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Popkultur

Vergiss Guns N’ Roses Lies! Hier sind die GN’R Fun Facts!

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Guns N' Roses
Foto: Katarina Benzova GNR ©️

Guns N’ Roses haben so ziemlich alles mitgenommen – außer vielleicht einen Knigge-Kurs. Egal, der hätte wahrscheinlich eh nicht so ganz ins Rockstar-Konzept gepasst. Das Gute ist, dass einem bei dieser Band nie die Stories ausgehen. Und so haben wir es uns nicht nehmen lassen, mal ganz tief ins Nähkästchen der pädagogisch nicht wertvollen Geschichten zu greifen. Ladies and Gentlemen, anschnallen bitte! Hier kommen die Guns N’ Roses Fun Facts!

von Timo Diers

1. Bei Slash ging mal ein Drogen-Trip schief und er rannte nackt über einen Golfplatz

Als sich Guns N’ Roses 1989 nach ihrer Welttournee für ein paar Monate von der Bühne verabschiedeten, wurde klar, dass die Tour-Routine das einzige war, das Slashs Drogenprobleme unter Kontrolle hielt. „Es war der Anfang einer langen, albtraumhaften Heroin-Besessenheit“, erinnert sich der ikonische Gitarrist später.

Nach einem besonders miesen Heroin und Kokain Cocktail wurde Slash von einer heftigen Panikattacke heimgesucht – und rannte querbeet über einen Golfplatz in Arizona. Verfolgt von imaginären Jägern mit Gummi-Dreadlocks, Maschinengewehren und Harpunen, schlug der Musiker auf seiner Flucht eine Glastür ein und packte sich sogar ein Hausmädchen als menschliches Schutzschild.

Später auf der Polizeiwache wirkte er immer noch sehr überzeugend: „Ich war noch so high, dass ich die Geschichte ohne eine Spur von Selbstzweifel erzählen konnte!“

Hört hier in die besten Songs von Guns N’ Roses rein:

Für die ganze Playlist klickt auf „Listen“

2. Izzy Stradlin wurde verhaftet, weil er in ein Flugzeug pinkelte

Und damit meinen wir nicht die dafür vorgesehenen Einrichtungen. Aber von Anfang an: Am 27. August 1989 war der Rhythmus-Gitarrist in einem Flieger von Los Angeles nach Indianapolis unterwegs und – wie sich das für einen Rockstar gehört – fleißig am bechern. Und wer viel trinkt, der muss auch mal wo hin. Leider mussten das auch einige andere Passagiere: „Ich war betrunken inmitten all dieser Senioren. Als ich mir eine Zigarette ansteckte, kam die Stewardess gleich rüber – ich hab’ ihr gesagt, sie soll sich verziehen. Da ich so viel getrunken hatte, musste ich mal pinkeln. Und alle Toiletten waren besetzt… man, es hat sich angefühlt, als hätte ich ne Stunde gewartet. Also habe ich in den Mülleimer gepinkelt. Das nächste, an das ich mich erinnern kann ist, dass ich nach der Landung aus dem Flugzeug ging und da standen zehn Polizisten. Und ich dachte mir: ‚Oh nein – ich hab’s schon wieder verkackt!’“

3. Axl Rose hatte Sex mit der Freundin seines Bandkollegen und nahm das Ganze für einen Song auf

Im charmanten Song Rocket Queen geht es um – na ihr wisst schon. Guns N’ Roses Schlagzeuger Steven Adler war zu der Zeit mit der 19-jährigen Adriana Smith zusammen. Dumm nur, dass Adler kurz vor der Aufnahme von Rocket Queen seine Freundin betrogen hatte und Adriana sich nun auf einen kleinen, betrunkenen Rachefeldzug mit Axl Rose eingelassen hatte. Um die Situation noch etwas pikanter zu machen, haben die beiden ihre nächtlichen Machenschaften auf Band aufgenommen und als Sample in Rocket Queen eingebaut. Achtet nach Minute 2:30 mal ganz genau auf die Hintergrundgeräusche.

