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Popkultur

Architekt des Rock‘n‘Roll: Die glanzvollsten Momente von Little Richard

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Foto: Echoes/Redferns/Getty Images

Vergangene Woche verlor der Rock‘n‘Roll seinen Gründervater: Little Richard wurde 87 Jahre alt. In einem Fall wie diesem sind selbst Superlative nicht genug, um das Schaffen eines Künstlers gebührend zu ehren. Versuchen wir es also mit einigen unvergleichlichen Anekdoten und Momenten aus dem bewegten Leben des Architekten des Rock‘n‘Roll.

von Björn Springorum

Man kann die Geschichte des Rock‘n‘Roll nicht ohne die Geschichte des Little Richard erzählen.

Deswegen in aller Kürze: Diese Musik hat Little Richard ebenso viel zu verdanken wie der ganze Rest der Welt auch. Seine Konzerte in den Fünfzigern finden vor Schwarzen und Weißen statt, ein absolutes Novum in der damaligen Segregation. Seine Musik ist wie der Urschrei für all das, was danach kommt. Seine extravaganten, queeren Bühnenoutfits ein Vorbild für alle von Michael Jackson über Prince bis zu Marilyn Manson. Und seine schiere Präsenz mal so ganz nebenbei das Modell, an dem sich auch die jungen Beatles orientieren. Man kann es aber natürlich auch kurz machen: Elvis Presley nennt ihn „den Größten“. Und wenn der King of Rock‘n‘Roll das tut, ist eigentlich alles gesagt.

Taten sagen mehr als Worte

Nun könnte man sich gewiss seitenlang an seinen Ehrungen, Auszeichnungen, Preisen und Erfolgen abarbeiten, könnte minutiös aufzählen, welche Künstler der kleine Richard auf welche Weise beeinflusste und wie oft seine Rock-Blaupausen wie Tutti Frutti über die Ladentische gingen. Einem offenherzigen, empathischen und optimistischen Künstler wie ihm nähert man sich aber besser über einen anderen Weg. Über Anekdoten, Geschichten oder persönliche Momente aus einer Karriere, die es so kein zweites Mal gab oder geben wird.

Ein homosexueller Rock‘n‘Roller

„Homosexuelle sind die süßesten, nettesten, künstlerischsten, wärmsten und nachdenklichsten Menschen der Welt. Und seit dem Anbeginn der Zeit wurden sie dafür immer nur mit Füßen getreten“, hat Little Richard mal gesagt. Und damit auch sich selbst gemeint: Im Laufe seiner langen Karriere hat er sich abwechselnd als schwul, bisexuell und omnisexuell bezeichnet. Ihn kümmerte es nicht, wer wen warum liebte. Solange man es tat. Ein schwarzer schwuler Rock‘n‘Roller, das war aber eben für viele auch ein ziemlicher Skandal. Noch im Jahr 2000, im Biopic Little Richard, wird seine Queerness in keinem Wort erwähnt. Das ist eine vertane Chance und besonders tragisch, weil hier eine Menge Potential verschenkt wurde. Um es mit den Worten eines ehemaligen Berliner Bürgermeisters zu sagen: Little Richard war schwul. Und das war gut so. Auch an dieser Front leistete der 1932 als Richard Wayne Penniman wichtige Aufklärungsarbeit – als Fanal, dass man auch als Mann in Drag-Klamotten zum Sexsymbol werden kann. Und als Beweis, dass Wärme und Weichheit nicht im Widerspruch zu lautem, wildem Rock‘n‘Roll stehen.

Little Richard liebte extravagante Bühnen-Outifts. Foto: David Redfern/Redferns

Little Richard trifft die Beatles

Er würde es lange nicht zugeben, doch als Little Richard zum ersten Mal auf die Beatles trifft und sie spielen sieht, ist er nicht seht begeistert. Einzig in Paul McCartney erkennt er etwas Strahlendes, etwas, wofür er die anderen Beatles gar nicht brauchen würde. „Ich war der Meinung, dass sie es nicht schaffen würden“, sagt er erst viele Jahre später. Ganz der Gentleman, verrät Little Richard natürlich nicht, was er wirklich denkt, als er den jungen Liverpudlians 1962 in Hamburg über den Weg läuft. Er und die Beatles spielen oft zusammen, sie hängen gemeinsam in seiner Garderobe ab und holen sich mehr als einen Rat von ihrem Idol ab. „Ich habe Paul alles gezeigt, was er kann“, ist so ein weiterer legendärer Ausspruch von Little Richard. Und Paul? Der stimmt dem bis heute ohne Einwände zu!

