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Popkultur

Die musikalische DNA von Kraftwerk

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Als Kraftwerk die Bühne betraten, war sie endlich gekommen: die Zukunft. Nach dem zweiten Weltkrieg wuchs eine ganze Generation von deutschen Musiker*innen heran, die mit Entsetzen in die Vergangenheit und mit Skepsis auf die Gegenwart blickten. In den Gerichten, den Ämtern, selbst in der Schule: Die Nazis waren nicht über Nacht verschwunden, sondern zogen sich nur mehr unauffälliger an. Es brauchte eine Gegenbewegung, und dafür wiederum war ein neuer Sound nötig. Doch einfach die Musik der Alliierten übernehmen? Entweder wie Elvis oder die Beatles spielen, alles auf Englisch singen? Nein, das ging so auch nicht. Was für eine Gegenbewegung wäre das bitteschön gewesen?


Hört hier in die musikalische DNA von Kraftwerk rein:

Für die ganze Playlist klickt auf „Listen“.

Radikaler noch als viele der Krautrock-Bands, in deren Umfeld Ralf Hütter und Florian Schneider-Esleben zuerst die Band Organisation (zur Verwirklichung gemeinsamer musikalischer Konzepte, wie der volle und umständliche Name lautete) gründeten und später mit neuem Konzept als Kraftwerk neu belebten, stellten die Mensch-Maschinen das Deutschsein überhaupt auf die Probe. Ihre „Industrielle Volksmusik“ war simpel und hochfuturistisch zugleich. Ein Auge warfen sie auf den Rückspiegel, in welchem die musikalische Tradition bei über 200km/h langsam zu schrumpfen begann. Das andere wurde fest auf die Zukunft gerichtet. Darüber vergaßen sie nicht selten, ihren Mitstreitern wie Wolfgang Flür oder Karl Bartos den gebührenden Respekt zu zollen. Irgendwann übernahm Hütter allein das Heft über die Band, die mittlerweile eher weniger nach Zukunft, sondern vielmehr nach ihrer eigenen Vergangenheit klingt.

Kraftwerk bleiben dennoch die wohl wichtigste Band der Welt. Ohne sie kein Electro-Pop, ohne sie kein Hip Hop, ohne sie kein Techno – ohne sie hätte es die Musik der Zukunft schlicht nie gegeben. Doch lässt sich aus ihrem vergleichsweise schmalen Werk auch eine musikalische DNA rekonstruieren, die uns nicht selten in die entfernte Vergangenheit führen wird…


1. Franz Schubert – Gute Nacht (Winterreise, D911)

Die sechziger Jahre waren die Zeit der Gegenkultur, der Aufstände im Mai 1968 und der aufblühenden Hippie-Kultur in deutschen Landen. Es wurde gekifft und debattiert, das System sollte stürzen und die Songs – parallel zu den Haaren – immer länger werden. In der lebhaften Szene der „Electri_city“ Düsseldorf tauchten zu dieser Zeit zwei Typen mit Designerschuhen auf, die überhaupt nicht ins Bild passen sollten: Hütter und Schneider waren Kinder aus reichen Häusern, die mit Klavierunterricht aufgewachsen waren.

Es war aber genau diese klassische Ausbildung, welche die Grundlagen für Kraftwerk legten. Insbesondere Franz Schubert, dem sie 1977 auf dem Album Trans Europa Express einen Song widmeten, wurde mit seinen ebenso simplen wie anrührenden Kunstliedern zum Vorbild ihrer Kompositionstechniken. Seine Winterreise war für Kraftwerks Neuinterpretation der Vergangenheit maßgeblich. „Und dann diese Musik“, schwärmte auch der Musiker John Foxx. „Bewusst werden hier abermals alle britischen und amerikanischen Pop-Elemente ausgeschlossen. Stattdessen nimmt sie Bezug auf eine stark vereinfachte, in einen neuen Sinnzusammenhang gesetzte Musik von Schubert bis Stockhausen.“


2. Karlheinz Stockhausen – Kontakte

Der kauzige Avantgardist Stockhausen war in der Nachkriegszeit einer der wichtigsten Dreh- und Angelpunkte der westdeutschen Szene. Bei ihm drückten Musiker wie Irmin Schmidt und Holger Czukay von CAN die Schulbank und lernten, ganz anders über Musik nachzudenken als zuvor. Und Kraftwerk? In einem seiner sehr seltenen Interviews verneinte Hütter 2010 gegenüber dem britischen Journalisten Jon Savage die Frage, ob die beiden unter Stockhausen studiert hätten oder von ihm beeinflusst worden wären. 2015 räumte er der WELT gegenüber jedoch ein, Stockhausen eventuell mal als Kind im Radio gehört zu haben.

