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Popkultur

Die Beatles solo: Was ging gut – und was in die Hose?

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Am 25.10. erscheint das neue Soloalbum von Ringo Starr. Doch Paul, John, George und Ringo veröffentlichten in den letzten 50 Jahren so viele Soloalben, dass man schon mal den Überblick verlieren kann. Welche davon taugen etwas? Und welche würden sie am liebsten selbst ungeschehen machen? Ein Streifzug durch höchste Höhen und abgründige Tiefen.

von Björn Springorum

Selbst intime Beatles-Kenner haben Schwierigkeiten mit der besonderen Situation ihrer Diskographie, die ja in Amerika erheblich von der im Vereinigten Königreich abweicht. So viel Musik-Nerdismus muss deswegen kurz mal sein sein: In Großbritannien waren es zwölf Studioalben, weltweit 13, dazu unzählige Singles, EPs, Filme, notorische Weihnachtsalben… kurz: Der Fan bekam in den gerade mal acht Jahren Beatles-Existenz eine Menge Schätze geliefert.

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 80 Alben voller Beatles

So wirklich produktiv wurden die Liverpooler aber irgendwie erst nach ihrer Auflösung. John Lennon brachte es bis zu seinem Tod auf elf Platten, George Harrison auf zwölf, Paul McCartney steht derzeit bei 25 und Ringo Starr veröffentlicht dieser Tage mit What’s My Name seine 20. Solo-Platte. 68 Alleingänge von und mit den Beatles also. Mit den zwölf Beatles-Werken macht das stolze 80 Alben voller Musik. Darunter ein ganz besonderes Triple-Album, wohlgemerkt.

Die große Frage ist: War das immer so eine gute Idee? Kann es wirklich 68 Studioalben voller musikalischem Genie, voller Juwelen und unvergesslicher Momente geben. Oder war es eben diese schicksalhafte Kombination vier unterschiedlicher Personen, die pure Magie erschuf? Ja und nein! Denn selbst, wenn es talentierte und, sagen wir, weniger talentierte Beatles gab, gelang ihnen auch ohne die Hilfe der anderen Fab Three mancher Geniestreich, manches unsterbliche Lied, mancher Moment purer Pop-Perfektion. Ihre Solokarrieren, das lässt sich mit Bestimmtheit sagen, verliefen aber durchaus in Wellenform. Nett ausgedrückt.

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Das legendäre Jahr 1970

Obwohl: Anfangs sah das durchaus noch so aus – damals, 1970, als Let It Be erschien und alle vier Beatles im selben Jahr mindestens ein eigenes Album auf den Markt brachten. Das unsterbliche, fernöstlich/westliche All Things Must Pass von George Harrison, John Lennon/Plastic Ono Band, McCartney und, von Ringo Starr, ähm, Themawechsel. Wenn man bedenkt, dass uns diese vier Künstler in einem Jahr Lieder wie My Sweet Lord, Maybe I’m Amazed, Working Class Hero und Across The Universe bescherten, zeigt das überdeutlich, wie einzigartig und unwiederbringlich diese Musiker waren und sind.
Beatles

Schon damals gab es aber auch ordentlich Schelte. Starr bekam deutlicher denn je zu spüren, dass er angeblich nicht singen konnte und sein fehlendes Talent mit Gastmusikern zu vertuschen versuchte. Der Zorn über McCartneys Umgang mit dem Ende der Beatles brachte ihm jede Menge hasserfüllte Kritiken und Kommentare ein. Am Erfolg dieser Initialzündung änderte das freilich nichts: Alle Alben aus diesem Jahr fuhren mindestens Gold ein, die Beatlemania war noch lange nicht vorüber. Die Ära der Band aber eben schon, die vier Protagonisten waren urplötzlich auf sich allein gestellt. Und wussten oftmals nicht, was sie jetzt eigentlich so genau machen sollten. Das Problem war eben: Sie kannten ja eigentlich gar nichts anderes. Also machten sie einfach weiter Musik – und wurden im Fall von Harrison und Lennon nur von ihrem eigenen Tod aufgehalten.

Kreative Sparflamme

Einerseits ist das toll. Die Beatles gab es nur acht Jahre, die Solokarrieren von Starr und McCartney dauern jetzt fast schon 50 Jahre an. Andererseits liegt genau da das Problem: Die Beatles sind heute eben nur so genial, unerreicht und überirdisch gut, weil ihre Zeit auf Erden begrenzt war: Vier Menschen, zur richtigen Zeit am richtigen Ort, in einer perfekten Sternkonstellation und begünstigt von welchen Göttern der Künste auch immer. Nicht auszudenken, auf welche schlechten Ideen diese vier in den Achtzigern oder Neunzigern gekommen wären.