 

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‘From ‘Tutti Frutti’ to ‘Long Tall Sally’ to ‘Good Golly, Miss Molly’ to ‘Lucille’, Little Richard came screaming into my life when I was a teenager. I owe a lot of what I do to Little Richard and his style; and he knew it. He would say, “I taught Paul everything he knows”. I had to admit he was right. In the early days of The Beatles we played with Richard in Hamburg and got to know him. He would let us hang out in his dressing room and we were witness to his pre-show rituals, with his head under a towel over a bowl of steaming hot water he would suddenly lift his head up to the mirror and say, “I can’t help it cos I’m so beautiful”. And he was. A great man with a lovely sense of humour and someone who will be missed by the rock and roll community and many more. I thank him for all he taught me and the kindness he showed by letting me be his friend. Goodbye Richard and a-wop-bop-a-loo-bop.’ – Paul McCartney #LittleRichard #PaulMcCartney

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Abstecher nach Hollywood

Pures Charisma, sprühender Witz, Sex-Appeal, entwaffnendes Grinsen: Im Grunde ist Little Richard der geborene Schauspieler. Von seinen Leinwandtalenten kann man sich dennoch nicht allzu häufig überzeugen. Eine Ausnahme ist die Komödie Zoff in Beverly Hills von 1986, die durch Little Richards erfrischenden Auftritt zusätzlichen Schwung bekommt. Richard gibt den genervten Nachbar in einem glitzernden Bademantel, der sich tierisch darüber aufregt, dass die Polizei bei seinem weißen Nachbarn gleich mit einem Helikopter anrückt, wenn der Alarm losgeht. Lustig, ja, aber mindestens ebenso bitter. Außerdem spendiert er dem erfolgreichen Film mit Great Gosh A’Mighty auch noch einen verdammt schwungvollen Soundtrack-Beitrag. Es soll der letzte Chart-Einstieg seines Lebens sein.

Erster in der Ruhmeshalle

Die Rock And Roll Hall Of Fame in Cleveland, Ohio nimmt seit 1986 die größten und außergewöhnlichsten Talente der Rock- und Pop-Welt in ihre Ruhmeshalle auf. Gleich bei der allerersten Zeremonie in diesem neuen Walhalla der Gitarren wird Little Richard initiiert – zusammen mit Chuck Berry, James Brown, Elvis Presley, Ray Charles, Sam Cooke, Fats Domino, Buddy Holly, The Everly Brothers und Jerry Lee Lewis. Man könnte auch sagen: Die Klasse von 1986 besteht aus den Gründervätern der modernen Musik.

Zu Besuch in der Sesamstraße

Die Sesamstraße ist bekannt dafür, in den vielen Jahrzehnten ihrer Existenz die eine oder andere Legende der Musikgeschichte für einen Gastauftritt gewonnen zu haben. Niemand von ihnen passt besser in diese bunte, glitzernde, absurde, theatrale Welt als Little Richard. Und wenn man ihn so sieht, wie er mit seinem Tigerprint-Sakko voller Inbrunst und Gesichtsakrobatik Rubber Duckie singt, dann merkt man schnell, warum.

