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Popkultur

Zeitsprung: Am 11.4.1988 erscheint „Seventh Son Of A Seventh Son“ von Iron Maiden

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 11.4.1988."

von Christof Leim

In den Achtzigern machen Iron Maiden nichts falsch. Im Schnelldurchlauf sieht das so aus: Mit dem Debüt Iron Maiden (1980) legen sie eine Grundlage für den traditionellen Heavy Metal, mit The Number Of The Beast (1982) definieren sie eine Sternstunde des Genres. Die Endlostour zu  Powerslave (1984) hätte die Musiker zwar beinahe in die Klapse gebracht, aber immerhin haben sie danach die metallische Weltherrschaft in der Tasche. Jedes Jahr erscheint ein Album, jedes Jahr wird die Band noch ein bisschen größer. Nur 1987 verstreicht zum ersten Mal in der dieser Dekade ein Jahr ohne Maiden-Veröffentlichung. 1988 steht schließlich das siebte Werk an. Iron Maiden stehen an der Spitze, und sie müssen abliefern.

Hier könnt ihr in Seventh Son Of A Seventh Son reinhören:

Dieses Buch inspiriert das Konzept des Albums

Die grundlegende Inspiration findet Bassist und Anführer Steve Harris in einem Buch von Orson Scott Card namens Seventh Son, in dem das mystische Konzept des siebten Sohnes eines siebten Sohnes mit seinen übernatürlichen Kräften behandelt wird. „Am Anfang war das für mich einfach nur ein guter Albumtitel“, erzählt Harris in der offiziellen Bandbiografie Run To The Hills. Bei einem Telefonat mit Sänger Bruce Dickinson spinnen die beiden die Idee dann aber weiter: Ein Konzeptalbum soll es werden über jenen besonderen Sohn, der hellsehen kann und in den immer währenden Kampf zwischen Gut und Böse verstrickt wird. Kurzum: Eine ordentliche Fantasy-Geschichte, wie sie im Metal ab und zu mal halt mal sein muss.

Guter Plan, halbherzig durchgezogen

Dickinson freut sich, denn zum Vorgänger Somewhere In Time (1986) konnte er, ausgebrannt von den Jahren auf der Überholspur, nichts beitragen. Jetzt hingegen ist er völlig angefixt. Die Stücke einer Story unterordnen zu müssen, macht „das Songwriting nicht gerade einfacher“, wie Harris später in einem Kerrang-Interview kommentiert. „Aber die Ideen, die schließlich zusammenkamen, haben mich echt überrascht. Die neuen Sachen waren so viel besser als alles, was wir seit einer Weile geschrieben hatten.“ Dummerweise ziehen Iron Maiden das ambitionierte Konzept nur halbherzig durch: Die Story bleibt unklar, laut Dickinson gibt es genaugenommen keine: „Seventh Son handelt von Gut und Böse, von Himmel und Hölle. Aber gilt das nicht für jede Maiden-Platte?“, fragt er ebenfalls im Kerrang. Das wird um so deutlicher, als wenig später Queensrÿche mit Operation: Mindcrime ein konzeptionelles Meisterwerk abfeuern.

Doch ungeachtet der Tatsache, dass Iron Maiden ihrem neuen Album lediglich einen groben roten Faden und damit eine grundlegende mystische Stimmung verleihen können, gehört die Musik zum Besten der Bandkarriere: Acht starke Songs, davon nur eine halbgute Nummer. Zum ersten Mal in der Geschichte der Briten sind echte Keyboards zu hören, die die Keyboard-Synthesizer des Vorgängers ersetzen und hier hervorragend als Hintergrund und tonale Farbe funktionieren. Dazu wird kein zusätzlicher Musiker engagiert, wie Dickinson in einem Beitrag des englischen Metal Hammer eröffnet: „Das meiste ist Ein-Finger-Zeug von Adrian, Steve, dem Toningenieur oder wer immer gerade einen Finger frei hatte.“ Grundsätzlich regieren jedoch weiterhin die Gitarren: Dabei verlassen sich Adrian Smith und Dave Murray sich nicht nur auf gängige Powerchords, sondern spielen stattdessen oft Single-Note-Linien mit viel Melodie, die sie perfekt mit dem dominanten Bass orchestrieren. Die allgemeine Entwicklung gefällt Kapitän Harris: „Für mich war es das beste Album seit Piece Of Mind. Mir gefällt insbesondere, dass es so progressiv klingt, denn das sind die Einflüsse, mit denen ich aufgewachsen bin. Und die Keyboards passen hervorragend rein.“