4. Slash nahm seinen Berglöwen mit in ein Hotel

Nun gut, die einen sammeln Briefmarken und die anderen exotische Tiere. Anfang der 90er hatte Slash eine beachtliche Anzahl an Giftschlangen und Echsen in seiner Los Angeles Villa angehäuft. Und eben einen Berglöwen namens Curtis.

Als aber das Erdbeben von Northridge in 1994 auch die bescheidene Hütte von Slash beschädigte, zog er übergangsweise in das Four Seasons Hotel von Marina del Rey. Curtis kam selbstverständlich mit!

5. Guns N’ Roses kamen fast bei einem Autounfall ums Leben

Als die Jungs 1985 nach ihrer allerersten Tour in Los Angeles ankamen, gerieten sie in einen heftigen Autounfall. Die ganze Band war im Wagen von Duff McKagan, als sie von einem anderen Fahrzeug mit gut 60 Meilen pro Stunde volle Breitseite gerammt wurden. Wie durch ein Wunder wurde niemand schwer verletzt – nur Schlagzeuger Steven Adler brach sich das Fußgelenk.

In seiner Biografie schrieb Slash über den Unfall: „Duffs Auto hatte einen Totalschaden und wir hätten auch gleich mit draufgehen können. Das wär ein krankes Schicksal gewesen: Die Band stirbt zusammen, nachdem sie grade erst zusammengekommen ist“.

6. Axl Rose schlug David Bowie

Es gibt ja nicht viele Leute, die es geschafft haben sich mit David Bowie zu zoffen. Aber Axl Rose hat in seinem Leben so einiges geschafft: Als Bowie 1989 beim Filmset für It’s So Easy vorbeischaute, flirtete er gleich mal eine Runde mit Axls Freundin Erin Everly. Das wiederum fand Axl nicht so lustig – er schlug Bowie ins Gesicht und warf ihn raus.

Classy wie er nun mal ist, entschuldigte sich Bowie bei Axl und die beiden vertrugen sich wieder nach einer langen gemeinsamen Club-Nacht.

7. Sie raubten Frauen aus, die grade mit ihren Bandkollegen Sex hatten und versuchten sich am Drogengeschäft

Als die frisch gebackenen Guns N’ Roses 1985 in einem Hotel namens The Hell House abstiegen, trieb sie ihre Geldnot zu verzweifelten Maßnahmen: „Wir haben Frauen ausgeraubt. Wenn einer der Jungs grade mit einer im Bett war, durchwühlten wir ihre Handtasche“, erinnert sich Izzy Stradlin an die glorreiche Anfangszeit der Band.

Anscheinend haben Guns N’ Roses zu dieser Zeit auch Drogen verkauft – aber nicht besonders lange. Denn als kurz darauf die Polizei von Los Angeles Wind von der Sache bekam, mussten die Jungs erstmal die Füße stillhalten.

8. Die verlorenen Kontaktlinsen von Axl Rose hätten der Band fast den ersten Plattenvertrag gekostet

Im März 1986 waren Guns N’ Roses kurz davor, ihren ersten Plattenvertrag mit Geffen Records zu unterschreiben – hätte Axl nur nicht seinen Wutausbruch gehabt. Warum? Nun ja, der Herr konnte seine Kontaktlinsen nicht finden und nachdem er seine Bandkollegen beschuldigte, die Linsen gestohlen zu haben, schickte er sie alleine zum Unterschreiben des Vertrags.

Einige Zeit später fanden ihn die anderen Bandmitglieder auf dem Dach des legendären Whisky A Go Go sitzen – Slash erzählte ihm, sie hätten die Linsen gefunden und überzeugte den leicht reizbaren Sänger, doch noch mitzukommen. Sie waren zwar einige Stunden zu spät, aber den Deal mit Geffen Records landeten sie trotzdem noch.

