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Popkultur

John Lennon Solo in 20 Songs

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Zum ersten Mal trafen John und Paul bei einer Gartenparty der Woolton Parish Church in Liverpool aufeinander. Das war am 6. Juli 1957. Johns nach der Quarrybank School benannte Band The Quarrymen spielte Skifflemusik; wie so ziemlich jede andere Beatgruppe in den 1960ern am Anfang ihrer Karriere. Dann stieß George zu den Beiden und die Band begann, Cover amerikanischer Rock’n’Roll-Platten zu spielen. Der Rest ist Geschichte.

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In derselben Woche im Juli 1957 war Little Richard mit ‘Lucille’ in den britischen Charts; das war bereits die siebte Scheibe innerhalb von sechs Monaten, die der Sänger aus Macon, Georgia, dort platziert hatte. Sein erster Hit war ‘Rip It Up’ im Dezember 1956, mit der B-Seite ‘Ready Teddy’, und als John sein Album Rock’n’Roll aufnahm, coverte er beide Songs in einem Medley. Als die Beatles in Hamburg auftraten, traf John Little Richard im Star Club. Damals waren die zwei Songs auch Teil ihres Liveprogramms.
Anfang 1957 war ‘Ain’t That A Shame’ der dritte UK-Hit für Fats Domino, den Pianisten aus New Orleans. All diese Platten und die anderen auf dem Album Rock’n’Roll vertretenen Songs sind genau die Musik, mit der John aufgewachsen ist und die ihn den Rest seines Lebens begleitete. So ging es wohl den meisten Leuten seiner Generation.
Johns erste Solosingle war das hymnische ‘Give Peace A Chance’, aufgenommen am 1. Juni 1969 in Montreal während John und Yokos zweitem Bed-In For Peace. Die Sängerin Petula Clark hielt sich zur selben Zeit für Konzerte in Montreal auf. Eines Tages telefonierte sie mit John und er lud sie zu sich und Yoko ins Hotel ein und so kam es, dass sie schließlich als eine der Backing-Sängerinnen auf dem Album auftauchte, welches es auf Platz 14 der Billboard Hot 100 und auf Platz 2 der britischen Singlecharts schaffte. Abgesehen von seinem Charterfolg, wurde der Song ‘Give Peace A Chance’ auch zur Hymne der Antikriegsbewegung und wird seitdem bei zahllosen Demonstrationen auf der ganzen Welt gesungen. Manche Platten sind wichtiger und größer, als das man sie einfach nur einen ‘Popsong’ nennen könnte.

