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Popkultur

Pyros, Penisse und Peitschenhiebe: 6 Anekdoten, die nur aus dem Leben von Till Lindemann stammen können

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Till Lindemann
Titelfoto: Simone Cecchetti/Corbis/Getty Images

Kontroverse Texte, monumentale Shows und eine hünenhafte Erscheinung: Till Lindemann wirkt wie ein Gladiator des künstlerischen Spektakels. Ob in Flammen oder im pinken Kunstpelz: Der Rammstein-Frontmann liebt die Provokation. Diese sechs Geschichtchen aus seinem Leben möchten wir euch nicht vorenthalten.

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch Live In Moscow von Lindemann anhören:

1.  1980 wäre er fast als Schwimmer für die DDR bei Olympia angetreten.

Till Lindemanns Leben beginnt hinter dem eisernen Vorhang. Am 4. Januar 1963 erblickt er in Leipzig das Licht der Welt, später wächst er am Schweriner See und in Rostock auf. Schon früh bringt er erste Texte zu Papier, zum Beispiel Der Nussknacker im Alter von neun Jahren: „Er knackt ganz einfach jede Nuss, und die nicht will, muss.“ In seiner Jugend betätigt sich Lindemann aber vor allem als Leistungsschwimmer, sogar ein entsprechendes Sportinternat besucht er. Sein Verein: der SC Empor Rostock. Bei der Jugend-EM 1978 schlägt er sich so gut, dass er eine Nominierung für die Olympischen Spiele 1980 einsackt. Er übertritt im Rahmen des Wettbewerbs allerdings auch eine Grenze, die ihn die Olympia-Teilnahme kostet: Er schleicht sich heimlich zu seinen Kollegen aus der BRD und organisiert sich „klassenfeindliche“ Aufkleber. 1979, also noch bevor die Olympischen Spiele überhaupt begonnen hätten, beendet er seine Sportlerkarriere und absolviert eine Ausbildung zum Bautischler. Es handelt sich nicht um seinen letzten handwerklichen Beruf, denn später arbeitet Lindemann auch als Zimmermann und Techniker.

2. 1996 ließ er sich zum Pyrotechniker ausbilden.

Dass Lindemann auch auf der Bühne mit schwerem Gerät hantiert, wissen wir alle. Explosionen, Feuer, Strom: Rammstein fackeln bei jeder Show ein Feuerwerk der Superlative ab. In den Anfangstagen geht die Pyromanie der Gruppe bisweilen noch schief und es gibt Verletzte. 1996 hat Lindemann genug von der Stümperei und lässt sich zum Pyrotechniker ausbilden. Seitdem soll es keine Zwischenfälle mehr gegeben haben.

3. 1999 wurde er in den USA verhaftet — wegen eines Dildos.

Sexuelle Anspielungen und Darstellungen sorgen in den Vereinigten Staaten von Amerika nicht immer für Lacher. Diese Erfahrung machen am 5. Juni 1999 auch Till Lindemann und Rammstein-Keyboarder Christian „Flake“ Lorenz, als sie unmittelbar nach ihrer Show in Worcester (Massachusetts) verhaftet werden. Der Vorwurf: Erregung öffentlichen Ärgernisses. Das Problem: Beim Song Bück Dich simulieren Lindemann und Lorenz mithilfe eines Dildos Analsex. Diese kleine Show-Einlage mit Plastikpenis hatten die beiden in den USA zwar schon früher gezeigt, doch seit nicht einmal zwei Monaten schockiert der Amoklauf an der Columbine High School das gesamte Land und es kursiert ein Foto, auf dem einer der beiden Täter ein Rammstein-T-Shirt trägt. Das dürfte rückblickend dafür gesorgt haben, dass die Beamten bereits im Vorhinein nicht gut auf die Gruppe zu sprechen waren.