Wo Hütters knappen Aussagen Glauben zu schenken ist, steht auf einer anderen Seite geschrieben. Wenn jemand darum bemüht war, einen Mythos um sich aufzubauen, dann schließlich er. Die irren Kompositionstechniken Stockhausens jedoch ebenso wie sein unbeirrbarer Glaube in die Möglichkeiten der Technologie spiegeln sich zweifelsohne im Schaffen Kraftwerks. Und vergessen wir nicht, dass neben Hütter und Schneider noch andere zur Band gehörten: Karl Bartos nämlich hat sein Handwerk bei Stockhausen gelernt. Es gab eben doch eine Menge „Kontakte“ zwischen Stockhausen und Kraftwerk.


3. Conrad Schnitzler – Ballet Statique

Wie es aber nun so ist: Die meisten Musiker, die über die Jahrzehnte bei Kraftwerk mitgemischt haben, verschwanden im Schatten von Schneider und vor allem Hütter. Selbst diejenigen, ohne die es Kraftwerk in dieser Form vielleicht nie gegeben hätte. Conrad Schnitzler war selbst in der umtriebigen Düsseldorfer Szene ein absoluter Oberkauz. Sein Leben schien selbst eine Art Performance-Stück zu sein, seine Musik sprengte bereits Grenzen, bevor er in Berliner das stilprägende Zodiak Free Arts Lab gründete und Cluster oder Tangerine Dream mit ins Leben rief.

1970 lebte Schnitzler längst in Berlin und hatte gerade mit Tangerine Dream deren erstes Album Electronic Meditation veröffentlicht, als die Vorform von Kraftwerk, Organisation, mit Tone Float debütierte. Darauf war freiförmiger Krautrock mit viel Flöteneinsatz und noch wenig von dem aalglatten Futurismus zu hören, der später Kraftwerks Markenzeichen wurde. Schnitzler aber verschaffte ihnen ihren ersten Synthesizer, einen EMS Synthi-A. Nicht unbedingt aus Sympathie für ihr Schaffen allerdings, wie er später zugab: „Kraftwerk waren mir eigentlich zu straff, zu deutsch. Ich bin 1937 geboren und kann so etwas nicht leiden.“ Für immer in ihrem Schatten zu stehen hat der 2011 verstorbene Künstler allerdings auch nicht verdient.


4. The Beach Boys – Fun, Fun, Fun

Dabei wurden doch selbst die großen Kraftwerk mal für schnöde Epigonen gehalten. Nicht nur wegen der offenkundigen Parallele zwischen Barbara Ann und Autobahn, sondern auch wegen der Lyrics „Wir fahr’n, fahr’n, fahr’n auf der Autobahn“ – klingt doch wie „We’re having fun, fun, fun on the Autobahn“, oder? – wurde die Band in den USA zuerst für ein Beach Boys-Rip-Off gehalten. Reiner Zufall? Wohl kaum! Denn Hütter nannte die Gruppe um Brian Wilson neben den Doors immer wieder gerne als Inspiration.

Genauer sagte er, dass „es den Beach Boys [gelang], ein Maximum grundlegender Vorstellungen zu konzentrieren. Wenn die Leute in hundert Jahren wissen wollen, wie das Kalifornien der Sechziger war, brauchen sie sich nur eine Single der Beach Boys anzuhören.“ Aber Moment mal, wie konnte Hütter das überhaupt beurteilen – schließlich war er doch selbst nie im Kalifornien der sechziger Jahre gewesen, sondern hatte ausschließlich die Musik der Beach Boys gehört! Immerhin: Von Spritztouren auf der Autobahn oder vom Fahrradfahren verstand er selbst etwas…


5. MC5 – Kick Out the Jams

Die Beach Boys sind zuerst ein verwirrender Bezugspunkt im Kraftwerk-Universum, doch über die ebenso simplen wie komplexen Harmonieführungen und Melodiebögen Brian Wilsons ist es eben doch nur ein kleiner Schritt zu großen Hits wie Das Modell. Noch überraschender scheint da allerdings, dass sich Hütter und Schneider für den Sound der Stooges oder von MC5 begeistern konnten. Der dreckige, verschwitzte Rock US-amerikanischer Machart – was hat der bloß mit Kraftwerk zu tun?