Instant-Karma-single
‘Instant Karma’ wurde am 27. Januar in der Abbey Road aufgenommen und erschien in Großbritannien knapp eine Woche darauf (in Amerika zwei Wochen später). Laut den Credits geht der Song auf das Konto von Lennon/Ono with the Plastic Ono Band. Produziert wurde die Single von Phil Spector und sie war die erste Soloveröffentlichung eines Beatles, von der eine Million Exemplare über den Ladentisch gingen. Mit seinem “We All Shine On”-Refrain hat auch dieser Song hymnische Züge, und so schaffte er es auf Platz 5 der britischen Singlecharts und in die Top 3 in Amerika.
Johns erstes Soloalbum, John Lennon/Plastic Ono Band, wurde über einen Monat ab Ende September 1970 in den Abbey Road Studios aufgenommen. ‘Working Class Hero’ repräsentiert in seiner Ehrlichkeit und Offenheit auch viele der anderen Songs auf dem Album. Die Textzeile “A working class hero is something to be” erinnert an Johns eigene Situation und wird nochmal durch die Tatsache verstärkt, dass er mittlerweile in einem georgianischen Landhaus mit 72 Morgen Land in Tittenhurst Park lebte. Seit seiner Veröffentlichung hat der Song viele Menschen berührt, auch dank der Coverversionen von Künstler wie David Bowie, Roger Taylor, Elbow, Ozzy Osbourne, etc.
John hatte nie ein Problem damit, seine Meinung kundzutun; man erinnere sich nur an die nachfolgende Diskussion, als er in einem Interview sagte: “Mittlerweile haben wir mehr Fans als Jesus”. Johns Worte wurden ihm oft im Mund verdreht oder falsch zitiert, aber seine Aussage war ernst gemeint – genau wie in dem Song ‘God’, der ebenfalls auf John Lennon/Plastic Ono Band zu finden ist. Dieser Song bezog sich diesmal nicht nur auf Jesus, sondern auch auf Buddha, Elvis, Dylan, Gita und andere Götzen, an die John nicht glaubte. Außerdem beschäftigt sich der Song mit der Trennung der Beatles und ihrem gottähnlichen Status für einige Menschen – “If there is a God, we’re all it”. Auch diese Veröffentlichung ging nicht ohne Kontroverse ab, aber 1988 veröffentlichten U2 auf ihrem Album Rattle And Hum mit ‘God Part II’ eine Art Fortsetzung.
Das Einfachheit sehr schön sein kann, wissen wir alle. Und es gibt wenige Songs, die schöner sind als ‘Imagine’, der Titelsong von Johns 1971 erschienenem Album. Er wurde unzählige Male zur Unterlegung von Filmmaterial von Kriegen oder Aufständen eingesetzt, aber sein Effekt nutzt sich nicht ab – bei vielen Leuten laufen unweigerlich die Tränen. Auch ‘Jealous Guy’ findet sich auf diesem Album und geht auf einen Besuch der Beatles bei Maharischi in Rishikesh, Indien, zurück. In seiner ursprünglichen Form und mit anderem Text landete der Song beinahe auf dem White Album der Beatles. Möglicherweise denken einige Leute, es wäre eine John Lennon-Single gewesen, und das war sie auch, aber erst fünf Jahre nach seinem Tod 1980. Außerdem wurde er von Roxy Music gecovert und damit 1981 auf Platz 1 der Charts befördert.
Im September 1971 zogen John und Yoko nach New York und im Dezember begannen sie mit den Aufnahmen zu Some Time in New York City. Fertiggestellt wurde es im März 1972. Der Song ‘New York City’ wurde von dem Umzug und den Leuten, die John kennenlernte inspiriert, aber es entstand auch vor dem Hintergrund, dass die US-Regierung John ausweisen wollte. Seine Antwort war: “If the man wants to shove us out. We gonna jump and shout. The Statue of Liberty said, ‘come!’”
‘Happy Christmas (War is Over)’ von John und Yoko wurde mit dem Harlem Community Choir aufgenommen und erschien in Amerika zu Weihnachten 1971 (in Großbritannien kam es ein Jahr später). Dass das Paar sich Gedanken über die Probleme der Welt und speziell das Thema Frieden macht, hört man Johns Solomaterial und auch seinen Kollaborationen mit Yoko an. Heute klingen Johns Hoffnungen für eine Welt, in der soziale Einheit und Veränderung aus persönlicher Verantwortung entstehen könnte, recht einleuchtend. Aber damals klangen sie noch revolutionär.