4. Spätestens seit 2005 dürfte Lindemann einige Narben von Peitschenhieben haben.

Als Rammstein 2005 das Video zu ihrer Single Rosenrot aufnehmen, stehen die Musiker vor der Wahl: Fügen sie sich beim Auspeitschen tatsächliche Wunden zu oder lassen sie die Verletzungen später per Spezialeffekt einbauen? Ihr ahnt es bereits: Rammstein entscheiden sich für Variante eins, betäuben sich der Legende nach mit einer Flasche Wodka und verpassen ihren Körpern im Rahmen der Dreharbeiten zahlreiche blutige Schnitte. Autsch.

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5. 2006 bekamen Rammstein wegen Lindemanns Text zu Mein Teil juristischen Ärger mit Armin Meiwes, dem „Kannibalen von Rotenburg“.

Als der „Kannibale von Rotenburg“ durch die Medien geht, schockiert die schreckliche Geschichte ganz Deutschland. Rammstein wären nicht Rammstein, wenn sie den Horror-Fall nicht in mindestens einem Song verwurstet hätten. So geschehen bei Mein Teil, der ersten Single des vierten Rammstein-Albums Reise, Reise: „Muss ich auch mit der Ohnmacht kämpfen / Ich esse weiter unter Krämpfen“, heißt es in der morbide-faszinierenden Nummer. Kannibale Armin Meiwes schien von dem Lied nicht allzu begeistert zu sein, denn zeitweise stand eine Klage gegen die Band im Raum. Was daraus geworden ist, wissen wir leider auch nicht …

6. 2014 veröffentlichte Schlagersänger Roland Kaiser einen Song aus Lindemanns Feder.

Zwischen den Anhängerschaften von Roland Kaiser und Rammstein dürfte es wenig Überschneidungen geben. Doch Kaiser und Lindemann laufen sich immer wieder über den Weg, auch bei der Feier von Lindemanns 50. Geburtstag. „Irgendwann habe ich ihn gefragt“, gibt Kaiser in einem Interview mit der Süddeutschen zu Protokoll, „weil das eine Form der Zusammenarbeit ist, die Beiden ihre Glaubwürdigkeit lässt.“ Das Ergebnis: der Song Ich weiß alles auf Kaisers Album Seelenbahnen (2014).

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Veganuary: Till Lindemann huldigt Karl Lagerfeld in neuem Video

Popkultur

Olivia Newton John: 10 ihrer wichtigsten Stücke

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Oliva Newton John
Foto: Radio Times/Getty Images

Zu Ehren der kürzlich verstorbenen Olivia Newton-John hören wir uns durch zehn ihrer besten Stücke.

 von Markus Brandstetter

Am 8. August 2022 verstarb Olivia Newton John. Die Britin wurde nicht nur mit der Verfilmung des Musicals Grease weltbekannt, sondern hatte auch eine extrem erfolgreiche und langlebige Solokarriere als Musikerin. Vier Grammys, etliche Top-5-Hits und 24 Studioalben — und eine Menge verschiedener Stile von Pop über Folk bis Disco: Wir hören uns an dieser Stelle mal quer durch ihr Schaffen und sprechen über zehn ihrer bemerkenswertesten und/oder bekanntesten Stücke.

1. Long Live Love (1974)

1974 trat Newton-John beim Eurovision Songcontest in London an. Long Live Love ist rückblickend definitiv nicht ihr bestes Stück (sondern eher ein harmloser Schunkelschlager), aber wir wollen es alleine aus historischen Gründen an dieser Stelle keinesfalls unerwähnt lassen. Für einen Spitzenplatz reichte der Song damals nicht: Newton-John schaffte es immerhin auf Platz 4. Die Konkurrenz war an diesem Abend historisch: Den Sieg mit nach Hause brachten ABBA mit ihrem legendären Stück Waterloo.

2. Xanadu (1980)

Anfang der 1980er-Jahre machte die Künstlerin mit Jeff Lynne und ELO gemeinsame Sache — und veröffentlichte das Stück Xanadu aus dem gleichnamigen Musicalfilm. Der Film entpuppte sich zwar als Flop, den Song ereilte ein besseres Schicksal. Er kletterte in den UK-Charts auf den ersten Platz.

