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Popkultur

Ol’ Blue Eyes: 100 Fakten über Frank Sinatra

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Frank Sinatra: Lichtgestalt der Zeiten, in denen Schirm, Charme & Melone Kultstatus inne hatten und Swing & Gentleman-Manier die Tanzsäle dominierten. Bis heute umranken ihn zahlreiche Mythen und sein Einfluss auf die Popkultur ist unumstritten. Wir haben für euch 100 Fakten über Sinatra zusammengestellt.

100 Fakten über Frank Sinatra

  1. Francis Albert Sinatra wurde am 12. Dezember 1915 als einziges Kind der italienischen Einwanderer Natalie Catherine Garavente (“Dolly”) und Saverio Antonino Martino Sinatra (“Marty”) in Hoboken, New Jersey geboren.
  2. Er verstarb beinahe während der Geburt: Der Arzt hatte Schwierigkeiten, den 13 ½ Pfund schweren Frank auf die Welt zu holen – er verletzte ihn mit der Geburtszange und hinterließ ein Loch in seinem Trommelfell. Franks Großmutter Rose sah, dass das Baby nicht atmete und hielt es unter den kalten Wasserhahn, bis es schließlich anfing zu atmen.
  3. Er verließ die A.J. Demarest High School noch vor Ende seines letzten Schuljahrs.
  4. Er arbeitete als Zeitungsjunge beim Jersey Observer und später als Arbeiter (Nieter) in der Tietjen & Lang Schiffswerft.
  5. Er wusste, dass er Sänger werden würde, nachdem er Bing Crosby im Loew’s am Journal Square in New Jersey gesehen hatte.
  6. Seine Lieblingsfarbe war Orange.
  7. Sein Lieblingsdrink war Jack Daniel’s.
  8. Er sammelte und interessierte sich für Spielzeugeisenbahnen.
  9. Er liebte Hunde. Als Kind erlaubte es seine Mutter nicht, aber später hatte er viele.
  10. Er hatte seinen ersten musikalischen Durchbruch 1935, als er mit der lokalen Musikgruppe The Hoboken Four den beliebten Major Bowes and His Original Amateur Hour Radio Contest gewann.eus222-004-mf
  11. Er nahm sein erstes Demo Our Love 1935 mit Frank Mane auf.
  12. Er arbeitete als singender Kellner im Roadhouse Rustic Cabin in New Jersey, wo er den berühmten Songwriter Cole Porter traf; vergaß allerdings den Text zu dessen Hitsong Night And Day.
  13. Er wurde 1938 wegen Bruch des Eheversprechens (Verführen) verhaftet, was damals als Verbrechen galt.
  14. Er heiratete am 4. Februar 1939 seine erste Frau Nancy Barbato.
  15. Er drehte gerne Homevideos und interessierte sich für Kameras.
  16. Er veröffentlichte 1939 seine ersten kommerziellen Aufnahmen mit Harry James: From The Bottom Of My Heart und Melancholy Mood. Harry wollte Sinatras Namen in Frankie Satin ändern, aber Frank weigerte sich.
  17. Er hatte 1949, nach seiner Trennung von Harry James, seinen ersten U.S. Billboard Nummer-eins-Hit zusammen mit Tommy Dorsey. Der Song I’ll Never Smile Again blieb 12 Wochen an der Spitze der Charts.
  18. Sein erstes Kind Nancy wurde 1940 geboren. Frank hatte drei Kinder: Nancy Sinatra, Frank Sinatra Jr. und Tina Sinatra.
  19. 1942 begann seine Karriere als Solokünstler, als er nach vier Soloaufnahmen für das Label Bluebird bei Columbia Records unterschrieb.
  20. Bei einer Reihe von Auftritten im Paramount Theater in New York im Jahr 1942 trat er zum ersten Mal im großen Stil als Solokünstler in Erscheinung. Er eröffnete die Konzertabende für Benny Goodman und erhielt hier erstmals den Beinamen ‘The Voice’. Das aus sogenannten ‘Bobby-Soxern’ (Popfans) bestehende Publikum war völlig aus dem Häuschen – ein Vorgeschmack auf die Fanhysterie, die Sinatra während seiner gesamten Karriere auslösen sollte.
  21. Er wurde 1943 zum ersten Mal vom Präsidenten ins Weiße Haus eingeladen. Frank war ein großer Bewunderer von Franklin D. Roosevelt und die gerahmte Einladung hatte in seinem Haus in New Jersey einen Ehrenplatz.
  22. Sein Filmdebüt machte er 1943 in dem Musical Higher And Higher.
  23. Er trat 1943 zum ersten Mal im Hollywood Bowl auf.
  24. Er wurde 1943 von der Einberufung in die U.S. Army für den Zweiten Weltkrieg ausgeschlossen. Grund war seine Einstufung als ‘4F’ – medizinisch für den Militärdienst nicht geeignet – aufgrund der Verletzungen, die er bei seiner Geburt davongetragen hatte.
  25. Er verursachte die Columbus Day Riots im Oktober 1944 – eine Massenhysterie zehntausender sogenannter Bobby-Soxer in New York, die von der New Yorker Polizei aufgelöst werden musste.
  26. Er reiste 1945, während des Zweiten Weltkriegs, mit Phil Silvers nach Europa, um vor den U.S.O.-Truppen aufzutreten. Bis dahin hatte das FBI ihn immer davon abgehalten.
  27. Er erhielt als Teil des Teams hinter dem Kurzfilm The House I Live In 1945 einen Ehren-Oscar.
  28. Er erhielt 1947 den Thomas Jefferson Award für seine Arbeit für Fighting Against Intolerance.
