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Popkultur

Die langsame US Invasion der Beatles

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Bereits kurz nach dem kometenhaften Aufstieg der Beatles in Großbritannien, kontaktierte Parlophone sein Schwesterlabel in Amerika, dem EMI angehörigen Capitol Records. Capitol, etwas unbeeindruckt von den Beatles, entschied sich kurzerhand gegen die Veröffentlichung von den Beatles. In Kanada sah man es völlig anders. Capitol (Canada) erkannte das Potential und veröffentlichte Love Me Do – die Version in der Ringo an dem Drums saß, obwohl dies kein Hit war.


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Nach dieser ersten amerikanischen Absage wandte sich Parlophone an ein kleines US Label namens Vee Jay, ein Unternehmen was von einem Ehepaar in Gary, Indiana gegründet wurde und sich auf Black R&B Musik spezialisiert hatte. Diese Ironie blieb wohl auch den Beatles nicht verborgen, die, ganz nebenbei, diese Art Musik liebten. Vee Jay hatte kurz davor The Four Seasons unter Vertrag genommen, ihre erste nicht-afroamerikanische Band. Die Gerüchteküche besagt allerdings, dass sie zu diesem Zeitpunkt ein noch größeres Interesse an einem weiteren von EMI unter Vertrag genommenen Act hatten: Frank Ifield.


 

Vee Jay veröffentlichte Please, Please Me am 25. Februar 1963 als VJ 498. Der Track lief auf den größeren Radiosendern Chicagos, sogar recht erfolgreich, aber in den nationalen Billboard Charts bewegte sich nichts. Hinzu kam die nicht besonders hilfreiche Tatsache, dass Vee Jay es geschafft hatte den Bandnamen falsch zu schreiben, sodass auf der ersten Veröffentlichung “Beattles“ stand.

Derweil wurde in den UK ihre dritte Single From Me To You veröffentlicht, die sieben Wochen die Spitze der Charts anführte. Die Beatles waren nicht zu stoppen – außer in Amerika, wo einfach nichts klappen wollte. Mit den Beatles auf Platz 1 der UK Charts, veröffentlichte Vee Jay From Me To You / Thank You Girl als VJ 522 am 27. Mai 1963. Die Single wurde vom Cash Box Magazine als “Pick Of The Week“ ausgewählt, sodass sie Hoffnungen auf eine Chartplatzierung machte.

In Kanada veröffentlichte Capitol alle Hits die auch in UK erfolgreich waren. Anfang April Please, Please Me, From Me To You im Juni und She Loves You im Oktober. Please, Please Me konnte sich unter anderem über Platz 27 in den lokalen Radio Charts freuen, aber da es zu dieser Zeit noch keine nationalen Charts wie die amerikanischen Billboard oder Chashbox gab, blieb der nationaler Erfolg vorerst aus. Trotz allem war es den Kanadiern (wahrscheinlich Dank der engen Verbindung zu Großbritannien) möglich, die Fab Four schneller kennen und lieben zu lernen als ihren Nachbarn südlich der Grenze!


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Laut Paul White (dem bei Capitol Canada für die Vermarktung der Beatles Verantwortliche), war es ein unheilvoller Start für die Beatles. “Für all meine Mühe habe ich von Love Me Do nur 170 Exemplare verkauft. Danach habe ich es mit Please, Please Me versucht und etwa 280 Exemplare verkauft. Von der dritten Single From Me To You habe ich 300 verkauft. Und dann veröffentlichten wir She Loves You, was völlig ausartete. Von Love Me Do hatten wir am Ende fast 100.000 Exemplare verkauft.“

Enter: Del Shannon, der sich bereits die Bühne der Londoner Royal Albert Hall mit den Beatles teilte und währenddessen auch ihre neuste Single From Me To You hörte. Bereits kurz nach dem Auftritt machte sich Shannon auf den Weg nach Hause (Amerika) und begann dort die Aufnahme zu einer eigenen Version. Obwohl der Song nie besonders erfolgreich wurde und es nur auf Platz 77 der Billboard Charts schaffte, war es nichtsdestotrotz ein wichtiges Ereignis. So war dies zwar die erste Platzierung eines Lennon & McCartney Songs in den US Hot 100 Charts, aber zugleich verhinderte dieser „Erfolg“ auch den ihrer ursprünglichen Single, die es nur auf Platz 116 schaffen sollte. Ganz nebenbei war diese Platzierung hauptsächlich den starken Absatzzahlen der Los Angeles Gegend zu verdanken.