Eine ganze Menge, argumentierte der britische Musikjournalist Simon Reynolds in seinem Buch Energy Flash. Denn schließlich kamen beide Bands aus der sogenannten „Motor City“ Detroit, wo 1903 die erste Ford-Fabrik eröffnet wurde und zehn Jahre später die Fließbandproduktion von Kraftwerks zweitliebstem Fortbewegungsmittel begann. Der Lärm der Industrie war wiederum für Bands wie Stooges oder die MC5 inspirierend. Was Kraftwerk sich von ihnen mit auf den Weg nahmen, waren also weniger musikalische Ideen als vielmehr Gedanken zum Miteinander von Technologie und Sound. In Detroit wurde schließlich nicht ohne Grund Mitte der Achtziger Techno erfunden, ein Genre, das sich ebenso explizit auf Kraftwerk bezog wie auf den Rhythmus der Maschinen…


6. The Velvet Underground – Sister Ray

Natürlich aber war der erdige, körperliche Ansatz von MC5 und anderen nicht unbedingt Kraftwerks Sache. Ihnen ging es ums Künstlerische, um nicht zu sagen Künstliche. Niemand hatte den Zusammenhang zwischen Kunst und Künstlichkeit besser in Bilder gepackt als Andy Warhol, der sein Studio wohl nicht ohne Zufall „Factory“ nannte. In seinem Umfeld gründeten sich The Velvet Underground, die seine Ideen kongenial auf Musik übertrugen und damit nur wenige, aber die richtigen Fans fanden. „Das erste Velvet Underground-Album hat sich nur 10.000 Mal verkauft, aber wer auch immer es kaufte, gründete danach eine Band“, sagte einer, der es wissen musste: Brian Eno.

Velvet Underground stellten ihr Publikum vor große Geduldsproben. Der Beat, die spärlichen Riffs, der lakonische Sprechgesang Lou Reeds – all das blieb sich schier immer gleich. So wie später auch das knapp 23-minütige Autobahn, das von Flürs unnachgiebigem Motorik-Beat getragen wurde. Vor allem dachten Kraftwerk wie Velvet Underground beziehungsweise Warhol vor ihnen Pop als Kunst beziehungsweise Pop Art: So wie die Warhol-Banane auf The Velvet Underground & Nico bestach auch Autobahn (zumindest in späteren Ausgaben) oder die ersten beiden selbstbetitelten LPs durch eine Simplizität, die in ihrer Genialität schlicht beeindruckend war.


7. Neu! – Hallogallo

Wenn Andy Warhol der visuelle Übervater der Pop Art war, dann war Conny Plank der Klangmagier der westdeutschen Nachkriegsgeneration. Bei Duke Ellington oder den Eurythmics stand der Produzent ebenfalls hinter den Reglern, unvergessen aber ist sein Beitrag zur Krautrock-Geschichte, welcher er nachhaltig seinen Stempel aufdrückte. Der Motorik-Beat, der Autobahn kennzeichnet, wurde unter seinen wachsamen Ohren von Klaus Dinger erfunden, als Neu! ihr erstes Album mit Plank in Hamburg aufnahmen.

Ohne Kraftwerk hätte es Neu! niemals gegeben. Dinger und Gitarrist Michael Rother waren kurz zuvor dort ausgestiegen. Doch gemeinsam fanden sie ihre Bestimmung und schufen mit Plank zusammen eine Art von Krautrock, der auf technischen Spielereien und derselben mitreißenden Ausdauer fußte wie die großen Erfolge von Kraftwerk zwei Jahre später. Die hatten ebenso auf Planks Können vertraut, sich dann aber ab Radio-Aktivität von ihm als Weggefährten endgültig verabschiedet. Sie hatten ihr eigenes Studio, wollten die Dinge selbst in die Hand nehmen – und vergraulten dabei eine Vielzahl von Mitstreitern…


8. Karl Bartos – I’m the Message

Karl Bartos etwa, der zu den Aufnahmen von Radio-Aktivität an Bord kam und erst 1991 die Band verließ, wird in der Geschichtsschreibung Kraftwerks allzu gerne als Fußnote behandelt. Dabei ist er doch Mitkomponist von Stücken wie Tour de France oder Das Modell! Den Superhit Das Modell rettete er genau gesagt, denn der Kraftwerk-Grafiker und -Texter Emil Schult hatte aus seiner unerwiderten Liebe zu einem Model einen kitschigen Rock-Song gemacht. Bartos erst gab ihm den richtigen Kraftwerk-Anstrich.

Das alles änderte nichts daran, dass Hütter und Schneider den genialen Musiker, der sich später unter den Pseudonym Elektric beziehungsweise Electric Music wie auch unter seinem Klarnamen und als Songwriter für Bands und Artists wie OMD oder Anthony Rother verdingte, als Angestellten behandelten. Er durfte nicht einmal bei anderen Bands mitmischen, während er bei Kraftwerk tätig war – wer bei Mercedes arbeite, könne dasselbe schließlich nicht für Opel tun, soll Hütter ihm gesagt haben. Als Freunde gingen die drei Musiker deshalb nicht auseinander und heute steht Bartos der Band kritisch gegenüber. „Ab The Mix sind Kraftwerk für mich gestorben oder hängen heute nur noch an einer Herz-Lungen-Maschine“, sagte er in einem Interview.