  29. Er reiste 1947 nach Havana, Kuba, wo er mit den Mafiosi Rocco und Joe Fischetti, die er noch aus seiner Kindheit in Hoboken kannte, und mit dem früheren Cosa-Nostra-Boss Lucky Luciano fotografiert wurde. Zwar konnte man Frank nie irgendwelche Aktivitäten in der Richtung vorwerfen, aber diese Geschichte verfolgte ihn für den Rest seiner Karriere.
  30. Er ging 1947 auf den Boulevardjournalisten Lee Mortimer los, nachdem dieser anscheinend eine negative Bemerkung über Franks italienische Herkunft gemacht hatte. Das Ganze endete schließlich vor Gericht. Lee warf Frank auch später noch Verbindungen zu bekannten Mafiosi vor, was dieser aber immer abstritt.eus223-001-mf
  31. Am 30. Oktober 1947 feierte Hoboken den Sinatra Day. 20.000 Menschen säumten trotz Regen die Straßen, um mit Frank zu feiern.
  32. 1948, noch während der Zeit der Rassentrennung, buchte er Sammy Davis Jr. ins Vorprogramm für seinen Abend im Capitol Theatre in New York. Die Beiden waren bis zuletzt sehr enge Freunde.
  33. Als die Familie Sinatra 1948 in den Carolwood Drive in West L.A. zog, war Walt Disney einer ihrer Nachbarn.
  34. Er verlor 1950 aufgrund einer Stimmbandverletzung bei einem Auftritt in New Yorks legendärem Nachtclub Copacabana seine Stimme.
  35. Er hatte seinen ersten Fernsehauftritt 1950 in der Bob Hope Show. Wenig später ging seine eigene Frank Sinatra Show auf CBS an den Start.
  36. 1950 hatte er seinen ersten Auftritt in Großbritannien, im Palladium in London.
  37. Sein erster Auftritt in Las Vegas war im Jahr 1951 im Desert Inn.
  38. Er ließ sich 1951 von Nancy scheiden und heiratete Ava Gardner.
  39. Er trennte sich 1952 von Columbia Records und ließ die Frank Sinatra Show von CBS absetzen.
  40. Er unterschrieb 1953 seinen Vertrag bei Capitol Records.
  41. Er betrat 1953 zum ersten Mal die Bühne des Sands Hotels, welches später für Franks Vegas-Shows berühmt wurde.
  42. Er gewann 1954 einen Oscar als Bester Nebendarsteller für From Here To Eternity.
  43. Er war 1955 zum ersten Mal auf dem Cover des legendären Time-Magazins.
  44. Er spielte 1955 neben Marlon Brando in dem Film Guys And Dolls.
  45. Er war 1955 für einen Oscar als Bester Hauptdarsteller in The Man With The Golden Arm nominiert. Der Award ging letztendlich an den ebenfalls über italienische Wurzeln verfügenden amerikanischen Schauspieler Ernest Borgnine.
  46. Er veröffentlichte 1955 In The Wee Small Hours auf Capitol Records. Es gilt weithin als eines der ersten Konzeptalben. Zusammen mit renommierten Arrangeuren wie Nelson Riddle, Billy May und Gordon Jenkins entstanden weitere wichtige Konzeptalben, so z. B. Come Fly With Me (1958), Only The Lonely (1958) und No One Cares (1959), sowie die später auf Reprise Records erschienenen September Of My Years (1965), Moonlight Sinatra (1966) und Watertown (1969).
  47. Er spielte 1957 in dem Film Pal Joey neben Rita Hayworth und Kim Novak. Der Film verhalf Franks bekanntestem Song, dem von Rodgers & Hart geschriebenen und von Belson Riddle arrangierten The Lady Is A Tramp, zum Durchbruch.
  48. Er wurde bei den Playboy Awards 1957 zum Jazz All-Star Poll Sänger des Jahres ernannt. Insgesamt gewann er den Award siebenmal zwischen 1957 und 1963.
  49. 1956 traf er in dem Film High Society zum ersten Mal auf der Kinoleinwand auf sein Idol Bing Crosby. Es war außerdem die letzte Filmrolle für Grace Kelly, bevor sie Prinzessin von Monaco wurde.FRANK3
  50. Er unterschrieb 1957 einen lukrativen Vertrag mit ABC für eine neue Staffel der Frank Sinatra Show. Zu dem Zeitpunkt waren das die teuersten 30 Minuten in der Fernsehgeschichte – mit zahlreichen Gastauftritten von Superstars wie z. B. Bob Hope, Peggy Lee, Kim Novak, Dean Martin, Bing Crosby, Dinah Shore, Robert Mitchum, Sammy Davis Jr., Ella Fitzgerald und Natalie Wood.
  51. Er machte 1958 dem Hollywoodstar Lauren Bacall, der Witwe seines verstorbenen Freundes Humphrey Bogart, einen Heiratsantrag, aber die Verlobung wurde wieder gelöst, nachdem die Nachricht publik wurde.
  52. Er arbeitete 1958 im Rahmen eines Benefizkonzerts in Monte Carlo zum ersten Mal mit Quincy Jones zusammen. Frank trat dort auf Wunsch seiner früheren Filmpartnerin Prinzessin Grace von Monaco auf.
  53. Er veröffentlichte 1959 sein kommerziell erfolgreichstes Album Come Dance With Me!, welches ganze 140 Wochen in den Billboard Pop Charts blieb und mit drei Grammys ausgezeichnet wurde, darunter auch der Preis als Bestes Album.
  54. Er gründete 1960 sein eigenes Label Reprise Records, obwohl er zu dem Zeitpunkt noch bei Capitol unter Vertrag stand. Als Labelboss erhielt Frank hier erstmals den Beinamen ‘The Chairman Of The Board’.