Unerschrocken, aber mit gravierenden Finanz- und Managementproblemen, entschloss sich Vee Jay dazu ein Beatles Album zu veröffentlichen: Introducing The Beatles VJLP 1062. In der letztmöglichen Minute sollte sich allerdings alles ändern; die internen Probleme waren zu groß, und die Beatles zu unpopulär, sodass es nie zur Veröffentlichung kam.


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Mit allen Problemen bei Vee Jay wurde die nächste – in den UK vier Wochen auf Platz 1 platzierte – Single She Loves You, von EMI an Swan Records, einem kleinen Label in Philadelphia lizensiert. Capitol hatte sich erneut geweigert. Swan veröffentlichte die Single Ende September 1963, und traf auf mangelndes Interesse seitens der Plattenkäufer, denn nur wenige Radiosender spielten die Single, sodass sie kaum jemand kannte. Erst im Januar, als NBC‘s The Jack Paar Program einen Mitschnitt von den Beatles mit She Loves You zeigte, bekamen sie Aufmerksamkeit. Die Beatles sollten es nun auch endlich in Amerika schaffen.

Im Oktober begannen die Beatles eine Tour durch Schweden, es war ihre erste Tour im Ausland als Berühmtheiten. Die Szenen am Flughafen in Stockholm waren chaotisch, aber nichts im Vergleich zu dem was sie eine Woche später bei ihrer Rückkehr erwarten sollte. Der, für die amerikanische Jugend stilprägende, TV Moderator Ed Sullivan war zu diesem Zeitpunkt in London und war so beeindruckt, dass er die Beatles zu seiner US TV Show einlud.

Am 1. November startete ihre erste Tour als unumstrittene Headliner. Der Tour Auftakt wurde im Odeon Cinema in Cheltenham begangen – die beschauliche Stadt im Westen Englands wurde regelrecht überrumpelt, sodass ein fassungsloser Journalist den Begriff ‘Beatlemania‘ prägte um die Situation zu beschreiben.



Mitte November realisierten auch die Amerikaner, dass bei den Briten der Beatles-Wahn ausgebrochen war, sodass drei der größten amerikanischen TV Sender Reporter entsandten um die Band zu interviewen, was sie backstage im Bournesmouth Winter Garden taten. Gerade rechtzeitig für die Weihnachtszeit veröffentlichte Parlophone das zweite Album, With The Beatles. Nur kurze Zeit darauf brachten sie auch die neue Single der Band I Want To Hold Your Hand/This Boy heraus, für welche sie über eine Million Vorverkäufe zählen konnten.

Derweil wachte auch Capitol USA endlich auf und erkannte das Potential der Beatles. Einen Tag nach Weihnachten 1963 veröffentlichten sie I Want To Hold Your Hand. Drei Wochen später war die Single in den Billboard Charts und erreichte Platz 1 am 1. Februar 1964, die sie für sieben Wochen einnahm. Abgelöst wurde sie von der, über Swan Records veröffentlichten, Single She Loves You, die zwei Wochen topplatziert war. Bis heute heißt es, dass dieser Erfolg ausschlaggebend für Swan Records‘ überleben gewesen sein soll, im Gegensatz zu vielen anderen kleineren Labels, die es nicht schafften.

Capitol Records meinte es nun ernst mit den Beatles, denn schon vor Weihnachten starteten sie eine Promo Kampagne mit der Ankündigung ‘The Beatles are coming’, die alleine im Bereich von New York die unglaubliche Summe von US$ 50.000 verzeichnete. Und ja sie kamen, erst zum Jack Paar Program und danach zur Ed Sullivan’s Show.


