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Popkultur

Saturday Night Fever: Wie The Bee Gees die Tanzflächen der Welt erobern

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Als Maurice Gibb am 12. Januar 2003 überraschend im Alter von 53 Jahren starb, bedeutete dies nicht nur den Tod eines großen Musikers. Sondern auch das Ende der weltberühmten Band The Bee Gees, die er zusammen mit seinen Brüdern im zarten Altern von neun Jahren gegründet hatte. Den Jüngeren unter uns sind The Bee Gees vielleicht noch als immer wieder gespielte Radio-Dauerbrenner oder Wetten, dass…?-Dauergäste in Erinnerung. Dass sie jedoch eine weitaus spannendere Rolle in der Geschichte der Popmusik eingenommen haben und mit Sicherheit als eine der größten Vocal Bands der Welt bezeichnet werden können, ist eine spannende Geschichte, die wir an 5 ihrer wichtigsten Songs nachgezeichnet haben:


Hört euch hier die größten Hits der Bee Gees an und lies weiter:

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Three Kisses of Love (1963)

Der Song Three Kisses of Love war die erste Single der kleinen „Brothers Gibb“, die auf der irischen Isle of Man geboren wurden (Barry der große Bruder, Robin und Maurice die jüngeren Zwillinge). Man könnte sagen, dass ihnen ihre Zukunft als Weltstars in die Wiegen gelegt wurde, waren sie doch schon früh vollends davon überzeugt, dass sie mit ihrer gemeinsamen Musik einmal das große Geld – pardon, natürlich vielmehr Millionen Fans glücklich machen würden. Damals hatte der neue Skiffle Sound von Lonnie Donegan es ihnen besonders angetan, der ruppige Vorläufer des British Beat, dem auch The Beatles oder The Rolling Stones folgten. Three Kisses of Love (die Dreikäsehoch waren wohl etwas frühreif) kam allerdings nicht in Großbritannien, sondern in Australien auf den Markt, wohin die Familie früh ausgewandert war. Großer Erfolg ließ nicht lange auf sich warten und sie machten sich Down Under einen Namen als Teenie-Band mit dem beatigen Spicks and Specks (obwohl der Song wohl vom schmerzhaften Abschied aus der britischen Heimat handelt).



New York Mining Desaster 1941 (1967)

Die Heimat rief, ein Schiff zurück nach England wurde bestiegen und der lang erwartete Plattenvertrag unterschrieben. In Australien wurden die Bee Gees zwar bereits gefeiert, die kühlen Briten mussten allerdings noch überzeugt werden. Aber auch hier lief alles wie am Schnürchen und das recht schmachtige New York Mining Desaster 1941 tat seine Wirkung: Weltweiter Millionenerfolg, top hole! Sie wurden zu einer der begehrtesten Boygroups, Barry Gibb zum Sexiest Man Alive ernannt und die Bee Gees als heißeste Konkurrenz zu den Beatles gehandelt. Barry war der unangefochtene Frontman, zusammen mit Robin bildete er die Lead Vocals. Maurice stand weniger im Rampenlicht, musikalisch war er aber ein großes Talent, schrieb viele Songs und übernahm die hohen Gesangslagen die den dreistimmigen Stil der Band so bekannt machten. Böse Zungen würden wohl sagen: Hochmut kommt vor dem Fall. Aber das wäre doch zu hämisch. Die Fallhöhe war trotzdem groß, als die Brüder sich Ende der 1960er zerstritten und The Bee Gees sich auflösten. Robin verließ die Band, Maurice und Barry versuchten es zu zweit, das Projekt scheiterte jedoch. Alle drei unternahmen hier und dort Soloversuche, so richtig klappte es bei keinem. Maurices Single Railroad war ein kleiner Erfolg, den es zu erwähnen gilt.


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Nights on Broadway (1975)

Vielleicht ist es ein Geschwisterding, dass spontane Streitereien schnell vergeben werden. Jedenfalls kam es nach kurzer Zeit wieder zur Versöhnung und damit zum Comeback. Lonely Days ist einer der Songs, die diese Phase prägten und schubste die Band stilmäßig erneut in Beatles-Nähe. Die Fährte, auf die sie ihre Fans lockten, entpuppte sich aber als eine falsche, denn schon bald fanden die Brüder Gefallen an aufgestellten Krägen, Jeansjacken und Sonnenbrillen: deutliche R&B-Einflüsse und Diskoelemente schlichen sich in ihre Songs. Einer davon ist das legendäre Nights on Broadway, in dem Barry zum ersten Mal seine beeindruckende Falsettstimme zum Besten gab, zu pulsierenden Beats. Jive Talkin’ war ähnlich heiß, mit lauten Synthie-Sounds und schwirrender Funky Guitar im Vordergrund.



Night Fever (1977)

Die Diskowelle war ins Rollen gekommen, die Bee Gees machten weiße Einteiler, Glitzerjacken und dichtes Brusthaar zu ihren Erkennungszeichen und die Welt versank in der „Bee-Gee-Mania“. Nicht zuletzt aufgrund des einschlagenden Films Saturday Night Fever, dem die Gibbs einen Soundtrack schenkten, der bis heute einer der meistverkauften aller Zeiten ist. Und der Disko von der Subkultur in den Mainstream holte. Jeder kann noch heute die bekannten Dance-Moves zu Night Fever mittanzen (Stichwort: eine Hand in die Hüfte, die andere mit ausgestrecktem Zeigefinger in die Höhe und wieder runter, Hüfte schwingen), Stayin’ Alive mitsingen und bei How Deep Is Your Love Gänsehaut kriegen. Zahlreiche Grammy-Nominierungen und -Verleihungen folgten und der Name der Bee Gees wurde untrennbar mit der weltweiten „Discomania“ der späten 1970er verbunden.


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You Win Again (1987)

Mit dem Ende der Disko-Euphorie Anfang der 1980er war es auch um den Erfolg der Bee Gees geschehen: Nummer-Eins-Hits ließen auf sich warten und ihre Songs waren lange nicht mehr so gefeiert wie noch einige Jahre zuvor. Die Brüder starteten wieder ihre eigenen Soloprojekte aber es sollte noch einige Jahre dauern, bis sie annähernd an ihre Blütezeit anknüpfen konnten. 1987 erschien eine Single mit dem passenden Titel You Win Again, auf dem sie ihrem ursprünglichen musikalischen Stil, abseits der Diskomusik, wieder mehr Beachtung schenkten. 2003 starb Maurice, 2012 folgte ihm sein Zwillingsbruder Robin. Barry steht heute noch auf der Bühne, gern mit Familienmitgliedern wie seinem Sohn oder seiner Nichte, und lässt die Songs der Bee Gees weiterleben.


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