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Popkultur

Zeitsprung: Ab dem 6.1.1975 dürfen Led Zeppelin fünf Jahre lang nicht in Boston spielen.

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Foto: Michael Putland/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 6.1.1975.

von Victoria Schaffrath und Christof Leim

Dass es bei Led Zeppelin nicht gerade gediegen zuging, wissen wir. Das gilt auch für die Anhängerschaft: Am 6. Januar 1975 zerlegen Fans der Band in Boston die dortige Arena und brocken der Band damit eher unschöne Konsequenzen ein. Im heutigen Zeitsprung schielen wir auf die Ereignisse der Chaos-Nacht.

Hört hier Physical Graffiti rein, zu der Led Zep 1975 tourten: 

1975 sollte für Led Zeppelin und ihre Gefolgschaft ein gutes Jahr werden: Mit leichter Verspätung erscheint ihr sechster Langspieler Physical Graffiti, der erste auf dem eigenen Label Swan Song Records. Die Doppelplatte enthält neben dem monumentalen Kashmir Stücke wie Trampled Under Foot, Boogie With Stu und den Opener Custard Pie. Bis heute gilt sie als eines der Top-Alben von Led Zeppelin und überzeugt nach vorherigen Rückschlägen auch wieder die Kritik. Der Beginn des Jahres fällt jedoch einigermaßen chaotisch aus.

Der sechste Streich: Physical Graffiti

Passend zum neuen Album steht natürlich auch eine Tour ins Haus, deren Tickets für den nordamerikanischen Markt Anfang Januar in den Verkauf gehen sollen. Damit starten die Briten innerhalb weniger Jahre ihren zehnten USA-Besuch. Die Nachfrage gibt’s her, denn die amerikanischen Fans stehen Schlange für die Karten wie verrückt. So auch in der Nacht zum 6. Januar in Boston, das sich allerdings mitten in einer Kältefront befindet.

Tausende warten in der Eiseskälte vor dem Boston Garden, einer Mehrzweckhalle, die für Konzerte dieser Größenordnung durchaus gut ausgestattet ist. Steven Rosenblatt, zu dieser Zeit verantwortlich für den Ticketverkauf, erinnert sich: „Seit Jahren stehen die Leute nachts an, um Karten zu kaufen.“ Die Temperaturen sinken jedoch derartig, dass die Verantwortlichen der Halle sich entscheiden, die Horden ins Foyer zu lassen, bis die Schalter öffnen. Gut gemeint, aber schlussendlich nicht klug.

„Boston is burning“

Wie man sich denken kann, birgt so eine leerstehende Konzerthalle durchaus ihre Reize. So sehen das scheinbar auch die Fans im Jahre 1975: Sie brechen prompt in den Sitzbereich ein, plündern Bierstände und zündeln zu allem Überfluss an der Holzbestuhlung herum. Rosenblatts letzte Hoffnung: „Man konnte die Menge nicht weiter unbeaufsichtigt im Gebäude herumlaufen lassen, also entschieden wir uns, die Ticketschalter zu öffnen.“

Abenteuerlich: Das Tourposter für die USA-Termine 1975 zeigt Katherine Hepburn und den typischen Zeppelin.

Der Schachzug zeigt Wirkung. Das Konzert darf bereits um 6 Uhr morgens als ausverkauft betrachtet werden, jedoch nicht, bevor die „Led-Heads“ einen Schaden von 50.000 US-Dollar verursacht haben. Darüber zeigen sich nicht nur Rosenblatt und Konsorten ziemlich verärgert, auch Kevin H. White, der Bürgermeister von Boston, schaltet sich ein.

Schwarzer Peter für Led Zep

Eigentlich unterstützt der Politiker den Rock’n’Roll, ermöglicht einen Auftritt von James Brown und holt gar Mick Jagger aus dem Knast, damit die Rolling Stones ihre Show spielen können. Das Verhalten der randalierenden Fans geht ihm jedoch zu weit. Die Konsequenz: White erteilt Led Zeppelin ein fünfjähriges Auftrittsverbot für die Stadt im amerikanischen Nordosten. So kommt es, dass Boston auch 1977 nicht in den Genuss eines letzten Zeppelin-Besuches kommt. Auf das Verbot und die Folgen für die Band angesprochen, zeigt sich Jimmy Page gelassen: „Das letzte, was ich sein will, ist respektabel.“

Led Zeppelin feiern 50-jähriges Bandjubiläum mit der ersten offiziellen Doku über die Band

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