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Um die verlorene Zeit wieder wett zu machen, veröffentlichte Capitol am 20. Januar 1964 das erste amerikanische Album der Beatles – zumindest stand das auf dem Cover. Meet the Beatles! erreichte Platz 1 der Billboard Charts am 15. Februar 1964 und verweilte dort für elf Wochen bevor es von ihrem zweiten Album abgelöst wurde. Es war das erste Mal in den US Charts, dass Platz 1 von zwei Alben derselben Band in Folge bestückt wurde.

Der Grund wieso Meet the Beatles! eigentlich nicht das erste amerikanische Beatles Album war, ist das Vee Jay zehn Tage zuvor ihr langgeplantes Album Introducing … The Beatles herausbrachte. Laut Calvin Carter, dem Bruder des Vee Jay Eigentümers, verlief die Situation folgend: „Wir veröffentlichten das Album, aber EMI, durch Capitol, verklagte uns mit einer Unterlassungsaufforderung. Sie bekamen gefühlt jede Woche eine weitere Unterlassungserklärung gegen uns. Montags holten sie sich eine Befugnis und Freitags waren wir sie wieder los, sodass wir versuchten so viel wie möglich am Wochenende zu produzieren und den folgenden Montag zu verschicken. Wir produzierten fast ausschließlich am Wochenende.“

Introducing … The Beatles erreichte Platz 2 der Charts und verweilte dort für neun Wochen. Noch nicht völlig zufriedengestellt, veröffentlichte Vee Jay alle Singles an denen sie die Rechte besaßen, zum zweiten Mal. Auf dem Cover hieß es stolz „Das Album was die Beatlemania startete!“ und verwies außerdem auf den kommenden Auftritt der Beatles bei der Ed Sullivan Show.

Im Januar waren die Beatles für drei Wochen im L’Olympia Theatre in Paris gebucht. Zurück in London hatten sie einen Tag um sich auszuruhen und vorzubereiten, denn am nächsten Tag, dem 7. Februar, ging es für sie nach Amerika. Nach ihrer Ankunft am JFK Flughafen in New York City hielt die Band, noch vor Ort, eine Pressekonferenz ab. Allerdings wusste die amerikanische Presse anscheinend noch nicht viel mit den vier Jungs aus Liverpool anzufangen, so wurden sie teils sarkastisch und voller Skepsis in Empfang genommen.

Am darauffolgenden Tag, und nach einem Pressetermin im kalten und verschneiten Central Park, probte die Band für ihren Auftritt – leider ohne George, der etwas kränkelte. Glücklicherweise ging es ihm am nächsten Tag besser, sodass die die vier um genau 20 Uhr bei der Ed Sullivan Show vor einem Publikum von 73 Millionen erscheinen konnten. Kaum zu glauben, aber genau ein Jahr zuvor spielte die Band noch vor wenigen Tausend als eher unwichtiger Support Act von Helen Shapiro, in einem Kino in Sunderland im Norden Englands.


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Am Tag nach der Ed Sullivan Show wurde ein weiteres Segment aufgenommen und eine Pressekonferenz abgehalten. Hier überreichte ihnen der Capitol Präsident Alan Livingston, der Mann der die Beatles letztendlich unter Vertrag nahm, eine Goldene Schallplatte für 1 Million erreichte Verkäufe für I Want To Hold Your Hand, sowie eine weitere für den Verkauf ihrer LP Meet the Beatles!. Am darauffolgenden Tag fuhr die Band mit dem Zug nach Washington DC, da ein Schneesturm den gesamten Flugverkehr der Ostküste lahmgelegt hatte. In DC, genauer gesagt im Washington Coliseum, spielten sie nun endlich ihr allererstes Konzert in Amerika. Während der Show wurde Ringo’s Schlagzeug nach jeder Nummer umgestellt, sodass das gesamte Publikum die Chance bekam die Beatles nicht nur zu hören sondern auch zu sehen. Das Programm war straff; Am späten Abend besuchten die vier eine Cocktailparty in der britischen Botschaft und am nächsten Morgen ging es zurück nach New York um in der ausverkauften Carnegie Hall zu performen. Danach ging es sofort weiter nach Miami, dieses Mal per Flieger, um dort ein weiteres Ed Sullivan Segment aufzunehmen, was am 16. Februar von Küste zu Küste ausgestrahlt wurde.

