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Popkultur

15 der besten Gitarrenriffs aller Zeiten

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Einige der größten Songs unserer Zeit, wie z. B. (I Can’t Get No) Satisfaction oder Smoke On The Water, begeistern nicht nur mit starken Texten, sondern auch mit ihren unverwechselbaren Gitarrenriffs. Oft wird ein Song von einem Riff eröffnet, welches sich dann wiederholt und eine Art musikalischen Anker bildet. Seit Jahrzehnten ist das Riff ein wichtiger Bestandteil von Blues, Rock’n’Roll und sogar Punk und die besten ihrer Art haben die Musikwelt nachhaltig beeinflusst.

von Martin Chilton

Einige der frühen Jazzgitarristen (wie Charlie Christian in Benny Goodmans Vorkriegs-Sextett) waren Wegbereiter dieser Entwicklung und öffneten die Tür für die großen Namen, die ihnen folgten – von Chet Atkins, T Bone Walker und Jimi Hendrix bis Van Halen, The Edge von U2, Tony Iommi von Black Sabbath und Alex Lifeson von Rush. Es gibt Hunderte hervorragender Gitarrist*innen, die zeitlose Riffs kreiert haben, die es verdienen, als eines der besten Gitarrenriffs aller Zeiten bezeichnet zu werden. Wir haben 15 ausgesucht, darunter Meisterwerke von Künstler*innen wie Chuck Berry und Eric Clapton.

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Auf dieser Liste fehlen natürlich viele unserer eigenen Lieblingsriffs, wie Who’s That Lady? (The Isley Brothers), All Right Now (Free), Seven Nation Army (The White Stripes), Day Tripper (The Beatles), Pretty Vacant (Sex Pistols), Should I Stay or Should I Go? (The Clash), There She Goes (The La’s), Mr Tambourine Man (The Byrds), September (Earth, Wind & Fire), Sweet Home Alabama (Lynyrd Skynyrd) und Le Freak (Chic).

Für den Moment sind hier 15 der besten Gitarrenriffs aller Zeiten:

John Lee Hooker: Boogie Chillen’ (1948)

John Lee Hooker, der für das großartige Intro & Hook auf dem 1962 erschienenen Boom Boom berühmte Bluesmaster, hatte schon 13 Jahre zuvor das kraftvolle, verstärkte Gitarrenriff auf Boogie Chillen’ kreiert. Später erzählte er: “Ich schrieb den Song in Detroit. Ich saß einfach nur so da und zupfte auf meiner Gitarre, da passierte es. Jahre vorher, als ich ein Kind war, hatte ich es bei meinem Stiefvater Will Moore so gehört. Es hatte diesen Beat. Den behielt ich bei und nannte es Boogie Chillen’.” Der Song hatte einen großen Einfluss auf BB King, als dieser seine Karriere als Radio DJ begann.

Muddy Waters: Mannish Boy (1955)

Muddy Waters verkörperte einen ganz eigenen Sound und sein Bluesklassiker Mannish Boy, den er 1955 auf einer Telecaster aufnahm, inspirierte eine ganze Generation von Musiker*innen, nicht zuletzt die Rolling Stones. Die wiederkehrende Tonfolge auf Mannish Boy ist ein aufregender Electric Blues, wie man ihn besser kaum machen kann. Trotzdem haben sich zahllose Musiker*innen daran versucht, so dass es als eines der besten Gitarrenriffs der Musikgeschichte weiterlebt. 1976 gab Waters mit The Band eine unvergessliche Performance des Songs für den Konzertfilm The Last Waltz.

Chuck Berry: Johnny B Goode (1958)

Chuck Berrys populärer Song über einen Jungen vom Lande, der Gitarre spielen konnte “als würde er eine Glocke läuten” steht vom ersten Ton an in Flammen und es ist keine große Überraschung, dass er auf Spotify schon fast 100 Mio. mal angehört wurde. Aber Ehre wem Ehre gebührt: Berry selbst gibt zu, dass er das Gitarrenriff imitiert hat, mit dem Louis Jordans 1946 von Carl Hogan gespielter Track Ain’t That Just Like A Woman (They’ll Do It Every Time) beginnt. Allerdings war es die geniale und innovative Leistung von Berry als Sänger, Songwriter und Performer, die rollenden Rhythmen von Jordan und T-Bone Walker in das rhythmische Grundgerüst des Rock’n’Roll zu verwandeln.

