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Popkultur

Warum Kiss das Make-up wieder anlegen mussten

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Foto: SGranitz/WireImage/GettyImages

Am 18. September 1983 zeigen sich Kiss mit großem Tamtam zum ersten Mal ohne ihr legendäres Make-up. Nach fast zehn Jahren hatte sich die Faszination für Schminke und Heimlichtuerei doch abgekühlt. Die New Yorker starten damit eine Phase erneuten Erfolges, doch auf Dauer funktioniert das alles nicht. 1996 legen Kiss die Maskerade wieder an – und genau genommen müssen sie es auch…"

von Christof Leim 

Hier gibt es die besten Kiss-Songs:

Sicher, Kiss durchlebten goldene Zeiten unter ihrer schwarzweißen Schminke. In den Siebzigern hatte sich das Quartett zu einem ebenso erfolg- wie einflussreichen Phänomen entwickelt – mit Platinalben, ausverkauften Riesenshows und einem millionenschweren Merchandise-Imperium. Die vier Gesichter von Demon, Starchild, Spaceman und Catman sah man überall, auf Flippermaschinen, Butterbrotdosen und Comics. Sogar eine Kiss Army gründete sich. Nicht wenig dieses Höhenfluges hat unmittelbar mit dem ikonischen Image von Paul Stanley, Gene Simmons, Ace Frehley und Peter Criss zu tun. Dass sie die Kriegsbemalung überhaupt ablegen, kommt jedoch nicht von ungefähr.

Denn natürlich läuft das nicht ewig so: Es gibt Streitereien innerhalb der Band, weswegen 1978 am gleichen Tag mit durchwachsenem Erfolg vier egostreichelnde Soloalben erscheinen. Außerdem wird ein ambitionierter Kinofilm zum trashigen Rohrkrepierer. Und als dann die vier Helden noch ihr Publikum aus den Augen verlieren, geht es bergab, Schminke hin oder her.

Weshalb das Make-up bei Kiss überhaupt verschwand

Die Kurzfassung sieht so aus: Kiss wurden, wie wir wissen, mit ruppigem Hard Rock und spektakulären Shows berühmt. Das 1979er-Album Dynasty allerdings spült weich und wirft ausgerechnet eine Disconummer (genau: I Was Made For Lovin’ You) als Hit ab. Zu den Konzerten kommen immer weniger Leute, davon aber immer mehr Kinder mit ihren Eltern. Auf Unmasked treiben Kiss 1980 ihre Comic-Haftigkeit sogar auf die Spitze und packen eine kleine Bildergeschichte auf das Cover. Die Songs bieten zwar tollen Power Pop, aber den will die Kiss Army nicht hören. Peter Criss trommelt bald schon gar nicht mehr mit, Eric Carr übernimmt, Leadgitarrist Ace Frehley verliert zusehends die Lust, und mittlerweile knirscht es so richtig im Gebälk. Zu Unmasked spielen Kiss nur eine einzige US-Show, aber immerhin eine erfolgreiche Australien- und Europatour (letztere mit einer ganz netten Newcomer-Kapelle namens Iron Maiden im Vorprogramm). 


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Danach drehen unsere Helden ganz durch: 1981 überraschen sie mit (Music From) The Elder, einem wirren Fantasy-Konzeptalbum mit Bläsern, Streichern und Falsett, das sang- und klanglos untergeht. Daraufhin hat Ace dann gar keinen Bock mehr, nimmt sein Schminktäschchen und steigt ebenfalls aus. Es muss wieder gerockt werden, allerdings kann das erquicklich harte Creatures Of The Night (1982) mit Vinnie Vincent an der Soloaxt nicht so an alte Erfolge anknüpfen, wie die beiden Chefs Paul und Gene sich das wünschen.Viele Hallen der folgenden Tour bleiben halbleer, Creatures schafft es anfangs nicht mal zum Goldstatus. Außerdem drängen neue Bands auf den Markt; besagte Iron Maiden etwa liefern in ihrer britischen Heimat sogar ein Nummer-eins-Album ab. Es muss etwas passieren…

Runter mit der Schminke. Alles gut jetzt?