Fünf Tage später, und kurz bevor die Beatles den Heimweg antraten, landete die von Swan Records veröffentlichte Single She Loves You auf Platz 1 der US Charts. Erschöpft aber ekstatisch landete Band in London. Trotz des hektischen Terminkalenders waren sie nicht zu stoppen und waren schon am nächsten Tag zu Gast in einer Fernsehshow. Am 25. Februar feierte George seinen 21. Geburtstag; am selben Tag nahm die Band Can’t Buy Me Love in den Abbey Road Studios auf – ein harter aber mittlerweile normaler Arbeitstag.


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Nach zwei Wochen auf Platz 1 der US Charts war es Can’t Buy Me Love der She Loves You ablöste und die Position für fünf Wochen innehielt. Doch am 9. Mai war die unglaubliche Erfolgssträhne von Nr. 1 Hits der Beatles vorbei. Abgelöst wurden sie von keinem geringerem als Satchmo, Louis Armstrong, dessen Song Hello Dolly allerdings bloß eine Woche auf Platz 1 verbrachte. Von Trübsal war hier jedoch keine Spur, denn auch Jahre später feierte er die Tatsache sagen zu können, dass er derjenige war, der die Beatles von Platz 1 verdrängte.

Während dieses ganzen Troubles waren die Beatles am 2. März schon dabei ihren ersten Kinofilm zu drehen. Die Arbeiten beinhielten einen Dreh in einem Strand Resort in Minehead, Somerset im Westen Englands, sowie Szenen die während einer Zugfahrt gedreht wurden. Die meisten der Innen-Aufnahmen wurden in den Twickenham Film Studios in im Westen Londons gefilmt, während ein Konzertmitschnitt am Ende des Monats in dem Scala Theatre in Londons West End aufgenommen wurde.

In Amerika, begleitend mit all den Capitol Veröffentlichungen, begannen auch viele weitere Labels mit eigenen Beatles Aufnahmen Kapital zu schlagen. MGM holte sich die Rechte an Tony Sheridans Song My Bonnie mit den Beatles als Backing Band und schaffte es damit auf Platz 26 der US Charts. Atco holte sich auch eine Tony Sheridan Single, Ain’t It Sweet, die es auf Platz 19 schaffte, und Vee Jay veröffentlichte durch ihr Tochterlabel Tollie die Single Twist and Shout, die am 4. April 1964 Platz 2 erreichte.


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So kam es dann in der Woche vom 4. April zu der erstmaligen Situation, dass die Top 5 der US Charts vollständig von den Beatles eingenommen wurden. Twist and Shout erreichte ‘nur‘ nicht Platz 1 weil Can’t Buy Me Love schneller war! Anfang Mai waren neben Can’t Buy Me Love, Twist and Shout und einer neuen Single namens Do You Want To Know A Secret in den Top 3, auch die Band Dave Clark Five mit zwei Songs in den Top 10 vertreten. Die britische Invasion war in vollem Gange.

Etwa zu diesem Zeitpunkt machten John, Cynthia, George und Patti Boyd (George’s neue Freundin) Urlaub in Honolulu und Tahiti; Paul, Jane Asher, Ringo und Maureen flogen in die Karibik. Als sie Ende Mai zurück kamen wurden sie mit der freudigen Nachricht begrüßt, dass es auch Love Me Do nun endlich auf Platz 1 der Charts geschafft hatte.


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Popkultur

Brennende Betten, brennender Tommy und ein verhedderter Fallschirm: 5 Anekdoten, die nur aus dem Leben von Tommy Lee stammen können

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Tommy Lee
Foto: Emma McIntyre/Getty Images for SiriusXM

Nur fünf Anekdoten aus dem Leben von Tommy Lee? Es gäbe wahrscheinlich mindestens 5.000 zu erzählen. Diese finden wir besonders unterhaltsam, tragisch oder schockierend.