  55. Als 1960 Sinatra, Dean Martin, Sammy Davis Jr., Joey Bishop und Peter Lawford in dem Film Ocean’s 11 mitspielten und die Drehzeit für eine Reihe legendärer Auftritte in Las Vegas nutzten (heute bekannt als The Summit At The Sands – das Gipfeltreffen im Sands), war das die Geburtsstunde des ‘Rat Pack’.
  56. Er setzte sich beim Wahlkampf um die amerikanische Präsidentschaft 1960 für John F. Kennedy ein und inszenierte JFKs Antrittsgala 1961.
  57. Er spielte 1961 ein geschichtsträchtiges Benefizkonzert für Dr. Martin Luther King in der Carnegie Hall in New York.
  58. Er war 1962 kurz mit der südafrikanischen Schauspielerin Juliet Prowse verlobt.
  59. Er tourte 1962 zugunsten von caritativen Organisationen für Kinder rund um die Welt. Alle Kosten zahlte er aus eigener Tasche.
  60. Er moderierte 1963 zum ersten Mal die Oscar-Zeremonie. 1975 kehrte er als Co-Moderator zurück.
  61. Er zahlte 1963 ein Lösegeld von $240.000, um den damals 19-jährigen Frank Jr. aus den Händen von Kidnappern freizukaufen. Nach seiner tagelangen Gefangenschaft kam Frank Jr. wohlbehalten frei. Das FBI konnte die Entführer später fassen und fand auch einen Großteil des Lösegelds.
  62. 1964 ertrank er beinahe während der Dreharbeiten zu dem Film None But The Brave in Kauai, Hawaii, bei dem er auch Regie führte.
  63. Er feierte 1965 seinen 50. Geburtstag mit dem extrem erfolgreichen TV-Special A Man And His Music, bei dem er vor einem Studiopublikum auftrat und viele seiner größten Hits spielte. Die Show wurde mit einem Emmy für Outstanding Musical Program und mit dem Peabody Award ausgezeichnet und erhielt eine Nominierung für den Golden Globe.
  64. Er lernte 1965 Mia Farrow kennen. Das prominente Paar heiratete ein Jahr später, ließ sich aber schon 1968 wieder scheiden.
  65. Er nahm 1967 mit seiner Tochter Nancy den Song Somethin’ Stupid auf. Er hielt sich vier Wochen auf Nummer eins der U.S. Billboard Hot 100.
  66. Er ging 1967 mit dem vor allem als Komponist von Garota de Ipanema a.k.a. The Girl from Ipanema bekannten, brasilianischen Superstar Antônio Carlos “Tom” Jobim ins Studio.
  67. Er trennte sich vom The Sands Hotel und wechselte 1968 zum Ceasars Palace.
  68. Er erhielt 1971 bei den 43. Academy Awards den Jean Hersholt Award für Menschlichkeit in Anerkennung seines Beitrags zu humanitären Projekten.
  69. Er gab 1971 im Alter von 55 Jahren im Rahmen eines Benefizkonzerts zugunsten des Motion Picture & Television Relief Funds in Hollywood seinen Rückzug vom Showgeschäft bekannt.
  70. Er erhielt 1972 einen Preis für sein Lebenswerk von der Screen Actors Guild.
  71. Er wurde 1972 von Präsident Richard Nixon gebeten, den Song My Kind Of Town bei einer Veranstaltung für junge Wähler*innen in Chicago zu singen – eine seiner sehr seltenen öffentlichen Auftritte während seiner ‘Rente’.
  72. 1973 unterbrach er seinen kurzen Ruhestand und feierte mit dem Album und TV-Special Ol‘ Blue Eyes Is Back wieder große Erfolge auf der Bühne und dem Bildschirm.
  73. Er veröffentlichte 1974 das im Madison Square Garden aufgenommene Livealbum und TV-Special The Main Event.
  74. Mit der Geburt von Nancys Tochter AJ 1974 wurde Frank zum ersten Mal Großvater. Frank hat zwei weitere Enkel: AJs Schwester Amanda und Frank Jr.s Sohn Michael; außerdem die Urenkelin Miranda.
  75. 1976 heiratete er Barbara Marx. Frank war insgesamt viermal verheiratet: mit Nancy Barbato (1939–51), Ava Gardner (1951–57), Mia Farrow (1966–68) und Barbara Marx (1976–98).
  76. Er besuchte 1979 zum ersten Mal Ägypten, wo er auf Einladung von Präsident Anwar Sadat und der First Lady Jehan Sadat auf einer Open-Air-Bühne direkt vor der Sphinx und der großen Pyramide von Gizeh auftrat.
  77. Er feierte an seinem 64. Geburtstag sein 40-jähriges Jubiläum im Showbusiness mit einem riesigen Fest. Ungefähr 1.000 Gäste folgten seiner Einladung, darunter auch Cary Grant, Orson Welles und Dean Martin.
  78. Er nahm eine Trilogie auf: Das ambitionierte 3-LP-Projekt Past Present Future (1979) wurde in drei Teile geteilt, die jeweils von einem anderen von Franks Lieblingsarrangeuren bearbeitet wurden: The Past: Collectibles of the Early Years (Billy May), The Present: Some Very Good Years (Don Costa), The Future: Reflections On The Future In Three Tenses (Gordon Jenkins). Auf dem Album findet sich einer der unvergesslichsten Sinatra-Hits, Theme From New York, New York.
  79. Er setzte sich 1980 für Ronald Reagan in dessen Wahlkampf zum U.S.-Präsidenten ein und inszenierte dessen Antrittsgala 1981 – so wie er es 20 Jahre vorher schon für Präsident John F. Kennedy getan hatte.
