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Popkultur

Maskenball: Die legendärsten Make-Ups im Rock‘n‘Roll

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Die berühmtesten Make-Up-Anhänger im Rock: KISS. Foto: Michael Ochs Archives/Getty Images

Von KISS über Mercyful Fate bis hin zu Ghost: Einige der größten und wichtigsten Bands der Rock- und Metal-Welt verbergen sich hinter einer elaborierten Maskerade. Vorhang auf für den Karneval der Kostümierten.

von Björn Springorum

Ghost

Eines der größten Musikphänomene in der jüngeren Rock-Geschichte stammt aus Schweden. Dort zog vor rund 15 Jahren ein äußerst diabolisches Unterfangen die Blicke auf sich: Gesichtslose Musiker, gehüllt in Kutten, angeführt von einem ketzerischen Kardinal mit Totenmaske – Ghost wurden innerhalb weniger Jahre vom Underground-Phänomen zum Major-Act, der die großen Hallen füllt und auf persönlichen Wunsch von Metallica mit der Band auftritt. Das Geheimnis ihres Erfolges ist natürlich einerseits die wunderbar eingängige, angenehm sinistre Rockmusik mit gewaltigem Hymnenpotential; andererseits die von Mastermind Tobias Forge erfundene Mythologie. Er gibt die regelmäßig sterbenden Galionsfiguren Papa Emeritus I-IV oder Cardinal Copia, kunstvoll geschminkte, diabolisch auftretende und dennoch umwerfend tanzende Kreaturen, die man so in der Rockmusik noch nicht gesehen hat. Mehr Musical als Rock. Aber unverschämt gut.

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Papa Emeritus III. Foto: Sebastian Reuter/Redferns/Getty Images

Misfits

Popkulturell verselbstständigt hat sich das Totenkopf-Logo der Misfits. Schon in den Siebzigern stand Glenn Danzig mit dem knöchernen Make-Up auf der Bühne, das heute zu den ikonischsten Logos in der Geschichte des Rock‘n‘Roll gehört und tausendfach kopiert wurde. Der Anbeginn einer Liaison aus Horror und Punk.

Lordi

Als Lordi 2006 völlig überraschend den Eurovision Song Contest mit ihrem Kracher Hard Rock Hallelujah gewannen, rieben sich auch gestandene Rock-Fans die Augen: Was zum Henker war da gerade passiert? Eine Band, gehüllt in grausige Horrormasken, die erstaunlich melodischen Metal spielt? Kann ja irgendwie nur aus Finnland kommen! Entworfen werden die elaborierten Masken und Kostüme übrigens von Frontmann Mr. Lordi himself (aka Tomi Petteri Putaansuu), seines Zeichens Kostümdesigner und Make-Up-Artist. Das trifft sich natürlich gut, ist aber trotzdem eine Menge Arbeit. Drei Stunden gehen vor jeder Show für die Vorbereitungen drauf, davon allein zweieinhalb Stunden für das Gesicht. Alles für das Narrativ: Bei Lordi hat jede Kreatur außerdem ihre eigene Origin Story, die natürlich ebenfalls vom Comic-Fan Mr. Lordi stammen.

Brauchen Stunden für ihr Make-Up: Lordi in Berlin. Foto: Frank Hoensch/Redferns/Getty Images

King Diamond

Ob bei Mercyful Fate oder solo als King Diamond: Der Däne Kim Bendix Petersen legte 1981 den Grundstein für das, was später auch vom Black Metal aufgegriffen werden sollte: Er schminkte sich diabolisch schwarzweiß, sparte nicht mit umgedrehten Kreuzen und rückte den Heavy Metal in eine dezidiert satanische Ecke. Alles nur Show, natürlich. Aber dafür so richtig.

Foto: Miikka Skaffari/FilmMagic/Getty Images

KISS

Die Gottkaiser des Make-Up sind und bleiben auf alle Zeit KISS. Nie zuvor in der Rockmusik verschmolzen Design und Musik so sehr zu einer Einheit als damals 1973, als KISS von New York City aus ihren Siegeszug antraten. Das Besondere: Die Mitglieder pinselten sich nicht einfach nur böse oder theatralisch an; sie entwarfen komplette Alter Egos für sich, hinter denen sie komplett verschwanden und fast schon anonym wurden. Paul Stanley wurde zum Starchild, Gene Simmons zum Demon, Ace Frehley zum Spaceman, Peter Criss zum Catman. Die Personas der Bandmitglieder erwiesen sich letztlich sogar als stärker als die Menschen dahinter: Nach Frehley wurde einfach Thommy Thayer der Spaceman, Eric Singer ersetzte Criss als Catman. Die Illusion, die Show waren bei KISS immer schon wichtiger als die Realität. Das bekam die Band 1983 zu spüren, als sie nach zehn Jahren hinter Schminke entschied, es sei Zeit für einen radikalen Wandel, das Make-Up musste weg. Funktionierte allerdings nur so mittelgut, seit 1996 ist die Maskerade wieder unverzichtbarer Teil der Band. Und sogar durch ein Patent geschützt.

Gwar

Die Mutter aller Bühnenmonster sind trotzdem nicht KISS, sondern Gwar. Natürlich durchaus beeinflusst von der Pionierarbeit der hottest band in the world, trieb die 1984 gegründete Band die Maskerade auf die Spitze und lud zu einem ebenso lustvollen wie geschmacklosen Bankett der Abscheulichkeiten. So grotesk, abscheulich und eklig das alles wirkt: Hinter den Kostümen und dem makabren Make-Up steckt eine elaborierte Science-Fiction-Story, in der die Bandmitglieder in die Rolle von interplanetaren Barbaren schlüpfen. Bei ihren Shows gelten die ersten Reihen bis heute als Risikogebiet. Wer da steht, kommt nicht heil aus der Nummer raus, ohne in literweise Kunstblut, Kunsturin und Kunstsperma zu baden.

Foto: Noam Galai/Getty Images

Corpsepaint

Weniger einer bestimmten Band als der Stilistik eines Genres zuzurechnen, ist das sogenannte Corpsepaint. Diese Leichenbemalung fand über Bands wie KISS oder Mercyful Fate ihren Weg in den Black Metal, wo das Make-Up dazu dienen soll, den unmenschlichen Effekt der Musik zu unterstreichen. Ähnlich wie bei KISS, gibt es mit Bands wie Immortal auch in diesen Genre Vertreter, die ihren ikonischen Make-Up-Stil nie geändert haben.

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Warum Kiss das Make-up wieder anlegen mussten

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