------------

Popkultur

Ol’ Blue Eyes: 100 Fakten über Frank Sinatra

Published on

Frank Sinatra: Lichtgestalt der Zeiten, in denen Schirm, Charme & Melone Kultstatus inne hatten und Swing & Gentleman-Manier die Tanzsäle dominierten. Bis heute umranken ihn zahlreiche Mythen und sein Einfluss auf die Popkultur ist unumstritten. Wir haben für euch 100 Fakten über Sinatra zusammengestellt.

100 Fakten über Frank Sinatra

  1. Francis Albert Sinatra wurde am 12. Dezember 1915 als einziges Kind der italienischen Einwanderer Natalie Catherine Garavente (“Dolly”) und Saverio Antonino Martino Sinatra (“Marty”) in Hoboken, New Jersey geboren.
  2. Er verstarb beinahe während der Geburt: Der Arzt hatte Schwierigkeiten, den 13 ½ Pfund schweren Frank auf die Welt zu holen – er verletzte ihn mit der Geburtszange und hinterließ ein Loch in seinem Trommelfell. Franks Großmutter Rose sah, dass das Baby nicht atmete und hielt es unter den kalten Wasserhahn, bis es schließlich anfing zu atmen.
  3. Er verließ die A.J. Demarest High School noch vor Ende seines letzten Schuljahrs.
  4. Er arbeitete als Zeitungsjunge beim Jersey Observer und später als Arbeiter (Nieter) in der Tietjen & Lang Schiffswerft.
  5. Er wusste, dass er Sänger werden würde, nachdem er Bing Crosby im Loew’s am Journal Square in New Jersey gesehen hatte.
  6. Seine Lieblingsfarbe war Orange.
  7. Sein Lieblingsdrink war Jack Daniel’s.
  8. Er sammelte und interessierte sich für Spielzeugeisenbahnen.
  9. Er liebte Hunde. Als Kind erlaubte es seine Mutter nicht, aber später hatte er viele.
  10. Er hatte seinen ersten musikalischen Durchbruch 1935, als er mit der lokalen Musikgruppe The Hoboken Four den beliebten Major Bowes and His Original Amateur Hour Radio Contest gewann.eus222-004-mf
  11. Er nahm sein erstes Demo Our Love 1935 mit Frank Mane auf.
  12. Er arbeitete als singender Kellner im Roadhouse Rustic Cabin in New Jersey, wo er den berühmten Songwriter Cole Porter traf; vergaß allerdings den Text zu dessen Hitsong Night And Day.
  13. Er wurde 1938 wegen Bruch des Eheversprechens (Verführen) verhaftet, was damals als Verbrechen galt.
  14. Er heiratete am 4. Februar 1939 seine erste Frau Nancy Barbato.
  15. Er drehte gerne Homevideos und interessierte sich für Kameras.
  16. Er veröffentlichte 1939 seine ersten kommerziellen Aufnahmen mit Harry James: From The Bottom Of My Heart und Melancholy Mood. Harry wollte Sinatras Namen in Frankie Satin ändern, aber Frank weigerte sich.
  17. Er hatte 1949, nach seiner Trennung von Harry James, seinen ersten U.S. Billboard Nummer-eins-Hit zusammen mit Tommy Dorsey. Der Song I’ll Never Smile Again blieb 12 Wochen an der Spitze der Charts.
  18. Sein erstes Kind Nancy wurde 1940 geboren. Frank hatte drei Kinder: Nancy Sinatra, Frank Sinatra Jr. und Tina Sinatra.
  19. 1942 begann seine Karriere als Solokünstler, als er nach vier Soloaufnahmen für das Label Bluebird bei Columbia Records unterschrieb.
  20. Bei einer Reihe von Auftritten im Paramount Theater in New York im Jahr 1942 trat er zum ersten Mal im großen Stil als Solokünstler in Erscheinung. Er eröffnete die Konzertabende für Benny Goodman und erhielt hier erstmals den Beinamen ‘The Voice’. Das aus sogenannten ‘Bobby-Soxern’ (Popfans) bestehende Publikum war völlig aus dem Häuschen – ein Vorgeschmack auf die Fanhysterie, die Sinatra während seiner gesamten Karriere auslösen sollte.
  21. Er wurde 1943 zum ersten Mal vom Präsidenten ins Weiße Haus eingeladen. Frank war ein großer Bewunderer von Franklin D. Roosevelt und die gerahmte Einladung hatte in seinem Haus in New Jersey einen Ehrenplatz.
  22. Sein Filmdebüt machte er 1943 in dem Musical Higher And Higher.
  23. Er trat 1943 zum ersten Mal im Hollywood Bowl auf.
  24. Er wurde 1943 von der Einberufung in die U.S. Army für den Zweiten Weltkrieg ausgeschlossen. Grund war seine Einstufung als ‘4F’ – medizinisch für den Militärdienst nicht geeignet – aufgrund der Verletzungen, die er bei seiner Geburt davongetragen hatte.
  25. Er verursachte die Columbus Day Riots im Oktober 1944 – eine Massenhysterie zehntausender sogenannter Bobby-Soxer in New York, die von der New Yorker Polizei aufgelöst werden musste.
  26. Er reiste 1945, während des Zweiten Weltkriegs, mit Phil Silvers nach Europa, um vor den U.S.O.-Truppen aufzutreten. Bis dahin hatte das FBI ihn immer davon abgehalten.
  27. Er erhielt als Teil des Teams hinter dem Kurzfilm The House I Live In 1945 einen Ehren-Oscar.
  28. Er erhielt 1947 den Thomas Jefferson Award für seine Arbeit für Fighting Against Intolerance.