Hier könnt ihr euch Andro von Tommy Lee anhören:

1. Als er auf der Girls, Girls, Girls-Tour einen Drogendealer hinter sich herfahren ließ.

Über die Drogeneskapaden von Mötley Crüe wurde schon so viel geschrieben, dass es nahezu unmöglich ist, noch eine neue Geschichte aufzustöbern. Wir haben uns deshalb für eine der unterhaltsamsten entschieden. „Die Girls, Girls, Girls-Tour von 1987 gehört zu den geilsten Erlebnissen meines Lebens“, erzählt Schlagzeuger Tommy Lee im Interview mit dem britischen Guardian. „Zumindest glaube ich das, denn ich erinnere mich an nichts, außer an jede Menge verschwommenen Wahnsinn. Wir hatten einen mächtig großen Jet, endlos viel Kohle und konnten machen, was immer wir wollten.“

Spätestens seit der Mötley-Crüe-Bandbiografie The Dirt wissen wir alle: Egal, welche Ausschweifungen man sich so ausmalt … Tommy Lee und Co. setzen immer noch einen drauf. „Eine Zeit lang hatten wir sogar unseren eigenen Drogendealer, der in einem Luxus-Oldtimer hinter unserem Tourbus hergefahren ist“, berichtet Lee weiter. „Auf seinem Kennzeichen stand: DEALER. Wann immer wir aus dem Bus ausgestiegen sind, ist er mit seiner diamantbesetzten Rolex, seinen Goldketten und ein paar Bitches in jedem Arm aufgetaucht und hat der Band und der Crew ganze Bündel voller Koks zugeworfen. Er war der pimphafteste Dealer aller Zeiten und hatte immer seinen Partyhut auf.“ Doch die Plattenfirma von Mötley Crüe bekommt kalte Füße. Schließlich könnte die Polizei bei einem auffällig gekleideten Drogendealer in einem Luxusauto mit dem Kennzeichen „DEALER“ stutzig werden. Die Band muss sich von ihrem hauseigenen Rauschmittelhändler verabschieden. In Versorgungsnot geraten die Musiker während der Tour aber wohl trotzdem nicht.

2. Als er mit einer Leuchtfackel in einem Hotelzimmer herumspielte und das Bett in Brand steckte.

In den Siebzigern und Achtzigern gehört das Zerstören von Hotelzimmern für viele Rockstars schlicht und ergreifend dazu. Das gilt (natürlich) auch für Mötley Crüe. Als die Band 1986 durch die Schweiz tourt, nimmt sie ihren Auftrag durchaus ernst. Nicht nur, dass Schlagzeuger Tommy Lee und Frontmann Vince Neil in ihrem Hotelzimmer ein paar Leuchtfackeln anzünden. Nein, das Duo Infernale steckt damit auch gleich das Bett in Brand. Als wäre das nicht genug, zerstört die Band im gleichen Hotel auch noch die Glasfenster der Aufzüge.

3. Als sich sein Fallschirm beinahe nicht geöffnet hätte.

Sein Leben hat Tommy Lee im Lauf der Jahrzehnte immer wieder aufs Spiel gesetzt. Doch mit einem Vorkommnis hat er wohl selbst nicht gerechnet. So verrät er im Interview mit dem britischen Classic Rock Magazine die gefährlichste Situation, in der er sich je befand: „Das ist etwas, was du nicht hören willst, wenn du gerade einen Fallschirmsprung machst“, steigt er in die Erzählung ein. „Ich mache gerade einen Tandemsprung, bin an einen Lehrer geschnallt, er ist mit dem Fallschirm auf meinem Rücken und höre: ‚Oh, fuck!‘ Ich schaue nach oben und der Fallschirm hat sich verheddert. Er zerrt daran und kämpft mit den Seilen und ich denke: ‚Das war’s, ich bin am Arsch, es ist vorbei.‘ Aber dann hatte ich eine spirituelle Erfahrung und dachte: ‚Ich kann nichts tun. Ich werde den freien Fall einfach genießen, bis ich auf dem Boden aufschlage.’ Als ich gerade losgelassen hatte, ging der Fallschirm auf einmal auf. Nicht cool.“

