

Nach Appetite waren Guns N’ Roses schlagartig die größte Rockband der Welt. 1988 erschien mit G N’ R Lies eine Nachfolge-EP, die viele Fans erst mal stutzig machte, denn die Hälfte der Platte bestand aus akustischen Stücken, die nicht viel mit Krachern wie Welcome To The Jungle gemeinsam hatten. Diese Band hatte also noch andere Ambitionen, und diese Taktik sollte noch aufgehen. Der schönste Song auf dieser EP war mit Abstand Patience, eine fast sechs Minuten dahin schwebende Ballade aus der Feder von Rhythmusgitarrist Izzy Stradlin.

4. Coma

Im Jahr 1991 erschien mit den beiden Teilen von Use Your Illusion ein Mammutprojekt, wie es die Rockwelt schon lange nicht mehr erlebt hatte. Zwei Alben mit insgesamt 30 Songs, auf einen Schlag – konnte das gut gehen? Guns N’ Roses hatten mit ihrem Größenwahn Erfolg, besetzten die Chartspitze und verkauften zig Millionen Platten. Lies deutete schon an, das GN’R Ambitionen hatten, die über wilde Hardrock-Bretter hinausgingen. Coma war einer der Songs, mit der sie klassische Rocksong-Strukturen aufbrachen und sowohl Axl wie auch Slash ihr Genie bewiesen.

5. November Rain

Nummern wie November Rain machen klar, dass Guns N’ Roses das Potenzial gehabt hätten, noch viel weiter zu gehen, als Band zu wachsen und ganz andere Territorien zu erkunden. Letztendlich wurde daraus nichts, November Rain wurde zu einem ihrer letzten großen Meisterwerke. An diesem Song, der nicht gerade wenig an Elton John oder sogar Stairway To Heaven erinnert, feilte Axl angeblich schon seit Mitte der 1980er-Jahre. Use Your Illusion war natürlich der ideale Moment, um ihn an die Öffentlichkeit zu bringen.

6. You Could Be Mine

Endlich: Alle Fans, denen in den Jahren nach Appetite For Destruction ein wenig das Feuer unterm Hintern von neuen GN’R-Singles gefehlt hatte, wurden mit You Could Be Mine beglückt. Eigentlich – und das hört man – entstand der Song schon bei den ersten Sessions für Appetite, doch man war schlau genug, um sich ein solches Brett noch für später aufzusparen. Es verlieh nicht nur dem Soundtrack von Terminator 2 ordentlich Kante, sondern schärfte im Sommer 1991 wieder das Profil von GN’R als Draufgänger-Band. Längst waren sie Mainstream-Rockstars, doch You Could Be Mine ließ Erinnerungen an 1987 aufkommen.

7. Civil War

Ein genialer Protest- und Antikriegssong von vorne bis hinten – das hätten viele Guns N’ Roses gar nicht zugetraut, nicht zuletzt aufgrund Axls oft zweifelhafter politischen Ansichten. Der Song eröffnet die „Blaue“, Use Your Illusion II, und ist einer ihrer vielen Höhepunkte: Shotgun Blues, 14 Years, Locomotive, Don’t Cry– alles Hits, die eigentlich auch einen Platz in dieser Liste verdient hätten.

8. Estranged

Einer von der „Blauen“ muss aber noch hervorgehoben werden. In Estranged leiden wir mit Axl, der sein Herz ganz weit öffnet: „Old at heart, but I’m only 28. And I’m much too young to let love break my heart.“ Viel Glück hatte Axl nie in seinen damaligen Beziehungen – in Estranged singt er über seine annulierte Ehe mit Erin Everly, mit seiner neuen Freundin Stephanie Seymour ging es auch bald wieder zu Ende. Zumindest musikalisch hat er von diesen unglücklichen Phasen profitiert.

9. Ain’t It Fun

Was sollte nach Use Your Illusion kommen? Nach diesen völlig überambitionierten Werken musste sich doch zwangsläufig Desillusion in der Band einschleichen. Noch dazu hatte sich 1992 eine Kleinigkeit geändert: Grunge und Nirvana ließen Bands wie GN’R auf einmal völlig alt und out aussehen. The Spaghetti Incident (1993) war eigentlich eine angemessene Antwort auf die neu angebrochene Zeit, konnte aber natürlich das Konzept Guns N’ Roses nicht mehr retten. Im Rückblick sind die Punk-Coverversionen auf der Nudelplatte eine geniale, demütige Geste der gerade eben noch größten Rockstars der Welt. Einer der stärksten Songs ist Ain’t It Fun, im Original von The Dead Boys aus dem Jahr 1978.

