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Popkultur

Zeitsprung: Am 28.9.1987 werden Savatage episch auf „Hall Of The Mountain King“.

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Foto: Cover

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 28.9.1987.

von Christof Leim

Größer, breiter, epischer: Auf Hall Of The Mountain King drehen Savatage Drama und Anspruch auf. Damit finden die US-Power-Metaller nicht nur wieder in die Spur, sondern legen die Grundlagen für ihren zukünftigen Stil. Am 28. September 1987 erscheint die Platte.

Hier könnt ihr das Album anhören:

In eine Sackgasse haben sich Savatage manövriert, damals 1986 mit ihrem dritten Album Fight For The Rock. Die Power-Metaller aus Florida klingen plötzlich ungewohnt gefällig und hardrockig, den Blick fest auf die im Mainstream erfolgreichen Rocksongs der Ära gerichtet. Das kommt bei der Zielgruppe so gar nicht an, die lieber weiter den Frühachtziger-US-Metal-Stoff hören will – der allerdings bisher auch nicht den nötigen Durchbruch gebracht hat. 

Später wird die Band erklären, die Plattenfirma habe sie 1986 zu kommerziellem Material genötigt. Zufrieden wird damit niemand trotz oder wegen Platz 158 in den Billboard-Charts – das Label nicht, die Musiker nicht, die Headbangerschaft noch weniger. Es muss was passieren.

Mehr Drama!

Savatage treten die Flucht nach vorne an und komponieren auf dem Folgewerk noch progressiver und epischer als früher. Das liegt nicht zuletzt am neuen Produzenten Paul O’Neill, der die Band ab dieser Platte wie ein weiteres Mitglied begleitet und massig Einflüsse aus Klassik und Musical mitbringt. Das Ergebnis klingt komplexer und virtuoser als zuvor. Das Riffing von Gitarrist Criss Oliva steht noch mit beiden Beinen im klassischen Heavy Metal, fällt aber anspruchsvoll und dramatisch aus. Das Gleiche gilt für die Melodien und Schreie seines Bruder Jon.

Seine Ambitionen stellt das Quartett insbesondere im Instrumental Prelude To Madness zur Schau, in dem eine orchestrale Komposition von Edvard Grieg aus dem 19. Jahrhundert, nämlich The Hall Of The Mountain King, neu arrangiert wird. Die klassische Vorlage liefert dann auch gleich den Albumtitel und das gleichnamige Lied, einen Breitwand-Metal-Gassenhauer, für den die Combo ihr erstes Video dreht. Das zweite folgt für den Eröffnungssongs 24 Hrs. Ago. Für ein Duett am Ende von Strange Wings kann O’Neill sogar den damaligen Black-Sabbath-Sänger Ray Gillen gewinnen. Und auch wenn es vom Stil her passen würde: Hall Of The Mountain King ist kein Konzeptalbum.

Neue Ära

Viele Fans sehen in dieser Savatage-Platte den Startpunkt für den Stil, für den die Band später bekannt werden sollte. Ein zahlenmäßig großer Erfolg wird sie jedoch noch nicht, über Platz 116 in den USA kommt sie nicht hinaus. In der Metal-Szene allerdings haben sich Savatage mit der Scheibe nicht nur rehabilitiert, sondern etabliert. Zwei Jahre später kommt Gutter Ballet, auf dem Savatage dann endgültig Richtung Metal-Musical marschieren und einen waschechten Achtziger-Klassiker kreieren.

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