  80. Er brach 1980 den Weltrekord für das größte Publikum für einen einzelnen Künstler, als er im Maracanã Stadium in Rio de Janeiro vor 175.000 Menschen auftrat.eus222-002-mf
  81. Er erhielt 1981 eine Glücksspiellizenz in Nevada, sodass er als Berater für den Caesars Palace agieren konnte.
  82. Er unterschrieb 1983 eine lukrative Auftrittsvereinbarung mit Steve Wynn im Golden Nugget in Atlantic City, New Jersey und startete eine Reihe legendärer TV-Spots für Wynns Ressorts in Atlantic City und Las Vegas, die dann für den Rest der 80er über die Bildschirme flimmerten.
  83. Sein lebenslanger Einsatz für wohltätige Organisationen wurde 1983 von Variety Clubs International mit einem “All-Star Party” TV-Special gewürdigt. In seiner emotionalen Rede bemerkte Richard Burton: „Frank ist ein Riese. Unter den Großzügigen dieser Welt ist er der größte. Begründet wird diese Haltung durch seine legendäre Loyalität und sein verborgenes Mitgefühl. Verborgen auf seinen eigenen Wunsch. Du wolltest Mr. Anonym sein. Und so nennen wir Dich Mr. Anonym.“
  84. Sein letzter Filmauftritt war 1983 in Cannonball Run II. Das war auch das letzte Mal, dass das Rat Pack in der Besetzung Frank Sinatra, Dean Martin, Sammy Davis Jr zusammen auf der Kinoleinwand zu sehen war.
  85. Er erhielt 1983 den Kennedy Center Award für seinen beispielhaften Beitrag zur darstellenden Kunst.
  86. Michael Jackson wohnte Sinatras Studiosessions zu seinem von Quincy Jones produzierten Album L.A. Is My Lady (1984) bei.
  87. Er wurde 1985 mit der Presidential Medal of Freedom, der höchsten Ehrung, die eine Zivilperson in den USA erhalten kann, ausgezeichnet.
  88. Er erhielt 1987 den Award für sein Lebenswerk von der National Association for the Advancement of Colored People (NAACP), der ältesten und größten Bürgerrechtsorganisation der Vereinigten Staaten.
  89. Er ging 1988 mit Dean Martin und Sammy Davis Jr. auf die Together-Again-Tour. Dean fiel schon nach kurzer Zeit aus, wurde aber schnell durch Liza Minelli ersetzt, woraufhin die Tour umbenannt wurde in Frank, Liza and Sammy: The Ultimate Event.
  90. Ein 1989 entdeckter Asteroid wurde nach ihm benannt: der Sinatra 7934.
  91. Im Dezember 1990 begann seine Diamond Jubilee World Tour anlässlich seines 75. Geburtstags.
  92. Frank hatte eine eigene Mini-Fernsehserie, die 1992 startete und einfach Sinatra hieß. Die biografische Dramaserie wurde von Tina Sinatra entwickelt und mit zwei Emmy Awards und einem Golden Globe ausgezeichnet.
  93. Franks 59. und letztes Studioalbum war Duets II mit Duetts mit so legendären Stars wie Stevie Wonder, Willie Nelson, Neil Diamond, Antonio Carlos Jobim, sowie einem ganz besonderen Duett mit Frank Jr.
  94. Bei den Grammy Awards 1994 überreichte Bono Frank den Legend Award für sein Lebenswerk. Insgesamt war Frank während seiner Karriere 34 mal für den Grammy nominiert, gewann davon elf, und erhielt außerdem den Grammy Lifetime Achievement Award (1965), den gerade erwähnten Legend Award (1994), sowie 13 weitere Grammy Hall of Fame Awards.
  95. Nach seinen finalen öffentlichen Konzerten im Fukuoka Dome in Japan 1994, trat Frank 1995 im Alter von 79 Jahren zum allerletzten Mal live auf: am Abschlusstag des Frank Sinatra Desert Classic Golfturniers im Palm Desert Marriott Ballroom in Kalifornien. Das Publikum bestand aus geladenen VIPs und seine finale Zugabe war The Best Is Yet to Come.
  96. Er starb am 14. Mai 1998 im Alter von 82 Jahren infolge eines Herzinfarkts. Die Beileidsbekundungen und Ehrungen waren zahlreich und vielfältig – so wurde z. B. der Capitol Records Tower in L.A., wo Sinatra viele seiner Alben aufgenommen hatte, in Schwarz gehüllt, die Lichter auf dem Las Vegas Strip wurden gedimmt und das Empire State Building in New York wurde für Ol’ Blue Eyes in blaues Licht getaucht.
  97. Seit 1998 wird Theme from New York, New York jedes Jahr am Silvesterabend auf dem Times Square gespielt und die New York Yankees spielen den Song bei jedem einzelnen Heimspiel.
  98. Er wirkte in seiner 60-jährigen Karriere an mehr als 1.400 Aufnahmen mit, spielte in 60 Filmen und produzierte acht.
  99. Erhielt von der amerikanischen Recording Industry Association 31 Goldalben, neunmal Platin, dreimal Doppelplatin und einmal Dreifachplatin.
  100. Die Musik machte ihn zum Star, aber bei vielen war Sinatra auch für zwei weitere Dinge berühmt: seine große Loyalität und Liebe zu seiner Familie. Und egal, wieviel Ruhm und Reichtum ihm zuteil wurde, in diesen zwei Dingen war er immer unerschütterlich.