10. Better

2008 geschah das Unglaubliche und eigentlich Unmögliche: Nach über 14 Jahren Warten und Hoffen brachte Axl Rose Chinese Democracy doch noch heraus. Ein neues Album von GN’R war zum Dauer-Gag geworden, die Band hatte sich längst zerstreut und nur noch Axl war von der Originalbesetzung übrig geblieben. Doch es geschah wirklich, und Chinese Democracy überzeugte mit Tracks wie Better auch wieder viele alte Fans. Wer hätte schließlich damit noch gerechnet? Man muss mit allem rechnen, wie wir heute wissen: Die Not-In-This-Lifetime-Tour brachte uns GN’R (fast) in Originalbesetzung zurück, obwohl Axl eine solche Reunion fest ausgeschlossen hatte. Wie sagt man so schön unter Rockern? Wunder gibt es immer wieder, heute oder morgen.

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Ole Beich: Das vergessene Gründungsmitglied von Guns N‘ Roses

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Popkultur

Der „Star Wars“-Soundtrack von John Williams: Die vielleicht beste Filmmusik aller Zeiten

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John Williams
Foto: Janet Knott/The Boston Globe via Getty Images

Pew, pew! Bei dieser Lautmalerei haben Star-Wars-Fans sofort den Weltraum-Cowboy Han Solo vor Augen, wie er mit einem Blaster fiese Sturmtruppler erledigt. Die Krieg-der-Sterne-Reihe lebt aber nicht nur von ihren großartigen Sound-Effekten. Auch die legendäre Filmmusik von John Williams verhalf der Sci-Fi-Seifenoper zu weltweiter Berühmtheit. Was viele nicht wissen: Um den Komponisten für sein Filmprojekt zu gewinnen, rief Regisseur George Lucas sogar seinen Erzrivalen Steven Spielberg an.

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von Timon Menge

Hier könnt ihr euch den Soundtrack von Star Wars IV: Eine neue Hoffnung anhören:

„Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis …“ Wenn diese Worte in Blau auf der Kinoleinwand erscheinen, wissen wir: Gleich geht es los. In nur wenigen Sekunden wird die vielleicht berühmteste Fanfare der Welt ertönen. Das Star-Wars-Logo wird das gesamte Bild einnehmen und anschließend immer kleiner und kleiner werden. Ein kurzer Lauftext wird uns erklären, wie die Voraussetzungen für die folgende Geschichte lauten. Und wir dürfen uns auf mindestens 120 Minuten voller Weltraumschlachten, Fantasiewesen und Kindheitserinnerungen freuen. Mit seinem Star-Wars-Universum hat Regisseur George Lucas eine Hollywood-Welt erschaffen, die bereits die fünfte Generation in Folge begeistert. Seinen Anfang nahm der galaktische Erfolg am 25. Mai 1977. Doch beginnen wir noch ein wenig weiter vorne.

Der StarWars-Soundtrack: Klassik-Pomp statt Jazz-Minimalismus

Sein Filmdebüt gibt Star-Wars-Erfinder George Lucas im Jahr 1971 mit der Science-Fiction-Dystopie THX 1138. Schon als er den Streifen fertigstellt, denkt er über eine weniger ernstgemeinte Weltraumgeschichte im Stil des Comic-Helden Flash Gordon nach. Gedacht, getan: Nach seiner zweiten Produktion American Graffiti (1973) widmet sich Lucas dem neuen Projekt mit dem Titel „Star Wars“. Schon im März 1976 hat er den ersten Teil der Weltraum-Saga im Kasten. Was noch fehlt, ist die passende Musik dazu. Zeitgenössische Komponisten wie Henry Mancini orientieren sich für Lucas’ Geschmack zu sehr am Jazz, er wünscht sich den Pomp der klassischen Musik. Steven-Spielberg-Komponist John Williams scheint genau der Richtige für den Job zu sein — also bittet Lucas seinen Erzrivalen Spielberg um ein wenig Schützenhilfe bei der Kontaktaufnahme.

Kurze Zeit später schaut Williams in Lucas’ kleinem Büro in Hollywood vorbei und bespricht mit dem jungen Filmemacher, was zu tun ist. Williams schaut sich den ersten Star-Wars-Film allein in einem Vorführraum an und geht anschließend mit Lucas jede Szene einzeln durch. Lucas wünscht sich die Grundstimmung des austro-amerikanischen Komponisten Erich Wolfgang Korngold und den Bombast von Gustav Holsts Die Planeten. Damit widersetzt er sich dem allgemeinen Trend, denn gegen Ende der Siebziger gibt es in Science-Fiction-Filmen vor allem minimalistische Elektro-Sounds zu hören. Etwa 90 Minuten Filmmusik schreibt Williams für den gut zweistündigen Streifen. Wenige Monate später nimmt er den Soundtrack mit dem London Symphony Orchestra auf — und hat dabei eine Menge Spaß.