9. Afrika Bambaataa – Planet Rock

Bartos‘ Ausstieg nach der Veröffentlichung von The Mix spricht auch deutlich aus, mit welchen Problemen sich die Band seit Anbruch der achtziger Jahre konfrontiert sah. Nach der Veröffentlichung des bahnbrechenden Albums Computerwelt mit Stücken wie Nummern im Jahr 1981 begann eine kreative Krise, Kraftwerk im Kern zu erschüttern. Erst 1986 meldete sich die Band mit der LP Electric Café zurück, die 2009 in Techno Pop umbenannt wurde, dem ursprünglichen Arbeitstitel. Das lag nicht nur daran, dass Hütter 1983 einen schweren Radunfall hatte. Sondern ebenso daran, dass Kraftwerk sich in der Zukunft, die sie selbst vorausgesehen hatten, nicht mehr zurechtfanden.

Denn was war nicht alles seit der Veröffentlichung von Autobahn alles passiert? Synthesizer, Sequencer und Sampler wurden massenproduziert und standen so allen zur Verfügung. Das Alleinstellungsmerkmal Kraftwerks, ihr futuristischer Sound, war plötzlich keiner mehr. Vom elektronischen Disco Giorgio Moroders hin zum frühen Hip Hop-Sound von Afrika Bambaataa, der für Planet Rock gleich zwei Kraftwerk-Songs (Trans Europa Express und Nummern) als Blaupause hernahm, wurden sie plötzlich von links und rechts überholt! Ihnen aber gefiel das sehr gut, heißt es, und tatsächlich verstanden sich Hütter und Schneider bei einem Treffen mit dem New Yorker Hip Hop-Pionier wohl blendend. Der (inoffizielle) Kraftwerk-Biograf David Buckley deutete sogar an, dass die beiden sich gerne an den Ideen ihrer Imitator*innen bedient hätten…


10. Model 500 – No UFO’s

Obwohl Kraftwerk nach Electric Café beziehungsweise Techno Pop kein eigenständiges Album mehr veröffentlichten und es bei der Aufarbeitung von Archivstücken wie auf The Mix oder die sich ebenfalls zu Teilen aus altem Material speisenden Tour de France Soundtracks sowie zahlreichen Retrospektiven und spektakulären Live-Auftritten blieb, so wirken sie immer noch nach. Hütter, Schneider und ihre Musikarbeiter erfanden elektronischen Pop, aber auch die Musik, zu der heutzutage Nacht für Nacht in den Clubs dieser Welt gefeiert wird. Ohne Kraftwerk kein elektronischer Disco, kein House, kein Techno.

„Techno ist wie Detroit, ein kompletter Fehler. Es ist, als wenn man George Clinton und Kraftwerk in einen Fahrstuhl einsperrt“, sagte einst einer, der es wissen musste: Derrick May. Der US-Amerikaner gehört zu den sogenannten Belleville Three, einem Trio aus Detroit, dem neben Kevin Saunderson auch Juan Atkins angehört. Unter dem Namen Cybotron veröffentlichte Atkins 1984 – zwei Jahre vor Electric Café beziehungsweise Techno Pop – die Single Techno City. Ein Jahr später allerdings folgte unter dem Pseudonym Model 500 mit No UFO‘s der Track, der Techno zu einem internationalen Phänomen machen sollte. Der Einfluss von Kraftwerk war deutlich zu spüren, und doch rauschte hier die Zukunft aus der Motor City Detroit mit 125bpm an den Düsseldorfern vorbei… So klang die neue industrielle Volksmusik!


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10 Hits der 80er, die heute niemand mehr kennt

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Zeitsprung: Am 5.2.1935 kommt Alex Harvey zur Welt.

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Foto: Evening Standard/Hulton Archive/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 5.2.1935.

von Timon Menge und Christof Leim

Besonders geradlinig verläuft die Karriere von Alex Harvey und seiner Sensational Alex Harvey Band nicht. Dennoch gehört der schottische Musiker zu den bekannteren Gesichtern der britischen Rockmusik der Siebziger. Heute hätte er Geburtstag gefeiert. 

Hier könnt ihr euch die größten Hits von Alex Harvey anhören: 

Das Licht der Welt erblickt Alexander James Harvey am 5. Februar 1935 in einem Arbeiterstadtteil von Glasgow. Bevor er seinen Weg als professioneller Musiker einschlägt, jobbt er unter anderem als Kellner und als Dachdecker. Zeitweise graviert er sogar Grabsteine. Zu Beginn der Fünfziger begeistert er sich für Dixieland-Jazz und Skiffle, bevor er ab 1954 selbst die Bühnenbretter betritt.