9. Steven Adler rettete das Leben von Nikki Sixx

Es war nur zwei Tage vor Weihnachten in 1987, als Guns N’ Roses mit Alice Cooper und Mötley Crüe unterwegs waren. Und – Achtung, Flachwitz – der Schnee rieselte auch Backstage. Zumindest hatten Slash, Steven Adler und Mötley Crües Nikki Sixx alle Hände und Nasen voll zu tun. Nur Nikki Sixx wurde die weihnachtliche Stimmung irgendwann zu viel und er wurde ohnmächtig.

Als Sixx auch nach einer Ladung kaltem Wasser durchs Gesicht nicht wieder aufwachte, fing Adler an, ihm mit seinem Gips Arm ins Gesicht zu schlagen (praktischer Weise hatte er einige Tage zuvor gegen eine Straßenlaterne gehauen und sich dabei die Hand gebrochen). Die Schläge brachten Sixx schließlich wieder zurück unter die Lebenden.

Als Adler am nächsten Morgen bei Sixx im Krankenhaus vorbeischaute, konnte sich der Mötley Crüe Bassist nur wundern: „Stevie, was zur Hölle ist gestern Nacht passiert? Mein Gesicht bringt mich um!“

10. Sie ärgerten sich über Axl Rose und legten eine Umkleide in Schutt und Asche

Der 23. Oktober 1986 war eine harte Nacht für Guns N’ Roses. Eigentlich sollten sie für Alice Cooper die Show eröffnen, aber Axl Rose verspätete sich und wurde nicht mehr vom Sicherheitsdienst durchgelassen. Also musste der Rest improvisieren: Izzy Stradlin und Slash dachten sich Songtexte aus und holten Leute aus dem Publikum auf die Bühne, um ihren Frontmann zu ersetzen. Das Ganze war anscheinend so frustrierend, dass die Band nach der Show eine Umkleide zerlegte und alle Spiegel zerschlug.

11. Guns N’ Roses lösten einen massiven Krawall in St. Louis aus

Während ihrer Use Your Illusion-Tour machten Guns N’ Roses auch Halt in St. Louis und das örtliche und brandneue Riverport Amphitheater war fast bis auf den letzten zwanzigtausendsten Platz gefüllt. Die Band schaffte rund 90 Minuten ihres Sets, als Axl während Rocket Queen die Fassung verlor: Anscheinend war er wütend auf einen Fan, der eine Kamera mit ins Publikum gebracht hatte: „Hey! Nehmt ihm das weg! Packt ihn und nehmt ihm das weg! Verdammt, ich nehme ihm das selbst ab!“

Kurzentschlossen sprang Rose ins Publikum, nahm dem armen Kerl die Kamera ab und verließ kurz darauf die Bühne – die Band folgte ihm.

Das aufgebrachte Publikum, das bald bemerkte, dass die Show vorzeitig beendet worden war, stürmte wutentbrannt die Bühne. Da konnten auch die kräftigen Herren aus der Security Abteilung nichts mehr aufhalten und ein rasender Mob zerstörte und plünderte teures Sound-Equipment. Es brauchte hunderte Polizisten, um den Aufstand zu zerschlagen. Die Schuld für den „Riverport Riot“ bekam Axl Rose und er sollte 2 Millionen Dollar Schadensersatz zahlen.

Bis heute sind Guns N’ Roses nicht nach St. Louis zurückgekehrt.

12. Mitten im Konzert schlug Axl Rose eine Polizistin

Während einer Show in Atlanta meinte Axl Rose zu sehen, wie jemand aus dem Sicherheitspersonal einen von seinen Freunden in der ersten Reihe verprügelte. Selbstverständlich musste Axl eingreifen. Er sprang mitten im Song von der Bühne und schlug der Polizistin ins Gesicht. Während Axl anschließend mal wieder zur örtlichen Polizeiwache chauffiert wurde, übernahm unterdessen einer der Roadies den Gesang.

Die Behörden stimmten zu, Axl wieder gehen zu lassen – vorausgesetzt er entschuldigte sich schriftlich bei der Polizistin. Zwar unterschrieb er die Entschuldigung, doch als die Polizistin den Raum betrat brach eine Tirade an Schimpfwörtern aus Axl heraus.