Mind-Games
Johns viertes Soloalbum wurde im Sommer 1973 im Record Plant in New York aufgenommen und erschien im November desselben Jahres. Der Titeltrack ‘Mind Games’ wurde ursprünglich schon während der Arbeit am Beatles-Album ‘Let It Be’ begonnen. Damals hieß er noch ‘Make Love, Not War’. Der Text ist ein Plädoyer für die Liebe und enthält die Zeile “Yes is the answer”, ein Verweis auf Yokos Kunst, die das Paar zusammengebracht hatte. ‘Out Of The Blue’ stammt von demselben Album. Es geht darum, wie John und Yoko ein Paar wurden und wie sie plötzlich und unerwartet auf der Bildfläche erschienen war. Es ist definitiv eine von Johns schönsten Balladen.
Ein Jahr nach Mind Games erschien Walls And Bridges. Die erste Singleauskopplung war ‘Whatever Gets You Through The Night’ – Johns erste Single, die es an die Spitze der amerikanischen Hot 100 schaffte (in Großbritannien erreichte sie seltsamerweise nur Platz 36); und auch die einzige zu seinen Lebzeiten. Elton John singt auf dem Song Harmonien und spielt Klavier, und er schloss eine Wette mit John ab, dass er ein Nummer 1-Hit werden würde. Johns Wetteinsatz war, dass er, sollte das geschehen, zusammen mit Elton John auftreten würde. Und das tat er dann auch am 28. November 1974 im Madison Square Garden. Es sollte John Lennons letzter großer Liveauftritt sein.
‘#9 Dream’ war die zweite Single von Walls and Bridges und für viele Fans eine der interessantesten Platten, die John je aufgenommen hat. Der Refrain hat echten Ohrwurmcharakter und durch die Cellos erinnert er an einige von George Martins Arrangements für die Beatles. 1974 produzierte John Harry Nilssons Album ‘Pussy Cats’. Während dieser Zeit schrieben die beiden schon seit den 1960ern in London befreundeten Musiker gemeinsam den Track ‘The Old Dirt Road’. Bei der Pressekonferenz anlässlich der Gründung von Apple Corps 1968 wurde John nach seinem liebsten amerikanischen Künstler gefragt. Seine Antwort war “Nilsson”. An ‘The Old Dirt Road’ scheiden sich die Geister, aber es ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Johns Instinkt für gute Songs der Schlüssel seiner Arbeit war.

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Double Fantasy war das letzte Album, das zu Johns Lebzeiten erschien; nur drei Wochen, bevor er ermordet wurde. 1981 wurde Double Fantasy mit einem Grammy als “Album des Jahres” ausgezeichnet. Die erste Singleauskopplung ‘(Just like) Starting Over’ wurde Ende Oktober veröffentlicht und eroberte in der verhängnisvollen Woche die Spitzenposition der amerikanischen und britischen Charts. ‘(Just like) Starting Over’ als erste Single auszuwählen war nicht zuletzt deswegen passend, weil es Johns erste Veröffentlichung seit dem Album Rock’n’Roll 1975 war.
‘Woman’ war Johns Ode an Yoko und an alle Frauen. Die Single erschien einen Monat nach seiner Ermordung und in einem Interview mit dem Rolling Stone am 5. Dezember (drei Tage vor seinem Tod) erklärte John selbst: “Der Song erinnert mich an einen Beatles-Track, aber das war keine Absicht. Ich schrieb ihn so wie ‘Girl’ vor vielen Jahren. Es ist also eine erwachsene Version von ‘Girl’”. Als Kontrapunkt ist ‘Beautiful Boy (Darling Boy)’ ein Liebeslied an Sean, den 1975 geborenen gemeinsamen Sohn von John und Yoko. Er war der Grund, warum John sich aus dem Plattengeschäft zurückzog, um während dieser prägenden Phase mehr Zeit mit seinem Sohn verbringen zu können. 1982 trat Paul McCartney in der BBC-Sendung Desert Island Discs auf und er sagte, wenn er nur eine einzige Platte auf eine einsame Insel mitnehmen könnte, dann wäre es diese.
1984 erschien mit Milk and Honey endlich das geplante nächste gemeinsame Album von John und Yoko; der Nachfolger von Double Fantasy. Nach Johns Tod war Yoko drei Jahre lang nicht in der Lage, weiter an dem Album zu arbeiten. ‘Nobody Told Me’ war ursprünglich für Ringo Starrs Album Stop And Smell The Roses (1981) gedacht und als es als Single herauskam, wurde diese in vielen Ländern ein Hit, darunter Top 5 in den Vereinigten Staaten und Platz 6 in Großbritannien.