Ausschnitt aus dem Booklet: Links der Prophet aus der Geschichte, rechts die Band wie immer unbeeindruckt von den modischen Anforderungen des Mainstreams

Bayrisches Bier

Die Aufnahmen finden statt in den Musicland Studios in München, wo schon Queen und Led Zeppelin gearbeitet hatten. Deshalb existieren natürlich einige Fotos der Musiker im Hofbräuhaus. Als Produzent fungiert erneut Martin Birch. Das Album beginnt mit ein paar Akkorden auf der Akustikgitarre, zu denen Bruce von „Seven deadly sins, seven ways to win“ singt. Sie gehen in Moonchild über, eine flotte Nummer mit dicken Gitarren und markantem Keyboard-Thema, die lose auf einem Buch gleichen Namens von Aleister Crowley basiert. Es folgt das epische Infinite Dreams mit einem geradezu balladesken Anfang. Textlich behandelt Harris hier das Thema „Träume“, die ihm oft als Inspirationsquelle dienen. Das Stück erscheint im Folgejahr in einer Live-Version als vierte Single.

Can I Play With Madness hieß ursprünglich mal On the Wings Of Eagles und war eine Ballade von Adrian, doch Bruce ändert die Strophe und den Titel, Harris steckt noch einen Taktwechsel und Instrumentalteil in die Mitte, außerdem macht die Band die Nummer schneller. Und zack: Fertig ist ein äußerst griffiger, im besten Sinne „kommerzieller“ Hard-Rock-Song, der erfolgreich als erste Single ausgekoppelt wird. Damals lief das Stück in Deutschland sogar im Mainstream-Radio. Im Video hat übrigens Graham Chapman von Monty Python eine seiner letzten Rollen.

Immer dicke Refrains, herrlich

The Evil Than Men Do, ebenfalls in zackigem galoppierendem Rhythmus unterwegs und als zweite Single nachgelegt, besticht durch einen kapitalen XL-Refrain, der bei aller Kraft vor allem durch seine Melodie im Ohr bleibt. Überhaupt besitzt jedes Stück der Platte einen großen, eingängigen Chorus (einzige Ausnahme: The Prophecy), denn Maiden verbinden hier gekonnt Metal mit packendem Songwriting. Der Titel ist angelehnt an ein Zitat von Julius Caesar: „The evil that men do lives after them. The good is oft interred with their bones“, mit dem Songtext hat das aber nichts zu tun.

Im Titelstück schließlich lässt Steve Harris seiner Vorliebe für aufwändige Arrangements freien Lauf: Das schleppend groovende Seventh Son Of A Seventh Son geht erst nach fast zehn Minuten über Ziellinie und nimmt davor etliche Schlenker. Diese Stilmerkmale sollten später insbesondere die Platten ab Brave New World (2000) dominieren. Nach diesem Parforceritt fällt The Prophecy ein wenig ab: Die Nummer, für die Gitarrist Dave Murray einen seiner seltenen Songwriting-Credits bekommt, ist für die meisten Metallerohren der einzige Nicht-Hit der Platte.

Mehr mystische Geschichten

Bei The Clairvoyant handelt es sich um die erste Komposition, die Harris für die Scheibe fertiggestellt hat. Im Text stellt er sich die Frage, ob ein Hellseher auch seinen eigenen Tod vorhersehen kann, inspiriert vom Ableben des damals bekannten britischen „Mediums“ Doris Stokes, die später als Betrügerin enttarnt wurde. The Clairvoyant (live) erscheint im November 1988 als dritte Single.

Der finale Track Only The Good Die Young beschließt die lose Story und endet mit dem akustischen Thema vom Anfang. Überraschenderweise findet er sogar in einer Episode der so gar nicht mystischen Serie Miami Vice Verwendung.

Surreales Cover? Bitte schön.