Ein Nationalheiligtum

2010 ist es dann soweit: Tutti Frutti ist eines der auserwählten kulturellen Artefakte, die in das National Recording Registry aufgenommen werden. Das ist ein Verzeichnis US-amerikanischer Tondokumente, die wegen ihrer kulturellen, historischen oder ästhetischen Bedeutung als besonders erhaltenswert angesehen werden. Der heilige Gral für einen Künstler, könnte man auch sagen. Der Song von 1955 wird in der offiziellen Begründung als Rock-Artefakt bezeichnet, das mit dem „einzigartigen Gesang über diesen unwiderstehlichen Beat eine neue Ära der Musik einläutete.“

Hochzeit mit Little Richard

Als hatte er nicht auch so schon genug zu tun, ist Little Richard eine Zeitlang ein ziemlich gefragter Standesbeamter. Nachdem Richard 1982 die Ehe zwischen Steven Van Zandt aus Bruce Springsteens Band mit Maureen Santoro beschließt, sorgt er noch einige weitere Male für das Ja-Wort bei prominenten Hochzeiten: Bei Tom Petty und Dana York beispielsweise, bei Cyndi Lauper und David Thornton oder, 1987, bei Demi Moore und Bruce Willis. Es muss wohl was mit seinen Anfängen in den Gospel-Kirchen Georgias zu tun gehabt haben…

Die ganze Sache mit dem Sex

Bei allen charmanten, schillernden und herzerwärmenden Anekdoten wollen wir aber auch eines nicht vergessen: Little Richard konnte auch anders. Er sprach öffentlich darüber, wie oft er am Tag masturbiert, hatte nach eigenen Angaben mal einen Dreier mit Buddy Holly, bekam schon mal Ärger wegen Voyeurismus und singt in Tutti Frutti höchstwahrscheinlich über Analverkehr. Aber so ganz ohne verruchte Details wäre so ein Leben als Rock‘n‘Roller ja auch nicht komplett.

10 Songs, die die Rockmusik verändert haben – Teil 1

Popkultur

Zeitsprung: Am 27.11.1969 wird Myles Kennedy geboren.

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Thorsten Seiffert, RocknRoll Reporter

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 27.11.1969.

von Thorsten Seiffert und Christof Leim

Irgendwas muss dran sein an dieser Stimme. Myles Kennedy singt bei gleich mehreren großen Rockbands, und sogar die Gruppen, bei denen er fast gelandet wäre, erweisen sich im Nachhinein als äußerst spannend. Am 27. November hat der Mann Geburtstag.

Hier könnt ihr euch Myles Kennedys Soloalbum Year Of The Tiger anhören:

Geboren wird der Sänger und Gitarrist am 27. November 1969 als Myles Richard Bass in Boston, Massachusetts. Den Nachnamen Kennedy erhält er, als die Mutter nach dem Tod des Vaters erneut heiratet. Schon früh in seiner Kindheit beginnt Myles, die Trompete zu malträtieren, und hat gar eine Luftgitarrenband mit seinen besten Freunden. Als es dann Instrumente aus Holz gibt und er richtig in die Saiten dreschen kann, geht es Schlag auf Schlag: Animiert von einem Jazz-Kurs, den der junge Mann an der Highschool belegt, steigt er 1990 in eine Jazzformation mit dem Namen Cosmic Dust Fusion Band oder kurz Cosmic Dust ein. Sein Talent zeichnet sich schon damals deutlich ab, schnell macht er sich durch die Kombination seines musikalischen Wissens mit einer rockigen Spieltechnik einen Namen in der lokalen Szene. Dass Myles Kennedy auch als Fusion-Jazzer eine mehr als respektable Figur abgibt, beweist das erste Album von Cosmic Dust namens Journey  von 1991. Für den Song Spiritus gewinnt die Band 1993 sogar einem mit 5000 Dollar dotierten Preis

Aus Jazz wird Grooverock

Beim Jazz wird es nicht bleiben, doch der Weg zum Rockstar hält noch einige Abzweigungen bereit. Myles verlässt den kosmischen Staub und wird singender Gitarrist bei Citizen Swing, einer soulig und bluesig klingenden Truppe mit Alternative-Einschlag. Auch hier gibt es Hörbares: 1993 haut die Band das Album Cure Me With The Groove raus. 1995 folgt noch Deep Down, dann zieht die Kombo einen Schlussstrich. Kennedy, der inzwischen als Gitarrenlehrer arbeitet, will härter rocken und gründet mit einigen Kindheitsfreunden und einem Citizen-Swing-Kollegen eine neue Gruppe: The Mayfield Four. 

Ein erstes Demo (Thirty Two Point Five Hours) kommt so gut an, dass Epic Records einen Vertrag rausrücken. So langsam kommt Myles’ Karriere also in Fahrt. Das Debüt Fallout von 1998 wird intensiv live präsentiert, im Rahmen der mehr als ein Jahr dauernden Tour spielen The Mayfield Four mit Bands wie Stabbing Westward, Big Wreck und Creed zusammen. Obwohl die Kritiken gut ausfallen, findet Fallout nicht den Weg in die Charts. 

Hier könnt ihr euch The Mayfield Four anhören:

Jetzt ruft Hollywood

Während sich die Band abstrampelt, den Durchbruch zu schaffen, erhält Myles Kennedy das Angebot, in dem Hollywood-Streifen Rock Star mit Mark Wahlberg und Jennifer Aniston mitzuspielen. Der Film lehnt sich vage an die Story von Tim „Ripper“ Owens Einstieg bei Judas Priest an und erzählt von einer fiktiven Band namens Steel Dragon. Kennedy spielt dabei einen Fan, der zum Ende auf die Bühne gezerrt wird, um das Konzert als Sänger zu beenden, während der Frontmann und Protagonist (Wahlberg) sich absetzt. Kennedy ist der einzige Darsteller in Rock Star, dessen echte Gesangsstimme wir zu hören bekommen. Als Schauspieler will sich Myles nach dieser Erfahrung nicht sehen: „Das war schon witzig, und ich habe nichts nachgestellt. Ich war einfach ein Typ aus der Provinz, der mit den Schwergewichten in Hollywood einen Film dreht“, sagt er später. „Es fiel mir leicht, diesen dämlichen Typen abzugeben, dazu gehörte kein bisschen Schauspielerei.“

Seiner Band The Mayfield Four hilft der Auftritt indes nicht. 2001 wird das zweite Album Second Skin veröffentlicht: wieder mit guten Reaktionen, wieder kein Erfolg. Das nagt an Kennedy, und die Gruppe bricht auseinander. In einem Interview mit Pulse Weekly erklärt er später, dass er sich zu diesem Zeitpunkt, also 2002, ausgebrannt von der der Musikindustrie fühlte und zudem nach Jahren der hohen Lautstärken einen Tinnitus entwickelt hat. „Ich kann das nicht mehr machen, meine Ohren lassen das nicht zu“, sagt er damals und fällt in eine Depression. Mit Bands beschäftigt sich Kennedy in dieser Phase nicht und gibt stattdessen Gitarrenunterricht.

Myles will nicht mit Slash spielen

Doch es geht auch wieder aufwärts: Wie gesagt muss etwas dran sein an dieser Stimme, denn 2002 meldet sich Gitarrengott Slash, der einen Sänger für seine neue Band Velvet Revolver sucht und Kennedys Demo gehört hat. Doch unser Mann entscheidet sich dagegen, ergreift ein Jahr später aber eine andere Chance: Creed-Gitarrist Mark Tremonti möchte, dass Myles einige Songs für ihn einsingt. 

Creed-Gitarrist Mark Tremonti gewinnt Myles Kennedy 2003 für seine Band Alter Bridge – Pic: Thorsten Seiffert, RocknRoll Reporter

So entstehen Alter Bridge, die neue Band der Creed-Musiker Tremonti, Scott Phillips und Brian Marshall. Die Chemie stimmt, und nun wendet sich das Blatt: Während das Debüt One Day Remains (2004) gemischte Reaktionen bei den Kritikern hervorruft, stehen die Fans auf den Sound, was letztlich in einer goldenen Schallplatte gipfelt. Mit Alter Bridge geht es hervorragend weiter, und Kennedy wird immer bekannter. Blackbird erscheint 2007, spätestens mit AB III (2010) gehört die Band zu den großen Namen im internationalen Rockzirkus.

Wenn Rockgötter anrufen…

2008 schließlich macht ein gewichtiges Gerücht die Runde: Myles Kennedy soll Robert Plant bei Led Zeppelin ersetzen, als dieser nach der einmaligen Live-Reunion der Band 2007 lieber wieder sein eigenes Süppchen kochen will. Wow! Kennedy schweigt zu alledem, bis er 2009 dann doch ausplaudert, dass er tatsächlich mit Jimmy Page, John Paul Jones und Jason Bonham geprobt und gejammt habe. Jason, Sohn des legendären Originalschlagzeugers John Bonham, hatte ebenfalls in Rock Star mitgespielt, sich an den begnadeten Sänger erinnert und diesen Jimmy Page vorgeschlagen. Ob es Songs aus dieser kurzen Zusammenkunft gibt, bleibt jedoch bis heute schleierhaft. „Ich fühlte mich einfach unglaublich geschmeichelt, mit diesen Jungs im selben Raum zu stehen“, kommentiert Kennedy 2010 gegenüber Music Radar. „Alles, was ich über Rock gelernt habe, habe ich von Led Zeppelin. Nur in Jimmy Pages Nähe zu sein, war unglaublich.“

Myles Kennedy und Slash live 2015 – Pic: Harmony Gerber/WireImage/Getty/Images

Neuer Versuch mit Slash

Obwohl Myles der Guns N’ Roses-Legende Slash damals abgesagt hat, lässt dieser nicht locker – und „füttert“ den Alter-Bridge-Sänger mit einem einzigen Song langsam an. Auf dem einfach Slash betitelten Solodebüt des passionierten Zylinderträgers soll Myles einen einzigen Track singen, nämlich Starlight. Kurz vor Schluss der Aufnahmen rückt der Gitarrenheld aber mit einem weiteren Lied heraus, und auch auf dem in letzter Minute eingespielten Back From Cali beeindruckt Kennedy am Mikro. Die Zusammenarbeit läuft so gut, dass Slash ihn als Frontmann mit auf Tour nimmt und anschließend auch als Hauptsänger für seine nächsten Alben engagiert. So hören wir Myles auf Apocalyptic Love (2012), World On Fire (2014) und Living The Dream (2018). Slashs Liveband trägt sogar den Namen Myles Kennedy & The Conspirators.

Gleichzeitig läuft die Karriere von Alter Bridge ganz vorzüglich mit regelmäßigen Veröffentlichungen und Touren, so dass unser Mann quasi ständig unterwegs ist. Doch das scheint nicht zu reichen, denn 2018 erscheint noch sein erstes Soloalbum Year Of The Tiger, für das er auch Konzerte spielt

Hier hat also jemand all seine Rock’n’Roll-Träume erfüllen können. Wir schicken Myles Kennedy, der mit seiner Frau Selena in Spokane im Bundesstaat Washington lebt, laute Grüße zum Geburtstag!

Zeitsprung: Am 18.4.1974 rockt Mark Tremonti von Alter Bridge und Creed los.

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Popkultur

Eine Nacht im Bordell: Die lieblose Hochzeit von Ike und Tina Turner

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Ike & Tina Turner
Foto: Michael Ochs Archives/Getty Images

Die Ehe von Ike und Tina Turner war durch zahlreiche Tiefpunkte geprägt. Aggression, körperliche Gewalt, Betrug: Von süßem Eheleben kann wohl kaum die Rede sein. Doch wie kam es eigentlich zu der Hochzeit? Und was zur Hölle dachte sich Ike, als er Tina in der Hochzeitsnacht in ein Bordell schleppte?

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch einige der größten Hits von Ike & Tina Turner anhören:

Mit mehr als 100 Millionen verkauften Platten gehört Tina Turner zu den erfolgreichsten Künstlerinnen aller Zeiten. Ike Turner hat im Lauf seiner jahrzehntelangen Karriere keine 100 Millionen Platten verkauft. Stattdessen war er kokainsüchtig und hat Tina verprügelt. Dass die beiden unter diesen Umständen ein Paar waren, ist kaum zu glauben. Am 26. November 1962 gaben sich Ike und Tina sogar das Ja-Wort und heirateten. Es war der unschöne Beginn einer unschönen Ehe, die trotz aller Schwierigkeiten 14 Jahre andauerte. Doch wie kam es dazu? Wie sah der Hochzeitstag aus und wie gestaltete sich die Zeit als Ehepaar? Ein Rückblick.

Ike und Tina Turners Hochzeit: Tina hat Angst, nein zu sagen

Als sich Ike und Tina kennenlernen, ist Tina gerade einmal 17 Jahre alt. Sie sieht ihn 1956 bei einem Auftritt seiner Band Kings Of Rhythm, später tritt auch sie der Gruppe bei. Schon bald geht das Duo unter dem Namen Ike And Tina Turner Revue auf Tour. Tina steht mit ihren energiegeladenen Auftritten im Zentrum der Show. Ikes Aggression und seinen Jähzorn lernt sie zu jener Zeit bereits kennen. Dennoch entwickelt sich der sieben Jahre ältere Musiker zu einer Art Mentor für Tina und die beiden landen gemeinsam ihre ersten Hits. Als Ike ihr einen Antrag macht, weiß Tina, dass eine Hochzeit nicht die beste Idee wäre — doch sie hat Angst, nein zu sagen.

Für die Hochzeit reisen Ike und Tina ins damals schon schmucklose Tijuana hinter der US-amerikanisch-mexikanischen Grenze. In dem Ort, der zu jener Zeit vor allem für seine günstigen Bordelle und Express-Hochzeiten bekannt ist, unterschreiben Ike und Tina einen Wisch in einem schmuddligen Hinterzimmer und sind fortan verheiratet. Kein „Ja, ich will“, keine Glückwünsche. Nur ein Stück Papier. „Ich hatte damals nicht viel Hochzeitserfahrung“, gibt Tina im Interview mit der britischen Daily Mail zu Protokoll. „Doch ich wusste, dass Hochzeiten irgendwie emotional und glücklich sein sollten.“ Ike hat allerdings andere Pläne für den Abend — und schleppt Tina in ein Bordell.

Eine Hochzeitsnacht im Bordell

„Man kann sich nicht vorstellen, was er für ein Mensch war“, erzählt Tina im Interview. „Ein Mann, der seine Frau gleich nach der Vermählung zu einer pornografischen Live-Sex-Show mitnimmt. Ich habe dort gesessen, ihn aus dem Augenwinkel beobachtet und mich gefragt: ‚Findet er das wirklich gut? Wie kann er nur?’ Es war alles sehr hässlich. Der männliche Darsteller war unattraktiv und scheinbar impotent, und das Mädchen … Nun, sagen wir einfach, dass das Ganze eher gynäkologisch war, weniger erotisch. Ich habe mich elend gefühlt und war den Tränen nahe, aber es gab kein Entkommen. Wir sind nicht gegangen, bis Ike fertig war — und er hatte dort viel Spaß.“

Nach der Hochzeit redet sich Tina die Ehe schön. „Am nächsten Tag habe ich vor den Leuten geprahlt“, berichtet die Sängerin. „Ich habe gesagt: ‚Ratet mal, was passiert ist! Oh, Ike hat mich mit nach Tijuana genommen, wir haben gestern geheiratet!‘ Ich habe mir eingeredet, dass ich glücklich war, und für kurze Zeit war ich es auch. Für mich hatte der Gedanke, verheiratet zu sein, eine Bedeutung. Für Ike war es eine weitere Transaktion.“ Die Ehe des Paares ist von Ikes Gewaltausbrüchen und seiner Drogensucht überschattet. Ganze 14 Jahre geht es so, bevor Tina im Jahr 1976 die Scheidung einreicht. Seit 2013 ist sie mit Musikmanager Erwin Bach verheiratet und lebt in der Schweiz.

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Zeitsprung: Am 26.11.2016 droht die kanadische Polizei mit Nickelback.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 26.11.2016.

von Victoria Schaffrath und Christof Leim

Am 26. November 2016 rät die Polizeiwache im kanadischen Kensington ihrer Facebook-Gefolgschaft von Alkohol am Steuer ab. Lobenswert, immerhin stehen Weihnachtsmärkte und -feiern vor der Tür. Das eher ungewöhnliche Druckmittel Nickelback sorgt dabei allerdings für Lacher und Kritik.

