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Popkultur

Def Jam: Jay Z und 90er Hip Hop

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Hits, Meilensteine, Erkennungslieder von Generationen, Hip Hop als Lebenseinstellung. Def Jam ist für den Rap und R&B, was Blue Note für den Jazz war oder Motown für den Soul: stilbildend, wegbereitend, federführend. Jeder heutige Rapper möchte im Atemzug mit Helden wie Public Enemy und Jay-Z genannt werden, und jede junge Sängerin möchte mit Rihanna und Mariah Carey im Boot sitzen. Im Biotop namens Hip Hop – total auf künstlerischen Wettbewerb aus, überlebensstark, straßensmart, neuheitengeil, mit einem Bein im Ghetto, mit dem anderen in der Chefetage – veränderte sich auch Def Jams Identität über die Jahrzehnte.

 

Def Jam: Die 90er

Beginnen prächtig für Def Jam mit LL Cool Js Meister-Album “Mama Said Knock You Out”. Nach Rubins Abgang braucht das Label aber eine neue Orientierung und findet dieselbe ausgerechnet im G-Funk der US-amerikanischen Westküste: Warren Gs “Regulate”-Album” ist eine berauschende kalifornische Cabrio-Spritzfahrt, die elegant vorbeisteuert am Westküsten-Gangsta-Rap. Derselbe wird im Verlauf des Jahrzehnts zum Gegenspieler, denn kein anderer Künstler wird in den 1990ern das Label mehr definieren als der Ostküsten-Rapper und König des New Yorker Hip Hops: Jay Z.
 

 
Def JamAls Jay Z 1996 sein Debütalbum “Reasonable Doubt” veröffentlichte, noch auf seinem eigenen Plattenlabel, trat er an gegen “The Score” von den Fugees oder “All Eyez On Me” von Tupac. Die Fugees und Tupac sind Geschichte. Was wurde aus Jay Z? Der Coach von Barack Obama und der reichste Mann im Hip Hop. “Afro-Amerikaner haben nur selten wirklich zur Popkultur gehört”, sagte einmal sein PR-Berater Steve Stoute im Interview. “Als Whitney {Houston} ein Popstar wurde, machte sie Sachen, die nicht zu ihr passten. Schau dir ihr erstes Album an: sie sieht aus wie eine afrikanische Göttin. Dagegen das zweite: da sieht sie aus wie eine schwarze Olivia Newton-John. Michael Jackson, dieselbe Arie. Er schmierte sich Jheri-Curls in die Haare. Jay Z blieb immer er selbst. Die Massen kamen zu ihm!” Etwa so wie davor zu James Brown. Jay Z kommt aus den Plattenbauten Bedfort-Stuyvesants in Brooklyn. Gemeinsam mit (den späteren Rappern) Busta Rhymes und The Notorious B.I.G. besucht er die Eli Whitney High School in Brooklyn.

Als er in Schwierigkeiten gerät, Drogen verkauft, besorgt ihm die Mama eine Boombox. Mit Beats von DJ Premier, mit Gaststar B.I.G. und provozierenden Raps der damals 17-jährigen Foxy Brown wird sein Debütalbum zum Meilenstein. Für alle Zeiten etabliert Jay Z dort seinen flexibel zwischen Uptempo und Balladen changierenden Flow. Den Nachfolger “In My Lifetime, Vol. 1” produziert Sean “Puff Daddy” Combs, der dem Album einen spürbar kommerzielleren Schliff verpasst. Es ist die Zeit des großen Beefs zwischen den Rappern der West- und Ostküste der USA, der Fehde zwischen den Hip Hop-Labels Death Row und Bad Boy, der Morde an den größten Stars beider Labels: Tupac Shakur (1996) und The Notorious B.I.G. (1997). Die Geschichten von harter Herkunft auf der glänzenden Klangfläche geben Jay Z sein Charisma. Auf dem Albumcover von “Vol.2…Hard Knock Life” sieht er schon nicht mehr aus wie ein Gangster-Poet, sondern wie ein Businessman – er hat es geschafft!

Parallel erscheinen 1998 mit dem Debütalbum von DMX und Method Mans “Tical 2000” zwei weitere Def Jam-Klassiker. Auf “The Dynasty: Roc La Familia” präsentiert Jay Z bereits die neue R&B-Generation: die Neptunes, Just Blaze und Bink!. Als Geschäftsführer von Def Jam wird er das Label mit Rihanna und Kanye West bereichern, zwei R&B-Künstler an der Spitze der Pop-Charts.
 

Die Story geht weiter: Rihanna & Co. – Def Jam und die Superstars des 21. Jahrhunderts


 


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