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Popkultur

Zeitsprung: Am 5.11. of ’59 kommt Bryan Adams zur Welt.

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Foto: Gareth Cattermole/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 5.11.1959.

von Victoria Schaffrath und Christof Leim

In den Achtzigern und Neunzigern reitet Bryan Adams die Welle des Rock ziemlich erfolgreich, Songs wie Run To You, Summer Of ’69 und All For Love dürfen auf keinem Mixtape der Zeit fehlen. Der Kanadier weist aber durchaus noch andere Interessen auf. Zu seinem Geburtstag werfen wir einen Blick auf seine vielen Talente. 

Hört hier Bryan Adams’ beste Songs: 

Aber spulen wir erstmal zurück: Am 5. November 1959 erblickt Bryan Guy Adams das Licht von Ontario, Kanada. Der Vater diente im britischen Militär, steigt in der neuen, nordamerikanischen Heimat schnell in den Rang eines Diplomaten auf. Klein Bryan bereist also früh die Welt und besucht unter anderem Österreich, Israel und Portugal, wo er sogar zur Schule geht.

 

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Here I Am

Den „first real six-string“ organisiert sich Adams nicht etwa im viel besungenen Summer Of ’69, der angeblich mit der Jahreszahl ohnehin nichts zu tun hat. Vielmehr ersteht er die erste Gitarre entweder 1970 in England oder 1972 bei einem Pfandleiher, je nachdem, ob man Adams selbst oder seinem Songwriting-Partner Jim Vallance glauben möchte.

Mit Vallance verbindet Adams übrigens eine der längsten und fruchtbarsten Partnerschaften der Musikwelt: Nach kreativen Probefahrten in Vancouver, unter anderem mit der Band Sweeney Todd, lernt der aufstrebende Sänger mit 18 Jahren den etwas älteren Vallance kennen. Der Ex-Drummer peilt eine Karriere als Studiomusiker und Komponist an, man trifft sich in dessen Studio zum gemeinsamen Musizieren. Der Rest ist bis heute andauernde Geschichte; erst kürzlich arbeiten die beiden gemeinsam an der Broadway-Version von Pretty Woman

Durchbruch

Dazwischen folgen natürlich diverse Welthits. Nach einigen in Kanada und den USA erfolgreichen Veröffentlichungen wie You Want It You Got It (1981) und Cuts Like A Knife (1983) bringt das vierte Album Reckless 1984 den endgültigen Durchbruch und macht Adams zum internationalen Rockstar. In Kanada stellt es gleich einen Rekord auf, denn noch nie zuvor konnte ein Künstler dort über eine Million Einheiten eines Albums verkaufen. Die Ironie daran: Die Leadsingle Run To You schreibt das Duo eigentlich für Blue Öyster Cult, die den Song aber ausschlagen. Neben der vermeintlichen B-Ware und Summer Of ’69 enthält das Album das Duett It’s Only Love mit Tina Turner, das Adams eine von insgesamt 15 Grammy-Nominierungen einheimst. 

Den Rest der Achtziger verbringt der „Groover from Vancouver“auf Under A Raging Moon von Roger Daltrey, für das er einen Gastbeitrag beisteuern darf, und mit dem eigenen Reckless-Nachfolger Into The Fire. Die Neunziger stehen dann ganz im Zeichen von Hollywood: Seinen Klassiker (Everything I Do) I Do It For You (bisher der einzige Grammy-Gewinn) platziert er 1991 auf dem Soundtrack zu Robin Hood – König der Diebe, zwei Jahre später nimmt er für den Mantel-und-Degen-Streifen Die Drei Musketiere mit Rod Stewart und Sting die Nummer All For Love auf. Als dritten Streich gibt es 1995 für Don Juan DeMarco die Ballade Have You Ever Really Loved A Woman?.

Der nette Kanadier mit der Reibeisenstimme

Noch mehr Filmmusik, dann ein MTV Unplugged; mit Cloud Number Nine und When You’re Gone, einer Zusammenarbeit mit Melanie C von den Spice Girls, gibt es zwei weitere erfolgreiche Stücke. Sein Fokus rückt jedoch seit der Jahrtausendwende immer mehr auf ein Gebiet außerhalb der Musik: Bryan Adams darf sich als erfolgreichen Fotografen bezeichnen. Unter anderem schießt er für die Vogue, Harper’s Bazaar und GQ oder ist für Kampagnen von Marken wie Hugo Boss, Jaguar oder Montblanc verantwortlich. 

Den gesammelten Ruhm nutzt der Diplomatensohn Zeit seiner Karriere für unzählige wohltätige Zwecke. Ob als Opener für Live Aid 1985 oder mit der eigenen Bryan Adams Foundation, die er größtenteils selbst finanziert; ob Spendenaktionen nach dem Tsunami im Indischen Ozean 2004 oder „Kinder in Not“: Adams unterstützt so viele Projekte, dass vermutlich sogar Bono neidisch wird. Seit 30 Jahren isst Adams zudem vegan und setzt sich für die Rechte von Tieren ein.

 

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Ehrenoffizier

Eigene Musik gibt es ebenfalls noch). Die Heimat vernachlässigt der mittlerweile in England lebende zweifache Vater aber natürlich nicht:  n Vancouver unterhält er ein Aufnahmestudio, dessen Gebäude er über zehn Jahre aufwändig restaurieren lässt. The Warehouse Studio empfängt so illustre Gäste wie Metallica, AC/DC, Slayer, Nickelback und R.E.M. Da wundert es nicht, dass der Kanadier zum „Officer Of The Order Of Canada“ berufen wurde. Bei so einem Lebenslauf sagen wir nur: Alles Gute, Herr Offizier!

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