Ihr habt es euch bereits gedacht: Die nächsten Nächte verbrachte er nicht im Tourbus.

13. Sie mussten während ihrer ersten großen Tour trampen

Eigentlich war für die The Hell Tour doch alles so schön vorbereitet: Ein eigener Van stand bereit, mit dem Guns N’ Roses von Los Angeles nach Seattle fahren wollten. Doch der Wagen gab mitten auf der Interstate 5 den Geist auf. Aber die Jungs hätten ihre Show um keinen Preis verpasst – sie luden ihre Gitarren aus und reckten die Daumen in die Höhe.

Und auch wenn sie auf geliehenem Equipment spielen mussten und nur einen Bruchteil ihrer Gage bekamen: Guns N’ Roses trampten erfolgreich zu ihrer Show!

14. Axl Rose prügelte sich, weil ihm jemand sagte, er ähnelte Bon Jovi

Am 19. Dezember 1987 schlug Axl Rose einem Fan in Chicago grade heraus ins Gesicht, nur weil dieser zuvor meinte, Axl würde ein bisschen wie Bon Jovi aussehen. Nachdem er zugeschlagen hatte, soll Axl noch gesagt haben, Bon Jovi könne ihm mal einen bla– nun, solche Ausdrücke müssen jetzt vielleicht nicht sein.

15. Mit dem ersten Plattendeal gab’s eine ordentliche Ladung Cash

Am 28. Februar 1986 spielten Guns N’ Roses einen ganz speziellen Gig im Troubadour in Los Angeles: Tom Zutaut von Geffen Records hätte die Jungs gerne unter Vertrag genommen, aber er wollte die Band vorher noch einmal live sehen. Also was machten Guns N’ Roses? Früh schlafen gehen und vorher eine warme Milch mit Honig trinken? Fast! Angeblich haben sich alle bis auf Axl mit Alkohol und Drogen zugezogen. Soweit wohl keine so schlechte Idee – denn einen Monat später unterschrieben sie bei Geffen den Vertrag und bekamen ein amtliches Sümmchen als Vorschuss. Slash investierte seinen Teil gleich wieder in frische Drogen.

16. Guns N’ Roses haben Hausverbot im Olympischen Stadion von Montreal

Als Guns N’ Roses am 8. August 1992 mit Metallica im Olympischen Stadion von Montreal auftreten sollten, schien der Abend schon von Anfang an dem Untergang geweiht. Da sich James Hetfield schwer an der Pyrotechnik verbrannte, mussten Metallica ihr Set dramatisch abkürzen.

Ganz in Rockstar-Manier ließen sich Axl und seine Freunde anschließend noch zwei Stunden Zeit, bis sie die Bühne betraten – und spielten für ganze 15 Minuten, bevor sie wieder das Feld räumten.

Das Publikum war außer sich: Geschätzte 2000 Menschen begannen im Stadion und in der umliegenden Nachbarschaft zu randalieren und verursachten einen Schaden von einer halben Millionen Dollar. Seitdem haben Guns N’ Roses Hausverbot bis zum Sankt Nimmerleinstag.

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Guns N’ Roses: Alle Studioalben im Ranking

Popkultur

Zeitsprung: Am 6.12.1994 erscheint „Vitalogy“ von Pearl Jam auf CD und Kassette.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 6.12.1994.

von Victoria Schaffrath und Christof Leim

1994 markiert den Wendepunkt für den Grunge: Nach Kurt Cobains Tod wenden sich die Medien gegen die Rock-Bewegung, während sich Pearl Jam im kalten Krieg mit Ticketmaster befinden. Die Jungs aus Seattle wagen mit Vitalogy den Befreiungsschlag und ebnen den Weg für Meisterwerke wie Yield. Am 6. Dezember 1994 erscheint das Album regulär auf CD…

Hört hier in Vitalogy rein: 