Eine kleine Trumpfkarte hat die Band noch: Die Enthüllung ihrer wahren Gesichter. Natürlich tauchten über die Jahre immer wieder „unbemalte“ Fotos auf, schon 1974 waren Kiss überlistet und „en naturelle“ abgelichtet worden. Doch die meisten Fans wissen nicht, wie ihre Helden in echt aussehen. Für Simmons und Stanley hat sich die Sache mit dem Make-up ohnehin totgelaufen, der Gag ist erzählt, jeder kennt es.

Also zeigen sich Kiss in der Mark-III-Besetzung (Simmons, Stanley, Carr, Vincent) am 18. September 1983 auf MTV mit viel Trommelwirbel zum ersten Mal ohne Schminke. Zeitgleich erscheint das Album Lick It Up. Kiss spielen jetzt typischen Achtziger-Hard-Rock, und endlich platzt der Knoten: Die Videos laufen auf Headbanger’s Ball, und für die Verkäufe gibt es wieder Goldauszeichnungen. Animalize (1984) und Asylum (1985) setzen mit Hitsingles wie Heaven’s On Fire noch einen (bzw. zwei) drauf und verkaufen sich millionenfach. (Im Vorprogramm spielt damals übrigens eine weitere ganz nette Newcomer-Kapelle namens Bon Jovi.)

So sahen Kiss 1988 aus. Zum Glück in schwarzweiß.

Und hier liegt das Problem: Kiss können zwar wieder Edelmetall einfahren, doch sie sind mittlerweile eine Band unter vielen mit ähnlichem Stil. Damit meinen wir nicht nur die schreiend bunten Klamotten und obligatorisch raumgreifenden Frisuren, sondern vor allem die Songs. Denn Kiss haben sich, unbestreitbare Qualität hin oder her, von Wegbereitern zu musikalischen Mitläufern entwickelt. Das wird noch schlimmer, nachdem 1986 die einstige Supportband Bon Jovi von Slippery When Wet Fantastillionen Exemplare verkauft und Kollege Ozzy Osbourne mit dem aalglatt produzierten The Ultimate Sin ebenfalls Erfolge feiert. 

Eine unter vielen

Jetzt steigen Kiss – beziehungsweise Paul Stanley, der die Band wegen Simmons’ Hollywood-Ambitionen de facto alleine führt – komplett auf den radiofreundlichen Pop Metal-Zug auf. Crazy Nights soll ein kommerzieller Megakracher werden, für den die Band sogar ein ganzes Jahr auf Produzent Ron Nevison wartet und haufenweise Keyboards ins Studio schleppt. Doch so ganz zündet das nicht, selbst wenn die Singles schön auf MTV laufen. Crazy Nights schlägt sich respektabel, kann aber mit im gleichen Jahr veröffentlichen Gassenhauern wie Hysteria von Def Leppard und Girls Girls Girls von Mötley Crüe nicht mithalten. Der nächste Versuch Hot In The Shade (1989) kann trotz toller Songs und etwas weniger Bombast/Zuckerwatte ebenfalls nicht mehr reißen. 

Wir sehen also: Ohne Make-up haben sich Kiss mit Anstand durch die Achtziger gerockt, standen aber nicht mehr unangefochten an der Spitze der Nahrungskette. Folglich darf man bezweifeln, dass das mit der Schminke überhaupt funktioniert hätte.

In den Neunzigern wird’s schwierig für Kiss

Aber einen haben sie noch: Als mit dem Beginn der Neunziger ein härterer Wind durch das Genre weht, schmeißen Kiss sich in Lederklamotten, werfen die Keyboards über Bord und hauen mit Revenge (1992) ihr härtestes und bestes „ungeschminktes“ Album raus. Doch die Welt hat sich schon weiter gedreht: Grunge und Crossover bringen frische Sounds und ändern die Geschmäcker maßgeblich. Viele Veteranen der Siebziger und Achtziger haben einen schweren Stand, Kiss bilden da keine Ausnahme. (Wobei man das natürlich relativ sehen muss: Auch wenn es den vier Musikern finanziell sicher gut geht, Megastar ist keiner mehr.)