4. Als er sich in Wyoming an der Pyrotechnik verbrannte.

Am 12. Oktober 2005 spielen Mötley Crüe im Casper Events Center (heute: Ford Wyoming Center) — und dabei geht einiges schief. Laut Ultimate Classic Rock habe sich Tommy Lee an jenem Abend an einem Seil zwischen verschiedenen Drumsets hin und her geschwungen, wobei er in einen Funkenregen geraten sei. Dabei habe er „oberflächliche Verbrennungen and seinen Armen und im Gesicht erlitten“ und versucht, die Show noch zu Ende zu bringen. Doch man habe auf Nummer sicher gehen wollen, wie Mötley-Crüe-Frontmann Vince Neil im Interview mit People verrät: „Er sah nicht gut aus, als die Sanitäter ihn hinter der Bühne behandelt haben, also haben wir uns dazu entschieden, ihn ins Krankenhaus zu schicken.“ Zum Glück sehen die Verbrennungen schlimmer aus als sie sind: Schon zwei Tage später sitzt Lee in Bismarck (North Dakota) wieder am Schlagzeug.

5. Als er ein Dickpic in den sozialen Medien postete.

Als hätte nicht sowieso schon ein ungleich großer Teil der Weltbevölkerung Tommy Lees Penis gesehen, musste der Schlagzeuger am 11. August 2022 noch einen draufsetzen — und postete in den Social Media ein Foto von seinem Gemächt. „Vor einigen Wochen hatten wir eine etwa zweiwöchige Tourpause“, erklärt der Trommler das Dickpic später im Rahmen eines Konzerts. „Und ich habe mich abgeschossen, Alter. Mich volllaufen lassen. Ich war so voll, dass ich mich ausgezogen und Bilder von meinem Schwanz gepostet habe. Dabei bin ich eigentlich ein Mann der Brüste. Ich sehe gerne Brüste. Aber ich dachte: Das ist die Nacht der gleichen Möglichkeiten. Ich wollte in dieser Nacht jedermanns Ding sehen. Komm schon, hol deinen Schwengel raus!“ Ah ja … Bei Facebook und Instagram wurde das Foto schon längst wieder gelöscht. Bei Twitter kann man sich Lees gesamte Herrlichkeit noch immer anschauen. Haben wir gehört.

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5 Wahrheiten über den Sound der Deutschen Einheit

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Für alle Insider*innen, jahrzehntelangen Fans, Neugierigen und Einsteiger*innen: Hier nehmen wir uns mal ein paar Minuten Zeit und präsentieren euch fünf Geschichten, Anekdoten oder Fun Facts zu einem Genre, einer Band oder einem/r Künstler*in. Einfach, weil das Leben witzigere, unglaublichere und interessantere Geschichten schreibt, als jede*r Autor*in jemals könnte.

In dieser Woche dreht sich alles um den 3. Oktober 1990, jenen Tag, an dem aus West und Ost wieder ein gemeinsames Deutschland wurde. Knapp ein Jahr zuvor, am 9. November 1989, war die innerdeutsche Mauer gefallen. Ein Ereignis, das auch in der Musik stattfand. Wir liefern fünf Wahrheiten über den Sound der deutschen Einheit.

1. Pink Floyd und die wahrgewordene Utopie

Noch im Juli meinte Roger Waters von Pink Floyd, dass es nur einen einzigen Anlass geben würde, aus dem er das bandeigene Riesenspektakel The Wall noch einmal inszenieren würde – und zwar den Fall der Berliner Mauer. Waters sah dieses Ereignis in so weiter Ferne, dass er sogar in Erwägung zog, dafür seinen Ex-Bandkollegen David Gilmour mit auf die Bühne zu holen. Knapp vier Monate später fiel die Mauer tatsächlich und im Juli 1990 wurde Waters Gedankenspiel Realität: The Wall wurde am Potsdamer Platz noch einmal aufgeführt – zwar ohne David Gilmour, aber dafür mit vielen Auftritten anderer Stars.

2. Der Boss in Ostberlin

Auftritte von westlichen Künstler*innen in der DDR waren rar gesät. 1988 etwa trat Bruce Springsteen in Ostberlin auf. Weil der SED-Zentralrat das Konzert als gute Möglichkeit der massenpolitischen Arbeit der FDJ ansah, wurde Bruce Springsteen eine Auftrittsgenehmigung für die DDR erteilt. Rund 200.000 Bewunder*innen des Bosses kamen zur Radrennbahn Weißensee, wo Springsteen seinem Wunsch Ausdruck verlieh, dass eines Tages alle Barrieren abgerissen werden sollen. Der Satz wurde aus der Übertragung des Konzertes geschnitten – änderte aber nichts daran, dass sein Wunsch gut anderthalb Jahre später Wirklichkeit wurde.