The Kinks: You Really Got Me (1964)

Nach ein paar gefloppten Singles, stand die Londoner Rockband The Kinks unter Druck, einen Hit abzuliefern. Und das taten sie im August 1964 mit You Really Got Me auf spektakuläre Art und Weise. Das Arrangement schrieb Ray Davis, als er zu Hause auf dem Klavier klimperte. Den verzerrten Gitarrensound bekam Gitarrist Dave Davis, indem er die Membran seines Lautsprechers malträtierte.

The Rolling Stones: (I Can’t Get No) Satisfaction) (1965)

Am 12 Juni 1965 stürmten die Rolling Stones die Charts mit diesem Klassiker, der ihnen auch ihre erste US-No. 1 einbrachte. Das Riff komponierte Keith Richards bekanntermaßen in einem Hotelzimmer, kurz bevor er einschlief. Die erste Version des Songs mit Brian Jones an der Mundharmonika nahmen sie in ihrem spirituellen Zuhause in den Chess Studios in Chicago auf. Zwei Tage später entstand bei RCA in Hollywood die Version, die wir alle kennen und die Rockgeschichte schrieb. “I’m the riff master”, schrieb Richards in seiner Autobiografie Life.

Und tatsächlich gibt es noch zahlreiche weitere Songs im Katalog der Stones, die ebenfalls einen Platz auf der Liste der besten Riffs aller Zeiten verdient hätten. Aber der Power von Satisfaction kann man sich nicht entziehen. Richards ist der Meinung, dass das akustische Riff am Anfang von Jumpin’ Jack Flash besser ist. “Ein Riff wie Jumpin’ Jack Flash gibt einem ein euphorisches Gefühl, man freut sich einfach riesig”, sagte Richards. “Flash ist eigentlich Satisfaction rückwärts. All diese Riffs sind eng miteinander verwandt. Aber wenn jemand zu mir sagen würde, ‘Du darfst nur eins deiner Riffs jemals wieder spielen’, dann würde ich mich für Flash entscheiden.”

Led Zeppelin: Whole Lotta Love (1969)

Jimmy Page erzählte, dass das zum Teil von der Chess Records Legende Willie Dixon inspirierte Gitarrenriff auf Whole Lotta Love im Sommer 1968 auf seinem Hausboot auf der Themse in England entstand, als er gedankenverloren auf seiner Gitarre spielte. Die Single wurde ein Megahit in den USA und das Riff wurde 2014 von den Hörern von BBC Radio 2 zum besten Riff aller Zeiten gewählt. “Ich wollte ein packendes Riff, das die Leute sofort verstehen und das einfach Spaß macht, aber als ich es mit der Band zusammen spielte, ging es wirklich durch die Decke”, sagte Page. “Wir wollten, dass das Riff gleichzeitig bedrohlich und warm klingt.” Viele von Pages Zeitgenoss*innen feiern es ebenfalls als eines der besten Gitarrenriffs aller Zeiten. Dave Grohl und Prince haben einmal zusammen gejammt und diesen Song gespielt und Grohl erinnerte sich: “Ich schwöre, das war das Unglaublichste, was ich je erlebt habe. Und es war niemand da!”

Derek And The Dominoes: Layla (1970)

Layla war einer der absoluten Höhepunkte der Rockmusik der 1970er Jahre. Eric Clapton schrieb den ersten Teil des Songs inspiriert durch das Buch The Story Of Layla And Majnun des klassischen persischen Dichters Nizami Ganjavi. Wie wir alle wissen, handelt es sich um ein Liebeslied für Pattie Boyd, die zu der Zeit mit George Harrison verheiratet war (und später mit Eric Clapton). Mit Claptons mehrlagigem Gitarrensound entsteht ein zeitloses Riff mit extrem hohem Wiedererkennungswert. Und bekanntermaßen steht sein Name auch unter dem Riff von Creams Sunshine Of Your Love, welches zu einer Zeit entstand, als seine Bewunder*innen ihn gelegentlich auch “Gott” nannten.