Wie sehr die Grunge-Welle das Selbstverständnis traditioneller Hard-Rocker durcheinander wirbelt (oder positiv formuliert: die Musiker inspiriert), sieht man am nächsten Kiss-Studioalbum: Carnival Of Souls entsteht Ende 1995 und klingt deutlich härter und signifikant düsterer. In Songs wie Hate, Rain und Childhood’s End geht es nicht um Wein, Weib und Gesang, It Never Goes Away erinnert sogar an das Doom-Urmanifest Black Sabbath (kein Witz, ist aber geil). Vielleicht sind ein paar Takte in Master & Slave sogar noch bezeichnender: Bei 1:44 Min. starten Kiss ein markantes 7/8-Riff, das fast eins zu eins dem Hauptthema von Them Bones entspricht, der Eröffnungsnummer von Alice In Chains’ The Dirt (1992)…

So kann es dann doch nicht weitergehen. Sollen unsere Helden sich völlig dem Zeitgeist anpassen? Oder einfach drauf pfeifen und weiter tollen Party-Hard Rock machen, den allerdings keiner so recht hören will? Oder sich eingraben und abwarten? Das taugt alles nichts, zumindest nicht, wenn man „the hottest band in the land“ sein will. Womöglich denken Kiss damals wie viele Kollegen darüber nach, den Laden einfach dicht zu machen. Aber vielleicht lässt sich ja das Profil auch wieder so schärfen, dass die Konkurrenz und die Sounds der Stunde völlig egal sind…

Dann eben wieder mit Make-up

Es gibt in der Tat noch eine Möglichkeit: Mitte der Neunziger steigt das Interesse an der Geschichte der Schminkemonster, eine Nostalgiewelle bricht sich Bahn. Auf Kiss My Ass: Classic Kiss Regrooved zollen 1994 Künstler wie Lenny Kravitz, Garth Brooks und Anthrax ihren Jugendhelden Tribut; im darauffolgenden Jahr nehmen Simmons, Stanley und Co. selbst an der Worldwide Kiss Convention Tour teil. Das heißt Fan-Veranstaltungen, die die goldenen Zeiten feiern und Sammlern feuchte Augen bescheren. Die Band spielt dabei akustisch. Am 17. Juni 1995 singt sogar Peter Criss zwei Songs mit.

Schon Anfang der Dekade hatten sich Unplugged-Konzerte als erfolgreich erwiesen, und auch Kiss machen bei der Reihe auf MTV mit. Aber eine Besonderheit, ein Bonbon fehlt noch, damit daraus nicht nur eine weitere Stromlos-Party wird. Die Antwort liegt auf der Hand: Bei der Aufzeichnung am 9. August 1995 in New York kündigt Paul Stanley den Zugabenteil mit folgenden Worten an: „We’ve got some members of the family here tonight. We’re talking about Peter Criss and Ace Frehley!“ Damit steht (in diesem Fall: sitzt) das Ur-Line-up von Kiss zum ersten Mal seit 1979 wieder auf einer Bühne. (Die beiden etatmäßigen Mitglieder Bruce Kulick an der Gitarre und Eric Singer an den Drums spielen übrigens auch – noch – mit.)

Der Rest ist Geschichte: Dieser kurze Auftritt inspiriert Spekulationen, Gerüchte und nicht wenige Fan-Wunschträume, das fertige Carnival Of Souls wird eingemottet (und erst 1997 veröffentlicht). Am 28. Februar 1996 platzt die Bombe bei der 38. Grammy-Verleihung, als Kiss nicht nur in Urbesetzung, sondern in vollem Ornat vor die Kameras treten – mit Plateauschuhen, Nieten, Glitzer und natürlich dem legendären Make-up. 

Schließlich geht die Reunion und Wiederbemalung durch die Decke. Wie die Band in die Szene der Zeit passt und mit der Konkurrenz mithalten kann, interessiert niemanden mehr. Die Schminkemonster sind in aller Munde, die folgende Tour spielt Millionen ein. Unkompliziert läuft das auch nicht ab, aber ihr kulturelles Überleben an der Spitze haben sich Kiss damit gesichert.

Zeitsprung: Am 25.8.1949 legt Schlabberzunge Gene Simmons von Kiss los.

Popkultur

Zeitsprung: Am 6.2.1998 kommt Falco bei einem Autounfall ums Leben.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 6.2.1998.

von Christof Leim

“Österreichs einzigen Popstar von Weltrang” hat ihn einmal jemand genannt: Hans Hölzel alias Falco. Am 6.2.1998 stirbt er bei einem Autounfall in Übersee.