„Watertown“: Frank Sinatras sträflich vernachlässigtes Meisterwerk

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25 Jahre „Three Dollar Bill, Y’all“: Limp Bizkit starten ihren Kreuzzug des schlechten Geschmacks

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Limp Bizkit
Foto: Brenda Chase/Getty Images

Nu Metal ist längst auf dem Vormarsch, als Limp Bizkit mit ihrem Debüt Three Dollar Bill, Y’all um die Ecke biegen. Der provokante, für viele abstoßende White-Trash-Appeal von Fred Dursts wilder Bande ist 1997 für viele dann aber doch noch zu viel.

von Björn Springorum

Hier könnt ihr euch Three Dollar Bill, Y’all anhören:

Limp Bizkit liebt man oder hasst man. Dazwischen, so kann man nach 25 Jahren sicher sagen, gibt es nicht viel Spiel. Genau so wie es sich Fred Durst damals also vorstellte, als er zu Beginn der Neunziger eine Band gründet. Durst steht auf Hip-Hop ebenso wie auf Heavy Metal, skatet, liebt Tattoos, Beatboxen und Breakdancen. Ziemlich viel Cringe-Potential natürlich für einen weißen Dude Anfang 20 in North Carolina. Aber Hobbys sind eben Hobbys.

Nach Stippvisiten bei bedeutungslosen Lokalbands hat er genug und nimmt die Dinge einfach mal selbst in die Hand. Gesegnet mit jeder Menge Selbstbewusstsein, einen gewöhnungsbedürftigen Sinn für Humor und einer Vorliebe für Provokation kann er Bassist Sam Rivers und dessen Cousin, Jazz-Drummer John Otto von seinen Plänen überzeugen. Bald darauf wird das junge Glück ergänzt von Gitarrist Wes Borland. Als Durst einen zweiten Gitarristen an Bord holen will, um den Sound breiter und variabler zu gestalten, funkt Borland dazwischen: Nö, nix da, sagt der, ein Gitarrist reicht völlig. Stattdessen stößt DJ Lethal von House Of Pain zu der jungen Band, völlig begeistert davon, wie er sich hier im Vergleich zu seinen alten Hip-Hop-Buddies ausleben kann: Knallharter Sound, kompromisslose Attitüde, hohes Aggressionspotential und eine durchaus originelle Vermischung von Rap und Metal.

Das Beachtenswerte: Ohne es zu wissen, schart Fred Durst schon in den frühen Tagen ein Line-Up um sich, das bis zum heutigen Tag unverändert bleiben und gemeinsam über 40 Millionen Tonträger verkaufen soll. Nicht schlecht für die selbstgefälligen Visionen eines gelangweilten Twens mit großer Klappe. Aber das ist bei Fred Durst eben immer schon so: Große Klappe, was dahinter.

Schocken um jeden Preis

Er ist es auch, der seiner Band den Namen Limp Bizkit gibt. Er will die Menschen bewusst anwidern, will sie abschrecken und schon sehr frün die Spreu vom Weizen trennen. Wer sich schon von diesem Namen abschrecken lässt, denkt er sich, ist für die Musik eh nicht bereit. Damit soll er Recht behalten: Mit ersten Demo-Songs erregen sie zwar durchaus die Aufmerksamkeit einiger Plattenfirmen, ausnahmslos wird jedoch verlangt, die Band solle ihren Namen ändern. Nicht mit Durst! Der sieht lieber mit Wohlwollen, wie sich seine Band eine Kult-Anhängerschaft erarbeitet. Klar, Korn und die Deftones feiern damals schon große Erfolge; für den expliziten, trashigen, inhaltlich fragwürdigen, überzeichneten bewusst geschmacklosen Nu-Metal-Abriss hat man damals aber einfach noch keine Schublade.