Deep Purple: Smoke On The Water (1972)

Deep Purple Gitarrist Richie Blackmore besteht darauf, dass man Smoke On The Water nur dann richtig spielen kann, wenn man zupft und kein Plektrum benutzt. Es ist eines der bekanntesten Riffs der Rockgeschichte und entstand während einer Jamsession in der Schweiz, wo Deep Purple das Album Machine Head aufnahmen. Blackmore erarbeitete das Riff zusammen mit Drummer Ian Paice und erinnerte sich später, dass sie einfach nur etwas “Unkompliziertes” haben wollten. Er sagte: “Wir waren in diesem riesigen Ballsaal in Montreux und die Polizei tauchte auf, weil es Beschwerden wegen Ruhestörung gegeben hatte. Wir schlossen die Tür ab, damit wir die Aufnahme beenden konnten. Während des letzten Takes in den letzten drei Minuten der Session wummerte die Polizei ununterbrochen an die Tür. Hätten wir der Polizei von Montreux nachgegeben, würde Smoke On The Water in der Form vielleicht nicht existieren.”

Queen: Killer Queen (1974)

Viele Queen Songs haben großartige Akkordfolgen und kraftvolle Solos von Gitarrist Brian May. Und einige haben fantastische Riffs, wie z. B. Stone Cold Crazy. Ihr bestes Riff ist wahrscheinlich auf Killer Queen zu hören. “Ich war im Krankenhaus und dem Tode nah, als ich das Stück hörte. Sie brachten mir die Harmonien und warteten, dass ich den Song fertigmache”, sagte May. Er benutzte für das Solo mit dem einzigartigen Kaskadeneffekt die Red-Special-Gitarre, die sein Markenzeichen wurde.

Aerosmith: Walk This Way (1975)

Joe Perrys Riff für Walk This Way wird immer noch gerne von jungen Gitarrist*innen gespielt, die das Instrument beherrschen wollen. Perry komponierte es bei einem Soundcheck in Honolulu, als er sich abenteuerlustig fühlte und etwas mehr als eine “normale, langweilige Akkordfolge” spielen wollte. Es ist eines der besten Gitarrenriffs der Rockmusik und wurde später von Run DMC für ihren Rock/Hip-Hop Crossover Klassiker gesamplet. Bis Aerosmith einen Text zum Riff hatten, dauerte es allerdings eine Weile. Erst als einige Bandmitglieder den Mel Brooks Film Young Frankenstein ansahen und der humpelnde Marty Feldman zu Gene Wilder sagte: “Walk this way”, kam Bewegung in die Sache und Sänger Steven Tyler schrieb den Text zu einer der legendärsten Melodien der Gitarrenwelt.

AC/DC: Back In Black (1980)

Back In Black ist AC/DCs aufwühlende Hommage an ihren früheren Sänger Bon Scott, der im Februar 1980 im Alter von nur 33 Jahren verstorben war. Angus Scotts Riff ist eine Lehrstunde im Gebrauch der pentatonischen Tonleiter in E-Moll. Dank dieses brandheißen Riffs ist Back In Black ein fester Bestandteil unserer Kultur und taucht in Dutzenden von Blockbustern wie Iron Man, Black Hawk Down und School Of Rock auf.

The Smiths: This Charming Man (1983)

Fans von The Smiths finden es zumindest diskussionswürdig, welcher Song Johnny Marrs bestes Riff beinhaltet. Viele favorisieren in der Hinsicht How Soon Is Now? oder What Difference Does It Make?. Unsere Stimme geht an This Charming Man. Ursprünglich schrieb Marr das Riff, welches eines der bekanntesten Intros der modernen Popmusik ist, für eine BBC Radiosession mit John Peel. Sein flüssiger und mitreißender Stil ist die perfekte Ergänzung zu Morrisseys düsterem Text und seinem schwermütigen Gesang.