3. Das David-Hasselhoff-Gate

Auch gut 30 Jahre nach dem Mauerfall hält sich das Gerücht wacker, David Haselhoff sei mitverantwortlich für dieses geschichtliche Großereignis, da er wenige Wochen nach der Maueröffnung dort seinen Hit Looking for Freedom sang und sich Menschen aus West- und Ostdeutschland dazu in den Armen lagen. Aber: weit gefehlt. „Ich hatte nie etwas damit zu tun und habe das auch nie gesagt. Niemals“, äußerte sich der Baywatch-Star unlängst gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

4. Das Eigenleben von Freiheit

Wer an Musik und Mauerfall denkt, hat sicherlich auch Freiheit von Marius Müller-Westernhagen im Sinn. Aber: Nicht nur, dass MMW den Song schon drei Jahre vor dem Mauerfall schrieb, nein, er hatte den Fall der Mauer nicht Mal im Sinn. Die Live-Version von Freiheit entwickelte vor dem Hintergrund des Mauerfalls allerdings ein Eigenleben und wurde zur Hymne des Herbstes. „Freiheit zeigt, dass künstlerische Produkte ein Eigenleben annehmen können. Wenn es in diesem Fall dazu gedient hat, dass der Song Menschen Kraft und Hoffnung gegeben hat, ist das ein glücklicher Umstand, der mich natürlich sehr freut“, sagte Marius Müller-Westernhagen gegenüber der TZ.

5. Wind Of Change ist ein rechtlich geschützter Begriff

Klar, Wind Of Change gilt unangefochten als die Hyme der Wende schlechthin. „Mein Gedanke war: Die ganze Welt in einem Boot und alle sprechen eine Sprache – Musik. Im September entstand Wind Of Change in Deutschland und im November fiel die Berliner Mauer. Der Song drückte ein Gefühl der Hoffnung aus, dass wir alle in der Zukunft in einer friedlicheren Welt leben können“, erklärte Klaus Meine mal gegenüber dem Fernsehsender VOX. Der Song machte die Scorpions binnen kürzester Zeit zu Weltstars. Nur logisch, dass Klaus Meine und Rudolf Schenker seitdem Inhaber der Wortmarke Wind Of Change sind.

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10 Songs zum Tag der Einheit: Deutschland, die Mauer und andere Problemchen

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Popkultur

10 Songs zum Tag der Einheit: Deutschland, die Mauer und andere Problemchen

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Foto: Sean Gallup/Getty Images

Am 3. Oktober 1990 war es offiziell: West- und Ost-Deutschland gehören wieder zusammen, die Berliner Mauer fiel schon ein Jahr vorher, der Eiserne Vorhang begann sich nach und nach zu lüften. Wir schauen zurück auf dieses historische Ereignis mit Songs, die damals und in der folgenden Zeit zum Soundtrack des wiedervereinigten Deutschlands wurden.

1. Scorpions – Wind Of Change

Los geht’s mit offensichtlichsten Song: Die sogenannte „Hymne der Wende“ ist auf jeden Fall der kitschigste, aber auch emotionalste und bekannteste Klassiker, den Mauerfall und Wiedervereinigung im Nachhinein hervorgebracht haben. Ein Jahr nach der Maueröffnung und kurz nach dem Zusammenschluss von BRD und DDR war Wind Of Change mit seinem Plädoyer für das Ende der Ost-West-Trennung die perfekte musikalische Untermalung für das, was gerade vor sich ging. So schreibt man Geschichte mit.

2. Westernhagen – Freiheit

Auch wenn dieser Song schon ein paar Jahre vorher veröffentlicht wurde, ist er ganz fest mit der deutschen Einheit verknüpft. Natürlich wegen des programmatischen Titels. Aber auch weil Westernhagen einer der vielen Künstler*innen war, die beim „Konzert für Berlin“ in der Deutschlandhalle auftraten, ein paar Tage nach dem Fall der Mauer. Dass Freiheit in diesem Setting eine extrem emotionale Rolle zukam, versteht sich von selbst.