Nur: Allein kamen sie eben schon auf diese Ideen. Und bekleckerten sich nicht immer nur mit Ruhm. Mitte der Siebziger schien es alle Beatles gleichzeitig zu ereilen: Ideenlosigkeit, selbstreferentielle Bemühungen, kreative Sparflamme. Ringo’s Rotogravure zum Beispiel von 1976, bei dem er sich mal wieder die Hilfe aller drei Beatles nebst Eric Clapton und Peter Frampton holte und dennoch nicht mehr als Stangenware bot. Wenn selbst vier einzelne Beatles keine großartigen Songs mehr schreiben konnten, ja, was blieb dann noch?

Und es kam noch schlimmer: die Achtziger! 1984 zum Beispiel veröffentlichte Paul McCartney Give My Regards To Broadway. Schon klar, das waren die Achtziger, da kann man viel entschuldigen. Aber warum Macca nach seinen Glanztaten mit Wings oder Tug Of War (1982) mit einem solch halbgaren Soundtrack-Album zu einem gleichnamigen, miesen Film mit ihm in der Hauptrolle um die Ecke kam, auf dem er überwiegend Beatles- und Wings-Stücke covert, ist bis heute unbegreiflich. Immerhin: No More Lonely Nights mit David Gilmour an der Gitarre betreibt Ergebniskorrektur. 1986 ein ganz ähnliches Bild: Press To Play quetscht die Achtziger-Popzitrone schier unerträglich aus, bietet mit Stronghold aber ein kleines Pop-Juwel. Die sterile, pompöse Klangwelt der Achtziger, so muss man deutlich sagen, passt dennoch nicht zu McCartney.

Höhenflüge und kreativer Selbstmord

Wieso Harrison oder Lennon hier so gut wegkamen bisher? Einfach: Sie hatten einfach nicht so viele Möglichkeiten, Dinge in den Sand zu setzen. Harrison legte mit All Things Must Pass das erfolgreichste und möglicherweise beste aller Beatles-Solowerke vor, merkte in den Achtzigern mit Somewhere In England und Gone Troppo aber irgendwann auch selbst, dass der Ofen langsam aus war. Viel kam von ihm zumindest nicht mehr nach. Und selbst ein John Lennon musste feststellen, dass er den Erfolg von Imagine nicht beliebig wiederholen konnte: Some Time In New York City (1972) erschien nach seinem Umzug in die Hudson-Metropole und wurde von manchem Kritiker wenig schmeichelhaft als „künstlerischer Selbstmord“ bezeichnet.

Demgegenüber stehen natürlich unzählige gute, sehr gute und manchmal auch grandiose Alben. Neben den bereits erwähnten zählen das selbstbetitelte von George Harrison dazu, Starrs wunderbar selbstironisches Ringo, Band On The Run von Wings oder Lennons Walls And Bridges, das Album, das ihn mitten in seinem 18-monatigen „Lost Weekend“-Rausch ohne Yoko Ono porträtierte. Sie können es bis heute immer noch allein, wie auch McCartney mit Egypt Station unter Beweis stellte. Einfach ist das also alles nicht, mit den Solokarrieren vier der erfolgreichsten Musiker aller Zeiten. Aber ein spannender, aufregender und oftmals unerwarteter Streifzug allemal. Man darf nur nicht immer die Klasse der Beatles erwarten. Die gab es eben nur einmal. Und das ist gut so.

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Popkultur

Zeitsprung: Am 25.5.1982 spielen Metallica in einer Schule.

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Metallica High School

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 25.5.1982."

von Christof Leim

Am Anfang einer Weltkarriere muss man die Gigs nehmen, die man kriegen kann. Alle Dorfmetaller, Rockstar-Azubis und hoffnungsvollen Nachwuchs-Headbanger unter uns kennen das. Den Thrash-Giganten Metallica ging das 1982 nicht anders…

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Hört hier das Metallica-Debüt Kill ‘Em All:


Eigentlich läuft es bei Metallica ziemlich schnell: Im Oktober 1981 geht’s los, Lars Ulrich und James Hetfield treffen sich. Am 14. März 1982 spielen sie schon ihre erste Show in einem Laden namens Radio City in Anaheim; da sind bereits 200 Leute am Start. Knapp zwei Wochen später dürfen sie als komplett unbekannte Krachkapelle sogar zwei Konzerte für die NWoBHM-Legenden Saxon im legendären Whisky-A-Go-Go in Hollywood eröffnen.