  29. Er reiste 1947 nach Havana, Kuba, wo er mit den Mafiosi Rocco und Joe Fischetti, die er noch aus seiner Kindheit in Hoboken kannte, und mit dem früheren Cosa-Nostra-Boss Lucky Luciano fotografiert wurde. Zwar konnte man Frank nie irgendwelche Aktivitäten in der Richtung vorwerfen, aber diese Geschichte verfolgte ihn für den Rest seiner Karriere.
  30. Er ging 1947 auf den Boulevardjournalisten Lee Mortimer los, nachdem dieser anscheinend eine negative Bemerkung über Franks italienische Herkunft gemacht hatte. Das Ganze endete schließlich vor Gericht. Lee warf Frank auch später noch Verbindungen zu bekannten Mafiosi vor, was dieser aber immer abstritt.eus223-001-mf
  31. Am 30. Oktober 1947 feierte Hoboken den Sinatra Day. 20.000 Menschen säumten trotz Regen die Straßen, um mit Frank zu feiern.
  32. 1948, noch während der Zeit der Rassentrennung, buchte er Sammy Davis Jr. ins Vorprogramm für seinen Abend im Capitol Theatre in New York. Die Beiden waren bis zuletzt sehr enge Freunde.
  33. Als die Familie Sinatra 1948 in den Carolwood Drive in West L.A. zog, war Walt Disney einer ihrer Nachbarn.
  34. Er verlor 1950 aufgrund einer Stimmbandverletzung bei einem Auftritt in New Yorks legendärem Nachtclub Copacabana seine Stimme.
  35. Er hatte seinen ersten Fernsehauftritt 1950 in der Bob Hope Show. Wenig später ging seine eigene Frank Sinatra Show auf CBS an den Start.
  36. 1950 hatte er seinen ersten Auftritt in Großbritannien, im Palladium in London.
  37. Sein erster Auftritt in Las Vegas war im Jahr 1951 im Desert Inn.
  38. Er ließ sich 1951 von Nancy scheiden und heiratete Ava Gardner.
  39. Er trennte sich 1952 von Columbia Records und ließ die Frank Sinatra Show von CBS absetzen.
  40. Er unterschrieb 1953 seinen Vertrag bei Capitol Records.
  41. Er betrat 1953 zum ersten Mal die Bühne des Sands Hotels, welches später für Franks Vegas-Shows berühmt wurde.
  42. Er gewann 1954 einen Oscar als Bester Nebendarsteller für From Here To Eternity.
  43. Er war 1955 zum ersten Mal auf dem Cover des legendären Time-Magazins.
  44. Er spielte 1955 neben Marlon Brando in dem Film Guys And Dolls.
  45. Er war 1955 für einen Oscar als Bester Hauptdarsteller in The Man With The Golden Arm nominiert. Der Award ging letztendlich an den ebenfalls über italienische Wurzeln verfügenden amerikanischen Schauspieler Ernest Borgnine.
  46. Er veröffentlichte 1955 In The Wee Small Hours auf Capitol Records. Es gilt weithin als eines der ersten Konzeptalben. Zusammen mit renommierten Arrangeuren wie Nelson Riddle, Billy May und Gordon Jenkins entstanden weitere wichtige Konzeptalben, so z. B. Come Fly With Me (1958), Only The Lonely (1958) und No One Cares (1959), sowie die später auf Reprise Records erschienenen September Of My Years (1965), Moonlight Sinatra (1966) und Watertown (1969).
  47. Er spielte 1957 in dem Film Pal Joey neben Rita Hayworth und Kim Novak. Der Film verhalf Franks bekanntestem Song, dem von Rodgers & Hart geschriebenen und von Belson Riddle arrangierten The Lady Is A Tramp, zum Durchbruch.
  48. Er wurde bei den Playboy Awards 1957 zum Jazz All-Star Poll Sänger des Jahres ernannt. Insgesamt gewann er den Award siebenmal zwischen 1957 und 1963.
  49. 1956 traf er in dem Film High Society zum ersten Mal auf der Kinoleinwand auf sein Idol Bing Crosby. Es war außerdem die letzte Filmrolle für Grace Kelly, bevor sie Prinzessin von Monaco wurde.FRANK3
  50. Er unterschrieb 1957 einen lukrativen Vertrag mit ABC für eine neue Staffel der Frank Sinatra Show. Zu dem Zeitpunkt waren das die teuersten 30 Minuten in der Fernsehgeschichte – mit zahlreichen Gastauftritten von Superstars wie z. B. Bob Hope, Peggy Lee, Kim Novak, Dean Martin, Bing Crosby, Dinah Shore, Robert Mitchum, Sammy Davis Jr., Ella Fitzgerald und Natalie Wood.
  51. Er machte 1958 dem Hollywoodstar Lauren Bacall, der Witwe seines verstorbenen Freundes Humphrey Bogart, einen Heiratsantrag, aber die Verlobung wurde wieder gelöst, nachdem die Nachricht publik wurde.
  52. Er arbeitete 1958 im Rahmen eines Benefizkonzerts in Monte Carlo zum ersten Mal mit Quincy Jones zusammen. Frank trat dort auf Wunsch seiner früheren Filmpartnerin Prinzessin Grace von Monaco auf.
  53. Er veröffentlichte 1959 sein kommerziell erfolgreichstes Album Come Dance With Me!, welches ganze 140 Wochen in den Billboard Pop Charts blieb und mit drei Grammys ausgezeichnet wurde, darunter auch der Preis als Bestes Album.
  54. Er gründete 1960 sein eigenes Label Reprise Records, obwohl er zu dem Zeitpunkt noch bei Capitol unter Vertrag stand. Als Labelboss erhielt Frank hier erstmals den Beinamen ‘The Chairman Of The Board’.