Fred Durst ist überall unterwegs, um für seine Band Werbung zu machen, gibt sich schon auch mal als deren Manager auf, um dick aufzutragen. Wes Borland derweil entwickelt sein Faible für bizarre Kostümierungen, die schon bald einer der Hauptgründe sind, weshalb immer mehr Menschen zu Shows von Limp Bizkit kommen. Irgendwie kann Durst sogar Korn davon überzeugen, seine Band mit auf Tour zu nehmen, obwohl sie damals noch nicht mal einen Plattenvertrag haben.

Geschmacklos und stolz drauf

Den gibt es dann irgendwann doch – und natürlich ohne Namensänderung. Fred Durst kennt die Mechanismen der Industrie zu diesem Zeitpunkt schon beeindruckend gut. Dass er das Limp-Bizkit-Debüt trotzdem Three Dollar Bill, Y’all nennen muss – Queer as a three dollar bill ist eine homophobe Beleidigung –, ist mehr als nur ein Kopfschütteln wert. Aber da hat er sich eben schon eingeschossen auf seine Antihaltung, auf sein gezieltes Anecken, Anwidern, Anpissen.

Was George Michael wohl davon hielt?

Dafür hätte allein der Sound der Platte gereicht: Was am 1. Juli 1997 erscheint, ist ein verstörend hart produziertes, chaotisches, wütendes Album, das hörbar von Tool oder den Deftones geprägt ist, aber zu gleichen Teilen mit breitbeinigem Rap-Gehabe aufwartet und völlig unsubtil auf die Fresse gibt. Pollution ist ihr erster kleiner Hit, mit Counterfeit machen sie sich schon auf ihrem Debüt über Bands lustig, die sie kopieren. Klar, auch ihr anarchisches, tollwütiges Cover von George Michaels Faith, in Undergroundkreisen damals längst Legende, findet sich auf Three Dollar Bill, Y’all wieder. „Wir wussten, dass wir nur auffallen können, wenn wir die Leute schocken“, so Wes Borland damals. „Das bewegt die Leute.“

Scheint zu klappen: Nach dem Release touren sie im Vorprogramm ihrer Helden von Faith No More (wenn auch vor einem sehr ablehnenden Publikum), werden mehr und mehr von MTV entdeckt. Das Album wird zum Erfolg und zündet eine neue Stufe in Sachen Nu-Metal-Welteroberung. Man muss nicht mögen, wie Fred Durst in seinen Texten mit Frauen umgeht; man muss aber immer im Hinterkopf behalten, worum es ihm seit Tag eins bei dieser Band geht: Darum, dass sich die Menschen angewidert abwenden. Das zumindest ist spätestens 1999 allerdings passé: Der Nachfolger Significant Other verkauft sich gleich mal 16 Millionen Mal. Liebe oder Hass: Respekt vor Fred Dursts genialer Strategie muss man haben. Und die Songs, die knallen auch 25 Jahre später noch.

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10 Songs, die jeder Limp-Bizkit-Fan kennen muss

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Scum: Napalm Death und ihr Split-Album mit sich selbst

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Scum Album Cover

„"40 Songs in 33 Minuten: Zeitverschwendung kann man Napalm Death auf Scum wahrlich nicht vorwerfen. Bei der Produktion der Platte sieht das ein wenig anders aus, denn das Debüt der Briten erscheint in zwei Etappen — und am Ende sind darauf quasi zwei unterschiedliche Bands zu hören.

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch Scum anhören:

Kaum eine Band hat die Extreme der Krachmusik derart ausgelotet wie Napalm Death aus Birmingham. 1981 gegründet, startet die Gruppe ab 1985 so richtig durch. Napalm Death spielen zu jener Zeit regelmäßig im Birminghamer Club The Mermaid, wo sie nicht nur allein auf der Bühne stehen, sondern auch so ziemlich jede Band von außerhalb supporten. Einige Monate, Besetzungswechsel und Demos später kapern sie ein Studio und nehmen ihr erstes Album Scum auf — oder zumindest einen Teil davon. Die Platte entsteht nämlich in zwei Hälften.

Während ihres ersten Studioaufenthalts entstehen Stücke wie The Kill, Death By Manipulation und You Suffer ein. (Mit You Suffer landen die Briten später im Guinness-Buch der Rekorde, doch dazu gleich mehr.) Zwar hatten die Musiker diese Nummern schonmal für ein Demo aufgenommen, doch für die Albumversion treten sie das Gaspedal noch ein wenig tiefer durch und spielen die Kompositionen um einiges schneller. Die Kosten für das Studio übernimmt Mermaid-Veranstalter Daz Russell. Er bietet der Band außerdem an, die Aufnahmen über sein neues Label zu veröffentlichen, doch Napalm Death behalten die Master-Bänder lieber für sich. Die Begründung: Russell hatte die Musiker nie dafür bezahlt, dass sie im Mermaid aufgetreten waren.