Steven Spielberg fürchtet, dass er zu kurz kommt

„So etwas wie der Star-Wars-Soundtrack macht Musikern große Freude“, erzählt Williams später in einem Interview. „Da hat man die Gelegenheit zu Fanfaren und Tuschen. Das ist mir sehr willkommen. Wir konnten das London Symphony Orchestra dafür gewinnen. Sie ließen all die ernste Musik hinter sich und kamen in die Denham Studios. Sie holten die Blasinstrumente raus und wir hatten eine Menge Spaß mit Trommelwirbeln und Tuschen.“ George Lucas, der für die Aufnahmen mit dem London Symphony Orchestra extra nach Europa reist, schwärmt ebenfalls: „Die Musik war einer der Teile des Films, die noch viel besser geworden sind, als ich es erwartet habe.“ Voller Begeisterung ruft Lucas seinen Konkurrenten Steven Spielberg an und spielt ihm per Telefon eine halbe Stunde des Soundtracks vor. Als Spielberg die Star-Wars-Musik hört, bekommt er Muffensausen.

John Williams und Star Wars: eine Erfolgsgeschichte mit Bestand

Der Hintergrund von Spielbergs Bedenken: Gleich nach Lucas möchte auch er selbst wieder mit Williams zusammenarbeiten, und zwar für seinen nächsten Film Unheimliche Begegnung der dritten Art. Doch nun fürchtet er, dass der Komponist sein ganzes Pulver verschossen hat. Unrecht hat er damit nicht. Ob die Titelmusik, die rührenden Klänge zu Obi-Wan Kenobis Tod, die jazzigen (und brüllend komischen) Sounds der Cantina Band oder das große Finale am Ende des ersten Star-Wars-Films: Williams findet stets den richtigen Ton, um die Weltraum-Saga standesgemäß zu untermalen. So sehr, dass er heute gar nicht mehr aus der Star-Wars-Welt wegzudenken ist und auch die Musik für die Episoden 5, 6, 1, 2, 3, 7, 8 und 9 beisteuert. Dabei entstehen viele weitere legendäre Werke, von denen eins besonders herausragt: der Imperiale Marsch.

Ob der Einzug Darth Vaders, der lustige Auftritt zuhause im Bademantel oder der Anruf der unliebsamen Schwiegermutter: Noch heute erfreut sich der Imperiale Marsch aus dem zweiten Star-Wars-Film größter Beliebtheit. Auch die Ewok-Partymusik am Ende des dritten Films, die Liebeshymne Across The Stars aus Episode 2 oder Rey’s Theme aus Episode 7 haben ihren festen Platz in den Geschichtsbüchern der Filmmusik. Gelegentlich gibt Williams in der Musik sogar Hinweise auf den weiteren Verlauf der Handlung, zum Beispiel wenn er in Anakin’s Theme aus Episode 1 auch den Imperialen Marsch zitiert und damit auf Anakin Skywalkers anstehende Verwandlung vom lieben kleinen Jungen zum dunklen Lord Darth Vader anspielt. Solche Momente zeigen, wie eng die Star-Wars-Filme mit Williams’ Musik verbunden sind.

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Rockin’ Movies: Die 15 besten Filmsoundtracks

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Popkultur

Zeitsprung: Am 26.5.1975 kommt die ehemalige Fugees-Sängerin Lauryn Hill zur Welt.

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Lauryn Hill
Foto: Sony BMG/Promo

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 26.5.1974.

von Sina Buchwitz und Christof Leim

Einmal Weltstar und zurück: Kaum eine Frau prägt den Hip-Hop in den Neunzigern so wie Lauryn Hill. Zunächst mit den Fugees, später als Solokünstlerin lässt sie die Grenzen zwischen Hip-Hop, R&B und Soul verschwimmen und wird zur Schlüsselfigur im Neo-Soul. Zwanzig Jahre später kennt man sie aber auch für Starallüren und Steuerhinterziehung. 

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Hört euch hier das Erfolgsalbum The Score von Fugees an:

Am 26. Mai 1975 erblickt Lauryn Noelle Hill in New Jersey das Licht der Welt. Die Musikalität wird ihr in die Wiege gelegt: Ihre Mutter spielt Klavier, der Vater singt in Nachtclubs und auf Hochzeiten. Ständig tönt Musik durchs Haus, allen voran Stevie Wonder, Aretha Franklin und Gladys Knight. Zu Schulzeiten wagt Hill vor einem Basketballspiel den ersten Schritt auf die Bühne und singt die US-Nationalhymne. Ihre Version von The Star-Spangled Banner kommt so gut an, dass eine Aufnahme davon auch bei darauffolgenden Spielen zum Einsatz kommt. 