„Lives opened and trashed / Look, Ma, watch me crash“ intoniert Eddie Vedder im Opener Last Exit und fasst damit schon ziemlich gut zusammen, was da so in der Welt von Pearl Jam vor sich geht. Als Teil der Grunge-Szene von Seattle kommen sie mit ihrem Debüt Ten trotz kommerziellem Durchbruch nicht wirklich gut an, die Folgeplatte Vs. (1993) zementiert dafür ihren Platz zwischen Nirvana, Soundgarden und Alice In Chains. So sehr, dass der daraus resultierende Erfolg die Gruppe in eine schwere Sinnkrise stürzt. Dazu noch der Medienrummel um Kurt Cobains Suizid sowie eine Extraportion Streitigkeiten um Konzertpreise((LINK)) mit Ticketmaster. Kurzum: Der Boden unter den Bandgrundmauern wackelt.

Vorsicht, rissig

Die Aufnahmen für das dritte Album entstehen während der Tour zu Vs., die Sänger (und nun auch Gitarrist) Vedder, Bassist Jeff Ament, den Gitarristen Stone Gossard und Mike McCready und Schlagzeuger Dave Abbruzzese einiges abverlangt. Abbruzzese darf gegen Ende der Aufnahmen den Abflug machen, denn seine Kritik am Ticketmaster-Konflikt stößt auf. McCready wiederum merkt, dass sein Kokain- und Alkoholproblem die Gruppe gefährdet: „Nach dem die Band durchgestartet war, befand ich mich in meiner eigenen kleinen Welt.“ Er checkt zwischen Aufnahmen und Veröffentlichung in die Entzugsklinik ein.

An den Drums übernimmt Vedder-Vertrauter und ehemaliger Red Hot Chili Pepper Jack Irons, der positive Energie in den Laden bringt. Die braucht es dringend, denn der Sänger, der hier verstärkt die kreativen Zügel in die Hand nimmt, gerät nun mit Gossard aneinander. Für ersteren stellt der Führungswechsel eine natürliche Konsequenz dar: „Das war keine feindliche Übernahme. Ich fand, dass alle unsere Veröffentlichungen stellvertretend für mich standen. Da ich sowas wie das Gesicht der Band wurde, musste ich auch musikalisch mehr repräsentiert werden“, erzählt er später in der Dokumentation Pearl Jam Twenty

Lebenszeichen

Diese Kehrtwende äußert sich auch in, sagen wir mal, etwas wundersameren Werken wie Hey Foxymophandlemama, That’s Me, einer Soundcollage mit Äußerungen von Insassen einer Nervenklinik. Dagegen stehen aber Stücke wie das unangepasste Spin The Black Circle, Immortality und das wunderbare Better Man, die das umstrittene Album zu einem wichtigen Punkt der Bandgeschichte machen.

Ganz bewusst veröffentlichen Pearl Jam das Ding zunächst am 22. November 1994 auf Vinyl und für die damals gängigen Formate CD und Kassette gibt’s ein zweiwöchiges Embargo. Das zahlt sich aus, denn Vitalogy hält bis zur Veröffentlichung von Jack Whites Lazaretto 2014 den Rekord für die meisten Vinylverkäufe innerhalb einer Woche. Ab dem Nikolaustag 1994 stehen dann auch CDs und Kassetten zum Verkauf. Wie Kollege Chris Cornell in der Doku treffend bemerkt: „Amerikanische Rockbands lösen sich auf. Pearl Jam schafften es zusammenzubleiben.“ Vitalogy entpuppte sich dabei als der Kitt der beginnenden Risse.

Zeitsprung: Am 30.6.2000 passiert Schlimmes bei einer Pearl Jam-Show in Roskilde.

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Popkultur

10 Songs von Little Richard, die man kennen sollte

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Little Richard
Foto: Getty Images

„Wop bop a loo bop a lop bom bom“! Wenn diese Laute ertönen, wissen wir alle: Gleich legt Little Richard los, der Architekt des Rock’n’Roll, der Miterfinder dessen, was wir alle so sehr lieben. Die folgenden zehn Songs geben einen Einblick in die jahrzehntelange Karriere des virtuosen Künstlers.