  55. Als 1960 Sinatra, Dean Martin, Sammy Davis Jr., Joey Bishop und Peter Lawford in dem Film Ocean’s 11 mitspielten und die Drehzeit für eine Reihe legendärer Auftritte in Las Vegas nutzten (heute bekannt als The Summit At The Sands – das Gipfeltreffen im Sands), war das die Geburtsstunde des ‘Rat Pack’.
  56. Er setzte sich beim Wahlkampf um die amerikanische Präsidentschaft 1960 für John F. Kennedy ein und inszenierte JFKs Antrittsgala 1961.
  57. Er spielte 1961 ein geschichtsträchtiges Benefizkonzert für Dr. Martin Luther King in der Carnegie Hall in New York.
  58. Er war 1962 kurz mit der südafrikanischen Schauspielerin Juliet Prowse verlobt.
  59. Er tourte 1962 zugunsten von caritativen Organisationen für Kinder rund um die Welt. Alle Kosten zahlte er aus eigener Tasche.
  60. Er moderierte 1963 zum ersten Mal die Oscar-Zeremonie. 1975 kehrte er als Co-Moderator zurück.
  61. Er zahlte 1963 ein Lösegeld von $240.000, um den damals 19-jährigen Frank Jr. aus den Händen von Kidnappern freizukaufen. Nach seiner tagelangen Gefangenschaft kam Frank Jr. wohlbehalten frei. Das FBI konnte die Entführer später fassen und fand auch einen Großteil des Lösegelds.
  62. 1964 ertrank er beinahe während der Dreharbeiten zu dem Film None But The Brave in Kauai, Hawaii, bei dem er auch Regie führte.
  63. Er feierte 1965 seinen 50. Geburtstag mit dem extrem erfolgreichen TV-Special A Man And His Music, bei dem er vor einem Studiopublikum auftrat und viele seiner größten Hits spielte. Die Show wurde mit einem Emmy für Outstanding Musical Program und mit dem Peabody Award ausgezeichnet und erhielt eine Nominierung für den Golden Globe.
  64. Er lernte 1965 Mia Farrow kennen. Das prominente Paar heiratete ein Jahr später, ließ sich aber schon 1968 wieder scheiden.
  65. Er nahm 1967 mit seiner Tochter Nancy den Song Somethin’ Stupid auf. Er hielt sich vier Wochen auf Nummer eins der U.S. Billboard Hot 100.
  66. Er ging 1967 mit dem vor allem als Komponist von Garota de Ipanema a.k.a. The Girl from Ipanema bekannten, brasilianischen Superstar Antônio Carlos “Tom” Jobim ins Studio.
  67. Er trennte sich vom The Sands Hotel und wechselte 1968 zum Ceasars Palace.
  68. Er erhielt 1971 bei den 43. Academy Awards den Jean Hersholt Award für Menschlichkeit in Anerkennung seines Beitrags zu humanitären Projekten.
  69. Er gab 1971 im Alter von 55 Jahren im Rahmen eines Benefizkonzerts zugunsten des Motion Picture & Television Relief Funds in Hollywood seinen Rückzug vom Showgeschäft bekannt.
  70. Er erhielt 1972 einen Preis für sein Lebenswerk von der Screen Actors Guild.
  71. Er wurde 1972 von Präsident Richard Nixon gebeten, den Song My Kind Of Town bei einer Veranstaltung für junge Wähler*innen in Chicago zu singen – eine seiner sehr seltenen öffentlichen Auftritte während seiner ‘Rente’.
  72. 1973 unterbrach er seinen kurzen Ruhestand und feierte mit dem Album und TV-Special Ol‘ Blue Eyes Is Back wieder große Erfolge auf der Bühne und dem Bildschirm.
  73. Er veröffentlichte 1974 das im Madison Square Garden aufgenommene Livealbum und TV-Special The Main Event.
  74. Mit der Geburt von Nancys Tochter AJ 1974 wurde Frank zum ersten Mal Großvater. Frank hat zwei weitere Enkel: AJs Schwester Amanda und Frank Jr.s Sohn Michael; außerdem die Urenkelin Miranda.
  75. 1976 heiratete er Barbara Marx. Frank war insgesamt viermal verheiratet: mit Nancy Barbato (1939–51), Ava Gardner (1951–57), Mia Farrow (1966–68) und Barbara Marx (1976–98).
  76. Er besuchte 1979 zum ersten Mal Ägypten, wo er auf Einladung von Präsident Anwar Sadat und der First Lady Jehan Sadat auf einer Open-Air-Bühne direkt vor der Sphinx und der großen Pyramide von Gizeh auftrat.
  77. Er feierte an seinem 64. Geburtstag sein 40-jähriges Jubiläum im Showbusiness mit einem riesigen Fest. Ungefähr 1.000 Gäste folgten seiner Einladung, darunter auch Cary Grant, Orson Welles und Dean Martin.
  78. Er nahm eine Trilogie auf: Das ambitionierte 3-LP-Projekt Past Present Future (1979) wurde in drei Teile geteilt, die jeweils von einem anderen von Franks Lieblingsarrangeuren bearbeitet wurden: The Past: Collectibles of the Early Years (Billy May), The Present: Some Very Good Years (Don Costa), The Future: Reflections On The Future In Three Tenses (Gordon Jenkins). Auf dem Album findet sich einer der unvergesslichsten Sinatra-Hits, Theme From New York, New York.
  79. Er setzte sich 1980 für Ronald Reagan in dessen Wahlkampf zum U.S.-Präsidenten ein und inszenierte dessen Antrittsgala 1981 – so wie er es 20 Jahre vorher schon für Präsident John F. Kennedy getan hatte.