Doch noch müssen die Stadien, Arenen und Enormodomes noch ein bisschen warten: Ihr fünftes Konzert passiert in der Cafeteria(!) der Back Bay High School im kalifornischen Costa Mesa, der Schule von Trommler Lars Ulrich. Man darf sich fragen, wie unsere Helden auf die Idee gekommen, denn gut läuft das nicht: Zum einen geschieht der Auftritt tagsüber, um 11:15 Uhr während der Mittagspause der Schüler. Zum anderen rocken Ulrich, Frontmann James Hetfield, Leadgitarrist Dave Mustaine und Bassist Ron McGovney in der Kulisse eines Schultheaterstücks, das im Inneren eines Hauses spielt: “Ich stand bei der Eingangstür”, twittert McGovney später, “James und Lars im Wohnzimmer, und Dave in der Küche!”



Lars notiert damals in seinem Metallica-Tagebuch, dass von anfänglich 200 Zuschauern nur 40 übrig bleiben. “Den Tag kann man komplett vergessen”, urteilt er weiter. “Scheiße gespielt, scheiße angekommen, scheiße geklungen. Wirklich fürchterlich.”




Das klingt alles nicht gut, zumal „Schulcafeteria“ mehr nach Diktat, Pausenbrot und Doppelstunde Mathe klingt als nach Sex, Drogen und Rock’n’Roll. Aber immerhin stehen schon fünf zukünftige Metalliklassiker auf der Setlist: Hit The Lights, Jump In The Fire, Metal Militia, The Mechanix (das zukünftige The Four Horsemen) und als Livepremiere Motorbreath. (Bei der ersten Show hatte es erst zwei eigene Stücke gegeben; die Jungs waren damals also echt schnell.)

Poster für das Schulkonzert, ausgestellt im Metalli-Museum während der Europatour 2017 – Pic: Christof Leim

Daneben spielen unsere junge Helden ausgesuchte NWoBHM-Cover, die 1982 in Kalifornien nur eingeweihte Headbanger kennen: Blitzkrieg von Blitzkrieg, Killing Time von Sweet Savage, Let It Loose von Savage und zwei Nummern von Lars’ Lieblingen Diamond Head: The Prince und Am I Evil?. (Nachlesen könnt ihr die Setlist hochoffiziell auf der Metallica-Homepage.)

Eine besondere Bedeutung kommt diesem Gig jedoch wegen eines anderen Details zu: Ihre ersten Gigs hatten Metallica mit nur einem Gitarristen (Mustaine) bestritten, während Hetfield lediglich gesungen hat. Bei vierten Gig am am 23. April in Costa Mesa übernimmt einmalig ein Herr namens Brad Parker die zweite Gitarre, doch das funktioniert so gar nicht. Auf der Back Bay High School an diesem 25. Mai 1982 spielt Hetfield dann zum ersten Mal auf der Bühne ebenfalls Gitarre – und einer der erfolgreichsten Metal-Frontmänner ist in seinem Element angekommen.

Danach geht es weiter Schlag auf Schlag: Ron McGovney wird durch Cliff Burton ersetzt, die Band zieht nach San Francisco, nimmt eine Reihe an Demos auf, die den weltweiten Tapetrading-Untergrund aufmischen, darunter das so genannte Megaforce Demo, das ihnen den Plattenvertrag beschert. Ein gutes Jahr nach dem Auftritt in der Schule erscheint schon Kill ‘Em All

Zeitsprung: Am 8.12.2013 spielen Metallica in der Antarktis.

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Popkultur

Zum Start der Open-Air-Saison: Die 10 ikonischsten Festivalauftritte aller Zeiten

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FREDDIE MERCURY
Titelfoto: Steve Rapport/Getty Images

David Bowie um fünf Uhr morgens, Kurt Cobain im Rollstuhl, Bob Dylan elektrisch: Diese zehn Festivalgigs haben Musikgeschichte geschrieben. Und stimmen ein auf die erste Freiluftsaison seit 2019.

von Björn Springorum

1. Bob Dylan – Newport Folk Festival, 1965

„Judas!“ Viel mehr muss man zu Dylans berüchtigtem Auftritt beim Newport Folk Festival 1965 nicht sagen. Er wagt es doch tatsächlich, eine elektrische Gitarre zu spielen. Skandal, Zeter und Mordio! Unnötig zu erwähnen, dass sein Auftritt brillant und seine Attitüde schon damals bewundernswert renitent ist.