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‘Grow Old With Me’ ist einer von Johns letzten Songs und während eines Urlaubs auf Bermuda 1980 nahm er ein Demo auf. Die Inspiration kam von Robert Brownings Gedicht “Rabbi Ben Ezra” und Yokos Song ‘Let Me Count The Ways’ (welcher wiederum von einem Gedicht von Elizabeth Barrett Browning inspiriert wurde).
Es gibt keinen schöneren Abschluss für diese kurze musikalische Biografie. John Lennon war einzigartig. Johns Gedichtband ‘In His Own Write’, erschienen 1964, erfasst mit seinem Titel alles, was John ausmachte. Er gehörte nur sich selbst, zögerte nie, seine Gefühle auszusprechen oder aufzuschreiben, und egal, wo er gerade lebte und arbeitete – er biederte sich nie beim Establishment an.

John Lennon
Johns Soloaufnahmen und die zusammen mit Yoko klingen heute noch genauso frisch und innovativ wie bei ihrer ersten Veröffentlichung, was bei vielen mehr als 40 Jahre zurückliegt. Es ist an der Zeit, diese wundervolle Musik wieder anzuhören. Sie werden feststellen, dass Johns Songs autobiografischer waren als die der meisten anderen Künstler … das macht sie so phänomenal.

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Popkultur

Interview mit In Flames: „Sobald man ein paar Alben veröffentlicht hat, ist plötzlich alles voller Regeln“

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In Flames

Mit Foregone liefern In Flames das Album, auf das alle seit Reroute To Remain gewartet haben: Ein großes Melodic-Death-Metal-Album, das mehr als nur ein bisschen auf die legendären Neunziger schielt. Warum das nichts mit Nostalgie zu tun hat, wie die Schweden Fortschritt dosieren und was er gern an seinem 50. Geburtstag machen würde, verrät uns Sänger und Kappenträger Anders Fridén im Interview.

von Björn Springorum

Ihr habt schon vor Veröffentlichung des neuen Albums eine lange Europatournee gespielt. Was man so gehört hat, kam die ja wahnsinnig gut an. Wie war es, wieder unterwegs zu sein?

Ich weiß nicht, was, aber wir scheinen gerade irgendwas richtig zu machen. (lacht) Der Band geht es sehr gut und wir alle haben es genossen, endlich mal wieder eine richtige Tour zu spielen. Es war viel zu lang her.

Die Stimmung in In Flames ist derzeit also bestens?

Unsere Band verteilt sich ja mittlerweile auf Schweden und die USA, also waren wir wegen der Pandemie ewig nicht zusammen im selben Raum. Das war nicht einfach, hat unserer Beziehung aber gut getan. Wir konnten alle mal einen Schritt zurücktreten und in aller Ruhe betrachten, was wir uns da eigentlich aufgebaut haben. Als Band machst du ja nie Pause, du machst einfach immer so weiter, bis du ein wenig aus den Augen verlierst, was für ein gewaltiges Privileg das alles ist. Alle sind jetzt wieder so dermaßen hungrig auf die Band, alle ziehen an einem Strang. Außerdem sind alle in absoluter Topform. So eine hohe Qualität hatten wir bei In Flames noch nie.

Wie hast du die Pandemie überstanden?

Habe ich das? (lacht) Ja, wahrscheinlich schon. Es ging. Ich fühlte mich merkwürdig ruhig, als alles losging. Erstmals in meinem Leben gab es da ein Ereignis, das alle auf der Welt im gleichen Maße betraf. Ich fühlte mich allen anderen Menschen verbunden, so etwas hatte ich noch nie erlebt. Das änderte sich dann auch bei mir irgendwann in Richtung Frustration, aber zumindest die erste Phase war durchaus inspirierend.

„Ich weiß, dass wir die Hoffnung nie verlieren sollten“

Deine Texte waren ja immer sehr introspektiv und persönlich. Hat die Pandemie sie universaler gemacht?

