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Popkultur

Zeitsprung: Am 8.9.2000 feiert „Almost Famous“ Premiere.

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Das Filmplakat zu „Almost Famous“

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 8.9.2000.

 

von Victoria Schaffrath und Christof Leim

„Sex, Drugs & Rock’n’Roll“: Wenn ein Film dieses wenig nachhaltige Lebensgefühl der Siebziger einfängt, dann Almost Famous. Kein Wunder, denn Regisseur Cameron Crowe durfte als Teenager live miterleben, was es damit auf sich hat. Mit unfassbaren Anekdoten und Hauptdarstellerin Kate Hudson erobert er 2000 die Herzen von Rockfans weltweit.

Hört hier den Soundtrack von Almost Famous

Wenn jemand sagt: „Ich bin mit dem Rock der Siebziger aufgewachsen“, dann stimmt das selten so sehr wie im Falle des Regisseurs Cameron Crowe. Der schreibt nämlich in der Dekade des Rock als Teenager für den Rolling Stone und darf tatsächlich mit den ganz Großen im Tourbus sitzen. Dabei geht es natürlich nicht immer nur gesellig und gemütlich zu, denn irgendwo müssen sie herkommen, die inneren Konflikte, die in den besten Songs dieser Ära stecken. Eben dieser Zeit widmet Crowe 2000 seinen wunderbaren Film Almost Famous – Fast berühmt.

Augenzeugenbericht über die wilden Siebziger

Die Handlung orientiert sich eng am Leben des mittlerweile erfolgreichen Filmemachers, der das nötige Budget dank Projekten wie Fast Times at Ridgemont High und Jerry Maguire ohne Probleme sichern kann. Erzählstoff gibt es genug; immerhin fährt er mit gerade einmal 16 Jahren mit der Allman Brothers Band auf Tour. Es folgen Artikel über Led Zeppelin, Yes, die Eagles und Fleetwood Mac. Ab und an darf Crowe auch heute noch Gastbeiträge einreichen.

So berichtet Almost Famous vom jungen Schreiberling William Miller, der der biederen Mutter zum Trotz ein Leben als Rockjournalist anstrebt. Über einen kleinen Job bei einem Black-Sabbath-Konzert lernt er die Vorband Stillwater kennen, die so ziemlich alles vereint, was in den Siebzigern durch die Stadien dieser Welt lärmte. Dann klopft auch schon der Rolling Stone an, und gemeinsam mit der Band und Groupie Penny lernt William das Tourleben mit all seinen Schattenseiten kennen. Natürlich gibt es allerhand romantische Verzwickungen und persönliche Differenzen, bevor der Bericht endlich im Magazin erscheinen kann. 

Goldene Götter: Robert Plant & Duane Allman

Entsprechend lebhaft gestalten sich bei dieser Thematik auch die Dreharbeiten. So feiern Besetzung, Crew und Hintergrundfiguren eine dreitägige Party, um eine Szene in den Kasten zu bekommen, bei der Stillwater-Frontmann Russell unter Einfluss von LSD vermeintlich geistreiche letzte Wort vom Dach eines Poolhauses brüllt, bevor er sich von eben diesem ins Wasser stürzt. Natürlich geht der Stunt beinahe schief: „Ich sollte auf eine dieser Matten springen. Beim ersten Versuch pumpte mir so viel Adrenalin durch die Adern, dass ich die Matte beinahe verfehlte – ich konnte danach dem Stunt-Koordinator ansehen, dass er mir die Szene nicht wirklich zutraute.“

Gregg Allman schwört bis zuletzt, die Szene zeige einen Zwischenfall mit seinem Bruder Duane Allman, dem der junge Crowe ganz sicher beigewohnt haben musste. Der Regisseur spielt mit dem „goldenen Gott“ aber eigentlich auf Zeppelins Robert Plant und dessen selbstironisches Verhältnis zur Berühmtheit an. Als er dem Sänger den Film im Rahmen einer Privatvorführung zeigt, um die Rechte an Led-Zeppelin-Songs zu ergattern, entlockt die Szene Plant ein lautes Lachen: „Ich kenne Typen wie Russell. Ich habe noch eine dekorative Flasche mit Quaaludes im Schrank stehen. Ich denke, ich gehe heute heim und öffne sie.“ 

Schnappschuss von der Premierenparty – der Regisseur und die Besetzung: Frances McDormand, Philip Seymour Hoffman, Kate Hudson, Patrick Fugit, Cameron Crowe, Jimmy Fallon, Billy Crudup und Jason Lee – Foto: Evan Agostini /Getty Images

Durchbruch für Kate Hudson

Die Musikrechte gibt’s obendrauf, auch wenn Tiny Dancer von Elton John letztlich für die größte Gänsehaut im Film sorgt. Auch Crowes damalige Frau Nancy Wilson von Heart darf beim Soundtrack ran; Mike McCready von Pearl Jam spielt bei den Stillwater-Aufnahmen Gitarre, und Peter Frampton steht der Produktion als technischer Berater zur Seite.

Am 8. September 2000 feiert Almost Famous beim Toronto International Film Festival Premiere und erobert danach die Welt. Besonders Kate Hudson, die die Penny Lane verkörpert, verzaubert eine ganze Generation von Rockfans. Die Tochter von Kurt Russell und Goldie Hawn spielt die strahlenden wie dunklen Momente so überzeugend, dass sie 2001 einen Golden Globe für die Darbietung erhält und für einen Oscar nominiert wird. Für den Goldjungen reicht es nicht, den streicht dafür aber Crowe mit seinem Drehbuch ein. Das tröstet ihn sicher auch darüber hinweg, dass eigentlich Brad Pitt die Hauptrolle verkörpern sollte.

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