Im Vorprogramm der Beatles

Ab 1958 reist Harvey mit seiner Big Soul Band durch England und Deutschland. Schnell entwickelt er sich zu einem der Aushängeschilder der britischen R&B-Szene, obwohl er auch Rocksongs zum Besten gibt. So spielt er am 20. Mai 1960 mit seiner Big Beat Band im Vorprogramm von Johnny Gentle And His Group. Hinter dem Kürzel „His Group“ verbirgt sich niemand Geringeres als die späteren Beatles, die zu jener Zeit noch aus John Lennon, Paul McCartney, George Harrison, Stuart Sutcliffe und Tommy Moore bestehen. Es handelt sich um den ersten Termin einer siebentägigen Schottland-Tour.

Hier tourt Alex Harvey mit. Eigentlich heißen die Beatles zu jener Zeit aber noch The Silver Beetles. Wer hat George sofort erkannt?, Foto: Buchcover

Gegen Ende der Sechziger versucht er es als Solokünstler, doch der Durchbruch bleibt aus. Der folgt dann zu Beginn der Siebziger, nach einem kleinen Umweg als Session-Musiker für die Londoner Inszenierung des Musicals Hair. Denn jetzt gründet er die Sensational Alex Harvey Band.

Die großen Erfolge

Mit der Gruppe bleibt Harvey während der gesamten Siebziger erfolgreich, steigt von 1976 bis 1978 allerdings kurzzeitig aus. Schon auf dem Debüt Framed (1972) liefert die Band Granaten wie Midnight Moses und den Titelsong Framed aus der Feder des Songschreiber-Duos Jerry Leiber und Mike Stoller ab. Zeitgleich erobert der Glam Rock das Vereinigte Königreich und später auch den Rest Europas. Harvey und seine Mitmusiker greifen den Stil auf. So entdeckt er zu jener Zeit sein legendäres, schwarz-weiß-gestreiftes Shirt. Gitarrist Zal Cleminson setzt noch einen drauf und tritt in Pantomime-Schminke und gelb-grünem Overall auf.

Mit einer Coverversion des Tom-Jones-Songs Delilah landet die Band 1975 einen Top-Ten-Hit, auch der Song The Boston Tea Party (1976) feiert große Erfolge. 1978, kurz nach Harveys Rückkehr, erscheint mit Rock Drill das letzte Album der Band. Im Anschluss veröffentlicht er zwei weitere Soloplatten und geht ab 1979 wieder auf Tour. Doch leider stirbt Alex Harvey am 4. Februar 1982 einen Tag vor seinem 47. Geburtstag an Herzversagen. Er hinterlässt zwei Söhne, einen aus jeder seiner beiden Ehen.

Zeitsprung: Am 9.1.1975 endet die Geschichte der Beatles offiziell

 

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Popkultur

10 Songs von Alice Cooper, die man kennen sollte

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Alice Cooper
Foto: Grant Lamos IV/Getty Images

Schock-Schminke, Schauer-Schlangen und schreckenerregende Songtexte: Alice Cooper hat den Schockrock zwar nicht erfunden, doch er hat ihn als erster auf die Spitze getrieben. Seit knapp 60 Jahren steht er nun auf der Bühne. Diese zehn Songs gruseln uns bis heute — auf die gute Art!

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch einige der besten Songs von Alice Cooper anhören:

Ob Vincent Damon Furnier schon bei seiner Geburt am 4. Februar 1948 geschminkt war, ist nicht überliefert — doch wir gehen davon aus. Die Geschichte seiner ersten großen Band Alice Cooper reicht bis ins Jahr 1964 zurück. „In der Highschool haben uns alle gehasst“, erinnert er sich in einem Interview mit der Schweizer Illustrierten. „Sehr lange Zeit mochte uns wirklich niemand.“ Das ändert sich Anfang der Siebziger, denn mit ihrer Single I’m Eighteen gelingt Alice Cooper der Durchbruch. In Windeseile erobert die Gruppe die Musikwelt; ab Mitte der Siebziger spielt Furnier seine Rolle als Alice Cooper solo weiter. „Ich wollte einen Charakter spielen, der so ist, wie ich mir den besten Rockstar aller Zeiten vorstelle“, erzählt er. „Also habe ich Alice so kreiert, wie ich das wollte: ein bisschen böse, lustig, total gruselig, aber auch elegant. Alice ist mein allerliebster Rockstar.“ Unserer auch! Das sind seine zehn besten Songs.

1. I’m Eighteen (1970)

„I’m eighteen and I like it“ — Selten wurde die Volljährigkeit mit mehr Begeisterung besungen. Ursprünglich handelte es sich bei I’m Eighteen um eine achtminütige Jam-Session, doch Produzent Bob Ezrin überredete Alice Cooper dazu, den Song auf drei Minuten einzudampfen. Zum Glück — acht(zig)minütige Jam-Sessions gab es in den Sechzigern nun wirklich genug.