Dire Straits: Money For Nothing (1985)

Dieser Dire-Straits-Klassiker von ihrem Album Brothers In Arms enthält eines der Riffs mit dem höchsten Wiedererkennungswert der gesamten Rockgeschichte. Mark Knopfler sprach mit ZZ-Top-Gitarrist Billy Gibbons, um ein paar Ideen und Impulse zu bekommen, bevor sie den Track aufnahmen. Er benutzte nicht seine übliche Gitarre, sondern eine 1958 Gibson Les Paul, mit der er dieses Riff mit dem perkussiven Fingerstyle perfekt spielen konnte. Das Video zu dem Song ist ein MTV-Klassiker.

Guns N’ Roses: Sweet Child O’ Mine (1988)

Auf dem 1988 erschienenen Sweet Child O’ Mine spielte der in London geborene Slash für Guns N’ Roses ein atemberaubendes Solo und eines der gewaltigsten Gitarrenintros aller Zeiten. Während einer Probe jonglierte Slash spaßeshalber mit einem Riff herum und Axl Rose rief aus: “Nehmt das auf! Das ist genial!” Ein Hit war geboren. “Innerhalb von einer Stunde war aus einer Fingerübung etwas ganz anderes geworden”, erzählt Slash in seiner Autobiografie.

Nirvana: Smells Like Teen Spirit (1991)

Fast drei Jahrzehnte nach seiner Veröffentlichung klingt Nirvanas bekannteste Single Smells Like Teen Spirit immer noch ungeschliffen und aufregend. Kurt Cobain wollte den “ultimativen Popsong” schreiben, als ihm dieses Riff einfiel. Außerdem strebte er nach einem Sound im Stile der Pixies. 1994 erzählte er dem Magazin Rolling Stone: “Eigentlich wollte ich die Pixies kopieren. Ich gebe es zu.” Die vier Akkorde des Riffs sind nicht sehr originell, aber die laut/leise-Dynamik des Songs und Cobains Stimme, die direkt aus dem Bauch heraus kam, machen dieses Riff extrem kraftvoll und zu einem der besten der 90er Jahre.


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12 Songs, die dem Rock’n’Roll ein Denkmal setzen

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Popkultur

„Der Triumph des Jazz“: Die musikalischen Einflüsse des Martin Luther King, Jr.

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Martin Luther King Jr.
Foto: Donald Uhrbrock/Getty Images

Am 15. Januar 2022 hätte die US-amerikanische Bürgerrechtsikone Martin Luther King ihren 93. Geburtstag gefeiert. Zu Ehren Kings möchten wir an dieser Stelle seine Verbindung zur Musikkultur ein wenig näher beleuchten.

von Markus Brandstetter

Die Bilder und Worte sind fest im kollektiven Bewusstsein verankert, selbst wenn man zu jener Zeit noch nicht auf der Welt war: Im August 1963 fanden sich über 200.000 Menschen in Washington, DC zum „Marsch auf Washington für Arbeit und Freiheit“ (englischer Titel: March on Washington for Jobs and Freedom) zusammen.

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Vor dem Lincoln Memorial hielt Martin Luther King seine berühmte Rede, deren Worte „I have a dream“ in die Geschichte eingingen. Musik war (nicht nur) an diesem Tag ein wesentlicher Bestandteil der Proteste. Bob Dylan und Joan Baez traten auf, Peter, Paul & Mary, Odetta Holmes, Mahalia Jackson und der Eva Jessye Choir, auch Harry Belafonte war anwesend. Für King war Musik aber weit mehr als eine akustische Untermalung — er sah sie als Mittel zur Veränderung an — und, im Falle von Jazz, Triumph der Schwarzen — dazu später mehr.

Kings musikalischer Background

Für Martin Luther King, das schreibt der US-amerikanische Autor Alfonso Pollard in seinem Artikel The Extraordinary Influences of Dr. Martin Luther King, Jr., habe Musik seit seiner Kindheit eine bedeutende Rolle gespielt. Kings Mutter Alberta King spielte hier wohl die Schlüsselrolle: Sie war Chorleiterin und Organistin in der Ebenezer Baptist Church. Auch Kings spätere Ehefrau Coretta Scott, die er an der Universität kennenlernte, war Kirchenchorleiterin, außerdem Sopranistin und Multiinstrumentalistin.