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch einige der besten Songs von Little Richard anhören:

Zur Welt kam Little Richard am 5. Dezember 1932 in Macon, Georgia. Sein bürgerlicher Name: Richard Wayne Penniman. Als Schwarzer, homosexueller Mann, dürfte er es im Süden der USA mehr als nur schwer gehabt haben. Umso beeindruckender ist sein Lebenswerk, das aus unsterblichen Songs wie Tutti Frutti, Long Tall Sally, Good Golly, Miss Molly, Lucille und Rip It Up besteht. (Mehr dazu gleich.) Elvis Presley, Paul McCartney, Mick Jagger, Elton John, John Fogerty, Bob Dylan: Sie alle schauten und schauen zu ihm auf. Immerhin 87 Jahre wurde Little Richard alt. Am 9. Mai 2020 verstarb er in Tullahoma, Tennessee an den Folgen einer Knochenkrebserkrankung. Sein musikalisches Vermächtnis bleibt uns zum Glück erhalten.

1. Tutti Frutti (1955)

Little Richards größter Hit entsteht quasi aus Wut. Bei Aufnahme-Sessions im September 1955 regt sich der Künstler nämlich darüber auf, dass sich die animalische Energie seiner Live-Auftritte nicht so recht auf Band bannen lässt, also setzt er sich verärgert ans Piano. „Wop bop a loo bop a lop bom bom“, ruft er und haut wütend in die Tasten. Produzent Robert Blackwell möchte das Stück sofort aufnehmen.

2. Long Tall Sally (1956)

Was ein gut gepflegtes Adressbuch alles bewirken kann. Damit sie die Krankenhausrechnungen für ihre Tante Mary bezahlen kann, entwickelt Radio-DJ Honey Chile in den Fünfzigern die Grundidee für den Song Long Tall Sally und bietet das Stück Little Richards Produzent Robert Blackwell an. Der arbeitet die Komposition mit Richard weiter aus — und ein Hit war geboren!

3. Slippin’ And Slidin’ (1956)

Buddy Holly, die Beatles, Otis Redding, Shakin’ Stevens: Sie alle haben diesen Song gecovert oder zumindest öffentlichkeitswirksam zum Besten gegeben. Entstanden ist die Nummer im Februar 1956; ursprünglich diente sie als B-Seite für Long Tall Sally. Doch Slippin’ And Slidin’ markiert einen von Little Richards größten Hits, der bis heute auf zahlreichen Rock’n’Roll-Playlisten zu finden ist.

4. Rip It Up (1956)

„Well, it’s Saturday night, and I just got paid“ — Mit diesen Worten beginnt der nächste von Richards wichtigsten Songs. Zugegeben, allzu viel Tiefgang hat die Nummer nicht. Es geht im Wesentlichen darum, an einem Samstagabend zu feiern, sein Geld zu verjubeln und Mädels aufzureißen. Es handelt sich allerdings um einen Rock’n’Roll-Klassiker, der auch von Elvis Presley gecovert wurde.

5. Ready Teddy (1956)

Das gleiche gilt für Ready Teddy, der im Sommer 1956 auf der B-Seite von Rip It Up zu finden war. „I’m ready ready ready to rock’n’roll“, verkündet Richard in dem Song. Als hätten wir je daran gezweifelt! Einen seiner größten Auftritte hatte das Stück am 9. September 1956, als Elvis Presley Ready Teddy für 60 Millionen Fernsehzuschauer*innen in der Ed Sullivan Show zum Besten gab.

6. Lucille (1957)

Lucille ist nicht nur der Name von B.B. Kings Gitarre, sondern auch der Titel eines der größten Hits von Little Richard. Komponiert wurde das Stück von ihm selbst und einem Herrn namens Albert Collins, bei dem es sich allerdings nicht um den gleichnamigen Bluesgitarristen handelt. 1994 dichtete Richard den Song von Lucille in Rosita um und besang damit die gleichnamige Figur in der Sesamstraße.