Die Texte sind persönlich wie immer, richtig. Aber wenn ich so darüber nachdenke, dann sind sie tatsächlich mehr nach außen gerichtet. Ich beobachte mein Umfeld mehr.

Foregone sprüht nicht gerade vor Optimismus und Zuversicht. Wo findest du noch Hoffnung?

In meinem ersten Kaffee am Morgen? (grinst) Ansonsten ist es schwierig, das gebe ich zu. Ich sollte wahrscheinlich einfach aufhören, die Nachrichten zu lesen. Sicher, Hoffnung gibt es irgendwie immer, aber manchmal scheint es alles immer nur noch schlimmer zu werden. Es ist nicht einfach und sagt sich so leicht, aber ich weiß, dass wir die Hoffnung nie verlieren sollten. Für unser eigenes Seelenheil.

Foregone wurde aus Frustration und Angst geboren“

Auf der letzten Tour habt ihr die Songs der neuen Platte direkt mit sehr alten Songs gepaart. Zufall?

Ich finde, dass die neuen Songs sehr gut zu den eher älteren Sachen aus unserem Kanon passen. Irgendwas an ihnen transportiert diese Stimmung der Neunziger.

Hat das mit Nostalgie zu tun?

Ich weiß schon, dass einige der neuen Songs nach unseren ganz frühen Alben klingen, aber wir sehen das anders. Ich bin kein nostalgischer Mensch, ich schaue eigentlich nie zurück. Diese Elemente waren immer da und kommen jetzt einfach wieder ein wenig mehr zum Vorschein, denke ich. Foregone wurde aus Frustration und Angst geboren, diese beiden abgefuckten letzten Jahre sind in dieses Album geflossen.

„Man hört einem Song an, dass es ein In-Flames-Song ist“

Dann war es also keine bewusste Wurzelkunde?

Nein. Mit In Flames haben wir im Grunde nur ein Ziel: Wir wollen besser werden. Bessere Songwriter, bessere Musiker, bessere Menschen. Es ist ja nun mal so: Wir schreiben Songs, mit denen wir für immer leben müssen. Also haben wir keine andere Wahl als alles zu geben. Wer uns nicht mehr mag, kann einfach aufhören, uns zu hören, aber ich muss hinter diesen Songs stehen und sie Nacht für Nacht spielen.

Es kommt also nicht vor, dass ihr im Proberaum mal sagt: „Cooles Riff, klingt aber zu sehr nach Cloud Connected“?

Wir haben unseren Sound, von dem können und wollen wir uns auch gar nicht lösen. Manchmal klingt ein Riff also nach The Jester Race, manchmal nach Reroute To Remain. Man könnte natürlich auch sagen: Manchmal klingen In Flames nach In Flames (lacht). Wir versuchen, uns nicht zu wiederholen, aber auch unsere Gitarren haben nur diese Anzahl an Noten…

Und wie dosiert ihr dann Fortschritt?

Gute Frage. Es ist uns wichtig, uns immer weiterzuentwickeln. Aber wir wollen nie so weit gehen, dass man uns nicht mehr erkennt. Ich denke, das haben wir geschafft. Sicher gab es Änderungen und eine Menge Evolution, aber man darf nicht vergessen, dass wir mittlerweile sehr viele Jahre, sehr viele Tourneen und sehr viele Biere hinter uns haben. Doch unser Sound ist sofort erkennbar. Man hört einem Song an, dass es ein In-Flames-Song ist. Das liegt sicherlich an meiner Stimme, aber auch an der Art und Weise, wie wir Songs schreiben. Das können nur wir so.

„Jede neue Band ist voller Naivität und Aufbruchstimmung“

Wie ist Foregone entstanden?