  80. Er brach 1980 den Weltrekord für das größte Publikum für einen einzelnen Künstler, als er im Maracanã Stadium in Rio de Janeiro vor 175.000 Menschen auftrat.eus222-002-mf
  81. Er erhielt 1981 eine Glücksspiellizenz in Nevada, sodass er als Berater für den Caesars Palace agieren konnte.
  82. Er unterschrieb 1983 eine lukrative Auftrittsvereinbarung mit Steve Wynn im Golden Nugget in Atlantic City, New Jersey und startete eine Reihe legendärer TV-Spots für Wynns Ressorts in Atlantic City und Las Vegas, die dann für den Rest der 80er über die Bildschirme flimmerten.
  83. Sein lebenslanger Einsatz für wohltätige Organisationen wurde 1983 von Variety Clubs International mit einem “All-Star Party” TV-Special gewürdigt. In seiner emotionalen Rede bemerkte Richard Burton: „Frank ist ein Riese. Unter den Großzügigen dieser Welt ist er der größte. Begründet wird diese Haltung durch seine legendäre Loyalität und sein verborgenes Mitgefühl. Verborgen auf seinen eigenen Wunsch. Du wolltest Mr. Anonym sein. Und so nennen wir Dich Mr. Anonym.“
  84. Sein letzter Filmauftritt war 1983 in Cannonball Run II. Das war auch das letzte Mal, dass das Rat Pack in der Besetzung Frank Sinatra, Dean Martin, Sammy Davis Jr zusammen auf der Kinoleinwand zu sehen war.
  85. Er erhielt 1983 den Kennedy Center Award für seinen beispielhaften Beitrag zur darstellenden Kunst.
  86. Michael Jackson wohnte Sinatras Studiosessions zu seinem von Quincy Jones produzierten Album L.A. Is My Lady (1984) bei.
  87. Er wurde 1985 mit der Presidential Medal of Freedom, der höchsten Ehrung, die eine Zivilperson in den USA erhalten kann, ausgezeichnet.
  88. Er erhielt 1987 den Award für sein Lebenswerk von der National Association for the Advancement of Colored People (NAACP), der ältesten und größten Bürgerrechtsorganisation der Vereinigten Staaten.
  89. Er ging 1988 mit Dean Martin und Sammy Davis Jr. auf die Together-Again-Tour. Dean fiel schon nach kurzer Zeit aus, wurde aber schnell durch Liza Minelli ersetzt, woraufhin die Tour umbenannt wurde in Frank, Liza and Sammy: The Ultimate Event.
  90. Ein 1989 entdeckter Asteroid wurde nach ihm benannt: der Sinatra 7934.
  91. Im Dezember 1990 begann seine Diamond Jubilee World Tour anlässlich seines 75. Geburtstags.
  92. Frank hatte eine eigene Mini-Fernsehserie, die 1992 startete und einfach Sinatra hieß. Die biografische Dramaserie wurde von Tina Sinatra entwickelt und mit zwei Emmy Awards und einem Golden Globe ausgezeichnet.
  93. Franks 59. und letztes Studioalbum war Duets II mit Duetts mit so legendären Stars wie Stevie Wonder, Willie Nelson, Neil Diamond, Antonio Carlos Jobim, sowie einem ganz besonderen Duett mit Frank Jr.
  94. Bei den Grammy Awards 1994 überreichte Bono Frank den Legend Award für sein Lebenswerk. Insgesamt war Frank während seiner Karriere 34 mal für den Grammy nominiert, gewann davon elf, und erhielt außerdem den Grammy Lifetime Achievement Award (1965), den gerade erwähnten Legend Award (1994), sowie 13 weitere Grammy Hall of Fame Awards.
  95. Nach seinen finalen öffentlichen Konzerten im Fukuoka Dome in Japan 1994, trat Frank 1995 im Alter von 79 Jahren zum allerletzten Mal live auf: am Abschlusstag des Frank Sinatra Desert Classic Golfturniers im Palm Desert Marriott Ballroom in Kalifornien. Das Publikum bestand aus geladenen VIPs und seine finale Zugabe war The Best Is Yet to Come.
  96. Er starb am 14. Mai 1998 im Alter von 82 Jahren infolge eines Herzinfarkts. Die Beileidsbekundungen und Ehrungen waren zahlreich und vielfältig – so wurde z. B. der Capitol Records Tower in L.A., wo Sinatra viele seiner Alben aufgenommen hatte, in Schwarz gehüllt, die Lichter auf dem Las Vegas Strip wurden gedimmt und das Empire State Building in New York wurde für Ol’ Blue Eyes in blaues Licht getaucht.
  97. Seit 1998 wird Theme from New York, New York jedes Jahr am Silvesterabend auf dem Times Square gespielt und die New York Yankees spielen den Song bei jedem einzelnen Heimspiel.
  98. Er wirkte in seiner 60-jährigen Karriere an mehr als 1.400 Aufnahmen mit, spielte in 60 Filmen und produzierte acht.
  99. Erhielt von der amerikanischen Recording Industry Association 31 Goldalben, neunmal Platin, dreimal Doppelplatin und einmal Dreifachplatin.
  100. Die Musik machte ihn zum Star, aber bei vielen war Sinatra auch für zwei weitere Dinge berühmt: seine große Loyalität und Liebe zu seiner Familie. Und egal, wieviel Ruhm und Reichtum ihm zuteil wurde, in diesen zwei Dingen war er immer unerschütterlich.