Iron Maiden nehmen in München noch weitere Stücke auf, die als B-Seiten und in der 1995er-Neuauflage Verwendung finden. Dazu gehören Prowler ’88 und Charlotte the Harlot ’88 vom ersten Album, diesmal aber mit Dickinson am Mikro. Bei Black Bart Blues handelt es sich um eine eher komödiantische Nummer über eine Ritterrüstung und nicht jugendfreie Erlebnisse im Tourbus, Massacre stammt im Original von Thin Lizzy.

Die vier Singles von Seventh Son Of A Seventh Son

Insgesamt sind Iron Maiden im Februar und März 1988 im Studio beschäftigt, schon am 11. April 1988 kommt Seventh Son Of A Seventh Son auf den Markt. Für das Cover erhält Stammzeichner Derek Riggs nur die Anweisung, es möglichst „surreal und sonderbar“ zu machen. Er erschafft deshalb eine Eislandschaft, in der das geschundene Bandmaskottchen weiter massakriert wird: Eddie trägt immer noch die Spuren der Lobotomie von Piece Of Mind und die Cyborg-Ausrüstung von Somewhere In Time, doch mittlerweile fehlt sein Körper vom Brustkorb abwärts. Und trotzdem sieht er immer noch cooler aus alles und jeder. In der Hand hält er sein Herz; wer genau hinguckt, erkennt darin einen kleinen schreienden Menschen. Auch andere Details sind amüsant, etwa der der Düsenfisch und Riggs’ Signatursymbol im Eis.

Das letzte unbestritten großartige Maiden-Album

Um die Veröffentlichung den Medien näher zu bringen, laden Iron Maiden auf die Burg Schnellenberg in Attendorn im Sauerland ein. Die Reaktionen bei Fans und Kritik fallen hervorragend aus: Seventh Son Of A Seventh Son wird allgemein als herausragendes Metal-Werk angesehen und markiert einen Höhepunkt der ersten Phase der Maiden-Geschichte, in der die Band konsequent und konstant Großes abgeliefert hat wie sonst niemand. Man könnte sogar behaupten, Seventh Son sei das letzte Maiden-Album, das im Wesentlichen alle Fans großartig finden. Kritische Stimmen monieren lediglich die Keyboards und die „progressiven“ Tendenzen, fallen aber nicht weiter ins Gewicht. Mit der Scheibe landen Iron Maiden zum zweiten Mal an der Spitze der Charts in Großbritannien, schaffen Platz vier in Deutschland und Platz zwölf in den USA. Alle vier Singles erreichen die britischen Top Ten. Damit sind Iron Maiden Ende der Achtziger die unangefochtenen Anführer im Heavy Metal.

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Zeitsprung: Am 28.4.1988 starten Iron Maiden ihre Welttournee in einem Kölner Club.

Popkultur

Interview mit In Flames: „Sobald man ein paar Alben veröffentlicht hat, ist plötzlich alles voller Regeln“

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In Flames

Mit Foregone liefern In Flames das Album, auf das alle seit Reroute To Remain gewartet haben: Ein großes Melodic-Death-Metal-Album, das mehr als nur ein bisschen auf die legendären Neunziger schielt. Warum das nichts mit Nostalgie zu tun hat, wie die Schweden Fortschritt dosieren und was er gern an seinem 50. Geburtstag machen würde, verrät uns Sänger und Kappenträger Anders Fridén im Interview.

von Björn Springorum

Ihr habt schon vor Veröffentlichung des neuen Albums eine lange Europatournee gespielt. Was man so gehört hat, kam die ja wahnsinnig gut an. Wie war es, wieder unterwegs zu sein?

Ich weiß nicht, was, aber wir scheinen gerade irgendwas richtig zu machen. (lacht) Der Band geht es sehr gut und wir alle haben es genossen, endlich mal wieder eine richtige Tour zu spielen. Es war viel zu lang her.

Die Stimmung in In Flames ist derzeit also bestens?