Geht es nach Pollard, gab es in Kings musikalischer Sozialisation zwei große Säulen: die Gospelmusik zum einen, zeitgenössische Sängerinnen wie Mahalia Jackson, Sister Rosetta Tharpe, Nina Simone, Miriam Makeba zum anderen. Später wurde auch Jazz für ihn immer wichtiger — eine Musik, die er als „triumphal“ bezeichnete. Damit meinte er den Triumph der Afroamerikaner*innen über die Unterdrückung, über Ungerechtigkeit, Kummer, Tragödien.

Der Triumph des Jazz

1964 wurde King gebeten, die Eröffnungsrede auf dem JazzFest Berlin (damals „Berliner Jazztage“ genannt) zu halten. In seiner Rede sprach er über eben dieses Triumphale im Jazz: „Gott hat viele Dinge aus der Unterdrückung heraus geschaffen. Er hat seine Geschöpfe mit der Fähigkeit ausgestattet, zu erschaffen, und aus dieser Fähigkeit sind die süßen Lieder der Trauer und der Freude hervorgegangen, die es dem Menschen ermöglicht haben, mit seiner Umwelt und vielen verschiedenen Situationen zurechtzukommen. Der Jazz spricht für das Leben. Der Blues erzählt von den Schwierigkeiten des Lebens, und wenn man einen Moment nachdenkt, wird man feststellen, dass er die härtesten Realitäten des Lebens in Musik umsetzt, um dann mit neuer Hoffnung oder einem Gefühl des Triumphs wieder herauszukommen.“

„Die letzte Bastion des Elitismus“

Wie die Verbindung Kings zur klassischen Musik ist, ist indes nicht hinreichend beleuchtet. Der US-Dirigent Paul Freeman (1936-2015) berichtete einst in einem Interview von ein Zusammentreffen mit dem Bürgerrechtler. Als dieser ihn fragte, was er in Atlanta mache, erklärte ihm Freeman, er habe ein Engagement als Gastdirigent des Atlanta Symphony Orchestra. Die Antwort von King darauf kann als sozialkritisch bis sarkastisch gelesen werden: „Ah, die letzte Bastion des Elitismus! Glory, Halleluja!“ Freeman, dessen erklärte Mission es war, die Klassik (sowohl als Musiker*in als auch als Hörer*in) für alle zugänglich zu machen, sah dies aber nicht als Seitenhieb, sondern als Inspiration, sein Ziel zu verfolgen.

Nachzusehen ist dies in diesem Interview:

Wie wichtig King war, zeigen zahlreiche Tribute. Soul-Legende Stevie Wonder war ausschlaggebend dafür, dass Martin Luther Kings Geburtstag zum Feiertag erklärt wurde — und widmete ihm das Stück Happy Birthday. U2 schrieben Pride (In The Name Of Love) über ihn, James Taylor zollte ihm mit Shed A Little Light Tribut — und natürlich darf man Nina Simones Stück Why (The King Of Love Is Dead) nicht vergessen, dass sie drei Tage nach seinem Tod vorstellte.

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Popkultur

Zeitsprung: Am 15.1.1969 kehrt George Harrison zu den Beatles zurück.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 15.1.1969.

von Timon Menge und Christof Leim

Getrennte Wege gehen die Beatles erst zu Beginn der Siebziger, doch dicke Luft herrscht schon vorher. Die Musiker fühlen sich ausgelaugt, gemeinsamer Tatendrang bleibt die Ausnahme. Am 10. Januar 1969 verlässt George Harrison sogar die Band. Fünf Tage später kehrt er zurück — allerdings mit Forderungen…

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Hört hier in Let It Be rein:

Klickt auf „Listen“ für das ganze Album.