3. Twist Of Fate (1983)

1983 kam es nochmal zur Film-Reunion von Travolta und Newton-John für den Film Two of a Kind. Das sorgte für nostalgische Gefühle, so ganz konnte es aber den globalen Erfolg von Grease nicht mehr anknüpfen. Das Stück Twist of Fate aus dem Film ist aber dennoch erinnerungswürdig.

4. Magic (1989)

Nochmal Xanadu: Aus dem Soundtrack zum Film stammt auch der Disco-Kracher Magic. Das war nicht nur in den Charts extrem beliebt — 1980 bezeichnete John Lennon das Stück als einen jener damals aktuellen Songs, die er mochte. Eine große Ehre — und ein erster Platz in den US-Charts.

5. A Little More Love (1978)

A Little More Love war die erste Single, die Newton-John nach ihrem Mega-Erfolg mit Grease veröffentlichte. Sie erschien auf ihrem 10. Album Totally Hot.

6. I Honestly Love You (1984)

Mit I Honestly Love You landete Olivia Newton-John 1974 einen weltweiten Pop-Hit. Bis sie 1981 Physical veröffentlichte, war I Honestly Love You jenes Stück, mit dem sie meist in Verbindung gebracht wurde, wenn man ihren Namen nannte.

7. You’re The One That I Want (1978)

Natürlich darf auch ein bestimmter Song aus Grease nicht fehlen. Das Duett mit John Travolta  You’re The One That I Want ist eines der bekanntesten Duette der Popgeschichte — und zählt zu Newton-Johns besten Stücken.

8. Hopelessly Devoted To You (1978)

Wer  You’re The One That I Want sagt, muss aber auch Hopelessly Devoted To You sagen — denn der Song aus Grease ist ebenfalls unvergesslich. Die Country-Ballade war für Songschreiber John Ferrer eine große Herausforderung: „Ich habe die längste Zeit damit verbracht, den Text eines Songs zu schreiben, den ich je geschrieben habe. Ich habe jeden Thesaurus und jedes Reimwörterbuch, das ich hatte, benutzt, um ihn richtig zum Laufen zu bringen“, erklärte er  einmal. Die Arbeit zahlte sich aus: Das Stück wurde für einen Oscar als Beste Filmmusik nominiert, verlor aber leider gegen den Beitrag Last Dance aus Thank God It’s Friday.

9. Have You Never Been Mellow (1975)

Auf der Country-Pop-Ballade Have You Never Been Mellow, drei Jahre vor ihrem Mega-Erfolg mit Grease erschienen, klingt Newton-Johns Stimme beinahe schon sirenenhaft. Der Song erschien als Single des gleichnamigen Albums und schaffte es in den USA auf die Spitze der Billboard Charts — völlig zurecht, Have You Never Been Mellow ist ein absolutes Highlight im Backkatalog der Sängerin.

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Popkultur

Zeitsprung: Am 11.8.64 bekommt Roger Daltrey von seinem Schwiegervater auf die Mütze

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 11.8.64.

von Victoria Schaffrath und Christof Leim

Die Fäuste und das Mundwerk sitzen bei Roger Daltrey von The Who Zeit seines Lebens eher locker. Kaum vorzustellen, dass er am 11. August 1964 vom Schwiegerpapa selbst eins hinter die Löffel bekommt. Hier kommt die Geschichte dieser Ausnahme-Ohrfeige.

Hört euch hier die größten The Who-Hits an: 

Blick zurück ins Jahr 1964: Roger Daltrey, selbst erst 20 Lenze jung, hat wenige Monate zuvor die sechzehn Jahre alte Jacqueline „Jackie“ Rickman geheiratet, da das Paar ein Kind erwartet. Der Frontmann merkt jedoch schnell, welches Leben ihn als Familienvater erwartet: Aus Angst vor einer bürgerlichen Existenz als Blechschlosser verlegt er seinen Schlafplatz noch vor der Geburt des Sohnes in den Van der Band. Das Ehegelübde nimmt Daltrey ohnehin nicht ganz ernst und geht offen damit um, dass die Karriere seiner Gruppe mit Pete Townshend, John Entwistle und Keith Moon für ihn oberste Priorität hat. Als Schwiegersohn des Jahres qualifiziert er sich damit nicht.