Unsere Band verteilt sich ja mittlerweile auf Schweden und die USA, also waren wir wegen der Pandemie ewig nicht zusammen im selben Raum. Das war nicht einfach, hat unserer Beziehung aber gut getan. Wir konnten alle mal einen Schritt zurücktreten und in aller Ruhe betrachten, was wir uns da eigentlich aufgebaut haben. Als Band machst du ja nie Pause, du machst einfach immer so weiter, bis du ein wenig aus den Augen verlierst, was für ein gewaltiges Privileg das alles ist. Alle sind jetzt wieder so dermaßen hungrig auf die Band, alle ziehen an einem Strang. Außerdem sind alle in absoluter Topform. So eine hohe Qualität hatten wir bei In Flames noch nie.

Wie hast du die Pandemie überstanden?

Habe ich das? (lacht) Ja, wahrscheinlich schon. Es ging. Ich fühlte mich merkwürdig ruhig, als alles losging. Erstmals in meinem Leben gab es da ein Ereignis, das alle auf der Welt im gleichen Maße betraf. Ich fühlte mich allen anderen Menschen verbunden, so etwas hatte ich noch nie erlebt. Das änderte sich dann auch bei mir irgendwann in Richtung Frustration, aber zumindest die erste Phase war durchaus inspirierend.

„Ich weiß, dass wir die Hoffnung nie verlieren sollten“

Deine Texte waren ja immer sehr introspektiv und persönlich. Hat die Pandemie sie universaler gemacht?

Die Texte sind persönlich wie immer, richtig. Aber wenn ich so darüber nachdenke, dann sind sie tatsächlich mehr nach außen gerichtet. Ich beobachte mein Umfeld mehr.

Foregone sprüht nicht gerade vor Optimismus und Zuversicht. Wo findest du noch Hoffnung?

In meinem ersten Kaffee am Morgen? (grinst) Ansonsten ist es schwierig, das gebe ich zu. Ich sollte wahrscheinlich einfach aufhören, die Nachrichten zu lesen. Sicher, Hoffnung gibt es irgendwie immer, aber manchmal scheint es alles immer nur noch schlimmer zu werden. Es ist nicht einfach und sagt sich so leicht, aber ich weiß, dass wir die Hoffnung nie verlieren sollten. Für unser eigenes Seelenheil.

Foregone wurde aus Frustration und Angst geboren“

Auf der letzten Tour habt ihr die Songs der neuen Platte direkt mit sehr alten Songs gepaart. Zufall?

Ich finde, dass die neuen Songs sehr gut zu den eher älteren Sachen aus unserem Kanon passen. Irgendwas an ihnen transportiert diese Stimmung der Neunziger.

Hat das mit Nostalgie zu tun?

Ich weiß schon, dass einige der neuen Songs nach unseren ganz frühen Alben klingen, aber wir sehen das anders. Ich bin kein nostalgischer Mensch, ich schaue eigentlich nie zurück. Diese Elemente waren immer da und kommen jetzt einfach wieder ein wenig mehr zum Vorschein, denke ich. Foregone wurde aus Frustration und Angst geboren, diese beiden abgefuckten letzten Jahre sind in dieses Album geflossen.

„Man hört einem Song an, dass es ein In-Flames-Song ist“

Dann war es also keine bewusste Wurzelkunde?

Nein. Mit In Flames haben wir im Grunde nur ein Ziel: Wir wollen besser werden. Bessere Songwriter, bessere Musiker, bessere Menschen. Es ist ja nun mal so: Wir schreiben Songs, mit denen wir für immer leben müssen. Also haben wir keine andere Wahl als alles zu geben. Wer uns nicht mehr mag, kann einfach aufhören, uns zu hören, aber ich muss hinter diesen Songs stehen und sie Nacht für Nacht spielen.

Es kommt also nicht vor, dass ihr im Proberaum mal sagt: „Cooles Riff, klingt aber zu sehr nach Cloud Connected“?

Wir haben unseren Sound, von dem können und wollen wir uns auch gar nicht lösen. Manchmal klingt ein Riff also nach The Jester Race, manchmal nach Reroute To Remain. Man könnte natürlich auch sagen: Manchmal klingen In Flames nach In Flames (lacht). Wir versuchen, uns nicht zu wiederholen, aber auch unsere Gitarren haben nur diese Anzahl an Noten…

Und wie dosiert ihr dann Fortschritt?