Scum: Ein Album in zwei Anläufen

Nach den Aufnahme-Sessions wird die Luft in der Band dicker. Gleich mehrere Mitglieder fühlen sich berufen das Steuerrad zu übernehmen, es kommt zum Streit. Erneut dreht sich das Besetzungskarussell, einzig Schlagzeuger Mick Harris bleibt Napalm Death erhalten. 1986 kommt die Gruppe mit Digby Pearson in Kontakt, der gerade sein neues Label Earache Records an den Start gebracht hat. Nach nur wenigen Monaten unterschreiben Napalm Death einen Plattenvertrag mit ihm und Pearson kauft das Master-Band, dass die Musiker bisher zurückgehalten hatten. Mit etwa 20 Minuten Spielzeit befindet sich darauf allerdings gerade einmal genug Material für die A-Seite eines Albums. Also schickt er Napalm Death noch einmal ins Studio, obwohl die Band in der neuen Besetzung noch keine drei Stunden zusammen geprobt hat.

Dass auf der A-Seite eine andere Bandbesetzung zu hören ist als auf der B-Seite, gibt es in der Geschichte der Rockmusik nicht so häufig. Nur Schlagzeuger Mick Harris wirkt an beiden Seiten mit. Am Mikro steht nun Lee Dorrian, der später die Doom-Legenden Cathedral gründen wird. Doch trotz der eigenartigen Produktionsumstände wird Earache Records die erste Auflage des Albums innerhalb weniger Wochen aus der Hand gerissen. Zeitgleich spielen Napalm Death ihre erste Tour.

Zum großen Knall kommt es, als der Radio-DJ John Peel die Band in seiner Radiosendung auf BBC 1 Radio spielt und Napalm Death sogar dazu einlädt, eine der legendären Peel Sessions aufzunehmen. Auf einmal kennt die ganze britische Szene die neuen Krachmacher und Earache gibt eine zweite Auflage des Debüts in Auftrag. Ganze 10.000 Exemplare gehen innerhalb kürzester Zeit über die britischen Ladentheken.

You Suffer: Auf den Punk in 1,316 Sekunden

Einen besonderen Stellenwert auf dem Album genießt der Song You Suffer — und zwar nicht wegen seiner üppigen Länge. Gerade einmal 1,316 Sekunden dauert die Nummer und landet somit als kürzester Song aller Zeiten im Guinness-Buch der Rekorde. Außerdem veröffentlichen Napalm Death das Stück zwei Jahre nach Scum als kostenlose Promo-Single. Auf der B-Seite: Mega-Armageddon Death Part 3 von den Electro Hippies aus England. Auch dieses Meisterwerk dauert kaum länger als eine Sekunde, was den beiden Bands einen weiteren Rekord beschert: den der kürzesten Single aller Zeiten.

Heute gehören Napalm Death seit vielen Jahrzehnten zu den festen Institutionen der Krawallmusik. Mit Mick Harris verlässt im Jahr 1991 der letzte Musiker die Band, der auf Scum zu hören ist, inzwischen stehen vor allem Sänger Mark „Barney“ Greenway, Schlagzeuger Shane Embury und Gitarrist Mitch Harris für den Sound der Gruppe. Dennoch bleibt Scum ein wichtiges Standardwerk, das Ende der Achtziger Grenzen aufbricht, den Grindcore mit Karacho in der Musikwelt etabliert und laut Autor Ian Christe den zehnjährigen Wettbewerb um den schnellsten und härtesten Sound beendet. Bei 40 Songs in einer guten halben Stunde ist das absolut kein Wunder.

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Der kürzeste Song, die längste Tour: Diese 7 Bands haben Weltrekorde aufgestellt

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Zeitsprung: Am 1.7.1945 kommt Debbie Harry von Blondie zur Welt.

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Debbie Harry in den Siebzigern. Foto: Anthony Barboza/Getty Images

"Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 1.7.1945.

von Frank Thießies und Christof Leim

Kaum eine andere Künstlerin hat für den Frontfrauen-Feminismus und die Stärkung des weiblichen Selbstbewusstsein im Rockgeschäft so viel getan wie Blondie-Sängerin und Schauspielerin Debbie Harry, ohne die es die Karrieren von Madonna bis Lady Gaga vielleicht so nicht gegeben hätte. Am 1. Juli feiert die platinblonde Pop-Pionierin Geburtstag.

Hier könnt ihr euch die größten Hits von Blondie anhören:

Als Angela Trimble wird sie in Florida geboren, doch bereits ab dem zarten Alter von drei Monaten wächst das nun in Deborah Ann umbenannte Mädchen bereits bei Adoptiveltern mit den Nachnamen Harry in New Jersey auf. Sie zeigt bereits früh viel Fantasie und ein Faible für Glamour. Sie gibt sich sogar tagträumerisch der Fantasie hin, sie könne wohlmöglich die leibliche Tochter von Marilyn Monroe sein. Entsprechend zieht es die junge Dame nach dem College-Abschluss Ende der Sechziger nach New York, wo sie unter anderem als Sekretärin für die britische Rundfunkanstalt BBC, als Kellnerin, Go-Go-Tänzerin und Bunny-Bedienung im Playboy Club Manhattan arbeitet. 

Platin heißt die Devise

Auch der Musik ist Debbie Harry nicht abgeneigt: So singt sie für die Folk-Truppe The Wind In The Willows Background und unternimmt einen ersten eigenen Gehversuch in der Gruppe The Stilettos. Als schicksalsträchtig erweist sich schließlich die Begegnung mit dem Gitarristen Chris Stein im Jahre 1974, mit dem sie fortan fünfzehn Jahre liiert sein wird und dem sie auch danach künstlerisch und menschlich eng verbunden bleibt. Zusammen rufen die beiden zunächst die Gruppe Angel And The Snake ins Leben, die sie kurz darauf aber in Blondie umtaufen. Das langlebige Gerücht, man habe sich nach Hitlers Schäferhund benannt, ist allerdings Quatsch: Blondie nennen sich Blondie, weil so der Spitzname lautet, den die Männerköpfe verdrehende Harry auf der Straße von Bewunderern zugerufen bekommt, nachdem sich ihren eigentlich natürlich rotblonden Schopf einer Wasserstoff-Blondierung unterzogen hatte. 