„Watertown“: Frank Sinatras sträflich vernachlässigtes Meisterwerk

Popkultur

Zeitsprung: Am 8.12.1984 verschuldet Vince Neil den Tod des Hanoi-Rocks-Schlagzeugers.

Published on

Foto: Paul Natkin/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 8.12.1984.

von Timon Menge und Christof Leim

Weil die Alkoholvorräte bei einer Privatparty nicht ausreichen, möchten Mötley-Crüe-Frontmann Vince Neil und Hanoi-Rocks-Schlagzeuger Nicholas „Razzle“ Dingley für Nachschub sorgen. Neil setzt sich trunken ans Steuer seines italienischen Sportwagens. Dann kommt es zur Katastrophe.

Hier könnt ihr die größten Hits von Hanoi Rocks anhören: 

1984 tourt die finnische Band Hanoi Rocks zum ersten Mal durch die USA, gemeinsam mit den damals übergroßen Mötley Crüe. Um diesen Umstand zu feiern, lassen es sich die Musiker bei einer Party im Haus von Mötley-Frontmann Vince Neil mächtig gut gehen. Sprich: Der Alkohol fließt in Strömen. Als die Vorräte aufgebraucht sind, beschließen Neil und Hanoi-Rocks-Schlagzeuger Nicholas „Razzle“ Dingley, für Nachschub zu sorgen. Neil setzt sich ans Steuer, obwohl er bereits gut geladen hat.

Auf einer der kurvenreichen Straßen Hollywoods verliert der Sänger die Kontrolle über seinen Sportwagen und rammt zwei andere Autos. Der Fahrer des ersten bleibt glücklicherweise unverletzt, doch im zweiten Wagen sitzen Lisa Hogan und Daniel Smithers, die sich mehrere Knochen brechen und Hirnschäden davontragen. Lisa Hogan liegt bis zum Ende des Monats im Koma. Neil selbst kommt mit ein paar gebrochenen Rippen und einigen Kratzern davon, doch Dingley hat Pech. Er wird nach dem Unfall ins South Bay Hospital eingeliefert, wo er um 7:12 Uhr Ortszeit für tot erklärt wird. Er wurde gerade einmal 24 Jahre alt. 