Hier könnt ihr euch die Greatest Hits von Falco anhören:

Falco kommt als Johann „Hans“ Hölzel 1957 in Wien zur Welt. Schon früh wird eine hohe musikalische Begabung und sogar ein absolutes Gehör festgestellt. Anfangs spielt er Gitarre, später dann Bass in Jazz-Bands. Ein Musikstudium am Wiener Konservatorium lässt er nach einem Semester links liegen, um „richtiger Musiker“ zu werden. Anfang und Mitte der Achtziger fährt Falco dann fette Erfolge ein mit Songs wie Der Kommissar und Jeanny. Rock Me Amadeus schaffte es sogar als einziges deutschsprachiges Lied an die Spitze der US-Charts. In den Neunzigern wird es jedoch sehr still um den Musiker.

Kurz vor der musikalischen Rückkehr

Doch 1998 nimmt er ein neues Album namens Out Of The Dark (Into the Light) auf. Angeblich hört er es vor seinem Tod über eine Stunde in seinem Auto, um die Reihenfolge der Songs zu bestimmen. Damals hält er sich gerade in Dominikanischen Republik auf. Gegen 16:40 Uhr an jenem 6. Februar verlässt der Sänger ein Restaurant namens Turist Disco, das an einer Straße zwischen den Städten Villa Montellano und Puerto Plata liegt. Als er vom Parkplatz fährt, kracht ein Reisebus ungebremst mit 100 km/h in seinen schwarzen Mitsubishi Pajero-Geländewagen. Der Musiker stirbt sofort, zwei Wochen vor seinem 41. Geburtstag. 

Bei der Obduktion stellt sich heraus, dass Falco nicht nur mit einem Blutalkohol von 1,5 Promille unterwegs war, sondern auch Kokain und Cannabis konsumiert hatte. Ein tragisches Ende für „Österreichs einzigen Popstar von Weltrang“, wie einmal genannt wurde. Out Of The Dark (Into the Light) erscheint am 27. Februar 1998, drei Wochen nach seinem Tod, und erreicht in Deutschland, Österreich und der Schweiz die obersten Plätze der Charts.

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Zeitsprung: Am 29.3.1986 landet Falco auf Platz eins der US-Charts

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Popkultur

Zeitsprung: Am 5.2.1935 kommt Alex Harvey zur Welt.

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Foto: Evening Standard/Hulton Archive/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 5.2.1935.

von Timon Menge und Christof Leim

Besonders geradlinig verläuft die Karriere von Alex Harvey und seiner Sensational Alex Harvey Band nicht. Dennoch gehört der schottische Musiker zu den bekannteren Gesichtern der britischen Rockmusik der Siebziger. Heute hätte er Geburtstag gefeiert. 

Hier könnt ihr euch die größten Hits von Alex Harvey anhören: 

Das Licht der Welt erblickt Alexander James Harvey am 5. Februar 1935 in einem Arbeiterstadtteil von Glasgow. Bevor er seinen Weg als professioneller Musiker einschlägt, jobbt er unter anderem als Kellner und als Dachdecker. Zeitweise graviert er sogar Grabsteine. Zu Beginn der Fünfziger begeistert er sich für Dixieland-Jazz und Skiffle, bevor er ab 1954 selbst die Bühnenbretter betritt.

Im Vorprogramm der Beatles

Ab 1958 reist Harvey mit seiner Big Soul Band durch England und Deutschland. Schnell entwickelt er sich zu einem der Aushängeschilder der britischen R&B-Szene, obwohl er auch Rocksongs zum Besten gibt. So spielt er am 20. Mai 1960 mit seiner Big Beat Band im Vorprogramm von Johnny Gentle And His Group. Hinter dem Kürzel „His Group“ verbirgt sich niemand Geringeres als die späteren Beatles, die zu jener Zeit noch aus John Lennon, Paul McCartney, George Harrison, Stuart Sutcliffe und Tommy Moore bestehen. Es handelt sich um den ersten Termin einer siebentägigen Schottland-Tour.

Hier tourt Alex Harvey mit. Eigentlich heißen die Beatles zu jener Zeit aber noch The Silver Beetles. Wer hat George sofort erkannt?, Foto: Buchcover

Gegen Ende der Sechziger versucht er es als Solokünstler, doch der Durchbruch bleibt aus. Der folgt dann zu Beginn der Siebziger, nach einem kleinen Umweg als Session-Musiker für die Londoner Inszenierung des Musicals Hair. Denn jetzt gründet er die Sensational Alex Harvey Band.