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2. Jimi Hendrix – Monterey, 1967

Alles beginnt 1967 in Monterey. Es ist eines der ersten Rock-Festivals überhaupt (schlanke zwei Jahre vor Woodstock), es ist das erste große Konzert der Jimi Hendrix Experience in den USA und es ist das Epizentrum des Summer of Love. Am 18. Juni 1967 will das 24-jährige Wunderkind Hendrix, diese Mischung aus Feuerpriester, Sexgott und Jahrtausendkünstler, beweisen, ws in ihm steckt – und zündet während des Gigs einfach mal seine Gitarre an . Seine Anbetung der Flammen sieht nicht nur verdammt eindrucksvoll aus, sie hat auch einen PR-Zweck: Clever übertrumpft er damit The Who, die anschließend spielen und zum Finale natürlich wieder ihre Gitarre zerdeppern.

3. The Who – Woodstock, 1969

Müßig eigentlich, eine einzelne Performance aus diesem schlammigen, lysergischen, chaotischen Fieberwahn herauszulösen. Weil man aber so gut wie immer Hendrix und seinen verzerrten Abgesang auf die Nationalhymne heranzieht, entscheiden wir uns heute mal für The Who, die am Morgen des 17. August 1969 um halb sechs auf die Bühne gehen. Egal, Zeit und Raum waren da längst abgeschafft. Die wilde, sehr körperliche, laute und aggressive Show von The Who resultiert aus der schlechten Stimmung der Band. Die bekommt Aktivist Abbie Hoffman zu spüren, der sich erst Pete Townshends Mikro schnappt und dann von Townsheds Gitarre von der Bühne geprügelt wird. Randnotiz: Für ein Festival des Friedens gab es für die Nummer unpassend viel Applaus. Als The Who von der Bühne gehen, lassen sie eine zerstörte Gitarre und dröhnendes Bass-Feedback zurück. The Who – immer schon wilder und gefährlicher als alle anderen.

4. Led Zeppelin – Bath, 1970

Am Sonntag, den 28. Juni 1970, machen Led Zeppelin der Rock’n’Roll-Welt klar, dass es keine Grenzen für sie gibt. In nur zwölf Monaten wurden sie von einer moderat bekannten Rockband zu Göttern. 150.000 Menschen kamen in die englische Küstenstadt, überwiegend wegen Led Zep. Die nutzen ihre Headliner-Position für ein langes Set, mit dem sie ihrer Heimat ihren Superstar-Status mal gehörig unter die Nase reiben wollen. Und das mit Gusto, Bravado und Grandezza tun.

5. David Bowie – Glastonbury, 1971

Manchmal lohnt es sich, sehr lang wach zu bleiben. Oder sehr früh aufzustehen. Bei David Bowies Glastonbury-Stunt 1971 waren das gerade mal 12.000 Menschen. Die aber kommen am 23. Juni 1971 um fünf Uhr morgens in den Genuss eines einzigartigen Akustik-Sets, bei dem Bowie nach dem Erfolg von Space Oddity seine Wandlungsfähigkeit mal so richtig aufblitzen lässt und Songs wie Oh! You Pretty Things in Unplugged-Versionen spielt.

6. Queen – Live Aid, 1985

Man kann darüber streiten, ob U2s improvisierter Auftritt oder Queens straffes, ökonomisches Medley der eigentliche Höhepunkt des megalomanischen Benefiz-Spektakels Live Aid ist. Fakt ist: Queens 20 Minuten haben die größere Signalwirkung. Die Band hat sich wieder zusammengerauft, Mercurys Stimme überstrahlt alles und Bohemian Rhapsody ist einer dieser Musikmomente für die Ewigkeit.

7. Nirvana – Reading, 1992

1992 werden Nirvana von der Wirklichkeit eingeholt. Der Grunge-Traum wird zum Albtraum, eine aus Rebellion und Antithese gestartete Bewegung wird vom Mainstream ausgeschlachtet – Boulevardpresse inklusive, die Kurt Cobain 1992 als abgehalfterten Junkie darstellen. Cobain reagiert mit gewohnt zynischem Gespür für eine Situation und lässt sich in einem Rollstuhl auf die Bühne schieben. Die Show danach geht in die Annalen ein – anarchisch, kraftvoll, versengend.