Im Januar 1969 befinden sich die Beatles im Twickenham Studio in London und arbeiten an ihrer Platte Let It Be. Das White Album (1968) hallt noch nach, das Erscheinen von Yellow Submarine (1969) steht kurz bevor. Als die Band am Morgen des 10. Januar mit wenig Erfolg an den Songs Get Back und Two Of Us arbeitet, hat George Harrison die Nase voll. Er verlässt das Studio und lässt die anderen drei Musiker im Regen stehen. Nachdem sich McCartney, Lennon und Starr die erste Wut von der Seele gespielt haben, sagt Lennon trocken: “Ist er am Dienstag nicht zurück, holen wir Clapton.” Am 12. Januar treffen sich die Beatles bei Harrison zuhause, doch die Zusammenkunft verläuft alles andere als gut und endet von Harrisons Seite mit einem: “Man sieht sich.”

Einer der Gründe für Harrisons Abgang: Immer wieder geraten er und Paul McCartney aneinander. Harrison emanzipiert sich zu jener Zeit als Songschreiber und empfindet McCartney als zu dominant. In einem Interview mit dem Rolling Stone erzählt er: „Es ist mir immer sehr schwergefallen, beim Songwriting mitzumischen, weil Paul diesbezüglich sehr aufdringlich war. Wenn er meine Songs gespielt hat, lief das immer gut. Ich musste allerdings 59 seiner Ideen ausprobieren, bevor er sich meine überhaupt anhören wollte.“



Auch John Lennon und Harrison sind sich zu jener Zeit nicht grün. So stellt der britische Musikjournalist David Stubbs in einem Artikel für das Magazin Uncut die These auf, Harrison sei sogar noch genervter von Lennon als von McCartney, weil Lennon Probleme mit Harrisons wachsendem Einfluss auf das Songwriting gehabt habe. Nicht nur das: Lennons Beziehung zu Yoko Ono treibt einen Keil zwischen die beiden Beatles, die sich gerade erst richtig angefreundet hatten — vermutlich auch über ihre gemeinsame Vorliebe für LSD.

Außerdem stört Harrison sich daran, dass im Studio ein Film gedreht werden soll, obwohl die Beatles nur streiten. „Es kam vor der Kamera nie zum Eklat“, räumt er später ein. „Aber ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was das eigentlich soll.“ Er beschließt, die Band zu verlassen — ein Prozess, den auch Schlagzeuger Ringo Starr durchläuft, und zwar nur wenige Monate zuvor während der Sessions zum White Album.



Einige Tage nach Harrisons Abgang merken McCartney, Lennon und Starr endgültig, dass die Band nicht ohne den Gitarristen funktioniert. Die Musiker setzen ein Treffen für den 15. Januar an, und der verlorene Sohn taucht wieder auf — allerdings mit Forderungen. Harrison möchte im Gegensatz zu McCartney nach unfassbar vielen Konzerten nicht mehr live auftreten. Außerdem bittet er darum, das Studio zu wechseln. Die übrigen Bandmitglieder schlagen ein, die Beatles ziehen in die Apple Studios um und setzen den Aufnahmeprozess fort.


Die Symptome lassen sich durch die Veränderungen kurzzeitig bekämpfen, doch die Ursachen liegen tiefer. Trotz vorübergehender Wiedervereinigung kommt es langfristig zur Auflösung der Band. Vorher schließen die Briten die Aufnahmen des Albums Abbey Road ab, das durch diverse Umstände sogar noch vor Let It Be erscheint. Zur endgültigen Trennung kommt es im Frühjahr 1970, etwa einen Monat vor der Veröffentlichung der letzten Platte.

Zeitsprung: Am 21.1.1966 heiratet George Harrison. Eric Clapton grätscht rein.