7. Keep A-Knockin’ (1957)

Auch mit seiner erfolgreichen Single Keep A-Knockin’ trat Little Richard im Fernsehen auf, diesmal in der der Familien-Sitcom Full House. Inhaltlich beschäftigt sich die Nummer je nach Version mit einem Liebhaber, der vor verschlossener Tür steht — entweder, weil schon jemand anderes zu Besuch ist, oder, weil er sich daneben benommen hat. Ob es sich um einen autobiografischen Song handelt, können wir nur erahnen.

8. Good Golly, Miss Molly (1958)

Den Ausruf Good Golly, Miss Molly hörte Little Richard zum ersten Mal bei Jimmy Pennick, einem DJ aus den Südstaaten. Das Intro für den gleichnamigen Song entlieh Richard laut eigener Aussage dem Stück Rocket 88 von Ike Turner. „Ich mochte das Stück immer schon“, erzählte er mal in einem Interview. „Und ich habe das Riff oft für meine Konzerte benutzt. Als wir eine Einleitung gesucht haben, passte das einfach.“

9. Get Down With It (1967)

Diesen Song kennt ihr möglicherweise vor allem von den britischen Glam-Rockern Slade. Doch Noddy Holder und Co. entdeckten das Stück bloß, weil Little Richard es vor ihnen gecovert hatte. „Jahrelang , bis zum Ende unserer Karriere, war das der Song, mit dem wir unsere Sets vor den Zugaben beendeten“, erzählt Holder in einem aktuellen Interview mit Classic Rock. Die Vorarbeit dafür leistete Little Richard.

10. Mockingbird Sally (1972)

Bei Mockingbird Sally handelt es sich weder um das bekannteste, noch um das wichtigste Lied von Little Richard. Doch die Nummer ist vor allem eins: ein richtig guter Rock’n’Roll-Song. 1972 veröffentlicht, gehört das Stück schon zum Spätwerk des Künstlers. Begeisterung im Mainstream konnte Richard zu jener Zeit kaum noch entfachen. Doch seine Bedeutung für die Musikgeschichte kann gar nicht überschätzt werden.

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Zeitsprung: Am 14.9.1955 nimmt Little Richard „Tutti Frutti“ auf.

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Popkultur

Zeitsprung: Ab 5.12.1981 definieren Black Flag mit „Damaged“ das Hardcore-Genre.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 5.12.1981.

von Peter Hesse und Christof Leim

Am 5. Dezember 1981 lassen Black Flag mit neuem Sänger Henry Rollins ihr ungestümes Debütalbum Damaged auf die Welt los. In der Folgezeit werden die kalifornischen Krachmacher zu wichtigen Vertretern des Punk Rock, auch weil sie die Idee des DIY, des „Do-It-Yourself“, wie wenige beherzigen und umsetzen. Ihr Sound ist ebenso frisch: Hardcore nennt sich diese Variante, weil sie den Punk Rock noch aggressiver, schneller und ungestümer spielen. Die Szene steht applaudierend daneben und beklatscht die Scheibe als Meilenstein.

Hier könnt ihr euch Damaged von Black Flag anhören:

Punk ist nicht nur Punk, weil man bunte Haare hat. Der Masterplan dahinter umfasst mehr. Henry Rollins, Black-Flag-Frontmann von 1981 bis 1986, erklärt das in einer Radiosendung so: „Du bist gegen das Establishment? Gründe eine Band! Du kannst kein Instrument spielen? Schaff dir das drauf! Du hast kein Label, keinen Grafiker und niemanden, der Konzerte bucht? Auch das kannst du dir mit Fleiß und in kompletter Eigenregie draufschaffen.“

Vielseitige Inspirationen

Mit dieser Do-It-Yourself-Maxime – „Sei dein eigener ideologischer Macher!“ – fühlt sich Bandchef Greg Ginn als Gitarrist, Songwriter und Texter sehr wohl. Zunächst heißt seine Truppe noch Panic, die ersten professionellen Gehversuche als Black Flag datieren auf den Spätsommer 1978. Geprobt wird in einer Garage in Hermosa Beach, einem kleinen Kaff im Süden von Kalifornien. Privat schwört Ginn auf Black Sabbath und die Scorpions, im weiteren Verlauf der Achtziger lässt er sich von der Freejazz-Avantgarde eines Glenn Branca oder dem Jazzrock des Mahavishnu Orchestra inspirieren. 