Zu Pop für Punk?

Im neuen Hauptquartier der Punk-Bewegung, dem New Yorker Kult-Club CBGB’s, gehören Blondie Mitte der Siebziger zur Stammbesetzung auf der Bühne – obwohl sie musikalisch nie wirklich dorthin passen. Auch erweisen sich ihre Platten Blondie (1976) und Plastic Letters (1977) beim Hipster-Publikum noch nicht als so präsent wie gewünscht, auch wenn Harrys platinblonder Powerfrauen-Look, der zugleich Sex-Appeal wie weibliche Selbstbestimmung suggeriert, damals schon viel Anerkennung findet. Dann gerät das dritte Album Parallel Lines (1978), produziert von Mike Chapman (The Sweet, Suzi Quatro), zum großen internationalen Durchbruch und wirft unter anderem den Welthit Heart Of Glass ab.

Das 1979 eilig nachgeschobene Folgealbum Eat To The Beat hält 1979 das hohe Niveau und lässt Blondie unter Harrys stilistischer Führung weiter zur New-Wave-Vorzeigeband werden. 1980 ist Debbie Harry die Frau der Stunde: Ihr Look besteht aus aus Kostümkollaborationen mit dem Designer Stephen Sprouse sowie wortwörtlichen Straßen- und Kellerfunden, zudem verfügt sie über eine starke Persönlichkeit. Mit beidem wird sie kommenden Künstlerinnen wie Madonna oder Cindy Lauper den Weg ebnen. 

Rap-Pionierin & Filmstar

1980 betreten Neuland: Rapture, der Hitsong des experimentellen fünften Albums Autoamerican geht als erster Nummer-eins-Song mit Rap-Gesang in der Strophe in die Popgeschichte ein. Zudem erweist sich das für den Soundtrack des Richard-Gere-Films American Gigolo (Ein Mann für gewisse Stunden) von Harry mit Giorgio Moroder verfasste Call Me erneut ein weltweiter Disco-Tanzflächen-Füller. 

Nachdem Andy Warhol sie in einer Reihe von Fotokunstwerken unsterblich gemacht hat, kurbelt Harry parallel ihre Filmkarriere an. So brilliert sie zunächst im billigen aber charmanten Neo-Noir-Film Union City (1980) und hat einen Auftritt mit Band im Meat-Loaf-Streifen Roadie. 1983 glänzt sie dann in David Cronenbergs Science-Fiction-Klassiker Videodrom. Dummerweise ist es Harrys erstes Soloalbum, KooKoo (1981), welches die Sängerin zwar erfolgreich mit Nile Rodgers (Chic) und Alien-Designer H.R. Giger arbeiten lässt, sie aber auch um einen wichtigen Genre-Filmauftritt beraubt: Nicht auszudenken, in welche Hollywood-Star-Sphären Harry vielleicht noch vorgestoßen wäre, hätte sie Ridley Scotts Angebot annehmen können, in dessen Blade Runner die Rolle des weiblichen Humanoiden Pris zu spielen. Doch diese Offerte fällt leider den Plänen von Harrys Plattenfirma zum Opfer (und wird schließlich von Schauspielerin Daryl Hannah dankend wahrgenommen).

Comeback und Vermächtnis

Nachdem sich Blondie 1982 nach Veröffentlichung des Albums The Hunter vorläufig trennen, verfolgt Harry weiterhin ihre Solokarriere als Sängerin und agiert als Schauspielerin in Filmen wie Hairspray und Copland. 1997 verschlägt es die inzwischen wiedervereinten Blondie zunächst auf Tournee; zwei Jahre später folgt mit No Exit (und dem Hit Maria) auch schon das große musikalische Studio-Comeback. 

Seitdem sind Blondie recht regelmäßig auf der Bühne und mit Plattenveröffentlichungen aktiv; Pollinator, das elfte und jüngste Album der Band, geht auf das Jahr 2017 zurück. Harrys letztes Soloalbum Necessary Evil liegt indes bereits 13 Jahre zurück. Dafür hat sich Frau Harry allerdings auch ihren Memoiren gewidmet. Die Autobiografie Face It erscheint Ende 2019 und zeichnet unter anderem ein lebhaftes Bild der New Yorker Boheme- und Drogenkultur der Siebziger und Achtziger, von der sie und Stein in ihren harten Heroinjahren ein nicht unwichtiger Teil waren. Und wie bei manch anderem männlichen Vertreter der Rockstar-Spezies Schwerenöter, kann man sich auch im Falle Harry nur über das Wunder freuen, dass sie all dies erlebt und überlebt hat und als Grande Dame des Art Punk/New Wave heute noch ihren Geburtstag feiern kann. 

Zeitsprung: Am 3.1.1979 erscheint „Heart Of Glass“ von Blondie.

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