Die großen Erfolge

Mit der Gruppe bleibt Harvey während der gesamten Siebziger erfolgreich, steigt von 1976 bis 1978 allerdings kurzzeitig aus. Schon auf dem Debüt Framed (1972) liefert die Band Granaten wie Midnight Moses und den Titelsong Framed aus der Feder des Songschreiber-Duos Jerry Leiber und Mike Stoller ab. Zeitgleich erobert der Glam Rock das Vereinigte Königreich und später auch den Rest Europas. Harvey und seine Mitmusiker greifen den Stil auf. So entdeckt er zu jener Zeit sein legendäres, schwarz-weiß-gestreiftes Shirt. Gitarrist Zal Cleminson setzt noch einen drauf und tritt in Pantomime-Schminke und gelb-grünem Overall auf.

Mit einer Coverversion des Tom-Jones-Songs Delilah landet die Band 1975 einen Top-Ten-Hit, auch der Song The Boston Tea Party (1976) feiert große Erfolge. 1978, kurz nach Harveys Rückkehr, erscheint mit Rock Drill das letzte Album der Band. Im Anschluss veröffentlicht er zwei weitere Soloplatten und geht ab 1979 wieder auf Tour. Doch leider stirbt Alex Harvey am 4. Februar 1982 einen Tag vor seinem 47. Geburtstag an Herzversagen. Er hinterlässt zwei Söhne, einen aus jeder seiner beiden Ehen.

Zeitsprung: Am 9.1.1975 endet die Geschichte der Beatles offiziell

 

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Popkultur

10 Songs von Alice Cooper, die man kennen sollte

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Alice Cooper
Foto: Grant Lamos IV/Getty Images

Schock-Schminke, Schauer-Schlangen und schreckenerregende Songtexte: Alice Cooper hat den Schockrock zwar nicht erfunden, doch er hat ihn als erster auf die Spitze getrieben. Seit knapp 60 Jahren steht er nun auf der Bühne. Diese zehn Songs gruseln uns bis heute — auf die gute Art!

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch einige der besten Songs von Alice Cooper anhören:

Ob Vincent Damon Furnier schon bei seiner Geburt am 4. Februar 1948 geschminkt war, ist nicht überliefert — doch wir gehen davon aus. Die Geschichte seiner ersten großen Band Alice Cooper reicht bis ins Jahr 1964 zurück. „In der Highschool haben uns alle gehasst“, erinnert er sich in einem Interview mit der Schweizer Illustrierten. „Sehr lange Zeit mochte uns wirklich niemand.“ Das ändert sich Anfang der Siebziger, denn mit ihrer Single I’m Eighteen gelingt Alice Cooper der Durchbruch. In Windeseile erobert die Gruppe die Musikwelt; ab Mitte der Siebziger spielt Furnier seine Rolle als Alice Cooper solo weiter. „Ich wollte einen Charakter spielen, der so ist, wie ich mir den besten Rockstar aller Zeiten vorstelle“, erzählt er. „Also habe ich Alice so kreiert, wie ich das wollte: ein bisschen böse, lustig, total gruselig, aber auch elegant. Alice ist mein allerliebster Rockstar.“ Unserer auch! Das sind seine zehn besten Songs.

1. I’m Eighteen (1970)

„I’m eighteen and I like it“ — Selten wurde die Volljährigkeit mit mehr Begeisterung besungen. Ursprünglich handelte es sich bei I’m Eighteen um eine achtminütige Jam-Session, doch Produzent Bob Ezrin überredete Alice Cooper dazu, den Song auf drei Minuten einzudampfen. Zum Glück — acht(zig)minütige Jam-Sessions gab es in den Sechzigern nun wirklich genug.

2. Under My Wheels (1971)

Bei Under My Wheels handelt es sich um die erste Single vom vierten Alice-Cooper-Album Killer (1971). Seitdem hat er das Stück auf wirklich jeder(!) Tour zum Besten gegeben, weshalb Under My Wheels Platz drei von Coopers meistgespielten Live-Songs belegt. 1988 nahm Cooper die Nummer übrigens noch einmal auf, und zwar mit Guns N’ Roses. Im Gegenzug ist Cooper auch in The Garden von Use Your Illusion I zu hören.