Black Flag 1983 in London – Pic: Erica Echenberg/GettyImages.

Doch als musikalische Ziehväter gelten in der frühen Black-Flag-Phase vor allem die Stooges und die Ramones. „Wir haben nicht so viel in Genres gedacht“, erinnert sich Ginn. Mit dem ersten Sänger Keith Morris besucht er 1976 ein Konzert der Ramones in Los Angeles. „Nachdem wir sie gesehen hatten, war ich mir sicher: Wenn die das können, dann können wir das auch.“ 

Dreckig und ungestüm

Drei EPs bringen Black Flag von 1979 bis 1981 unter die Leute, Ende 1981 steht dann das Line-up für die erste vollständige Langspielplatte. Dabei sind: Greg Ginn (Leadgitarre), Dez Cadena (Rhythmusgitarre), Chuck Dukowski (Bass) und Robo (Schlagzeug), am Gesang ein Neuzugang namens Henry Rollins, heute unter anderem als Solokünstler, Autor und Spoken-Word-Held bekannt.

Diese Mannschaft nimmt mit dem ungestümen Selbstvertrauen der frühen Jugend in den Unicorn Studios am Santa Monica Boulevard in West-Hollywood das erste Album auf: Damaged. Die Stimmung in der Band ist gut in dieser Zeit; die fünf Mitglieder leben während der Arbeiten wie eine Punk-Rock-Kommune in einem anderen Teil des Studiogebäudes, wo sie auch die Songs einstudieren.

Die Lösung zur Tragödie

Als Markenzeichen des Black-Flag-Debüts erweist sich im betont brachialen Wall-Of-Sound-Klang vor allem der Gitarrenton von Greg Ginn. Seine Riffs und Soli klingen auf Stücken wie Gimmie Gimmie Gimmie oder What I See immer wie eine Mischung aus Distortion-Orgie, Autounfall und Blitzeinschlag. Dieses dreckige Grundriffing wird später im Death und Black Metal noch oft zitiert werden.

Die Texte bei Stücken wie Six Pack, Thirsty & Miserable oder TV Party drehen sich dabei um Alltagsbeschreibungen; im Song Depression singt Rollins gegen die bösen Geister in seinem Kopf an. Sein Selbstverständnis als Songschreiber beschreibt er so: „Iggy Pop sagte mal, dass Rock’n’Roll die Lösung für die menschliche Tragödie sein soll und dass Bands verzweifelt versuchen, dieses Problem zu lösen. Das habe ich auch irgendwie probiert.“ Seine Sensibilität stilisiert er mit vielen Kraftausdrücken,  – die Live-Konzerte werden zu ungestümen Brachialdarbietungen. 

Vom Untergrund in die Legendengalerie

Das Album erscheint am 5. Dezember 1981 über SST Records, das Ginn erneut in bester DIY-Manier neben Black Flag gegründet hatte. Hier erscheinen auch die ersten Lärmereien von Anti-Mainstream-Bands wie Minutemen, Hüsker Dü, Meat Puppets, Soundgarden, Sonic Youth und Dinosaur Jr. Damaged markiert damals nach ein paar Singles und EPs die erst siebte Veröffentlichung auf Label.

Anfangs beschränkt sich die Wirkung der Platte erwartungsgemäß auf die Punk-Szene und den Untergrund. Doch im Laufe der Jahre wird Damaged in der Punk-Weltgemeinde zusehends als Genreklassiker verehrt. Der Rolling Stone etwa schreibt: „Black Flag haben den L.A.-Hardcore definiert mit den brutalen Gitarren und dem angepissten Geschrei von Henry Rollins, insbesondere auf TV Party und Rise Above. Heute noch hören Punks diese Platte, und heute noch finden Eltern das fürchterlich.“ So muss es sein.

Zeitsprung: Am 30.11.2003 bekommt Joey Ramone seine eigene Straßenecke in New York.

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