8. Manic Street Preachers – Reading, 1994

1994 treten die Manic Street Preachers ohne ihren Gitarristen Richey Edwards auf. Der befindet sich nach einem Selbstmordversuch damals im Krankenhaus, die Band zieht eine der größten Shows ihrer Karriere als Trio durch und legt sich mächtig ins Zeug. Es ist nur der Anfang der Tragödie rund um Edwards: Am 1. Februar 1995, einen Tag vor ihrer USA-Tournee, verschwindet er spurlos. Mehrfach wollen ihn Menschen gesehen haben – auf Goa, Fuerteventura. Doch er taucht nie wieder auf und wird 2008 offiziell für tot erklärt. Wenige Monate zuvor stehen die Manic Street Preachers wieder in Reading auf der Bühne – und widmen ihm ihr Set.

9. Oasis – Glastonbury, 1994

Ihr Triumph von 1994 zeigt, wie schön es gewesen wäre, wenn Oasis ihre Egos im Griff gehabt hätten. Ihre bis dato größte Show ist das Ereignis, das sie zu überlebensgroßen Rockstars macht – mit allen Konsequenzen. Es ist aber auch die Show, die zeigt, wie es dazu kommen konnte: Die Band ist nicht gut, sondern genial, alles passt, hier wird spürbar Geschichte geschrieben.

10. Amy Winehouse – Glastonbury, 2004

Im verregneten Sommer 2004 ist Amy Winehouse noch einen Quantensprung von dem zerstörerischen Ruhm entfernt, der sich ab Back To Black aus der Spur bringen und letztendlich vernichten wird Ein halbes Jahr zuvor war ihr Debüt Frank erschienen, ein vielbeachtetes Werk zwischen Soul, Pop und Jazz, das bei ihrem Glastonbury-Debüt 2004 schon viele Freunde hatte. Die standen im Matsch und sahen eine junge, fröhliche, zufriedene Amy Winehouse, die sang als gäbe es nichts natürlicheres auf der Welt. Das tat sie drei Jahre später auch noch. Nur die Fröhlichkeit, die war dann schon verschwunden.

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Zeitsprung: Am 18.8.1969 beendet Jimi Hendrix das legendäre Woodstock Festival.

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Popkultur

Der Boss kommt: Bruce Springsteen spielt drei Deutschlandkonzerte!

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Bruce Springsteen
Foto: Jamie Squire/Getty Images

2023 wird ein guter Sommer: Bruce Springsteen & The E Street Band kommen nächstes Jahr im Juni und Juli für drei Open-Air-Shows nach Deutschland. Freuen können sich Düsseldorf, Hamburg und München.

von Björn Springorum

Es sind die ersten Live-Dates von Bruce Springsteen und seiner E Street Band seit Abschluss der „The River“-Tour von 2016, mit der er in München und Berlin Halt machte: Für den Sommer 2023 haben der Boss und seine Kollegen jetzt eine endlich mal wieder eine ordentliche Europatour angekündigt. Und zu feiern gibt es viel: Seit ihrer letzte Reise durch die Alte Welt sind mit Western Stars und Letter To You bereits zwei neue, ganz hervorragende Springsteen-Platten erschienen.

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„Ich kann es kaum erwarten, die Bühne mit der legendären E Street Band zu teilen“

Hier die genauen Daten für Deutschland:

21.06.2023 Düsseldorf, Merkur Spiel Arena

15.07.2023 Hamburg, Volksparkstadion

23.07.2023 München, Olympiastadion

Im deutschsprachigen Ausland kommen zudem Zürich (13. Juni) und wien (18. Juli) in den Genuss einer Audienz beim Boss. Der Vorverkauf für alle Shows startet am 3. Juni 2022, um zehn Uhr morgens. Springsteen selbst kommentiert diese frohe Kunde wie folgt: „Nach sechs Jahren freue ich mich, endlich wieder unseren großartigen und loyalen Fans zu begegnen. Ich kann es kaum erwarten, die Bühne mit der legendären E Street Band zu teilen. Wir sehen euch da draußen im nächsten Sommer und darüber hinaus!“

Die aktuell E-Street-Band-Besetzung liest sich derzeit wie folgt: Roy Bittan (Piano, Synthesizer) Nils Lofgren (Gitarre), Patti Scialfa (Gitarre, Gesang), Garry Tallent (Bass), Stevie Van Zandt (Gítarre, Gesang), Max Weinberg (Drums), Soozie Tyrell (Violine, Gitarre, Gesang), Jake Clemons (Saxophon) und Charlie Giordano (Keyboards).

Allgemeiner Vorverkaufsstart:

Fr., 03.06.2022, 10:00 Uhr

www.livenation.de/artist-bruce-springsteen-and-the-e-street-band-1975

www.ticketmaster.de

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Zeitsprung: Am 3.5.1984 erscheint „Dancing In The Dark“ von Bruce Springsteen.

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