3. Udo Lindenberg – Horizont

Allerallerspätestens mit dem Musical Hinterm Horizont ist Udo Lindenberg zu einer Galionsfigur für das geteilte Berlin und die Menschen geworden, die trotz aller gemauerten Widerstände zusammen sein wollten. Horizont ist die Liebesballade, die im Zentrum des Musicals steht. Und obwohl Sonderzug nach Pankow die politisch stärkere Hymne ist, berührt einen Horizont doch ein wenig mehr.

4. Die Prinzen – Millionär

Mauer weg, Invasion der Ossis. Für viele Westdeutsche (und natürlich auch ehemalige DDR-Bürger*innen) war die Wiedervereinigung eine mindestens zweischneidige Sache. Auch musikalisch war das Land jetzt vereint, und Die Prinzen wurden zu den ersten neuen gesamtdeutschen Popstars. Millionär war ihr erster putziger Hit.

5. WestBam / Dr. Motte – Sunshine

Techno und House gelten als inoffizieller Soundtrack der Wende – zumindest in Berlin. Mauerfall und Wiedervereinigung fielen eher zufällig mit dem Aufkommen der neuen Jugendkultur zusammen, aber es hätte nicht besser passen können: Auf großen Raves, in neuen Clubs und Events wie der Loveparade feierte Berlin seine neue Zusammengehörigkeit, mit einer Musik, die sich nicht um Ost oder West schert. Dr. Motte und Westbam waren zwei der damaligen Protagonisten, die regelmäßig neue Hymnen für die „ravende Gesellschaft“ produzierte.

6. Tocotronic – Aber hier leben, nein danke

Das neue Deutschland, genau so wie die zwei alten, war für viele nicht unbedingt etwas, mit dem man sich identifizieren konnte oder wollte. Egal, welche politische Meinung man hier hat – besonders die Deutschland-Kritiker*innen aus dem linken Spektrum haben ihre Vorbehalte immer in tolle Musik verpackt. So wie Tocotronic hier. Zwar ist der Titel ziemlich eindeutig, der Text allerdings sehr kryptisch und der Song unglaublich gut.

7. Slime – Deutschland

Andere waren da schon deutlicher: Dieser deutsche Punk-Klassiker stammt zwar aus den 80ern, ist aber bis heute ein Dauerbrenner. Vor allem wenn es darum geht, unserem Land auch mal die Meinung zu geigen. Das muss es schließlich aushalten.

8. Rocko Schamoni – Mauern

Und auch hier muss man ein bisschen ironische Skills mitbringen: Denn unser liebster Hamburger Lebenskünstler Rocko Schamoni empfiehlt bei zu viel sozialen Spannungen, einfach eine Mauer zu bauen. Kennt man ja. Aber ist natürlich auch nicht ganz so ernst gemeint. Die Satire-Partei Die Partei tut allerdings sehr überzeugend so, als würde sie ihre radikalen Forderungen ernst meinen – zum Beispiel, tatsächlich wieder eine Mauer in Deutschland zu errichten. Natürlich wurde Schamonis Song zur ihrer Wahlkampf-Hymne.

9. Pink Floyd – Another Brick In The Wall, Pt. 2

Auch dieser Rock-Klassiker handelt von einer Mauer, aber nur im übertragenen Sinne von der Berliner. Seit Pink Floyd 1988 aber ein Konzert direkt an der Mauer gespielt haben, ist der Song wie der gleich folgende untrennbar mit der Wiedervereinigung verknüpft.

10. David Hasselhoff – Looking For Freedom

Ein bisschen Spaß muss sein, ne? Denn in Expertenkreisen weiß man, dass es vor allem The Hoff war, die die Mauer zu Fall brachte. Looking For Freedom muss man heute schon mit sehr viel Augenzwinkern hören, doch damals war es ein Mega-Hit. Und wenn man sich die Begeisterung bei Hasselhoffs Mauer-Auftritt im Jahr 1989 ansieht, dann kann man schon verstehen, wieso The Hoff so von seiner historischen Leistung überzeugt ist.

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5 Wahrheiten über den Sound der Deutschen Einheit

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