„Ich hätte ins Gefängnis gehen müssen.“

In Neils Blut wird anschließend ein Blutalkoholspiegel von 1,7 Promille festgestellt. Das Urteil: „vehicular manslaughter“, also Totschlag. Die Strafe hält sich in Grenzen: Zu gerade einmal 30 Tagen Gefängnis wird er verurteilt — und sitzt nur die Hälfte davon tatsächlich ab. Zwei Jahrzehnte später gibt er in einem Interview mit der US-Zeitschrift Blender Folgendes zu Protokoll: „Nach Razzles Tod stellte ich einen Scheck über 2,5 Millionen US-Dollar wegen fahrlässiger Tötung aus. Ich hätte ins Gefängnis gehen müssen. Das wäre definitiv verdient gewesen, aber ich habe nur 30 Tage im Knast verbracht, wurde dort flachgelegt und habe Bier getrunken — wegen der Macht des Geldes. Das ist beschissen.“ Zusätzlich zur Gefängnisstrafe muss Neil 200 Sozialstunden ableisten.

Hanoi-Rocks-Gitarrist Andy McCoy erinnert sich 2006 in einem Interview mit dem Metal Express folgendermaßen an den Abend: „Ich war da. Razzle und Vince verschwanden einfach, also suchten ich und Tommy Lee nach den beiden. Dann sind wir an der Unfallstelle vorbeigefahren und ich fragte Tommy, welche Farbe das Auto hatte, mit dem die zwei losgefahren sind. Wir fuhren nämlich gerade an einem verdammten Unfall mit einem roten Sportwagen vorbei. Dann sah ich Razzles Hut auf der Straße.“

„Jeder hat unter der ganzen Sache gelitten.“

Im Jahr 2011 äußert sich Hanoi-Rocks-Frontmann Michael Monroe auf sleazeroxx.com zu dem Vorfall: „Es gab diesen Unfall, und leider hat er unseren Schlagzeuger das Leben gekostet. Zu Vince Neil habe ich nichts zu sagen. Es war ein Unfall. Was passiert ist, ist passiert, und das lässt sich nicht mehr ändern. Jeder hat unter der ganzen Sache gelitten.“

Vince Neil widmet seinem verstorbenen Kollegen das nächste Mötley-Crüe-Album Theatre Of Pain (1985), beigesetzt wird Razzle auf der Isle Of Wight. Nach seinem Tod lassen sich die Hanoi Rocks zunächst nicht unterkriegen und engagieren Trommler Terry Chimes von The Clash, um eine bereits geplante Tour in Europa über die Bühne zu bringen. Kurz danach löst sich die Gruppe allerdings auf und findet erst 2001 wieder zusammen.

Die Hanoi Rocks 1984 in ganzer Pracht. Ganz rechts: Razzle. R.I.P. – Pic: Mike Prior/Redferns

Zeitsprung: Am 23.12.1987 stirbt Nikki Sixx von Mötley Crüe – für zwei Minuten.

 

Continue Reading

Popkultur

Apple Boutique: Vor 55 Jahren versuchen sich die Beatles erfolglos als Einzelhändler

Published on

Apple Boutique
Foto: Evening Standard/Hulton Archive/Getty Images

Selbst in Sachen Einzelhandel waren die Beatles ihrer Zeit voraus: Ihre Apple Boutique in London kann als Vorläufer des modernen Concept Stores gelten. 1967 ging diese Rechnung aber noch nicht auf – und die Beatles verloren Millionen.

von Björn Springorum

Das wilde Jahr 1967 neigt sich dem Ende zu. Die psychedelische Rockmusik ist diesseits und jenseits des Atlantik explodiert, The Doors, Jimi Hendrix, Jefferson Airplane, The Byrds und Cream haben wegweisende Alben veröffentlicht. Getoppt wird das Ganze – natürlich – von den Beatles, die mit Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band eines der besten Alben aller Zeiten veröffentlicht haben.

Ein psychedelischer Garten Eden

Im Sommer läuft in ganz London gefühlt kein anderes Album, 23 Wochen lang behauptet es sich an der Spitze der britischen Charts. Den Summer of Love verbringen die Beatles mit Filmprojekten und ihrer Reise ins indische Bangor, bis der Tod von Brian Epstein am 27. August 1967 alle rosaroten Wolken platzen lässt. Hinter den Kulissen sind aber längst Dinge im Gange, die die Band auch ohne ihren Manager und Mentor weiterlaufen lässt – der Flop-Film Magical Mystery Tour und ihr eigener Store, die Apple Boutique.

Die soll laut Harrison ein „psychedelischer Garten Eden“ sein und erstreckt sich auf drei Stockwerke. Hinter dem grandiosen Street-Art-Bild auf der Fassade steckt das niederländische Designkollektiv The Fool, die George Harrisons Frau Pattie Boyd der Band vorgestellt hat. Schon in den Monaten vor der Eröffnung der Boutique gestalten The Fool Artworks, Outfits, Sets und Instrumente für die Beatles, für aus heutiger Rechnung über 1,5 Millionen Euro verwandeln sie die Fassade des historischen Townhouses in der Baker Street 94 an zwei Novembertagen in ein psychedelisches Kunstwerk.

