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Popkultur

Der Soundtrack deiner Stadt – Wie klingt eigentlich … ?

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Die Heimatstadt ist auch in Deutschland nicht mehr bloß Gegenstand der Volksmusik, sondern auch des Pop. Nur wer weiß, wo er herkommt, kann auch wohin gehen, und weit gebracht haben es einige, indem sie über das sangen, was sie am besten kennen – die Stadt, aus der sie stammen … oder in der sie letztlich landeten. Schaut man nämlich genau hin, ist mancher doch ganz woanders zur Welt gekommen. Home is where the … nein, wir bleiben auch in den nächsten Wochen vor der eigenen Haustür, um dem Sound der deutschen Stadt auf den Grund zu gehen.

 

Etwa mit Herbert Grönemeyer, der “seinem” Bochum ein ganzes Album mit gleichnamigem Hit widmete. Damit vermenschlichte er den seinerzeit noch verstaubten Kohlepott ein Stück weit. Oder denken wir an Xavier Naidoo als Einwandererkind, der den “Mannheimer Quadraten” mit “Meine Stadt” die fiesen Ecken abgerundet hat. Schließlich strahlt die alte Malocher-Metropole gerade durch sein Engagement im bunten Musikbetrieb mehr Wärme denn je aus.

 

Ganz zu schweigen von allen, die Hamburg besungen oder berappt haben – das müssen wir jetzt aber auf Englisch aussprechen, genauso wie Fettes Brot ihr “Nordisch By Nature”. Samy Deluxe oder Jan Delay laden ihre ebenso Texte mit Anglizismen auf. Pimps, Bitches und Hamburg-Beach machen aber gar nichts, denn: Spätestens mit Tocotronic hat sich das Modell “Hamburger Schule” durchgesetzt.

 

 

Bis dahin hätte Wolfgang Niedecken ein ganzes Stück über den Rhein schippern müssen – und umso weiter, weil er ja seit je von ganzem Herzen nach den Dylans und Springsteens dieser Welt schielt. Mit BAP machte er aus der Not eine Tugend und die Mundart im Rock salonfähig. Kölsche Herzlichkeit klingt letztlich auch unter amerikanischem Musikdeckel ganz anders als “Alaaf” oder “Helau”.

 

Wer sich hingegen aus der Provinz aufmacht, um die Großstadt zu erkunden, fühlt sich erschlagen. Bosse etwa waren die “3 Millionen” in Berlin erst mal zu viel, wohingegen die Einheimischen es nie anders gekannt haben: Culcha Candela und Seeed etwa verzieren das “Dicke B” mit fetten Reggae-Sounds, und auch die Weltenbummler In Extremo stehen drauf. SIDO hat das Märkische Viertel vom sozialen Brennpunkt zur Reimfabrik gemacht, an der vielleicht auch Peter Fox vorbeikommt, wenn er Morgengrauen nach Hause geht.

 

 

Und da wir nun schon im Osten angekommen sind: Hier neigen die nie auf den Mund gefallenen Kraftklub ausnahmsweise zur Untertreibung: Nennen sie ihre Brutstätte Chemnitz doch glatt “Karl-Marx-Stadt”

 

 

Wir widmen den musikalischen Hochburgen dieses Landes eine eigene Serie – los geht es ganz im Norden:
Der Soundtrack deiner Stadt – Part I: Wie klingt eigentlich Hamburg?

 

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