2. Under My Wheels (1971)

Bei Under My Wheels handelt es sich um die erste Single vom vierten Alice-Cooper-Album Killer (1971). Seitdem hat er das Stück auf wirklich jeder(!) Tour zum Besten gegeben, weshalb Under My Wheels Platz drei von Coopers meistgespielten Live-Songs belegt. 1988 nahm Cooper die Nummer übrigens noch einmal auf, und zwar mit Guns N’ Roses. Im Gegenzug ist Cooper auch in The Garden von Use Your Illusion I zu hören.

3. School’s Out (1972)

Keinen Song hat Alice Cooper häufiger live gespielt: Mehr als 2.900(!) Mal war School’s Out auf den Konzerten des Schockrockers zu hören, also quasi acht Jahre lang jeden Tag einmal. Dass Cooper und sein Publikum so viel Freude an dem Stück haben, überrascht nicht. Schließlich hat er selbst einmal gesagt: „Die beiden schönsten Zeiten des Jahres sind der Weihnachtsmorgen und der Beginn der Sommerferien.“

4. No More Mr. Nice Guy (1973)

Wer hinter diesem Titel Autobiografisches vermutet, ist auf dem richtigen Weg. In No More Mr. Nice Guy beschäftigt sich Cooper mit den Reaktionen der Kirchengruppe seiner Mutter auf seine mitunter okkult-gruseligen Bühnenauftritte. „Jetzt gibt es keinen Weg zurück“, meint er mit dem Titel. Gut so! Was hätten wir in den vergangenen Jahrzehnten bloß ohne unsere Tante Alice gemacht.

5. He’s Back (The Man Behind The Mask) (1986)

Ganze 13 Jahre liegen zwischen dem vierten und dem fünften Song unserer Liste. 13 Jahre, in denen Alice Cooper erfolgreich solo durchstartete, aber auch heftig abstürzte. An manche seiner Alben aus den Achtzigern kann er sich aufgrund seines Drogen- und Alkoholkonsums noch nicht einmal erinnern. Dieser Titel passt also zu seinem Mini-Comeback 1986 — und zum Soundtrack des Films Freitag der 13. Teil VI – Jason lebt.

6. Poison (1989)

Wann immer es um die größten Rockhymnen aller Zeiten geht, darf dieser Song nicht fehlen. In den Achtzigern hatte sich Alice Cooper durch seine Alkohol- und Drogeneskapaden beinahe selbst ins Aus geschossen, doch mit seinem 18. Studioalbum Trash gelang ihm der große Sprung zurück in den Mainstream. Bis heute handelt es sich um seine erfolgreichste Platte — und das nicht zuletzt aufgrund großer Hits wie Poison.

7. Bed Of Nails (1989)

Auch Bed Of Nails stammt von Coopers Über-Album Trash und geriet gleich hinter Poison zum zweiterfolgreichsten Song der Platte. Komponiert hat Cooper das Stück zusammen mit seinem Ex-Bassisten Kane Roberts, seinem Produzenten Desmond Child sowie mit Diane Warren, die nicht nur für Rockgrößen wie Elton John, Tina Turner und Aerosmith tätig war, sondern auch für Popstars wie Whitney Houston und Britney Spears.

8. Hey Stoopid (1991)

Hey Stoopid gehört nicht nur zu Alice Coopers berühmtesten Songs, sondern der Meister des Schockrock begrüßte für das Stück auch jede Menge Gaststars im Studio. Slash, Ozzy Osbourne, Steve Vai, Joe Satriani: Sie alle geben sich in der Nummer die Klinke in die Hand und unterstützen ihren Kumpel Alice bei seinem Rock’n’Roll-Auftrag. Die Botschaft des Songs: „Hey Dummerchen, lass das mit den Drogen doch einfach sein …“.

9. Snakebite (1991)

Wie oft Alice Cooper im Lauf seiner jahrzehntelangen Karriere von Schlangen gebissen wurde, können wir nicht mit Sicherheit sagen. Doch wir wissen, dass es sich bei Snakebite um einen seiner allerbesten Songs handelt! Inhaltlich ist die Nummer quasi vertonter Machismo. „My face is tattooed in your shoulder / Your name is scratched into my bike“, singt Cooper darin. Na dann …

10. Feed My Frankenstein (1991)

Wer den Rockfilmklassiker Wayne’s World kennt, liebt bestimmt auch Feed My Frankenstein von Alice Cooper. Vor der legendären „Wir sind unwürdig!“-Szene besuchen die beiden Chaoten Wayne und Garth in dem Streifen nämlich ein Konzert des Schockrockers und kommen in den Genuss seiner damals brandneuen Single. Heute gehört die Nummer zu Coopers späten Klassikern — aus gutem Grund!