Bowie und Clapton kommen zur Eröffnung

Mit dem Store dahinter versuchen die Beatles, den Einzelhandel ebenso zu revolutionieren wie die Musik. Ihr sehr visionäres Konzept: Alles, was es in diesem Laden gibt, steht zum Verkauf. „Ein hübscher Ort, an dem hübsche Menschen hübsche Dinge kaufen können“, so beschreibt Paul McCartney das Konzept, das man von zeitgeistigen Concept Stores kennt. An der Baker Street im Jahr 1967 ist das neu.

Der Laden öffnet am 7. Dezember 1967 erstmals seine Tore. Schon zwei Tage zuvor laden John Lennon und George Harrison zu einer Launch Party, bei der zwar Paul McCartney und Ringo Starr fehlen (sie weilen in Liverpool respektive Rom), aber dafür jede Menge Berühmtheiten und Bohemiens in das psychedelische Wunderland strömen, um Kleidung, Accessoires, Bücher und Schmuck zu bestaunen – darunter David Bowie, Eric Clapton und Harrisons Frau Pattie Boyd.

Getrunken wird Apfelsaft

Auf den Einladungen steht geschrieben: „Kommt um 7:46. Modenschau um 8:16.“ Und zumindest zur Eröffnungsparty kommen sie. The Fool, die auch viele Designs für die Beatles, die Hollies oder Procol Harum realisiert haben, ziehen wie ein psychedelischer Wanderzirkus mit Instrumenten durch die Boutique, alle schlürfen Apfelsaft, weil der Store keine Schanklizenz hat. Vielleicht gibt es andere Dinge zum Konsumieren… Es ist ja immerhin 1967.

Apple Boutique

Foto: E. Milsom/Evening Standard/Hulton Archive/Getty Images

Zwei Tage später eröffnet die Boutique offiziell, gemanaged von Lennons Freund Peter Shotton und Pattie Boyds Schwester Jenny Boyd. Doch die Sache wird zum legendären finanziellen Desaster. Taschendiebstähle geraten außer Kontrolle, selbst Angestellte stecken sich reihenweise Sachen ein, so wirklich weiß niemand, womit die Kunden den Laden betreten oder wieder verlassen haben. Zur Anzeige gebracht wird kein Diebstahl: Das passt einfach nicht in den Freigeist des Konzepts.

Antikapitalistische Einzelhändler

Auch sonst läuft es schleppend: Baker Street ist einfach zu weit vom Londoner Mode-Epizentrum entfernt, die Apple Boutique fährt hohe Verluste ein. Mitte 1968 sind das schon mehr als 200.000 Britische Pfund (heute mehr als vier Millionen Euro) und die Beatles entscheiden, den Laden am 31. Juli 1968 – kein Jahr nach der Eröffnung – zu schließen. Für McCartney ist der Shop dennoch ein Erfolg. „Den größten Verlust machten wir damit, alles zu verschenken“, sagt er in einem Statement zur Schließung. „Aber das war unsere freie Entscheidung. Wir wollten verschenken, nicht verkaufen.“

Die wahren Gründe liegen natürlich auch darin, dass die Beatles keine Geschäftsleute sein wollen. Sondern Musiker, Filmemacher, Entertainer. Am Tag der Schließung öffnen die Beatles die Boutique ein letztes Mal für die Menschen, die zu Hunderten gierig in den Laden strömen, sich alles unter den Nagel reißen und Randale machen. Die Polizei muss eingreifen und beendet dieses abstruse Kapitel der Beatles-Geschichte relativ unrühmlich.

Schon im Mai 1968 hatte man die Fassade weiß übermalt und das Wort Apple kursiv darauf geschrieben – ein ähnlich drastischer Übergang wie bei den Artworks von Sgt. Pepper’s und The Beatles. 1974 wird das Gebäude abgerissen. Aber da gibt es die Beatles schon lange nicht mehr.

Du willst nichts mehr in der Rockwelt verpassen? Melde dich hier für unseren Newsletter an und werde regelmäßig von uns über die wichtigsten Neuigkeiten, die spannendsten Geschichten sowie die besten Veröffentlichungen und Aktionen informiert!

Wie „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ die Musikwelt veränderte

Continue Reading

Popkultur

Zeitsprung: Am 7.12.1949 kommt Sänger und Songwriter Tom Waits zur Welt.

Published on

Foto: Michael Ochs Archives/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 7.12.1949.


von Frank Thießies und Christof Leim

Am 7. Dezember 1949 erblickt der Sänger und Songwriter Tom Waits das Licht der Welt. Mit seiner knurrenden Charakterstimme und ebenso knarzigen Songs begeistert der kauzige Kalifornier seit den frühen Siebzigern. Wir gratulieren dem amerikanischen Unikat und Genre-Grenzgänger zum Geburtstag!