Wir schreiben weder, wenn wir auf Tour sind, noch alleine für uns. Björn [Gelotte] und ich müssen im selben Raum sein, sonst gibt es keine Magie. Wir zehren voneinander, beflügeln uns gegenseitig. Was sich nie ändern wird: Wir schreiben Alben, keine Singles. Da werden wir für immer alte Schule bleiben.

Du wirst im März 50. Was macht das Älterwerden mit dir?

Es bringt mehr Ruhe. Privat wie musikalisch. Jede neue Band ist voller Naivität und Aufbruchstimmung. Und das ist ja auch das Schöne daran. Deswegen fand ich mein Zuhause in der Heavy-Metal-Szene: Es gab keine Regeln. Doch sobald man dann ein paar Alben veröffentlicht hat, ist plötzlich alles voller Regeln. Fremde sagen dir, was du tun darfst und was nicht und du wirst plötzlich unsicher und weißt nicht mehr, wo du stehst. Das ändert sich mit dem Älterwerden zum Glück wieder. Du wirst dein eigener Kompass und hörst auf deine innere Stimme. Ich mache das seit 1989, da bleibt schon bisschen was hängen.

Was darf man als Band nie verlieren?

Die Leidenschaft. Ich will auf die Bühne geben und das Gefühl haben, dass es auf der ganzen Welt nichts Besseres gibt. Wenn das mal nicht mehr da ist, höre ich auf. Warum sollte ich das sonst auf mich nehmen? Ich war 2022 fast pausenlos auf der ganzen Welt unterwegs…

Was wünschst du dir zum 50. Geburtstag?

Ein Urlaub auf einer einsamen Insel mit meiner Familie, weit weg von euch allen. (lacht)

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Zeitsprung: Am 3.9.2002 wagen In Flames etwas mit „Reroute To Remain“.

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Popkultur

Zeitsprung: Am 8.2.2013 verliert Axl Rose den Prozess gegen „Guitar Hero III“.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 8.2.2013.

von Christof Leim

2010 verklagte W. Axl Rose die Firma Activision, die das Computerspiel Guitar Hero III auf den Markt gebracht hatte, in dem auch Guns N’ Roses vorkommen. Der Sänger störte sich vor allem daran, dass beim Song Welcome To The Jungle Gitarrist Slash als spielbare Figur auftaucht. Nicht nur das: Sein alter Kollege ziert sogar die Verpackung. Mit seiner Beschwerde kommt Axl allerdings nicht durch…

Hört euch hier die Klassiker von Guns N’ Roses an und lest weiter:

Den Deal damals hatte Axl als Herrscher über das Guns-N’-Roses-Imperium abgesegnet. Dabei vereinbarte er mit der Firma, dass auf keinen Fall sein (damals) ungeliebter Ex-Kollege Slash zu sehen sein darf. Dass zudem einige Songs von dessen neuer Combo Velvet Revolver in der Bonussektion gespielt werden können, störte den Rotschopf ebenso. Nach Meinung von Axl habe die Firma ihn trotz entsprechender Versprechen damit schlicht hintergangen und sei vertragsbrüchig. Als Schadenersatzsumme warf seine anwaltliche Vertretung eine praktische runde Summe in den Ring: 20 Millionen Dollar.

Tauchen beide in Guitar Hero III auf: W. Axl Rose und Slash. Das geht gegen die Abmachung, fand Axl. Credit Foto rechts: Stefan Brending / via Wikimedia Commons.

Die Klage wird abgewiesen

Doch daraus wird nichts: Am 8. Februar 2013, wird die Klage mit Schwung abgewiesen. Hauptgrund: Das Spiel war schon 2007 erschienen, aber Team Axl hat sich drei Jahre Zeit mit der Klageerhebung gelassen – zu lange. Und das, obwohl der Agent des Künstlers schon viel früher eine Beschwerdemail an Activision geschrieben hatte. Rose hatte aber einen guten Grund zu warten, denn die Firma hatte ihm ein eigenes Spiel angeboten. Da wartet man doch gerne. Über die juristischen Details streiten sich in der Folge diverse Anwaltskanzleien.