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Popkultur

The Ronettes: 6 wegweisende Songs der legendären Girlgroup

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The Ronettes
Foto: Michael Ochs Archives/Getty Images

Am 12. Januar 2022 starb Ronnie Spector, die Leadsängerin der geschichtsträchtigen The Ronettes. Die Girlgroup aus New York war in den 1960er-Jahren eine wegweisende Popgruppe, die sich in Sachen Sound und Image deutlich vom Durchschnitt abhob.

von Markus Brandstetter

Ab 1963 arbeitete die Gruppe mit der Produzentenlegende (und dem späteren verurteilten Mörder) Phil Spector zusammen, den die Sängerin auch heiratete. Unseren Nachruf auf Ronnie Spector findet ihr hier. Zu Ehren der Sängerin wollen wir uns heute durch die größten Hits und wichtigsten und wegweisenden Songs von The Ronettes hören und ein wenig ihre Historie und den Hintergrund der Stücke beleuchten.

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1. Good Girls

Good Girls war die letzte Single von The Ronettes, die die Band über ihr altes Label Colpix Records veröffentlichte. Die Single schaffte keinen Platz in den Charts, die Band  war deswegen schwer enttäuscht und trennte sich von ihrem alten Label. Neue Geschäftsmöglichkeiten taten sich auf, die Gruppe unterschrieb bei Phil Spectors Label Philles Records. Der kommerzielle Erfolg konnte damit beginnen. Good Girls, die Single vor dem Erfolg, war vielleicht nicht so wegweisend, wie das, was unter Spectors Produktion folgen sollte — ist aber dennoch ein eingängiger, erinnerungswürdiger  Song.

2. Be My Baby

Be My Baby stammt aus der Feder von Phil Spector, Jeff Barry und Ellie Greenwich und ist der größte Hit der Band. Wobei: Spector hat im Grunde nur deswegen einen Songwriting-Credit, weil seine Produktion eben Kernstück des Songs ist. Be My Baby wurde am 15. August 1963 als Single veröffentlicht und schaffte es auf Platz zwei der US-Popcharts. Darauf zu hören ist die Creme de la Creme der damaligen Studiomusiker*innen-Szene — unter anderem spielt die großartige Carol Kaye (gemeinsam mit Ray Pohlmann) Bass, dazu sind mit Tommy Tedesco, Billy Strange, Barney Kessel und Bill Pitman gleich vier Gitarristen zu hören. Und weil ein Keyboard für eine Wall of Sound nicht reicht, sind auch vier Keyboarder mit dabei.

 3. Baby I Love You

Nachdem Be My Baby ein Erfolg wurde, war in Phil Spector der Ehrgeiz geweckt, nachzulegen. Allerdings gab es da ein Problem: The Ronettes sollten eigentlich touren. Ronnie blieb bei Phil im Studio, Estelle und Nedra gingen auf Tour, mit Verstärkung der Cousine Elaine. Weil man aber weitere Stimmen beim Aufnehmen brauchte, halfen Bekannte aus: So übernahmen Cher, Sonny Bono und Darlene Love die Backing Vocals auf dem Stück. Am Piano: der große Leon Russell.

 4. (The Best Part Of) Breakin’ Up

„Wenn Phil einen Song so sehr liebte wie (The Best Part of) Breakin’ Up, konnte er tagelang daran arbeiten, ohne jemals müde zu werden. Er verbrachte Stunden damit, die Harmonien mit Nedra und Estelle auszuarbeiten, und sprang jedes Mal auf und ab, wenn er etwas hörte, das ihm gefiel“, erinnerte sich Ronnie Spector in ihrer Autobiografie an die Aufnahmen zu  (The Best Part Of) Breakin’ Up.

 5. Do I Love You?

Junge Liebe – davon handelt Do I Love You?, das die Ronettes 1964 mit dem Song Bebe And Susu als B-Seite veröffentlichten. Geschrieben wurde der Song von Phil Spector, Pete Andreoli and Vini Poncia.

6. Walkin’ In The Rain (1964)

Walkin’ In The Rain — geschrieben von Barry Mann, Phil Spector und Cynthia Weil, wurde im Laufe der Jahre oft gecovert — unter anderem von The Walker Brothers und Jay & The Americans. The Ronettes, für die der Song geschrieben wurde, landeten 1964 damit auf Platz 23 der Billboard Top 100 Song, in den Billboard R&B Charts war sogar Platz 8 drin.

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Riot Girls: Die Musikerinnen, die die Welt veränderten

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