Ratespiel: Das Cover zur Doppelsingle „I’m The Face“/„Zoot Suit“.

In Rahmen der Gruppe übernimmt Daltrey aber durchaus Verantwortung und positioniert sich als Gründer und Frontmann. Bereits zu Schulzeiten pflegte er den Umgang mit Gangs und Kleinkriminellen, also verwundert es kaum, dass er innerhalb der Band gern mal die Fäuste sprechen lässt, wenn es um seine Meinung geht. Er fällt letztendlich auch die Entscheidung für den Namen The Who, nachdem die Band zunächst als The Detours beginnt. Im August 1964 spielt die Kombo auf Geheiß des damaligen Managers Peter Meaden kurzzeitig unter dem Namen The High Numbers. Im Juli erscheint als erste Single I’m The Face/Zoot Suit, deren Chartplatzierung lässt jedoch zu wünschen übrig lässt.

Am Abend des 11. August stehen The High Numbers dann zum wiederholten Male auf dem Programm des Railway Hotel in Nord-London. Während sich Daltrey und Co. bereithalten, um jeden Moment die Bühne zu betreten, schlägt laut Augenzeugen Jackie Rickmans Vater im Backstage-Bereich auf, zerrt Daltrey ohne viel Federlesens vor die Tür – und haut ihm schlicht eine rein. Zack.

Ein konkreter Anlass für den Zorn des Schwiegervaters ist nicht bekannt; ob der Sänger sich wehrt, lässt sich ebenfalls nicht ausmachen. So oder so stellt Daltrey das Wohl und die Professionalität der Band vor seine persönlichen Querelen, betritt wenige Augenblicke nach dem Zwischenfall die Bühne und legt eine Show hin, die es 2007 sogar in die Dokumentation Amazing Journey: The Story of The Who schafft.

Der Stoff von Dokumentationen: Das Cover zu „Amazing Journey: The Story of The Who“.

Auf dem Papier bleibt die Ehe Daltrey/Rickman noch einige Zeit bestehen, Sohn Simon kommt wenig später am 22. August auf die Welt. Als der Who-Gründer jedoch um 1968 ein Kind mit einer anderen Frau zeugt, zieht Jackie Rickman die Reißleine und reicht die Scheidung ein. Kurze Zeit später lernt der Rockstar dann auch schon das Model Heather Taylor kennen, die er 1971 heiratet und mit der er drei weitere Kinder bekommt. Diese Partnerschaft dauert bis heute an.

Zahm wird Daltrey jedoch keinesfalls, erzählt der britischen Presse vor einigen Jahren noch, die Ehe mit Taylor sei vielleicht keine offene, aber Vorschriften habe seine Frau ihm auch keine gemacht. Da kratzt man sich kaum am Kopf, weil sich über die Jahre diverse uneheliche Kinder beim Rockstar melden. Zu ihnen pflegt er jedoch ein gutes Verhältnis und integriert sie in seine Familie mit Taylor. Auch Jackie Rickman und der gemeinsame Sohn Simon nehmen an Gruppenurlauben teil.

Fliegende Hände hin oder her, Daltrey macht nie einen Hehl daraus, dass The Who bei ihm an erster Stelle stehen. So liest man auch auf der Website der Band, sie bliebe stets seine „erste Liebe“

Zeitsprung: Am 2.12.1973 landen The Who im Gefängnis.