Ganz schön viel Theater um Daddelei und Rockbands, könnte man meinen. Allerdings geht es um viel Geld und, vielleicht wichtiger, Außenwirkung. Immerhin ist Axl Rose damals mit einer ganz neuen Gunners-Besetzung unterwegs. Glücklicherweise hat sich das aber erledigt: Heute sind er und Slash wieder Freunde und touren höchst erfolgreich um die Welt. Ist auch besser so.

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Zeitsprung: Am 21.7.1985 spielen Guns N’ Roses auf einer Universitätsparty.

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Popkultur

Prince, Madonna und die Rolling Stones: Die besten Super-Bowl-Halbzeitshows aller Zeiten

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Prince
Foto: Jonathan Daniel/Getty Images

Ein Auftritt im Rahmen der Super-Bowl-Halbzeitshow gleicht einem popkulturellen Ritterschlag, nirgendwo ist das TV-Publikum größer. Vielen Sternchen wurde diese Ehre in den vergangenen Jahrzehnten bereits zuteil. Von U2 bis hin zu den Rolling Stones: Diese zehn Halbzeitshows finden wir besonders gelungen.

von Timon Menge

10. The Blues Brothers, ZZ Top, James Brown (1997)

Wenn der Super Bowl in einer Blues-Metropole wie New Orleans stattfindet, muss natürlich auch eine Blues-orientierte Halbzeitshow her. Mit Everybody Needs Somebody To Love und Soul Man gaben die Blues Brothers am 26. Januar 1997 zwar vor allem Soul-Klassiker zum Besten, genau wie James Brown im Anschluss; doch spätestens ZZ Top versorgten das Publikum mit reichlich Bluesrock. Eine coole Sonnenbrillen-Party zwischen zwei Halbzeiten!

9. U2 (2002)

Den Iren U2 wurde am 3. Februar 2002 eine ganz besondere Verantwortung zuteil. Die Terroranschläge von 11. September 2001 lagen noch kein halbes Jahr zurück, da sollten Bono und Co. bei der größten Unterhaltungsveranstaltung der Welt auftreten – übrigens erneut in New Orleans. Doch U2 wurden ihrem Auftrag gerecht, lieferten ein hervorragendes Set ab und gedachten auf einer riesigen Leinwand all jenen, die am 11. September ums Leben gekommen waren.

8. The Rolling Stones (2006)

Auf eine große Bombast-Show verzichteten die Rolling Stones bei ihrem Auftritt am 5. Februar 2006 in Detroit. Doch ganz ehrlich: Wenn Mick Jagger und seine jahrzehntelangen Weggefährten eine Bühne betreten, braucht es keine Schnörkel und kein Chichi. In wenigen Minuten rockten sich die Stones durch große Hits wie Start Me Up und (I Cant Get No) Satisfaction. Einen Luxus gönnten sich die Briten dann allerdings doch: eine Bühne in Form einer riesigen roten Zunge.

7. Katy Perry (2015)

Zugegeben, für hartgesottene Rocker*innen klingt der Sound von Katy Perry etwas ungewohnt. Doch mindestens zwei Dinge kann ihr keiner nehmen: hervorragende Popsongs und einen mehr als nur gelungenen Auftritt am 1. Februar 2015. In Sachen Show macht den größten Pop-Sternchen einfach niemand etwas vor, wie wir auch im weiteren Verlauf unserer Liste feststellen werden. Als Gäste durfte Perry Hip-Hop-Legende Missy Elliott und Gitarrengott Lenny Kravitz begrüßen.