Gute Frage. Es ist uns wichtig, uns immer weiterzuentwickeln. Aber wir wollen nie so weit gehen, dass man uns nicht mehr erkennt. Ich denke, das haben wir geschafft. Sicher gab es Änderungen und eine Menge Evolution, aber man darf nicht vergessen, dass wir mittlerweile sehr viele Jahre, sehr viele Tourneen und sehr viele Biere hinter uns haben. Doch unser Sound ist sofort erkennbar. Man hört einem Song an, dass es ein In-Flames-Song ist. Das liegt sicherlich an meiner Stimme, aber auch an der Art und Weise, wie wir Songs schreiben. Das können nur wir so.

„Jede neue Band ist voller Naivität und Aufbruchstimmung“

Wie ist Foregone entstanden?

Wir schreiben weder, wenn wir auf Tour sind, noch alleine für uns. Björn [Gelotte] und ich müssen im selben Raum sein, sonst gibt es keine Magie. Wir zehren voneinander, beflügeln uns gegenseitig. Was sich nie ändern wird: Wir schreiben Alben, keine Singles. Da werden wir für immer alte Schule bleiben.

Du wirst im März 50. Was macht das Älterwerden mit dir?

Es bringt mehr Ruhe. Privat wie musikalisch. Jede neue Band ist voller Naivität und Aufbruchstimmung. Und das ist ja auch das Schöne daran. Deswegen fand ich mein Zuhause in der Heavy-Metal-Szene: Es gab keine Regeln. Doch sobald man dann ein paar Alben veröffentlicht hat, ist plötzlich alles voller Regeln. Fremde sagen dir, was du tun darfst und was nicht und du wirst plötzlich unsicher und weißt nicht mehr, wo du stehst. Das ändert sich mit dem Älterwerden zum Glück wieder. Du wirst dein eigener Kompass und hörst auf deine innere Stimme. Ich mache das seit 1989, da bleibt schon bisschen was hängen.

Was darf man als Band nie verlieren?

Die Leidenschaft. Ich will auf die Bühne geben und das Gefühl haben, dass es auf der ganzen Welt nichts Besseres gibt. Wenn das mal nicht mehr da ist, höre ich auf. Warum sollte ich das sonst auf mich nehmen? Ich war 2022 fast pausenlos auf der ganzen Welt unterwegs…

Was wünschst du dir zum 50. Geburtstag?

Ein Urlaub auf einer einsamen Insel mit meiner Familie, weit weg von euch allen. (lacht)

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Zeitsprung: Am 3.9.2002 wagen In Flames etwas mit „Reroute To Remain“.

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Popkultur

Zeitsprung: Am 8.2.2013 verliert Axl Rose den Prozess gegen „Guitar Hero III“.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 8.2.2013.

von Christof Leim

2010 verklagte W. Axl Rose die Firma Activision, die das Computerspiel Guitar Hero III auf den Markt gebracht hatte, in dem auch Guns N’ Roses vorkommen. Der Sänger störte sich vor allem daran, dass beim Song Welcome To The Jungle Gitarrist Slash als spielbare Figur auftaucht. Nicht nur das: Sein alter Kollege ziert sogar die Verpackung. Mit seiner Beschwerde kommt Axl allerdings nicht durch…

Hört euch hier die Klassiker von Guns N’ Roses an und lest weiter:

Den Deal damals hatte Axl als Herrscher über das Guns-N’-Roses-Imperium abgesegnet. Dabei vereinbarte er mit der Firma, dass auf keinen Fall sein (damals) ungeliebter Ex-Kollege Slash zu sehen sein darf. Dass zudem einige Songs von dessen neuer Combo Velvet Revolver in der Bonussektion gespielt werden können, störte den Rotschopf ebenso. Nach Meinung von Axl habe die Firma ihn trotz entsprechender Versprechen damit schlicht hintergangen und sei vertragsbrüchig. Als Schadenersatzsumme warf seine anwaltliche Vertretung eine praktische runde Summe in den Ring: 20 Millionen Dollar.

Tauchen beide in Guitar Hero III auf: W. Axl Rose und Slash. Das geht gegen die Abmachung, fand Axl. Credit Foto rechts: Stefan Brending / via Wikimedia Commons.

