------------

Popkultur

Wüstenstaub für die Welt: 10 essenzielle Songs der Queens of The Stone Age

Published on

Die Queens Of The Stone Age haben sich über die Jahre ihre ganz eigene Nische geschaffen, in der sie gut sichtbar und im Prinzip konkurrenzlos agieren und sich austoben können. Das liegt zum einen an einem flexiblen Cast aus hochdekorierten Musikern, zum anderen am Können von Bandkopf Josh Homme. Die QOTSA-Saga begann natürlich nicht im luftleeren Raum, sondern im Wüstenstaub von Kalifornien.

von Michael Döringer

Nach dem Ende der Stoner-Rock-Legenden Kyuss formt Josh Homme mit anderen Mitgliedern der Band Ende der 1990er-Jahre die Queens Of The Stone Age und entwickelt den berühmten Kyuss-Sound (heruntergestimmte Gitarren an Bassverstärkern!) weiter. Diese Tradition zieht sich auch noch durch neuere Alben wie Villians und …Like Clockwork. Wir haben (fast) alle bisherigen QOTSA-Platten abgeklopft und unsere Favoriten ausgewählt – manche offensichtlich, manche eher eigenwillig.

Podcast - Stories, Rock & Popkultur
ADVERTISEMENT
Podcast - Stories, Rock & Popkultur
ADVERTISEMENT
Podcast - Stories, Rock & Popkultur
ADVERTISEMENT

 1. Regular John

Heavy und heruntergestrippt zugleich: Der Opener des Debütalbums Queens Of The Stone Age (1998) steht exemplarisch für die Evolution von Kyuss zu QOTSA und gab einen guten Vorgeschmack darauf, wo die Reise später noch hingehen sollte. Josh Homme selbst sagte vor einigen Jahren in einem Interview, dass Regular John für ihn einer der besten Songs ist, die er je geschrieben hat. Der wilde Drive der Drums, der roboterhaft treibende Rhythmus und die brummenden Gitarrenriffs wurden unverwechselbare Stilelemente dieser Band.

2. If Only

Unter dem Titel If Only Everything erschien bereits eine Rohfassung dieser Nummer auf dem ersten Release der Queens, einer Split-EP mit Kyuss im Jahr 1997, und zuvor schon auf der Debüt-EP der ersten Inkarnation von QOTSA namens Gamma Ray. If Only kommt mit fetterer, ausgewogener Produktion. Es stellt Hommes geschmeidige Vocals und das herrliche Riff in den Vordergrund, das unüberhörbar eine Hommage an I Wanna Be Your Dog von den Stooges ist. Dass Josh zuletzt ein Album mit Iggy Pop aufgenommen hat, war also alles andere als Zufall. Die verschiedenen Veröffentlichungen von If Only zeigen, wie wichtig dieser Song für den Werdegang der Band war.

3. The Lost Art Of Keeping A Secret

Mit ihrem zweiten Album Rated R (2000) und dem Klassiker The Lost Art Of Keeping A Secret konnten QOTSA ihren ersten nennenswerten Single-Erfolg in Übersee verbuchen – in Großbritannien stieg der Song bis auf Platz 31. Der große Ruhm sollte zwar erst später kommen, aber die Nummer offenbart bereits das Erfolgsrezept der kommenden Jahre: Pop-Songwriting und grobe Kante. Dazu düstere Verführung und einladende Melodien, süß und sauer und perfekter Balance.

4. Quick And To The Pointless

Feel Good Hit Of The Summer, den anderen Klassiker von Rated R, haben wir alle oft genug gehört, oder? Quick And To The Pointless steht dem Hit mit seiner hysterischen Coolness in nichts nach. Die Songidee stammte von Bassist Nick Oliveri, der auch die Vocals übernahm. Laut Josh Homme war die Aufnahme dieser wahnsinnigen 1:48 Minuten eine ganz besondere Erfahrung: Auf der Platte befindet sich tatsächlich der erste Take, man spielte sich wie im Rausch in eine andere Sphäre. „Wegen solcher Momente machen wir den ganzen Scheiß“, so Homme.

5. You Think I Ain’t Worth A Dollar, But I Feel Like A Millionaire

Talking about Nick Oliveri: Auch auf dem apokalyptischen Opener von Songs For The Deaf sang der mittlerweile ausgebootete Bassist, und er machte seine Sache wieder extrem gut. Nach einem Faux-Radio-Intro, in dessen Stil es zahlreiche Interludes auf dem Album gibt und die Platte formal zusammenhält, donnern die Queens los. Und Oliveri schreit sich die Seele aus dem Leib – eine kaltschnäuzige Kampfansage an alle, die QOTSA womöglich den Flirt mit dem Mainstream vorgeworfen haben, und paradoxerweise die geniale Überleitung zu ihrem gleich daran anschließenden großen Hit, der ihnen zum Durchbruch verhalf.

6. No One Knows

Songs For The Deaf (2002) ist, da legen wir uns zu 100 Prozent fest, das große QOTSA-Meisterwerk. Bei allem Respekt vor allen neueren Platten und Josh Hommes ungebrochener kreativer Energie, aber besser wird’s einfach nicht mehr. Das lag nicht nur an der Traumbesetzung mit Nick Oliveri, Dave Grohl und Mark Lanegan, sondern auch an all den großartigen Songs und der Atmosphäre, die sich durch dieses Album zieht. Mark Lanegan – eine Legende für sich und einst Kopf der Grunge-Ikonen Screaming Trees, bei denen auch Homme kurz spielte – schrieb an No One Knows mit, dem Song, der die Band auch beim Casual-MTV-Publikum bekannt machte und immer noch knallt.

7. Do It Again

Songs For The Deaf ist so großartig, dass wir hier natürlich noch eine Zugabe daraus spielen. Nicht Go With The Flow, die andere Single des Albums, die wir natürlich auch inbrünstig lieben. Sondern Do It Again, weil es den Sound dieser Phase so gut auf den Punkt bringt. Das Tempo auch mal langsam und variable, die Produktion gleichwertig fokussiert auf Rhythmussektion, die Gitarrenwand und Gesang. Homme zieht seine traumhaft theatralische und einnehmende Show ab, im Hintergrund rumort es und die Kollegen shouten, als wollten sie ihn anfeuern: Spiels noch mal!

8. Little Sister

Hier hätte auch Burn The Witch stehen können, eines der anderen Highlights von Lullabies To Paralyze (2005). Es ist aber die Single Little Sister geworden, die manche vielleicht für zu gewöhnlich und massenfreundlich halten, aber eine Sache unterstreicht: No One Knows und Go With The Flow waren keine Glücksgriffe. Poppiges Songwriting, das Anklang bei der breiten Masse findet, und gleichzeitig auf den klassischen Wüstenrock aufbaut, ist eine Spezialität von Josh Homme. Der Mann weiß, wie er die Balance halten kann, ohne sich zu verbiegen und zu verkaufen.

9. Make It Wit Chu

Nur zwei Jahre vergingen bis zur Era Vulgaris (2007), und doch fühlte sich die Platte nach dem Erfolg der beiden Vorgänger wie ein Comeback an. Das lag vor allem an einem anderen Sound, der einerseits deutlich auf rockiges Melodrama verzichtete und andere Akzente setzte, andererseits Einflüsse von Hommes anderer Band Eagles Of Death Metal offenbarte. Der unbestrittene Hit der Platte, Make It Wit Chu, ist allerdings ein Griff ins Archiv: Die Nummer wurde ursprünglich mit Backing-Vocals von PJ Harvey auf Desert Sessions Vol. 9 (1998) veröffentlicht und nun neu aufpoliert. Beflügelt von einer neuen Flamme, einer gewissen Brody Dalle, wurde der Song für Homme plötzlich wieder ein Thema.

10. I Sat By The Ocean

2017 erschien das bis dato letzte QOTSA-Album Villains. Eine gute Platte, aber um ehrlich zu sein muss sich noch zeigen, ob einer der Songs darauf würdig für eine ewige Top-Ten ist. Den Vorgänger …Like Clockwork (2013) haben wir schon gut genug verdaut, um sagen zu können: I Sat By The Ocean ist in Sachen Songwriting ein Kandidat, der mit den großen Nummern mithalten kann. Spannend konstruiert, subtil aufgenommen und mit einer prägnanten Melodie im Zentrum – so wollen wir sie in Erinnerung behalten, bis vielleicht irgendwann das große Post-Stoner-Revival und eine Art Songs For The Deaf Vol. 2 ansteht.

Queens Of The Stone Age legen Erfolgsalben der Interscope-Phase neu auf

Podcast - Stories, Rock & Popkultur
ADVERTISEMENT
Podcast - Stories, Rock & Popkultur
ADVERTISEMENT
Podcast - Stories, Rock & Popkultur
ADVERTISEMENT

Popkultur

Zeitsprung: Am 25.5.1982 spielen Metallica in einer Schule.

Published on

Metallica High School

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 25.5.1982."

von Christof Leim

Am Anfang einer Weltkarriere muss man die Gigs nehmen, die man kriegen kann. Alle Dorfmetaller, Rockstar-Azubis und hoffnungsvollen Nachwuchs-Headbanger unter uns kennen das. Den Thrash-Giganten Metallica ging das 1982 nicht anders…

Podcast - Stories, Rock & Popkultur
ADVERTISEMENT
Podcast - Stories, Rock & Popkultur
ADVERTISEMENT
Podcast - Stories, Rock & Popkultur
ADVERTISEMENT

Hört hier das Metallica-Debüt Kill ‘Em All:


Eigentlich läuft es bei Metallica ziemlich schnell: Im Oktober 1981 geht’s los, Lars Ulrich und James Hetfield treffen sich. Am 14. März 1982 spielen sie schon ihre erste Show in einem Laden namens Radio City in Anaheim; da sind bereits 200 Leute am Start. Knapp zwei Wochen später dürfen sie als komplett unbekannte Krachkapelle sogar zwei Konzerte für die NWoBHM-Legenden Saxon im legendären Whisky-A-Go-Go in Hollywood eröffnen.



Doch noch müssen die Stadien, Arenen und Enormodomes noch ein bisschen warten: Ihr fünftes Konzert passiert in der Cafeteria(!) der Back Bay High School im kalifornischen Costa Mesa, der Schule von Trommler Lars Ulrich. Man darf sich fragen, wie unsere Helden auf die Idee gekommen, denn gut läuft das nicht: Zum einen geschieht der Auftritt tagsüber, um 11:15 Uhr während der Mittagspause der Schüler. Zum anderen rocken Ulrich, Frontmann James Hetfield, Leadgitarrist Dave Mustaine und Bassist Ron McGovney in der Kulisse eines Schultheaterstücks, das im Inneren eines Hauses spielt: “Ich stand bei der Eingangstür”, twittert McGovney später, “James und Lars im Wohnzimmer, und Dave in der Küche!”



Lars notiert damals in seinem Metallica-Tagebuch, dass von anfänglich 200 Zuschauern nur 40 übrig bleiben. “Den Tag kann man komplett vergessen”, urteilt er weiter. “Scheiße gespielt, scheiße angekommen, scheiße geklungen. Wirklich fürchterlich.”




Das klingt alles nicht gut, zumal „Schulcafeteria“ mehr nach Diktat, Pausenbrot und Doppelstunde Mathe klingt als nach Sex, Drogen und Rock’n’Roll. Aber immerhin stehen schon fünf zukünftige Metalliklassiker auf der Setlist: Hit The Lights, Jump In The Fire, Metal Militia, The Mechanix (das zukünftige The Four Horsemen) und als Livepremiere Motorbreath. (Bei der ersten Show hatte es erst zwei eigene Stücke gegeben; die Jungs waren damals also echt schnell.)

Poster für das Schulkonzert, ausgestellt im Metalli-Museum während der Europatour 2017 – Pic: Christof Leim

Daneben spielen unsere junge Helden ausgesuchte NWoBHM-Cover, die 1982 in Kalifornien nur eingeweihte Headbanger kennen: Blitzkrieg von Blitzkrieg, Killing Time von Sweet Savage, Let It Loose von Savage und zwei Nummern von Lars’ Lieblingen Diamond Head: The Prince und Am I Evil?. (Nachlesen könnt ihr die Setlist hochoffiziell auf der Metallica-Homepage.)

Eine besondere Bedeutung kommt diesem Gig jedoch wegen eines anderen Details zu: Ihre ersten Gigs hatten Metallica mit nur einem Gitarristen (Mustaine) bestritten, während Hetfield lediglich gesungen hat. Bei vierten Gig am am 23. April in Costa Mesa übernimmt einmalig ein Herr namens Brad Parker die zweite Gitarre, doch das funktioniert so gar nicht. Auf der Back Bay High School an diesem 25. Mai 1982 spielt Hetfield dann zum ersten Mal auf der Bühne ebenfalls Gitarre – und einer der erfolgreichsten Metal-Frontmänner ist in seinem Element angekommen.

Danach geht es weiter Schlag auf Schlag: Ron McGovney wird durch Cliff Burton ersetzt, die Band zieht nach San Francisco, nimmt eine Reihe an Demos auf, die den weltweiten Tapetrading-Untergrund aufmischen, darunter das so genannte Megaforce Demo, das ihnen den Plattenvertrag beschert. Ein gutes Jahr nach dem Auftritt in der Schule erscheint schon Kill ‘Em All

Zeitsprung: Am 8.12.2013 spielen Metallica in der Antarktis.

Podcast - Stories, Rock & Popkultur
ADVERTISEMENT
Podcast - Stories, Rock & Popkultur
ADVERTISEMENT
Podcast - Stories, Rock & Popkultur
ADVERTISEMENT
Continue Reading

Popkultur

Zum Start der Open-Air-Saison: Die 10 ikonischsten Festivalauftritte aller Zeiten

Published on

FREDDIE MERCURY
Titelfoto: Steve Rapport/Getty Images

David Bowie um fünf Uhr morgens, Kurt Cobain im Rollstuhl, Bob Dylan elektrisch: Diese zehn Festivalgigs haben Musikgeschichte geschrieben. Und stimmen ein auf die erste Freiluftsaison seit 2019.

von Björn Springorum

1. Bob Dylan – Newport Folk Festival, 1965

„Judas!“ Viel mehr muss man zu Dylans berüchtigtem Auftritt beim Newport Folk Festival 1965 nicht sagen. Er wagt es doch tatsächlich, eine elektrische Gitarre zu spielen. Skandal, Zeter und Mordio! Unnötig zu erwähnen, dass sein Auftritt brillant und seine Attitüde schon damals bewundernswert renitent ist.

Podcast - Stories, Rock & Popkultur
ADVERTISEMENT
Podcast - Stories, Rock & Popkultur
ADVERTISEMENT
Podcast - Stories, Rock & Popkultur
ADVERTISEMENT

2. Jimi Hendrix – Monterey, 1967

Alles beginnt 1967 in Monterey. Es ist eines der ersten Rock-Festivals überhaupt (schlanke zwei Jahre vor Woodstock), es ist das erste große Konzert der Jimi Hendrix Experience in den USA und es ist das Epizentrum des Summer of Love. Am 18. Juni 1967 will das 24-jährige Wunderkind Hendrix, diese Mischung aus Feuerpriester, Sexgott und Jahrtausendkünstler, beweisen, ws in ihm steckt – und zündet während des Gigs einfach mal seine Gitarre an . Seine Anbetung der Flammen sieht nicht nur verdammt eindrucksvoll aus, sie hat auch einen PR-Zweck: Clever übertrumpft er damit The Who, die anschließend spielen und zum Finale natürlich wieder ihre Gitarre zerdeppern.

3. The Who – Woodstock, 1969

Müßig eigentlich, eine einzelne Performance aus diesem schlammigen, lysergischen, chaotischen Fieberwahn herauszulösen. Weil man aber so gut wie immer Hendrix und seinen verzerrten Abgesang auf die Nationalhymne heranzieht, entscheiden wir uns heute mal für The Who, die am Morgen des 17. August 1969 um halb sechs auf die Bühne gehen. Egal, Zeit und Raum waren da längst abgeschafft. Die wilde, sehr körperliche, laute und aggressive Show von The Who resultiert aus der schlechten Stimmung der Band. Die bekommt Aktivist Abbie Hoffman zu spüren, der sich erst Pete Townshends Mikro schnappt und dann von Townsheds Gitarre von der Bühne geprügelt wird. Randnotiz: Für ein Festival des Friedens gab es für die Nummer unpassend viel Applaus. Als The Who von der Bühne gehen, lassen sie eine zerstörte Gitarre und dröhnendes Bass-Feedback zurück. The Who – immer schon wilder und gefährlicher als alle anderen.

4. Led Zeppelin – Bath, 1970

Am Sonntag, den 28. Juni 1970, machen Led Zeppelin der Rock’n’Roll-Welt klar, dass es keine Grenzen für sie gibt. In nur zwölf Monaten wurden sie von einer moderat bekannten Rockband zu Göttern. 150.000 Menschen kamen in die englische Küstenstadt, überwiegend wegen Led Zep. Die nutzen ihre Headliner-Position für ein langes Set, mit dem sie ihrer Heimat ihren Superstar-Status mal gehörig unter die Nase reiben wollen. Und das mit Gusto, Bravado und Grandezza tun.

5. David Bowie – Glastonbury, 1971

Manchmal lohnt es sich, sehr lang wach zu bleiben. Oder sehr früh aufzustehen. Bei David Bowies Glastonbury-Stunt 1971 waren das gerade mal 12.000 Menschen. Die aber kommen am 23. Juni 1971 um fünf Uhr morgens in den Genuss eines einzigartigen Akustik-Sets, bei dem Bowie nach dem Erfolg von Space Oddity seine Wandlungsfähigkeit mal so richtig aufblitzen lässt und Songs wie Oh! You Pretty Things in Unplugged-Versionen spielt.

6. Queen – Live Aid, 1985

Man kann darüber streiten, ob U2s improvisierter Auftritt oder Queens straffes, ökonomisches Medley der eigentliche Höhepunkt des megalomanischen Benefiz-Spektakels Live Aid ist. Fakt ist: Queens 20 Minuten haben die größere Signalwirkung. Die Band hat sich wieder zusammengerauft, Mercurys Stimme überstrahlt alles und Bohemian Rhapsody ist einer dieser Musikmomente für die Ewigkeit.

7. Nirvana – Reading, 1992

1992 werden Nirvana von der Wirklichkeit eingeholt. Der Grunge-Traum wird zum Albtraum, eine aus Rebellion und Antithese gestartete Bewegung wird vom Mainstream ausgeschlachtet – Boulevardpresse inklusive, die Kurt Cobain 1992 als abgehalfterten Junkie darstellen. Cobain reagiert mit gewohnt zynischem Gespür für eine Situation und lässt sich in einem Rollstuhl auf die Bühne schieben. Die Show danach geht in die Annalen ein – anarchisch, kraftvoll, versengend.

8. Manic Street Preachers – Reading, 1994

1994 treten die Manic Street Preachers ohne ihren Gitarristen Richey Edwards auf. Der befindet sich nach einem Selbstmordversuch damals im Krankenhaus, die Band zieht eine der größten Shows ihrer Karriere als Trio durch und legt sich mächtig ins Zeug. Es ist nur der Anfang der Tragödie rund um Edwards: Am 1. Februar 1995, einen Tag vor ihrer USA-Tournee, verschwindet er spurlos. Mehrfach wollen ihn Menschen gesehen haben – auf Goa, Fuerteventura. Doch er taucht nie wieder auf und wird 2008 offiziell für tot erklärt. Wenige Monate zuvor stehen die Manic Street Preachers wieder in Reading auf der Bühne – und widmen ihm ihr Set.

9. Oasis – Glastonbury, 1994

Ihr Triumph von 1994 zeigt, wie schön es gewesen wäre, wenn Oasis ihre Egos im Griff gehabt hätten. Ihre bis dato größte Show ist das Ereignis, das sie zu überlebensgroßen Rockstars macht – mit allen Konsequenzen. Es ist aber auch die Show, die zeigt, wie es dazu kommen konnte: Die Band ist nicht gut, sondern genial, alles passt, hier wird spürbar Geschichte geschrieben.

10. Amy Winehouse – Glastonbury, 2004

Im verregneten Sommer 2004 ist Amy Winehouse noch einen Quantensprung von dem zerstörerischen Ruhm entfernt, der sich ab Back To Black aus der Spur bringen und letztendlich vernichten wird Ein halbes Jahr zuvor war ihr Debüt Frank erschienen, ein vielbeachtetes Werk zwischen Soul, Pop und Jazz, das bei ihrem Glastonbury-Debüt 2004 schon viele Freunde hatte. Die standen im Matsch und sahen eine junge, fröhliche, zufriedene Amy Winehouse, die sang als gäbe es nichts natürlicheres auf der Welt. Das tat sie drei Jahre später auch noch. Nur die Fröhlichkeit, die war dann schon verschwunden.

Du willst nichts mehr in der Rockwelt verpassen? Melde dich hier für unseren Newsletter an und werde regelmäßig von uns über die wichtigsten Neuigkeiten, die spannendsten Geschichten sowie die besten Veröffentlichungen und Aktionen informiert!

Zeitsprung: Am 18.8.1969 beendet Jimi Hendrix das legendäre Woodstock Festival.

Podcast - Stories, Rock & Popkultur
ADVERTISEMENT
Podcast - Stories, Rock & Popkultur
ADVERTISEMENT
Podcast - Stories, Rock & Popkultur
ADVERTISEMENT
Continue Reading

Popkultur

Der Boss kommt: Bruce Springsteen spielt drei Deutschlandkonzerte!

Published on

Bruce Springsteen
Foto: Jamie Squire/Getty Images

2023 wird ein guter Sommer: Bruce Springsteen & The E Street Band kommen nächstes Jahr im Juni und Juli für drei Open-Air-Shows nach Deutschland. Freuen können sich Düsseldorf, Hamburg und München.

von Björn Springorum

Es sind die ersten Live-Dates von Bruce Springsteen und seiner E Street Band seit Abschluss der „The River“-Tour von 2016, mit der er in München und Berlin Halt machte: Für den Sommer 2023 haben der Boss und seine Kollegen jetzt eine endlich mal wieder eine ordentliche Europatour angekündigt. Und zu feiern gibt es viel: Seit ihrer letzte Reise durch die Alte Welt sind mit Western Stars und Letter To You bereits zwei neue, ganz hervorragende Springsteen-Platten erschienen.

Podcast - Stories, Rock & Popkultur
ADVERTISEMENT
Podcast - Stories, Rock & Popkultur
ADVERTISEMENT
Podcast - Stories, Rock & Popkultur
ADVERTISEMENT

 

„Ich kann es kaum erwarten, die Bühne mit der legendären E Street Band zu teilen“

Hier die genauen Daten für Deutschland:

21.06.2023 Düsseldorf, Merkur Spiel Arena

15.07.2023 Hamburg, Volksparkstadion

23.07.2023 München, Olympiastadion

Im deutschsprachigen Ausland kommen zudem Zürich (13. Juni) und wien (18. Juli) in den Genuss einer Audienz beim Boss. Der Vorverkauf für alle Shows startet am 3. Juni 2022, um zehn Uhr morgens. Springsteen selbst kommentiert diese frohe Kunde wie folgt: „Nach sechs Jahren freue ich mich, endlich wieder unseren großartigen und loyalen Fans zu begegnen. Ich kann es kaum erwarten, die Bühne mit der legendären E Street Band zu teilen. Wir sehen euch da draußen im nächsten Sommer und darüber hinaus!“

Die aktuell E-Street-Band-Besetzung liest sich derzeit wie folgt: Roy Bittan (Piano, Synthesizer) Nils Lofgren (Gitarre), Patti Scialfa (Gitarre, Gesang), Garry Tallent (Bass), Stevie Van Zandt (Gítarre, Gesang), Max Weinberg (Drums), Soozie Tyrell (Violine, Gitarre, Gesang), Jake Clemons (Saxophon) und Charlie Giordano (Keyboards).

Allgemeiner Vorverkaufsstart:

Fr., 03.06.2022, 10:00 Uhr

www.livenation.de/artist-bruce-springsteen-and-the-e-street-band-1975

www.ticketmaster.de

Du willst nichts mehr in der Rockwelt verpassen? Melde dich hier für unseren Newsletter an und werde regelmäßig von uns über die wichtigsten Neuigkeiten, die spannendsten Geschichten sowie die besten Veröffentlichungen und Aktionen informiert!

Zeitsprung: Am 3.5.1984 erscheint „Dancing In The Dark“ von Bruce Springsteen.

Podcast - Stories, Rock & Popkultur
ADVERTISEMENT
Podcast - Stories, Rock & Popkultur
ADVERTISEMENT
Podcast - Stories, Rock & Popkultur
ADVERTISEMENT
Continue Reading

Latest Music News

Top Stories

Don't Miss