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Popkultur

Hip Hop Hurra! Def Jam ist 30

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Hits, Meilensteine, Erkennungslieder von Generationen, Hip Hop als Lebenseinstellung. Def Jam ist für den Rap und R&B, was Blue Note für den Jazz war oder Motown für den Soul: stilbildend, wegbereitend, federführend. Jeder heutige Rapper möchte im Atemzug mit Helden wie Public Enemy und Jay-Z genannt werden, und jede junge Sängerin möchte mit Rihanna und Mariah Carey im Boot sitzen. Im Biotop namens Hip Hop – total auf künstlerischen Wettbewerb aus, überlebensstark, straßensmart, neuheitengeil, mit einem Bein im Ghetto, mit dem anderen in der Chefetage – veränderte sich auch Def Jams Identität über die Jahrzehnte.

 

Def Jam: Die 80er

New York: Rick Rubin aus Long Island und Russell Simmons aus Queens werden die Gründer von Def Jam. Tagsüber sind sie Studenten, nachts Musik-Menschen im Big Apple. Der eine ist jüdischer Abstammung, Bartträger und hat ein paar Pfunde zuviel auf den Rippen. Der andere trägt eine kurz geschnittene Afro-Frisur und ist stets korrekt wie ein Oxford-Student gekleidet. Rick spielt Gitarre in einer Punk-Band namens Hose, liebt aber auch – genau wie Russell – den neuen kantigen Rap-Sound, der erst vor wenigen Monaten aus der südlichen Bronx herüber geschwappt ist. Ein Jamaikaner namens Kool Herc stellte auf den Basketballfeldern in der Sedgwick Avenue sein Sound-System auf, spielte Musik mit dröhnenden Bässen, um die Kinder aus den Gangs zu holen. Russell eifert ihm nach und organisiert solche Block-Partys in alten Lagerhallen. Rick beendet derweil seine Punkband und wird der DJ von drei Typen aus Manhattan und New Jersey. Die waren davor auch Punker und nennen sich jetzt Beastie Boys. Nebenbei produziert er den Track “It´s Yours”, der Wellen in der Szene schlägt. Rubin bekommt daraufhin das Demo eines 17-jährigen Rappers namens LL Cool J zugeschickt. Russell managt seinen Bruder Joey, der ist auch DJ, nennt sich Run, seine Band heißt Run DMC. Ihr Look: Adidas-Turnschuhe, schwarze Lederjacketts und Porkpie-Hüte.

“Russell und ich trafen uns auf einer Party zum Pilotfilm einer damals neuen TV-Show namens “Graffiti Rock”, erzählte Rick Rubin unlängst im Interview mit NPR. “Als ich ihm vorgestellt wurde, war ich ziemlich aufgeregt, denn Russell hatte bereits einen Namen in der Szene.” “Er war ein smarter Junge”, ergänzte Simmons. “Nachdem ich ihn traf, wusste ich, dass wir gemeinsam viel erreichen konnten.” Unterhaltsam lässt der 1985 gedrehte B-Movie “Krush Groove”, in dem Russell Simmons und Rick Rubin mitspielen, diese Anfangsphase Revue passieren.
 

 
Nicht lang danach geht LL Cool J mit “I Need Love” auf Eins. Mit ihrem Schlachtruf “Fight For Your Right To Party” treten die Beastie Boys im Vorprogramm von Madonna auf. Run DMC toppen dann alles mit “Walk This Way”, dieser krassen Kollaboration mit Aerosmith, bei der Rick Rubin sein Faible für Heavy Metal ausspielt. Im selben Jahr, 1986, nimmt er Slayer unter Vertrag. Parallel schafft Def Jam sich seine Rep, seine Rap-Reputation mit Public Enemy, deren Debütalbum “Yo! Bum Rush The Show” wie ein Meteorit einschlägt. Witzig und anstößig, ein weiterer Klassiker wird “The Great Adventures of Slick Rick”, des einäugigen, womöglich größten Geschichtenerzählers im Rap. Ungeachtet des Erfolges wirft Rubin 1988 jäh das Handtuch, als er mit Russell Simmons´ altem Buddy Lyor Cohen nicht klarkommt. Und das ist das Ende der ersten großen Epoche von Def Jam. Rubin produzierte später Johnny Cashs epochale Comeback-Alben.
 

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