Ready Or Not: Die Fugees sind geboren

Anfang der Neunziger trifft Lauryn Hill in der High School erst auf Prakazrel „Pras“ Michel, dann auf Wyclef Jean. Gemeinsam gründen sie mit Fugees eine Band, die die Musikwelt gehörig auf den Kopf stellt: Hills soulige Stimme vervollständigt Wyclef Jeans Raps mühelos, während Pras mit lyrischem Genie für die richtigen Lines sorgt. Ihr frischer Sound verleiht dem bis dahin meist düsteren Hip-Hop geschmeidige R&B- und Soul-Akzente und begeistert Fans unterschiedlicher Musikgenres gleichermaßen. 

1993 unterschreibt das Trio einen Plattenvertrag bei Columbia Records. Obwohl das erste gemeinsame Album kein kommerzieller Erfolg wird, bekommen sie eine zweite Chance: 135.000 Dollar investiert die Gruppe in das Booga Basement; ein Studio, das sie eigens im Keller von Wyclef Jeans Onkel aufbauen. Jean beschreibt die Stimmung als entspannt: „Es gab keinen Druck. Wir haben einfach Musik gemacht, und dann wurde etwas Erstaunliches daraus.“

Vom Studiokeller in den Hip-Hop-Olymp

Tatsächlich wird The Score zum Riesenerfolg. Neben politischen Texten und einzigartigen Beats beeindruckt auch der Aufbau des Albums: Wie der Soundtrack eines Musicals erzählen die Songs eine Geschichte. Vor allem die Singles Fu-Gee-La, Killing Me Softly und Ready Or Not verhelfen den Dreien zum Welterfolg. Das Nummer-eins-Album verkauft sich über 18 Millionen Mal, erhält zahlreiche Auszeichnungen und gilt bis heute als eines der erfolgreichsten Hip-Hop-Alben aller Zeiten.

Doch auf dem Höhepunkt ihrer gemeinsamen Karriere beschließt das Trio, getrennte Wege zu gehen. Als Grund für den Split nennt Wyclef Jean später die turbulente Beziehung zu Lauryn Hill, die für ihn weit mehr als nur Bandkollegin gewesen sein soll. Die Trennung tut Hills Karriere keinen Abbruch: Nur ein Jahr nach der Geburt ihres ersten Kindes veröffentlicht sie im August 1998 das Soloalbum The Miseducation Of Lauryn Hill und manifestiert sich damit endgültig als anerkannte Neo-Soul-Größe. Auf dem Album verarbeitet sie das Erlebte: Während I Used To Love Him von Hills Beziehung zu Wyclef Jean handelt, spricht sie in To Zion über die Liebe zu ihrem Sohn und die Entscheidung, das Kind zu behalten, nachdem ihr zur Abtreibung geraten wurde, um ihre Karriere nicht zu gefährden. Der Erfolg gibt ihr Recht – The Miseducation Of Lauryn Hill schießt auf Platz eins der US-Charts. 1999 gewinnt Lauryn Hill als erste weibliche Künstlerin fünf Grammys, darunter auch Auszeichnungen in den Kategorien „Album des Jahres“ und „Beste neue Künstlerin“.

Der tiefe Fall

Trotz dieses kometenhaften Karrierebeginns folgt schnell die Ernüchterung. Vier Musiker, die an der Entstehung von Hills Album beteiligt waren, behaupten, für ihre Arbeit nicht angemessen entlohnt worden zu sein und ziehen vor Gericht. Eine Reunion der Fugees scheitert ebenfalls, nach Abbruch einer gemeinsamen Tour im Jahr 2007 sagt Pras: „Eher treffen sich Osama Bin Laden und Bush auf einen Kaffee, bevor ich noch einmal mit Lauryn Hill arbeite.“ 2013 wird die Künstlerin wegen Steuerhinterziehung zu einer dreimonatigen Gefängnisstrafe verurteilt.

Während Hill früher für ihr Talent bekannt war, macht die mittlerweile fünffache Mutter heute vor allem durch divenhaftes Verhalten von sich reden. Konzertbesucher der vergangenen Jahre berichten von brüchigen Vocals, verkürzten Konzerten und stundenlangen Verspätungen. In der Szene bleibt ihr Werk dennoch unangetastet: Künstlerinnen und Künstler wie Cardi B, Nicki Minaj und Drake nennen Hill als Inspiration und samplen ihre Songs bis heute.

