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Popkultur

Dolores O’Riordan von The Cranberries gestorben

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Die Stimme machte es aus: Zart und klagend, dann eindringlich und intensiv, oft im gleichen Song. Dank dieser Gabe ist Dolores O’Riordan zusammen mit ihrer Band The Cranberries berühmt geworden. Am 15. Januar verstarb die Sängerin überraschend mit nur 46 Jahren.

Christof Leim


„In your head, in your head / Zombie, zombie“. Die Zeile, die Melodie kennen wir alle. Sie stammt aus dem Song Zombie von 1994, mit dem die Cranberries einen internationalen Nummer-eins-Hit landen konnten. Der Gesang von Dolores O’Riordan bleibt im Kopf. In einem dpa-Interview erklärte sie einmal: „Viele Menschen finden, dass meine Stimme einzigartig klingt. Als junger Mensch erkennt man das nicht. Ich bin gesegnet damit.“ Diese Stimme ist nun verstummt: Am 15. Januar 2018 ist Dolores O’Riordan gestorben.


Schon mit 12 Jahren hat O’Riordan begonnen, ihre eigenen Songs zu schreiben. Geboren wurde sie am am 6. September 1971 als jüngstes von sieben Kindern in Limerick, Irland. Mit 18 steigt sie in die Band The Cranberry Saw Us ein, die sich später in The Cranberries umbenennt. 1993 erscheint das erste Album Everybody Else Is Doing It, So Why Can’t We? mit den beiden Singles Dreams und Linger, ein Jahr später No Need To Argue. Die erste Auskopplung Zombie läuft 1994 weltweit in Dauerschleife und steigt auch in Deutschland 1995 auf Platz eins der Charts. Der Text thematisiert die blutigen Konflikte in Nordirland mit all seinem Leid, von O’Riordans ungewöhnlicher Stimme eindrucksvoll eingefangen. Auf der gleichen Platte findet sich ein weiterer erfolgreicher Song der Band: Ode To My Family.


The Cranberries nehmen noch drei weitere Scheiben auf und touren um die Welt. 2003 wird eine Pause angekündigt, in der Dolores O’Riordan einige Soloprojekte startet, etwa das Trio D.A.R.K. Zudem veröffentlicht sie zwei Soloalben: Are You Listening? (2007) und No Baggage (2009). Im gleichen Jahr kommt die Band wieder zusammen, Roses erscheint 2012, Something Else im April 2017. Zuletzt müssen die Cranberries Konzerte in Europa und Nordamerika wegen massiver und anhaltender Rückenprobleme ihrer Sängerin absagen. Kürzlich hatte Eminem Teile von Zombie in seinem Song In Your Head verwendet. The Cranberries haben in ihrer Karriere fast 40 Millionen Tonträger verkauft und gehören zu erfolgreichsten Bands Irlands.


Am 15. Januar 2018 geht dann die Meldung um die Welt, dass Dolores O’Riordan in London überraschend verstorben sei. Die Sängerin wurde nur 46 Jahre alt und hinterlässt drei Kinder. Sie befand sich für Aufnahmen in der Stadt und hatte erst kurz vor dem Jahreswechsel online verkündet, sie habe gerade nach monatelanger Pause einige Songs bei einer privaten Veranstaltung aufgeführt und fühle sich gut. Die gläubige Katholikin soll in ihrem Heimatort Friarstown im irischen Limerick bestattet werden.


Einen Grund für den Tod der Sängerin nennt ihre Sprecherin nicht, die Familie bittet verständlicherweise um Abstand. Vor einigen Jahren gab die Sängerin zu Protokoll, an einer bipolaren Störung zu leiden, die extreme Stimmungsschwankungen zwischen Manie und Depression hervorruft. Die britische Polizei vermeldet, der Tod sei zwar „unerklärt“, jedoch bisher nicht „verdächtig“. Ein Mitarbeiter der Plattenfirma Eleven Seven, Dan Waite, berichtet gegenüber AP News, O’Riordan habe ihm am Montag eine Nachricht hinterlassen, in der sie sich auf die bevorstehende Studiosession freue. „Sie klang sehr lebendig und hat gescherzt.”


Fans in aller Welt sind geschockt, ebenso Musikerkollegen wie Duran Duran und Ray Davies (The Kinks). Irlands Präsident Michael D. Higgins veröffentlicht eine Kondolenznachricht.

Die Musiker von The Cranberries, Noel Hogan, Mike Hogan und Fergal Lawler, verabschieden sich von ihrer Sängerin:


Ruhe in Frieden, Dolores.


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