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Sechs Anekdoten, die nur aus dem Leben von Alice Cooper stammen können

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Popkultur

Zeitsprung: Am 4.2.1948 kommt Alice Cooper zur Welt. So viele Geschichten…

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 4.2.1948.

von Christof Leim

Der große Alice Cooper – Schocker Nr. 1 und wandlungsfähigster aller Rockstars – feiert am 4. Februar Geburtstag. Und der Mann macht keine Anstalten, sich zur Ruhe zu setzen. Seit sage und schreibe fünf Dekaden (!) erfreut er uns mit theatralischen Shows, Horrorgeschichten und vor allem mit hervorragender Krachmusik. Alice Cooper hat alles gesehen: Die abgedrehten Sechziger, exzessiven Siebziger und künstlichen Achtziger, die Verklemmtheit der Moralapostel und die Dekadenz des Rock’n’Roll. Himmel, der Mann hat Platten aufgenommen, an die er sich selbst nicht mehr erinnern kann. Er hat sich auf der Bühne köpfen lassen, mit Schlangen hantiert und eine ganze Latte an unsterblichen Hits produziert. Wir sagen: Happy Birthday, Alice, du Lieblingsfreak!

Dreht hier Alice Cooper auf und lest weiter:

Über Alice Cooper kann man Tausende Geschichten erzählen. Suchen wir uns die besten aus: Eigentlich heißt er ja Vincent Damon Furnier. Geboren wurde er am 4. Februar 1948 in Detroit geboren, und zwar als Sohn eines Pfarrers. Aus seiner ersten Krachkapelle, gegründet mit 16, wird über Umwege Alice Cooper. So heißt verwirrenderweise nicht nur die Band, sondern auch ihr Sänger. Im Song Be My Lover singt er Jahre später: „She asked me why the singer’s name was Alice/ I said listen, baby, you really wouldn’t understand.“

Zappa ist schuld

Den ersten Plattenvertrag bekommt Alice Cooper (die Band) von niemand Geringerem als Frank Zappa, weil der für sein Label Straight Records bizarre Musik sucht. Und „bizarr“, ja, das können die Jungs, denn ihre Songs klingen Ende der Sechziger abgedreht, theatralisch und ziemlich weit draußen. Angeblich hat Zappa die Musiker für „um sieben Uhr“ für ein Vorspiel zu sich bestellt. Als die fünf Zottel morgens (!) um sieben klingeln, zeigt sich der Altmeister beeindruckt: Wer so früh solchen Lärm machen will, besitzt Ehrgeiz. Die ersten Alben für Zappa heißen Pretties For You (1969) und Easy Action (1970) und schlagen beide keine großen Wellen.

Zeitsprung: Am 9.3.1971 erscheint „Love It To Death“ von Alice Cooper.

Dafür wird die Bühnenshow zusehends abgefahrener, so dass die Medien Notiz nehmen. Während alle von „Peace & Love“ singen, interessieren sich Alice Cooper für „Spaß, Sex, Tod und Geld“. Den ersten richtigen Hit kennt jeder: I’m Eighteen. Die Nummer stammt vom Album Love It To Death von 1971 und ist ein Evergreen der Rockwelt. Im gleichen Jahr erscheint Killer und sorgt für Skandale, auf der Bühne lässt sich Alice auf einem elektrischen Stuhl hinrichten.

Gratiswerbung durch Empörung

Mit School’s Out geht es 1972 dann ab: Die Platte verkauft sich dank des Titelsongs millionenfach. Die britische Moralaktivistin Mary Whitehouse will das Video dazu verbieten lassen, weswegen die Single prompt auf Platz eins in Großbritannien landet. Alice Cooper bedankt sich mit einem Blumenstrauß für die Extrawerbung. (Mary Whitehouse wird übrigens auch im Deep Purple-Song Mary Long besungen.) Zu Billion Dollar Babies (1973) gibt es geköpfte Babypuppen auf der Bühne, und wieder regen sich alle auf. Dafür kann der griffige Classic Rock kommerziell ordentlich punkten. Nach Muscle Of Love (ebenfalls 1973) bricht die Alice Cooper Band allerdings auseinander.

By Hunter Desportes [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

Alice Cooper nutzt den Namen fortan als Solokünstler und veröffentlicht das Konzeptalbum Welcome To My Nightmare (1975), das auf den Alpträumen eines Kindes namens Steven basiert. Der Horrorfilm-Star Vincent Price fungiert als Erzähler, die Bühnenshow wird noch theatralischer. So gibt es zum Beispiel einen zweieinhalb Meter hohen Zyklopen, der den Sänger allabendlich köpft. Legendär ist natürlich der Auftritt in der Muppet Show.

Zeitsprung: Am 28.3.1978 besucht Alice Cooper die „Muppet Show“.