 

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Popkultur

Zeitsprung: Am 10.8.1984 veröffentlichen die Red Hot Chili Peppers ihr Debüt.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 10.8.1984.

von Timon Menge und Christof Leim

Seit weit mehr als drei Dekaden stehen die Red Hot Chili Peppers für Funk Rock, wie kaum eine andere Band. Los geht die Karriere der Kalifornier am 10. August 1984 mit ihrem gleichnamigen Debüt — obwohl das erste Album anders ausfällt, als die Musiker möchten…

Hier könnt ihr euch die Platte anhören: 

Als die Red Hot Chili Peppers im Jahr 1983 zusammenfinden, haben die jungen Kerle eigentlich nichts anderes im Sinn als ein gemeinsames Spaßprojekt. Sänger Anthony Kiedis, Gitarrist Hillel Slovak, Bassist Flea und Schlagzeuger Jack Irons kennen sich aus der High School und nennen ihre Band zunächst Tony Flow And The Majestic Masters Of Mayhem.

Zunächst nur Spaß

Die Chemie stimmt, gemeinsam möchten sie durchstarten. Aus diesem Grund engagieren sie Manager Lindy Goetz. Für ihre ersten Shows in der Umgebung von Los Angeles untermalen Slovak, Flea und Irons den Sprechgesang ihres Frontmannes Kiedis mit spontanen Jams, später nehmen sie die Sache ernster und nehmen Stücke für ein Demo auf. Zu jener Zeit entscheiden sie sich auch für den Namen Red Hot Chili Peppers. Irons und Slovak spielen zeitgleich in einer Gruppe namens What Is This?.

Als die Gruppe Fahrt aufnimmt, entstehen Probleme. Nur zwei Wochen, bevor die Chili Peppers einen Plattenvertrag über sieben Alben unterschreiben sollen, besiegeln Irons und Slovak ebenfalls einen Deal — allerdings für What Is This?. Kiedis und Flea sehen ihren größten Traum in Gefahr, lassen sich aber nicht unterkriegen. Für Slovak übernimmt Jack Sherman die Gitarre, an Irons Stelle trommelt Fleas alter Kumpel Cliff Martinez. Das Line-Up für das Debüt steht.

Im Studio gibt es Ärger

In den Eldorado Studios in Hollywood wird es anschließend gleich noch einmal schwierig. Das Problem: Produzent Andy Gill hat ein paar Ideen für den Stil der Band, die den Musikern so gar nicht gefallen. „Während der ersten Tage schien alles in Ordnung zu sein“, erinnert sich Frontmann Kiedis. „Aber wir haben schnell gemerkt, dass Andy einen Sound im Sinn hatte, der nicht zu uns passte. Am Ende der Sessions sind Flea und ich in den Kontrollraum des Studios gerauscht, haben uns an der Konsole zu schaffen gemacht und gebrüllt: ‘Fick dich, wir hassen dich!’”

Die Wut der Gruppe artet so sehr aus, dass Flea laut Gill sogar einen Pizzakarton als Klo benutzt und ihn nachher auf dem Mischpult deponiert. „Der Toningenieur rannte schreiend aus dem Studio“, erinnert sich der Produzent. „Als wir ihn das letzte Mal sahen, lief er gerade den Sunset Boulevard herunter.“

Unzufrieden

Trotz aller Strapazen gelingt den Red Hot Chili Peppers mit ihrem gleichnamigen Debüt eine Platte, die ihren viele Türen öffnen soll — auch wenn sie selbst gar nicht zufrieden damit sind. „Ich habe mich gefühlt, als wären wir zwischen zwei Spitzen im Tal des Kompromisses gelandet“, gibt Kiedis später zu Protokoll. „Ich habe mich nicht dafür geschämt, aber das Album klingt überhaupt nicht so wie unser Demo. Wir haben trotzdem das Beste daraus gemacht und nach vorne geschaut.“

Nach der Veröffentlichung und ersten Touraktivitäten kehrt Gitarrist Hillel Slovak zurück, es entsteht Freaky Styley, das 1985 erscheint. Für Platte Nummer drei, The Uplift Mojo Party Plan (1987) heuert sogar Jack Irons wieder als Drummer an. Damit findet die Chaotentruppe zusehends ihren ureigenen Sound, aber das sind mal wieder andere Geschichten…

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Zeitsprung: Am 24.9.1991 zelebrieren die Red Hot Chili Peppers „Blood Sugar Sex Magik“.

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