6. Dr. Dre, Snoop Dogg, Eminem, Mary J. Blige, Kendrick Lamar & 50 Cent (2022)

Diese Halbzeitshow ist noch nicht lange her, setzte am 13. Februar 2022 aber völlig neue Standards. Zum ersten Mal in der Geschichte des Super Bowl durfte sich die Hip-Hop-Welt nach Herzenslust präsentieren. Das Line-up des Abends liest sich wie ein Who‘s who: Dr. Dre, Snoop Dogg, Eminem, Mary J. Blige, Kendrick Lamar … Sie alle waren dabei und setzten dem Sprechgesang ein etwa 15-minütiges Popkultur-Denkmal. Als Gaststars tauchten 50 Cent und Anderson .Paak auf.

5. Madonna (2012)

Wenn die „Queen Of Pop“ eine Halbzeitshow gestaltet, darf man einiges erwarten. Und wie so oft wurde Madonna den Erwartungen am 5. Februar 2012 vollständig gerecht. Als griechische Göttin verkleidet, ließ sie sich von ihren Spartaner-Tänzern über die Bühne tragen und manifestierte ihren Status als größte Popkünstlerin aller Zeiten. Unterstützung erhielt sie unter anderem von Cee Lo Green, Nicki Minaj, M.I.A. und LMFAO. Den Abschluss der Show markierte ein Gospelchor, mit dem Madonna Like A Prayer zum Beten … äh … zum Besten gab.

4. Lady Gaga (2017)

Als die Verantwortlichen der NFL den Vertrag mit Lady Gaga unterzeichneten, dürften ihnen durchaus ein paar Schweißperlen auf der Stirn gestanden haben. Schließlich kann man bei der exzentrischen Künstlerin nie so genau wissen, mit welchen Show-Einlagen sie ihr Publikum überrascht. (Wir erinnern uns an das Rindfleischkleid von 2010.) Bei der Super-Bowl-Halbzeitshow am 5. Februar 2017 ging die Musikerin allerdings auf Nummer sicher und legte einen unfassbaren Auftritt hin. Die Performance ihrer LGBTQ-Hymne Born This Way ließ sich Gaga trotzdem nicht nehmen.

3. Michael Jackson (1993)

Zu den Eigenheiten der Super-Bowl-Halbzeitshow zählt unter anderem der enge Zeitplan. Selten stehen für die Performance mehr als 15 Minuten zur Verfügung; meist wird jede Sekunde davon genutzt. Michael Jackson ging das Ganze im Januar 1993 ein wenig anders an. Länger als eine Minute blieb er vor seiner fulminanten Show still auf der Bühne stehen, als sei er eine Statue – und wurde dafür auch noch bejubelt. Das sagt einiges über seinen damaligen Stand des „King Of Pop“ aus.

2. Beyoncé & Destiny’s Child (2013)

Die Super-Bowl-Halbzeitshow 2013 war in jeder Hinsicht etwas Besonderes. Nicht nur, dass mit Beyoncé eine der hochkarätigsten Künstlerinnen des 21. Jahrhunderts das Programm gestaltete. Nein, es kam auch zur lange erwarteten Reunion von Destiny’s Child, denn Kelly Rowland und Michelle Williams waren ebenfalls mit von der Partie. An jenem Abend dürften Beyoncé und ihre Kolleginnen viele Frauen und Mädchen sehr glücklich gemacht haben. Im Anschluss an ihren Auftritt fiel allerdings für mehr als eine halbe Stunde der Strom aus.

1. Prince (2007)

Der Auftritt von Prince im Rahmen der 41. Super-Bowl-Halbzeitshow ist nichts anderes als eine Lehrstunde in Sachen Rockstar-Perfektion. Scheinbar mühelos fegte der gerade einmal 1,57 Meter große Musiker am 4. Februar 2007 über die Bühne in Form seines Logos. Keine Sekunde verging, ohne dass er das Publikum fest im Griff hatte. Prince und eine Blaskapelle? Oh ja. Prince spielt Purple Rain im Regen? Absolut. Ein Abend für die Geschichtsbücher!

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„California Love“: Die musikalischen Höhepunkte der Super-Bowl-Halbzeitshow

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