3. School’s Out (1972)

Keinen Song hat Alice Cooper häufiger live gespielt: Mehr als 2.900(!) Mal war School’s Out auf den Konzerten des Schockrockers zu hören, also quasi acht Jahre lang jeden Tag einmal. Dass Cooper und sein Publikum so viel Freude an dem Stück haben, überrascht nicht. Schließlich hat er selbst einmal gesagt: „Die beiden schönsten Zeiten des Jahres sind der Weihnachtsmorgen und der Beginn der Sommerferien.“

4. No More Mr. Nice Guy (1973)

Wer hinter diesem Titel Autobiografisches vermutet, ist auf dem richtigen Weg. In No More Mr. Nice Guy beschäftigt sich Cooper mit den Reaktionen der Kirchengruppe seiner Mutter auf seine mitunter okkult-gruseligen Bühnenauftritte. „Jetzt gibt es keinen Weg zurück“, meint er mit dem Titel. Gut so! Was hätten wir in den vergangenen Jahrzehnten bloß ohne unsere Tante Alice gemacht.

5. He’s Back (The Man Behind The Mask) (1986)

Ganze 13 Jahre liegen zwischen dem vierten und dem fünften Song unserer Liste. 13 Jahre, in denen Alice Cooper erfolgreich solo durchstartete, aber auch heftig abstürzte. An manche seiner Alben aus den Achtzigern kann er sich aufgrund seines Drogen- und Alkoholkonsums noch nicht einmal erinnern. Dieser Titel passt also zu seinem Mini-Comeback 1986 — und zum Soundtrack des Films Freitag der 13. Teil VI – Jason lebt.

6. Poison (1989)

Wann immer es um die größten Rockhymnen aller Zeiten geht, darf dieser Song nicht fehlen. In den Achtzigern hatte sich Alice Cooper durch seine Alkohol- und Drogeneskapaden beinahe selbst ins Aus geschossen, doch mit seinem 18. Studioalbum Trash gelang ihm der große Sprung zurück in den Mainstream. Bis heute handelt es sich um seine erfolgreichste Platte — und das nicht zuletzt aufgrund großer Hits wie Poison.

7. Bed Of Nails (1989)

Auch Bed Of Nails stammt von Coopers Über-Album Trash und geriet gleich hinter Poison zum zweiterfolgreichsten Song der Platte. Komponiert hat Cooper das Stück zusammen mit seinem Ex-Bassisten Kane Roberts, seinem Produzenten Desmond Child sowie mit Diane Warren, die nicht nur für Rockgrößen wie Elton John, Tina Turner und Aerosmith tätig war, sondern auch für Popstars wie Whitney Houston und Britney Spears.

8. Hey Stoopid (1991)

Hey Stoopid gehört nicht nur zu Alice Coopers berühmtesten Songs, sondern der Meister des Schockrock begrüßte für das Stück auch jede Menge Gaststars im Studio. Slash, Ozzy Osbourne, Steve Vai, Joe Satriani: Sie alle geben sich in der Nummer die Klinke in die Hand und unterstützen ihren Kumpel Alice bei seinem Rock’n’Roll-Auftrag. Die Botschaft des Songs: „Hey Dummerchen, lass das mit den Drogen doch einfach sein …“.

9. Snakebite (1991)

Wie oft Alice Cooper im Lauf seiner jahrzehntelangen Karriere von Schlangen gebissen wurde, können wir nicht mit Sicherheit sagen. Doch wir wissen, dass es sich bei Snakebite um einen seiner allerbesten Songs handelt! Inhaltlich ist die Nummer quasi vertonter Machismo. „My face is tattooed in your shoulder / Your name is scratched into my bike“, singt Cooper darin. Na dann …

10. Feed My Frankenstein (1991)

Wer den Rockfilmklassiker Wayne’s World kennt, liebt bestimmt auch Feed My Frankenstein von Alice Cooper. Vor der legendären „Wir sind unwürdig!“-Szene besuchen die beiden Chaoten Wayne und Garth in dem Streifen nämlich ein Konzert des Schockrockers und kommen in den Genuss seiner damals brandneuen Single. Heute gehört die Nummer zu Coopers späten Klassikern — aus gutem Grund!

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Sechs Anekdoten, die nur aus dem Leben von Alice Cooper stammen können

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