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Zeitsprung: Am 11.12.1964 wird Soulsänger Sam Cooke erschossen.

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Zeitsprung: Am 25.5.1982 spielen Metallica in einer Schule.

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Metallica High School

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 25.5.1982."

von Christof Leim

Am Anfang einer Weltkarriere muss man die Gigs nehmen, die man kriegen kann. Alle Dorfmetaller, Rockstar-Azubis und hoffnungsvollen Nachwuchs-Headbanger unter uns kennen das. Den Thrash-Giganten Metallica ging das 1982 nicht anders…

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Hört hier das Metallica-Debüt Kill ‘Em All:

Eigentlich läuft es bei Metallica ziemlich schnell: Im Oktober 1981 geht’s los, Lars Ulrich und James Hetfield treffen sich. Am 14. März 1982 spielen sie schon ihre erste Show in einem Laden namens Radio City in Anaheim; da sind bereits 200 Leute am Start. Knapp zwei Wochen später dürfen sie als komplett unbekannte Krachkapelle sogar zwei Konzerte für die NWoBHM-Legenden Saxon im legendären Whisky-A-Go-Go in Hollywood eröffnen.

Doch noch müssen die Stadien, Arenen und Enormodomes noch ein bisschen warten: Ihr fünftes Konzert passiert in der Cafeteria(!) der Back Bay High School im kalifornischen Costa Mesa, der Schule von Trommler Lars Ulrich. Man darf sich fragen, wie unsere Helden auf die Idee gekommen, denn gut läuft das nicht: Zum einen geschieht der Auftritt tagsüber, um 11:15 Uhr während der Mittagspause der Schüler. Zum anderen rocken Ulrich, Frontmann James Hetfield, Leadgitarrist Dave Mustaine und Bassist Ron McGovney in der Kulisse eines Schultheaterstücks, das im Inneren eines Hauses spielt: “Ich stand bei der Eingangstür”, twittert McGovney später, “James und Lars im Wohnzimmer, und Dave in der Küche!”

Lars notiert damals in seinem Metallica-Tagebuch, dass von anfänglich 200 Zuschauern nur 40 übrig bleiben. “Den Tag kann man komplett vergessen”, urteilt er weiter. “Scheiße gespielt, scheiße angekommen, scheiße geklungen. Wirklich fürchterlich.”

Das klingt alles nicht gut, zumal „Schulcafeteria“ mehr nach Diktat, Pausenbrot und Doppelstunde Mathe klingt als nach Sex, Drogen und Rock’n’Roll. Aber immerhin stehen schon fünf zukünftige Metalliklassiker auf der Setlist: Hit The Lights, Jump In The Fire, Metal Militia, The Mechanix (das zukünftige The Four Horsemen) und als Livepremiere Motorbreath. (Bei der ersten Show hatte es erst zwei eigene Stücke gegeben; die Jungs waren damals also echt schnell.)

Historische Premiere

Daneben spielen unsere junge Helden ausgesuchte NWoBHM-Cover, die 1982 in Kalifornien nur eingeweihte Headbanger kennen: Blitzkrieg von Blitzkrieg, Killing Time von Sweet Savage, Let It Loose von Savage und zwei Nummern von Lars’ Lieblingen Diamond Head: The Prince und Am I Evil?. (Nachlesen könnt ihr die Setlist hochoffiziell auf der Metallica-Homepage.)

Eine besondere Bedeutung kommt diesem Gig jedoch wegen eines anderen Details zu: Ihre ersten Gigs hatten Metallica mit nur einem Gitarristen (Mustaine) bestritten, während Hetfield lediglich gesungen hat. Bei vierten Gig am am 23. April in Costa Mesa übernimmt einmalig ein Herr namens Brad Parker die zweite Gitarre, doch das funktioniert so gar nicht. Auf der Back Bay High School an diesem 25. Mai 1982 spielt Hetfield dann zum ersten Mal auf der Bühne ebenfalls Gitarre – und einer der erfolgreichsten Metal-Frontmänner ist in seinem Element angekommen.

Danach geht es weiter Schlag auf Schlag: Ron McGovney wird durch Cliff Burton ersetzt, die Band zieht nach San Francisco, nimmt eine Reihe an Demos auf, die den weltweiten Tapetrading-Untergrund aufmischen, darunter das so genannte Megaforce Demo, das ihnen den Plattenvertrag beschert. Ein gutes Jahr nach dem Auftritt in der Schule erscheint schon Kill ‘Em All

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Zeitsprung: Am 8.12.2013 spielen Metallica in der Antarktis.

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