Zu viel Schnaps

Für Lace And Whiskey (1977) nimmt Cooper die Rolle des Privatdetektivs Maurice Escargot an. Der hat ein Alkoholproblem. Der echte Alice aber auch, und zwar so richtig. Angeblich konsumiert er pro Tag ein, zwei Kistchen Budweiser und eine Flasche Whiskey. Im berüchtigten Rainbow Bar & Grill auf dem Sunset Strip tagt er regelmäßig mit einem Säuferclub, den er Hollywood Vampires nennt. Mit dabei sind John Lennon, Ringo Starr und der legendäre Schluckspecht Keith Moon. Heute spielt Cooper mit Joe Perry (Aerosmith) und Johnny Depp (ja, der Schauspieler) in einer Coverband namens Hollywood Vampires.

Zeitsprung: Am 5.6.1977 gibt es einen Todesfall bei Alice Cooper – wegen einer Ratte.

Bei seinen Bühnenshows hantiert der Meister damals schon gerne mit Schlangen. Als eine im Sommer 1977 verstirbt, hält Cooper sogar Auditions für tierische Nachfolger. Für From The Inside (1978) wird Alice Cooper nochmal trocken, aber in den Achtzigern stürzt er ab: An gleich vier Platten von 1980 bis 1983 kann sich unser Mann nach eigenen Aussagen nicht erinnern. Und so klingen sie auch. Wer das mal nachschlagen will: Die Platten heißen Flush The Fashion, Special Forces, Zipper Catches Skin und DaDa. Aber Vorsicht, das ist kein leichter Stoff.

Zeitsprung: Am 25.8.1982 kann sich Alice Cooper nicht an sein neues Album erinnern.

Muskeln & Slasher-Filme

So langsam macht die Leber schlapp, also zieht Alice Cooper Mitte der Achtziger erfolgreich einen Entzug durch. Dekaden später scherzt er mit (ausgerechnet) Ozzy Osbourne darüber, dass er jetzt so langsam nüchtern wird. Musikalisch kehrt er 1986 fulminant mit Constrictor zurück, das sich sehr am toupierten Hard Rock der Zeit orientiert. An seiner Seite steht Kane Roberts, der aussieht wie Conan, der Barbar und eine Maschinengewehr-Gitarre spielt. Hach, die Achtziger, herrlich.

Zu dieser Zeit beginnt auch Coopers Affäre mit den damals populären Slasher-Filmen wie Friday The 13th und Nightmare On Elm Street. Mit He’s Back (The Man Behind The Mask) singt Alice sogar einen Song über den Killer Jason Voorhees aus Friday the 13th Part VI: Jason Lives. Die Horrorfilm-Ästhetik findet sich wieder in der Tourproduktion zu Raise Your Fist And Yell (1987), weswegen es in England und Deutschland Ärger und teilweise Zensur gibt. In London entgeht Cooper nur knapp dem Tod, als der Trick mit dem Galgen um ein Haar schief geht.

Zeitsprung: Am 7.4.1988 hängt sich Alice Cooper beinahe selber auf.

Platinregen

Mit Trash schießt Cooper 1989 dann durch die Stratosphäre. Die Platte verkauft sich dank der Megasingle Poison millionenfach. Musikalisch klingt das alles wie der Hard Rock der Zeit, also nach Bon Jovi, Aerosmith und Kiss. Was vielleicht daran liegt, das alle die gleichen Songwriter nutzen, vor allem Desmond Child. (Die Post, die der Mann von der GEMA bekommt, würden wir gerne mal sehen.) Damals ist natürlich auch Stammgast auf MTV. Auf Hey Stoopid (1991) trifft sich die A-Liga der Szene: Slash, Ozzy, Joe Satriani, Steve Vai und Nikki Sixx spielen, singen und schreiben alle mit. Coopers Kurzauftritt im Film Wayne’s World geht in die Rock-Folklore ein: „Wir sind unwürdig!“

Die Neunziger lässt Alice Cooper in Sachen Alben locker angehen, tourt aber weiter weltweit. Zwischen 1994 und 2017 veröffentlicht er acht weitere Platten, die sehr unterschiedlich ausfallen. Von einem comichaften Konzeptwerk (The Last Temptation, 1994) über düsteren Industrial-Metal (Brutal Planet, 2000) bis zu buntem Spaßrock (Dirty Diamonds, 2005 und Welcome 2 My Nightmare, 2011) ist alles dabei. Lobenswert, denn das hält die Sache interessant. 2017 erscheint das gelungene Paranormal, mit dem Cooper an seine Siebziger-Phase anknüpft und sogar teilweise von seiner ursprünglichen Band begleitet wird; 2021 folgt Detroit Stories.

Und sonst so? Alice Cooper ist ein leidenschaftlicher Golfer und gilt als Gentleman. Seit 1976 (!) führt der gläubige Christ eine Ehe mit der Tänzerin Sheryl Goddard, die beiden haben drei Kinder. Von seiner Bühnenfigur „Alice“ spricht er grundsätzlich in der dritten Person. Und die beiden haben anscheinend noch eine Menge vor…

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Zeitsprung: Am 22.11.1992 hilft Alice Cooper zwei Hausbesitzern.

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