Hört euch hier die besten Nickelback-Songs an: 

„Fröhliche Weihnacht“, denkt sich 2016 das Polizeipräsidium in Kensington auf Prince Edward Island und leistet sich dann einen ziemlichen Klops. Die für ihre Nettigkeit bekannten Kanadier bieten auf Facebook am 26. November einen besonders festlichen Service: In einem Post zeigen sie Möglichkeiten auf, Alkohol am Steuer zu vermeiden. Scheinbar keine einfache Aufgabe, locken doch Glühwein und andere edle Tropfen gerade vor Weihnachten mit ihrer wärmenden Wirkung. Einen kleinen Scherz kann sich der oder die Social-Media-Verantwortliche dabei nicht verkneifen.

Staatsdienst mit Augenzwinkern

Die Erinnerung an die Pflichten im Straßenverkehr beginnt noch harmlos. Mit Empfehlungen, im Vorfeld eine nüchterne Person für die Heimfahrt zu bestimmen oder doch schon vor Beginn der Veranstaltung Taxiunternehmen oder Übernachtungsmöglichkeiten in Erfahrung zu bringen, leistet die Polizei ihren Beitrag zur winterlichen Verkehrssicherheit.  

Aber das reicht womöglich nicht. Doch auch die Behörde scheint jedoch vernommen zu haben, dass eine gewisse landeseigene Band nicht überall den besten Ruf genießt. Die Nachricht, die sie als „Christmas Bonus Edition“ betiteln, geht also mit einer Drohung der besonderen Art einher: „Die Polizei von Kensington wird den Rest des Jahres nach denjenigen suchen, die dumm genug sind, zu trinken und danach zu fahren. Und wenn wir euch kriegen – und das werden wir – gibt es zuzüglich zu einem deftigen Bußgeld, einer Strafanzeige und einem einjährigen Führerscheinentzug noch ein zusätzliches Geschenk: Auf dem Weg ins Gefängnis beschallen wir euch mit Nickelback.“

Die meinen das ernst. Oder?

Wer jetzt noch daran zweifelt, ob da wirklich eine gesamte Polizeiwache Nickelback aufs Korn nimmt, sollte unbedingt den Rest des Posts lesen: „Wir finden: Wer töricht genug ist, nach einem Drink noch hinters Steuer zu steigen, für den sind Chad Kroeger und seine Jungs das passende Geschenk.“ Das dazugehörige Bild zeigt eine bisher ungeöffnete 

Ausgabe des Albums Silver Side Up aus dem Jahr 2001, die die Mannschaft großzügig für etwaige „Gäste“ öffnen möchte.

Lang gelöscht: Ein Screenshot des Originaltexts vom 26. November 2016.

Das locker formulierte Posting trifft online einen Nerv und erscheint als Meldung in weltweiten Medienformaten. Die eigentliche Nachricht, das Auto nach dem Genuss von Alkohol stehenzulassen, mutiert dabei in eine Debatte über Nickelback, die man auch in den Kommentaren fortführt. Die 1995 gegründete Band gehört zu denjenigen Gruppen, die die Öffentlichkeit heiß diskutiert, und nicht immer geht es um Musik.

Wasser auf die Internetmühlen

Auch die Kommentare zum polizeilichen Facebook-Post zeigen keine Einigung. „Schimpft doch nicht auf Nickelback! Nehmt lieber jemanden wie Justin Bieber“, schlägt jemand vor. (Bieber ist ebenfalls Kanadier.) Andere wiederum fragen sich, ob eine solche Bestrafung nicht gegen die Genfer Konvention für Menschenrechte verstoße. Die Meldung zieht so kontroverse Kreise, dass die Wache den Post schließlich löscht und eine öffentliche Entschuldigung einstellt.

Nickelback selbst dürfte der Zwischenfall nur am Rande interessieren: „Ich glaube, diese ganzen Meckerer und Kritiker wissen gar nicht, was sie uns für einen Gefallen tun. Ohne sie wären wir nur eine Allerweltsband“, teilt Kroeger schon 2014 lässig der Presse mit. Die Kanadier belegen laut Digital Music News Platz elf der meistverkauften Bands der Geschichte

 

Zeitsprung: Am 21.8.2015 „rickrollen“ die Foo Fighters gegen Homophobie.

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