Hier könnt ihr euch Tom Waits’ Debütalbum Closing Time (1973) anhören:

1949 in Pomona, Kalifornien als Thomas Alan Waits und Sohn eines Lehrerehepaars geboren, verschlägt es den jungen Mann nach kurzem Liebäugeln mit einem Studio der Fotografie im Alter von zwanzig Jahren nach San Diego. Fasziniert von der dortigen Folk-Szene nimmt er in einem Kaffeehaus-Club namens Heritage einen Aushilfsjob als Türsteher an, beginnt dort aber auch an seinem eigenen Bühnenrepertoire zu feilen, welches anfänglich noch hauptsächlich aus Covermaterial und kruder Comedy besteht. Sein beachtliches Talent als Songschreiber führt ihn in Folge jedoch schnell über die limitierend kleine San-Diego-Szene hinaus und dorthin, wo es alle verlorenen Künstlerseelen hinzieht: nach Los Angeles.

Bukowski am Bar-Piano

Bei einer Open-Stage-Nacht in Doug Westons renommierten Schuppen Troubadour in West Hollywood wird Waits 1972 entdeckt und ergattert zunächst einen Job als Songwriter bei Frank Zappas Plattenfirma Bizarre Records. Nur kurze Zeit später hat er einen eigenen Plattenvertrag bei David Geffens Asylum Records in der Tasche. Waits Debüt Closing Time erregt 1973 jedoch nur wenig Aufsehen in der breiten Öffentlichkeit. Dafür erkennen (nicht nur) die Eagles die Qualität von Komposition wie Ol’ 55. Ihr Cover der Waits-Nummer auf dem Album On The Border ein Jahr darauf sichert dem jungen Künstler zumindest die finanzielle Annehmlichkeit in Form von Tantiemen-Zahlungen. In seiner späteren Karriere werden Waits’ Lieder noch oft von anderen Leuten neu aufgelegt werden; Rod Stewarts Fassung von Downtown Train etwa ist legendär.

Ist Waits‘ Debüt noch von einem Folk-Vibe beseelt, bewegen sich die Folgewerke in den Siebzigern noch stärker zwischen verrauchtem Bar-Jazz, Charles Bukowski und Beat-Poeten wie Jack Kerouac, die Waits schon länger bewundert. Sich selbst mit Schiebermütze oder Trilby, ewigem Glimmstängel und Spitzbärtchen zu einem glamourösen, versoffenem Gossen-Troubadour stilisierend, klingen Waits‘ Alben, als könnten sie die Jukebox in Edward Hoppers berühmten Gemälde Nighthawks bestücken. 

Gekappte Wurzeln

Die künstlerische und private Kehrtwende erfolgt schließlich mit dem Dekadenwechsel: Im August 1980 heiratet der Sänger Kathleen Brennan, die künftig auch in kreativer Hinsicht seine Stütze und Partnerin wird. Das 1983 veröffentliche Album Swordfishtrombones, welches er mit Brennan schreibt und produziert, stößt die Tür zu einer zuweilen herrlich unkonventionellen, so experimentellen wie kaputten Klangwelt auf, die fortan zu Waits‘ musikalischem Markenzeichen werden soll. Mit der Trennung von seinem Management und der alten Plattenfirma stehen alle Zeichen auf Neuerfindung.

Zum erweiterten Repertoire des Sängers und Geschichtenerzählers zählt bald auch die Schauspielerei. So spielt er zu Beginn der Achtziger gleich in drei Filmen von Francis Ford Coppola (Rumble Fish, Die Outsider, Cotton Club) kleine, aber höchst überzeugende (Neben-)Rollen und brilliert in Jim Jarmuschs Down By Law 1986 an der Seite Roberto Benignis. Die Nebentätigkeit als Schauspieler hält er sich bis heute warm. Unlängst war Waits in dem Anthologie-Western der Coen Brüder The Ballad Of Buster Scruggs noch in einer Paraderolle als verschrobener ergrauter Goldgräber zu bewundern. Darüber hinaus wirkt Waits seit Ende der Achtziger auch auf der Theaterbühne: Mit Regisseur Robert Wilson realisiert er Stücke wie The Black Rider oder das auf Alice im Wunderland basierende Alice.

Waits, der Eremit 

Mit Beginn der Neunziger werden die klassischen Albumveröffentlichungen von Waits  sporadischer. Mule Variations (1999), das Doppelwerk Blood Money und Alice (2002) oder Real Gone (2004) lassen jedoch nichts vom musikalischen Pioniergeist vermissen, der Waits zwischen Americana- und Roots-Musik, gehusteter Folklore und Vaudeville sowie avantgardistischer Klangkunst heimisch geworden zeigt. Seine letzte Plattenveröffentlichung (Stand 2019) namens Bad As Me datiert auf das Jahr 2011 zurück. Womit so langsam eigentlich mal wieder Nachschub fällig wäre aus dem Hause Waits/Brennan. Doch das soll von Waits‘ Ehrentag nicht abhalten. Und so darf man heute gern ein bisschen tiefer in die Sakko-Tasche greifen und eine extra große Portion Konfetti herausfischen, während man auf dem rostigen Eisenbahnschienen für Tom Waits ein staubiges „Happy Birthday“ steppt. Herzlichen Glückwunsch.

Zeitsprung: Am 14.7.2015 erlebt Nick Cave eine Tragödie & verarbeitet sie mit Musik.

Continue Reading

Latest Music News

Top Stories

Don't Miss