Die Klage wird abgewiesen

Doch daraus wird nichts: Am 8. Februar 2013, wird die Klage mit Schwung abgewiesen. Hauptgrund: Das Spiel war schon 2007 erschienen, aber Team Axl hat sich drei Jahre Zeit mit der Klageerhebung gelassen – zu lange. Und das, obwohl der Agent des Künstlers schon viel früher eine Beschwerdemail an Activision geschrieben hatte. Rose hatte aber einen guten Grund zu warten, denn die Firma hatte ihm ein eigenes Spiel angeboten. Da wartet man doch gerne. Über die juristischen Details streiten sich in der Folge diverse Anwaltskanzleien.

Ganz schön viel Theater um Daddelei und Rockbands, könnte man meinen. Allerdings geht es um viel Geld und, vielleicht wichtiger, Außenwirkung. Immerhin ist Axl Rose damals mit einer ganz neuen Gunners-Besetzung unterwegs. Glücklicherweise hat sich das aber erledigt: Heute sind er und Slash wieder Freunde und touren höchst erfolgreich um die Welt. Ist auch besser so.

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Zeitsprung: Am 21.7.1985 spielen Guns N’ Roses auf einer Universitätsparty.

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Popkultur

Prince, Madonna und die Rolling Stones: Die besten Super-Bowl-Halbzeitshows aller Zeiten

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Prince
Foto: Jonathan Daniel/Getty Images

Ein Auftritt im Rahmen der Super-Bowl-Halbzeitshow gleicht einem popkulturellen Ritterschlag, nirgendwo ist das TV-Publikum größer. Vielen Sternchen wurde diese Ehre in den vergangenen Jahrzehnten bereits zuteil. Von U2 bis hin zu den Rolling Stones: Diese zehn Halbzeitshows finden wir besonders gelungen.

von Timon Menge

10. The Blues Brothers, ZZ Top, James Brown (1997)

Wenn der Super Bowl in einer Blues-Metropole wie New Orleans stattfindet, muss natürlich auch eine Blues-orientierte Halbzeitshow her. Mit Everybody Needs Somebody To Love und Soul Man gaben die Blues Brothers am 26. Januar 1997 zwar vor allem Soul-Klassiker zum Besten, genau wie James Brown im Anschluss; doch spätestens ZZ Top versorgten das Publikum mit reichlich Bluesrock. Eine coole Sonnenbrillen-Party zwischen zwei Halbzeiten!

9. U2 (2002)

Den Iren U2 wurde am 3. Februar 2002 eine ganz besondere Verantwortung zuteil. Die Terroranschläge von 11. September 2001 lagen noch kein halbes Jahr zurück, da sollten Bono und Co. bei der größten Unterhaltungsveranstaltung der Welt auftreten – übrigens erneut in New Orleans. Doch U2 wurden ihrem Auftrag gerecht, lieferten ein hervorragendes Set ab und gedachten auf einer riesigen Leinwand all jenen, die am 11. September ums Leben gekommen waren.

8. The Rolling Stones (2006)

Auf eine große Bombast-Show verzichteten die Rolling Stones bei ihrem Auftritt am 5. Februar 2006 in Detroit. Doch ganz ehrlich: Wenn Mick Jagger und seine jahrzehntelangen Weggefährten eine Bühne betreten, braucht es keine Schnörkel und kein Chichi. In wenigen Minuten rockten sich die Stones durch große Hits wie Start Me Up und (I Cant Get No) Satisfaction. Einen Luxus gönnten sich die Briten dann allerdings doch: eine Bühne in Form einer riesigen roten Zunge.

7. Katy Perry (2015)

Zugegeben, für hartgesottene Rocker*innen klingt der Sound von Katy Perry etwas ungewohnt. Doch mindestens zwei Dinge kann ihr keiner nehmen: hervorragende Popsongs und einen mehr als nur gelungenen Auftritt am 1. Februar 2015. In Sachen Show macht den größten Pop-Sternchen einfach niemand etwas vor, wie wir auch im weiteren Verlauf unserer Liste feststellen werden. Als Gäste durfte Perry Hip-Hop-Legende Missy Elliott und Gitarrengott Lenny Kravitz begrüßen.

6. Dr. Dre, