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Popkultur

Betrunken im Interview mit David Bowie und 5 weitere Robert-Smith-Momente

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Foto: Brian Rasic/WireImage/Getty Images

Robert Smith hasst Morrissey, Queen und Def Leppard, hält nichts von der britischen Monarchie und ist der einzige, der uns vor Barbra Streisand retten kann: Das sind sechs äußerst unterhaltsame Robert-Smith-Momente, die seiner grandiosen Musik an sich nichts zu tun haben.

von Markus Brandstetter

Er ist nicht nur einer der großen Songschreiber und Melancholiker der Rockgeschichte, sondern auch für seinen trockenen Humor und seine Schlagfertigkeit bekannt. Auch abseits seiner seit 43 Jahre anhaltenden Karriere mit The Cure beschenkte uns Robert Smith mit vielen witzigen Momenten, sarkastischen Zitaten oder lustigen Antipathie-Bekundungen. Und ganz nebenbei hatte Smith auch einen Auftritt als weltrettender Cartoon-Held.


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Er würde sich eher „die Hände abschneiden“ als von der Queen geehrt zu werden.

2019 machte Smith in einem Interview mit Telerama.fr seinem Ärger über die Monarchie Luft – und ätzte über Musikerkollegen, die sich von der Queen zum Ritter schlagen lassen. „Wie jede Art von Erbprivilegien ist das einfach falsch. Es ist nicht nur antidemokratisch, es ist einfach von Natur aus falsch“, erklärte er. „Was mich aufregt ist, dass manche Leute, die ich mal bewundert habe, eine Belohnung von der Royal Familie angeboten bekommen, von der Erbmonarchie, und und es auch noch annehmen und Lord oder Sir werden.“

Dann thematisierte Smith, wie er selbst auf das Angebot eines Ritterschlags reagieren würde: „Ich würde mir eher meine eigenen Hände abschneiden. Wie können die es wagen, auf die Idee zu kommen, dass die mir eine Ehrung geben können? Ich bin viel besser als die. Die haben noch nie irgendwas gemacht. Sie sind verdammte Idioten.“

Er kam betrunken zu einem Interview mit David Bowie

1995 arrangierte der Radiosender Xfm ein Gespräch zwischen Smith und David Bowie, zu dem Smith ziemlich betrunken erschien. Smith zeigte sich ziemlich redselig – und war auch offensichtlich nicht unbedingt charmant zu Bowie: „Ich glaube, mein Eröffnungsschachzug war: ‘Wir können uns beide darauf einigen, dass du seit 1982 nichts mehr Gutes gemacht hast’“, erinnerte er sich 2018 im Gespräch mit Irish Times.

Seine unfassbare trockene Antwort auf eine überschwängliche Reporterin wurde zum viralen Hit.

2019 war es endlich soweit: The Cure wurden in die Rock’n’Roll Hall Of Fame aufgenommen – ironischerweise gemeinsam mit Def Leppard. Auf dem roten Teppich gab die Band der US-amerikanischen Moderatorin Carrie Keagan ein Interview, bei dem Smith alle Register seines trockenen Humors zog.

Ziemlich überschwänglich gratulierte Keagan der Band zur Aufnahme in die Hall of Fame – und fragte: „Seid ihr auch so aufgeregt wie ich?“. Smith antwortete völlig unbeeindruckt: „By the sound of it no” (Allem Anschein nach nicht). Es wurde nicht besser mit Smiths Enthusiasmus: „Gibt es etwas besonderes an heute Nacht, habt ihr an so etwas jemals gedacht oder das gewollt?”, wollte Keagan wissen. Der Musiker versuchte ein Lachen zu unterdrücken und setzte an: „Das ist jetzt der Zeitpunkt, wo mir ein Teil meines Gehirns sagen will: ‘Komm schon, sag jetzt das Richtige“. Das Video vom Interview wurde zum Viral-Hit.

Er rettete South Park vor Barbra Streisand

Die Macher der Serie South Park mögen einen US-Promi gar nicht: Barbra Streisand. Die Sängerin war sogar so verhasst, dass sie in der letzten Folge der ersten Staffel („Mecha-Streisand”) zum riesengroßen mechanischen Dinosaurier mutiert. Nur einer kann die Lage retten: Robert Smith, der sich für einen Gastauftritt die Ehre gab. „Robert Smith ist die großartigste Person, die je gelebt hat“, schwärmt Seriencharakter Stan. Smith rettet die Lage, in dem er sich in eine Riesenmotte verwandelt und Mecha-Streisand besiegt. „Auf Wiedersehen, Robert Smith. Danke für deine Hilfe“, bedankt sich Cartman – und Kyle legt nach: „Disintegration ist das beste Album aller Zeiten”. „Das war mein glücklichster Moment”, schwärmte Smith von der Disintegration-Referenz.

Er hasst Morrissey

Robert Smith hasst Morrissey. Und zwar so sehr, dass der vegetarisch lebende Smith aus purer Antipathie gegenüber dem umstrittenen Sänger seinen Speiseplan umstellen würde. „Wenn Morrissey sagt, wir sollen kein Fleisch essen, dann werde ich Fleisch essen. So sehr hasse ich Morrissey“, erklärte Smith 1989 gegenüber dem NME. Zuvor war es allerdings der ehemalige The-Smiths-Frontmann gewesen, der über The Cure lästerte, sie als „whingebags“ (Heulsusen) bezeichnete und meinte, die Band würde dem Wort „Scheiße“ eine ganz neue Bedeutung verleihen. Vor kurzem zeigte sich Morrissey über seine Aussagen nahezu reumütig – ob die beiden jedoch irgendwann nochmal Freunde werden, bleibt zu bezweifeln.

Und auch über andere Bands hat er nicht immer nur Gutes zu sagen

1992 veröffentlichten The Cure ihren Longplayer Wish und erreichten damit auf Anhieb Platz 2 der US-amerikanischen Albumcharts. Nur einer Band mussten sich die Briten geschlagen geben – den US-amerikanischen Rockern von Def Leppard.  „Ich wollte, dass das Album in Amerika auf die Nummer Eins geht. Ich hasse Def Leppard“, erklärte Smith in einem Interview zu jener Zeit. „Ich habe sie auch schon vorher gehasst, aber jetzt hasse ich sie noch mehr”.

Zu den weiteren Bands, die Robert Smith nicht mag, gehören übrigens Queen ( „Ich kann ehrlich sagen, dass ich sie immer gehasst habe und alles was sie je gemacht haben”) und The Darkness, die er im Gespräch mit dem US-amerikanischen Rolling Stone als „Comedyband“ bezeichnete.

Zeitsprung: Am 21.4.1959 kommt Robert Smith von The Cure zur Welt.

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