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Popkultur

Die wunderbare Freundschaft zwischen John Lennon und Elton John

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Foto: Steve Morley/Redferns/Getty Images

Der doppelte John: Weit entfernt von ihrer englischen Heimat freunden sich John Lennon und Elton John in den Siebzigern in der schillernden Halbwelt Hollywoods an. Die Freundschaft hält bis zu Lennons Tod – und ist sogar für dessen Rückkehr auf die Bühne verantwortlich.

von Björn Springorum

Ein Beatle altert anders als normale Menschen. In den knapp zehn Jahren ihrer gemeinsamen Geschichte erleben die vier Mitglieder mehr als die meisten Menschen in zehn Lebzeiten erleben würden. Schon Anfang der Siebziger, mit gerade mal Anfang 30 also, rauscht John Lennon deswegen in eine Midlife Crisis, die sich gewaschen hat. Die Beatles gibt es nicht mehr, seine Beziehung zu Yoko Ono kriselt, er hat eher mit dem FBI zu tun als mit den schönen Seiten des Rockstarlebens. Sogar seine Alben laufen nicht mehr so gut. Mitte 1973 macht er sich auf an Amerikas Westküste, wo er auf einen Vorschlag seiner Frau mit deren Assistentin May Pang in Los Angeles heimisch wird. Die folgenden Monate bezeichnet er gern als sein lost weekend, weil sie zu einem nicht zu unterschätzenden Teil im Dauerrausch verbracht werden.

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Darüber wurde schon viel geschrieben. Darüber erzählt man sich bis heute viele Legenden, von denen natürlich wie immer nicht alle wahr sind. Die Freundschaft, die in dieser Zeit zwischen John Lennon und Elton John entsteht, bekommt in diesen Geschichten voller Drogen, Skandale und sexuellen Eskapaden meistens nicht den gebührenden Raum. Sie ist aber dafür verantwortlich, dass Lennon nach sechs Jahren Bühnenpause wieder auf einer Bühne steht. Und dass er sich mit Yoko Ono versöhnt.

Elton John: Ein Superstar und Beatles-Fan

Das ist natürlich so wunderbar typisch Elton John, dass niemand diese Geschichte anzweifeln würde. Wann genau sich der Beatle und der Paradiesvogel kennenlernen, ist nicht dokumentiert. Es dürfte aber einige Jahre zuvor gewesen sein. Ihre Geschichte beginnt offiziell, als die beiden sich vermehrt in Los Angeles über den Weg laufen. Bernie Taupin wird sich später erinnern, dass Lennon in dieser Zeit viel ruhiger und liebevoller gewesen sein soll als das heute kolportiert wird. „Er hat immer so wunderbar ermutigende Dinge über uns gesagt und war so bescheiden.“ Aber Drogen und Alkohol gibt es natürlich trotzdem eine Menge bei Lennons verlorenem Wochenende. Und eine Solokarriere, die mehr und mehr an Schwung verliert.


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Elton John, damals auf einem ersten gewaltigen Zenit, sieht Lennons Niedergang sehr besorgt und kritisch. Er beschließt, seinem großen Idol zu helfen und denkt sich eine clevere Masche aus, um John Lennon mal wieder ein bisschen Aufmerksamkeit zuzuschustern. Er covert Lucy In The Sky With Diamonds, seiner Meinung nach „eines der schönsten Lieder, das je geschrieben wurde“, und lädt Lennon zu sich auf die verwunschene Caribou Ranch in den Rocky Mountains ein, wo er den Song aufnimmt. Lennon singt und spielt Gitarre – anonym und offiziell geführt als The Reggae Guitars Of Dr Winston O‘Boogie. Wobei: Winston ist Lennons Zweitname. Allzu lang dürfte das also kein Geheimnis geblieben sein. Für die B-Seite der Single covert Elton John gleich noch One Day (At A Time) von Lennon und lässt den ex-Beatle wieder Gitarre spielen.

John und John

Lucy In The Sky With Diamonds wird auch in Elton Johns Fassung ein gewaltiger Erfolg. Und viel wichtiger noch: John Lennon hat wieder Zuversicht und Vertrauen gefasst. Um sein nächstes Album Album Walls And Bridges aufzunehmen, verlässt er sogar für einige Zeit Los Angeles, um sich im siedenden New Yorker Sommer ins Refugium der Record Plant Studios zu verkriechen. Bei einer dieser Aufnahmesessions schaut Elton John im Studio vorbei. Ungewöhnlich ist das zu diesem Zeitpunkt nicht mehr, die beiden pflegen längst eine innige Freundschaft. Für Elton John, den riesigen Beatles-Fan, dessen Jugend von den frühen Platten der Liverpooler musikalisch untermalt wurde, ist es aber immer noch eine richtig große Sache, einfach so zu einem John Lennon ins Studio zu spazieren. „Ein wenig Angst hatte ich schon, ihn kennenzulernen“, verriet Elton John erst letztes Jahr, wie es ihm vor ihrem ersten Aufeinandertreffen erging. „Ich hörte von vielen, dass er so grob sein soll, doch in dieser Freundschaft bekam ich das nie zu hören. Nie.“

Elton singt und spielt Orgel in Surprise, Surprise (Sweet Bird Of Paradox), außerdem kommt ihm die Idee, Whatever Gets You Thru The Night eine Pianomelodie hinzuzufügen. Lennon ist angetan von den Fähigkeiten seines Superstar-Bewunderers und lässt ihn gleich noch ein paar Zeilen einsingen. Nur zum Spaß schlägt John vor, dass die beiden den Song gemeinsam live im Madison Square Garden spielen, wenn er in den USA auf die Eins geht. Lennon denkt sich nichts dabei, sagt zu – und wird später in der Tat an der Seite von Elton John das letzte Live-Konzert seiner Karriere spielen. Denn klar ist: Whatever Gets You Thru The Night geht natürlich auf die Eins!

Elton gibt den Amor

Das Konzert ist aber auch aus einem anderen Grund bemerkenswert: Ohne es dem vollkommen aufgelösten und von Lampenfieber gebeutelten Lennon zu sagen, hat Elton John Yoko Ono zu dem Konzert eingeladen. Ganz der Amor, bringt er die beiden an diesem Abend wieder zusammen. „Sie war nach der Show backstage und dann gab es da einfach diesen Moment, in dem wir uns sahen. Dann stand wie in einem Film plötzlich die Zeit still.“ Die beiden versöhnen sich, Lennons lost weekend ist offiziell vorüber, im Oktober 1975 kommt ihr gemeinsamer Sohn Sean zur Welt. Sein Patenonkel? Ehrensache, Elton John natürlich!

Bis zu Lennons Ermordung 1980 sind die beiden eng befreundet. Selbst danach trägt Elton John seinen Freund nah am Herzen. Er spendet Yoko Ono im großen Dakota Building am Central Park Trost, er widmet Lennon die berührende Nummer Empty Garden (Hey Hey Johnny), das schönste Tribut, das man sich einem Künstler wie Lennon wünschen kann. „Ich schaue nie zurück, wenn ich diesen Song spiele“, sagt Elton John dazu. „Wenn ich alte Bilder oder Aufnahmen von John sehe, habe ich einen dicken Kloß im Hals und kann den Song kaum zu Ende spielen. Ich vermisse ihn so sehr.“

Als Elton John im Sommer 1982 in den Madison Square Garden zurückkehrt, spielt er auch diesen Song. 20.000 Menschen entzünden Kerzen, Streichhölzer oder Feuerzeuge, liegen sich weinend in den Armen. Zum Ende des Songs läuft eine zierliche Frau mit einem kleinen Jungen auf die Bühne – es sind Yoko Ono und der damals sechsjährige Sean. Sie umarmt Elton und richtet dann das Wort ans Publikum: „Für mich seid ihr alle meine Familie“, sagt sie bei dem Konzert des Mannes, der sie wieder mit ihrem John Lennon zusammengebracht hat. Und der für ihn da war, als sie es nicht sein konnte.

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Zeitsprung: Am 16.11.1974 wird ein Wetteinsatz von John Lennon & Elton John fällig.

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Popkultur

„I Am The Greatest“: Wie Muhammad Ali den Rap miterfand

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Foto: Len Trievnor /Getty Images

Vor wenigen Tagen hätte Muhammad Ali seinen 80. Geburtstag gefeiert. 1963, noch als Cassius Clay, veröffentlicht er das Spoken-Word-Album I Am The Greatest und nimmt darauf viel von dem vorweg, was in den Siebzigern in New York als Rap entstehen sollte.

von Björn Springorum

Im August 1963 ist Cassius Clay noch weit von der Boxlegende entfernt, die er auf ewig bleiben wird. Dennoch hat er sich einen Namen als junger Boxer mit einer Menge Talent gemacht: Zwischen seinem professionellen Debüt im Oktober 1960 und August 1963 kann er in 19 Kämpfen 19 Siege einfahren – 15 davon durch Knockout.

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Als beliebt kann man Clay damals nicht unbedingt bezeichnen. In all seinen Kämpfen macht er sich über seine Gegner lustig, bezeichnet den ehrwürdigen Madison Square Garden als „zu klein für mich“ und etabliert den Trash-Talk im Sport, der später vor allem im Wrestling zum Nonplusultra gehören wird. Die ganze Zeit über ist ihm klar: Wer eine große Klappe hat, muss auch liefern.

Das hat er vor. Im Februar 1964 steht die Weltmeisterschaft im Schwergewicht an, Cassius Clay wird gegen Sonny Liston antreten. Liston, gute zehn Jahre älter als Clay, ist ein gefürchteter Boxer mit krimineller Vergangenheit und engen Beziehungen zur Mafia. Und Clay? Hat im August 1963 keine bessere Idee als seinen Trash-Talk in Albumform zu veröffentlichen.

Rap-Pionier mit großer Klappe

I Am The Greatest ist im Grunde ein absurdes Album. Aufgenommen live vor einem 200 Kopf starken Publikum bei Columbia Records in New York, glorifiziert sich Cassius Clay nach allen Regeln der Kunst, teilt gegen seine bisherigen Gegner aus und provoziert seinen Gegner Sonny Liston. All das, so darf man durchaus bewundernd sagen, geschieht so eloquent, timingsicher und pointiert als wäre Clay kein 21-jähriger Box-Hitzkopf sondern ein versierter Stand-Up-Comedian.

Aufgeteilt in acht Runden, liefert Clay mit I Am The Greatest allerdings nicht nur eine unterhaltsame Spoken-Word-Abrechnung. Sondern einen frühen Vorläufer von Hip-Hop oder Battle-Rap. Clays Flow ist weniger Rezitation als Rap, funky Sprechgesang in einer sehr frühen Form, durchzogen von Themen, die bis heute allgegenwärtig im Hip-Hop sind: Die eigene Größe, Konkurrenz, das Dissen von allen und jedem, Selbstüberschätzung und gesellschaftlicher Kommentar.

Überlebensgroß

Wenige Hip-Hop-Größen sind frei von Clays Einfluss. Denn selbst wenn sie für seine legendärsten Kämpfe zu jung waren, kommt in den Siebzigern niemand an Clay/Ali vorbei: Wiederholungen seiner Kämpfe, Rollen in Comics, Dokumentationen – der Einfluss des Boxers ist überlebensgroß. „Ohne Muhammad Ali gäbe es kein Mama Said Knock You Out“, so sagte LL Cool J mal über sein viertes Album bei Def Jam. Man schaue sich zudem nur mal den Titel von Runde fünf des Albums an, Will The Real Sonny Liston Please Fall Down. Ist wohl nicht allzu weit hergeholt, wenn man hier eine Inspiration für Eminems Will The Real Slim Shady Please Stand Up erkennen möchte.

Nach Clays Sieg gegen Liston veröffentlicht Columbia die Single mit den Tracks I Am The Greatest und Will The Real Sonny Liston Please Fall Down. In der allgemeinen Box-Euphorie des Jahres wird die Single zum Dauerbrenner und Gesprächsthema. Man bringt ihn sogar dazu, ein solides Cover von Ben E. Kings Song Stand By Me aufzunehmen, um seine Popularität noch weiter auszuschlachten.

Zusammenarbeit mit Frank Sinatra

Klar, danach ging es mit seinem Ruf für weite Teile der USA den Bach runter, als er sich seinem Einzug nach Vietnam widersetzt und unter seinem neuen Namen Muhammad Ali zum Islam konvertiert; 1976 gibt es dennoch ein Comeback von ihm in Albumform. Unter dem bizarren Namen The Adventures Of Ali And His Gang Vs. Mr. Tooth Decay veröffentlicht Muhammad Ali ein mindestens ebenso bizarres Album über Mundhygiene, mit dem Kinder zu mehr Zahnpflege gebracht werden sollen.

Und das ist noch nicht alles: Neben vielen weiteren Persönlichkeiten aus der Welt des Sports und des Entertainment taucht auch Frank Sinatra als Sprecher eines Ladenbesitzers auf dem Album auf. Was zur Hölle da passiert war? Wissen wir auch nicht, aber das Album bekommt 1977 doch tatsächlich eine Grammy-Nominierung… das kann sonst auch kein Boxer von sich behaupten.

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Adriano Celentano: Stammt der erste Rap-Song der Welt aus Italien?

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Haben Led Zeppelin jemals in Wheaton gespielt?

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Titelfoto: Chris Walter/WireImage/Getty Images

„"Der Legende nach sollen Led Zeppelin am 20. Januar 1969 ein Konzert in Wheaton (Maryland) gegeben haben. Gerade einmal 55 Menschen könnten bestätigen, dass die Show wirklich stattgefunden hat, denn so klein soll das Publikum an jenem Abend gewesen sein. Ein paar Dinge bleiben allerdings bis heute mysteriös …

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch das Debüt von Led Zeppelin anhören:

Als Led Zeppelin Ende Dezember 1968 in die Vereinigten Staaten reisen, um ihre erste Tour auf amerikanischem Boden zu absolvieren, stehen den Briten große Dinge bevor. So tritt die Band im Rahmen ihrer ersten US-Tour nicht nur mehrfach im legendären Whisky A Go Go in Los Angeles auf sowie im fast genauso legendären Fillmore West in San Francisco. Nein, Led Zeppelin veröffentlichen am 12. Januar 1969 auch ihr Debütalbum in den US. Etwa eine Woche später ereignet sich in Maryland eine kuriose Geschichte. Das heißt … Ereignet sie sich wirklich?

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Eine Show ohne Beweise

Nach einem dreitägigen Aufenthalt in Detroit sollen Led Zeppelin am 20. Januar 1969 in einem Jugendzentrum in Wheaton spielen. Gerade einmal 55 Leute tauchen auf; das kleinste Publikum in der Karriere der Band. So lautet zumindest die Legende, denn physische Beweise für die Show gibt es nicht. Keine Eintrittskarten, keine Plakate, keine Fotos: Es ist, als hätte das Konzert nie stattgefunden. Die Musiker selbst sind nach weit mehr als 600 Konzerten wahrscheinlich froh, wenn sie sich an die Meilensteine erinnern. Gibt es denn gar keine Indizien? Doch, die gibt es.

„Ich kann mich absolut nicht daran erinnern.“

Ruft man die offizielle Website von Led Zeppelin auf, findet man dort eine „Concert Timeline“. In dem Archiv ist auch der Auftritt im „Wheaton Youth Center“ hinterlegt, allerdings mit dem Vermerk „unbestätigtes Gerücht“. Scrollt man auf der Website ein wenig herunter, findet man die Kommentarspalte. Ein Nutzer namens Gary schreibt dort: „Ich bin hinter dem Wheaton Youth Center aufgewachsen, habe dort als Teenager rumgehangen und Billard gespielt, aber ich kann mich absolut nicht daran erinnern, dass Led Zeppelin dort gespielt hätten. Ich habe auch noch nie gehört, dass dort irgendjemand über Led Zeppelin gesprochen hätte.“

„Ich kann es nicht beweisen, aber ich habe eine vage Erinnerung an das Konzert.“

Damit scheint die Frage geklärt. Oder? Ein anderer Nutzer namens Len Jaffe glaubt, sich an das Konzert zu erinnern: „Ich habe damals als Angestellter bei Joe Goldberg’s Variety Records in der Nähe vom Wheaton Plaza gearbeitet. Ich kann es nicht beweisen, aber ich habe eine vage Erinnerung an dieses Konzert. Ich bin eines Abends nach der Arbeit im Wheaton Youth Center gewesen, um The Small Faces mit … Rod Stewart zu sehen! Vielleicht war ich auch bei der Led-Zep-Show, aber ich würde nicht darauf schwören.“

Iggy Pop und Erdnussbutter

Eine weitere Spur führt zu Sharon Ward Ellis, die das Jugendzentrum früher leitete. Laut Washington Post könne sie sich zwar daran erinnern, dass sie Iggy Pop dazu aufgefordert habe, sich während seiner Show im Wheaton Youth Centre keine Erdnussbutter auf die Brust zu schmieren. An ein Konzert von Led Zeppelin könne sie sich aber nicht erinnern.

Ruth Lynn Youngwirth, eine regelmäßige Besucherin des Jugendzentrums in Wheaton, habe laut Washington Post ein Sammelalbum hervorgekramt, in dem sie einige Konzerte zwischen 1967 und 1972 dokumentiert habe. Der Led-Zeppelin-Auftritt käme darin nicht vor. „Wenn sie hier waren, erinnere ich mich nicht daran“, so Youngwirth.

„Die meisten Geschichten ergeben Sinn.“

Zuversichtlicher ist Jeff Krulik, der Macher des Films Led Zeppelin Played Here (2013), in dem er sich der Frage widmet, ob das Konzert nun stattgefunden hat oder nicht. Für die Dokumentation sammelte er viele Erinnerungen von Anwohnern sowie Fans, die denken, dass das Konzert stattgefunden hat, und kommt laut dem US-Radiosender WAMU zu dem Schluss: „Die meisten Geschichten ergeben Sinn“, kommentiert der Regisseur seine Recherche. Einige Zuschauer:innen hätten ihm erzählt, Led Zeppelin seien wegen der Akustik und des kleinen Publikums frustriert gewesen. Das höre sich für ihn glaubhaft an, denn am Abend vorher hätte die Band in Detroit gespielt und somit 600 Kilometer Fahrt hinter sich gehabt.

Auch in Zukunft ein Rock’n’Roll-Mythos

Ob Led Zeppelin am 20. Januar 1969 wirklich in Wheaton vor nur 55 Zuschauer*innen aufgetreten sind, wird sich wohl nicht mehr abschließend klären lassen, sofern mehr als 50 Jahre später nicht doch noch ein physischer Beweis für die Show auftaucht. Bis dahin werden wir uns damit abfinden müssen, dass die Lage unklar ist — und dass die Antwort auf die Frage, ob Led Zeppelin dort gespielt haben, vor allem davon abhängt, wen man fragt.

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Zeitsprung: Am 9.1.1944 kommt Jimmy Page von Led Zeppelin zur Welt.

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Zeitsprung: Ab 25.1.2000 erklärt uns Britney Spears die Halbleiterphysik. Quasi.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 25.1.2000.

von Christof Leim

Britney Spears taucht hier bei uDiscover ja eher selten auf. Richtig so, wie der abgeneigte Rocker sicher gerne bestätigt. Wir würden auch nie öffentlich zugeben, dass es von der Dame vielleicht sogar ein oder zwei ganz nette Liedchen gibt. Die hat übrigens oft ein schwedischer Hard Rocker namens Max Martin geschrieben, aber das ist eine andere Geschichte. (Und das mit den „netten Liedchen“ muss unter uns bleiben.) Frau Spears jedenfalls taugt für die meisten Freunde der geschmackssicheren Klassiker höchstens als schlechtes Beispiel. Oder eben als Erklärhilfe für die Wunder der Halbleiterphysik. Bitte was?

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Hört hier die besten Songs von Britney Spears. Wenn ihr euch traut.

Klickt auf „Listen“ für das ganze Album.

Ja, richtig gelesen: Halbleiterphysik. Wie wir alle wissen, sind Halbleiter Festkörper, deren Leitfähigkeit zwischen der von elektrischen Leitern und Nichtleitern liegt. Damit kann man dann Computerchips und CD-Player bauen, vermutlich sogar einen Flux-Kompensator oder den Todesstern. Allerdings muss man dazu erstmal verstehen, wie sich diese lustigen kleinen Dinger gefügig machen lassen. Um das zu erklären, hat der Doktorand Carl Hepburn von der Universität Essex am 25. Januar 2000 eine spezielle Website registriert: Britney’s Guide To Semi-Conductor Physics.

Neben Bildchen und Songtexten der Sängerin findet sich hier eine Enthüllung: „Nicht viele Leute wissen, dass Britney Spears eine Expertin im Gebiet der Halbleiterphysik ist. Weil sie mehr tun will als nur zu singen und zu schauspielern, wird sie euch auf den nächsten Seiten durch die Grundlagen führen, die es möglich gemacht haben, ihre tolle Musik in digitalem Format zu hören.“

Die Physik der Halbleiter: Jetzt ist plötzlich alles klar! – Quelle: www.britneyspears.ac

Es folgen Erklärungen zu Quantentöpfen, Zustandsdichten und der Schrödinger-Gleichung. (Ja, das ist der mit der toten Katze. Oder doch nicht tot. Weiß man ja nicht.) All das wird garniert mit Fotos der Sängerin. Und manchmal kombiniert Hepburn die beiden Welten sogar für seine Erklärungen: Einmal folgt der Kragen von Britneys Oberteil einer Parabel, die das Leitungsband von Elektronen in einem Halbleiter beschreibt (fragt nicht), ein andermal beschreiben ihre Beine Energieniveau einer Quantenbarriere (ernsthaft, fragt nicht, zumindest nicht uns). Es gibt sogar ein “Lip-Glossar der Halbleiterphysik”. Insgesamt geht es wissenschaftlich richtig derbe zur Sache, wobei immerhin der schöne Satz fällt: “Diamonds might be a girl’s best friend, but their crystalline structure is closely related to the zincblende structure“. Wie poetisch… zumindest für Sheldon Cooper.

Irgendwas mit Energieniveaus – Quelle: www.britneyspears.ac

Kein Wunder also, dass die versteckten Qualitäten von Miss Spears durch die Nachrichten gehen. So greifen MTV und die BBC die Sache auf, das Fachmagazin Scientific American schreibt: „Hier findet einer der sonderbarsten Ansätze der letzten Zeit, Wissenschaft zu vermitteln, statt. Und es handelt sich ganz sicher um die einzige Website, die Promofotos und haarige Gleichungen verbindet, und zwar in einer einzigartigen Mischung aus Physik und ‚Physique‘“.

Carl Hepburn selbst schreibt auf der Seite seiner Universität: „Ich habe Britney Spears genutzt, um zu zeigen, dass Physik auch Spaß macht. Die meisten der benutzten Bilder von Britney haben irgendwie mit Physik zu tun.“

Ein Stellungnahme von Frau Prof. Spears liegt nicht vor.


Zeitsprung: Am 16.8.1958 kommt die „Queen Of Pop“ Madonna zur Welt.

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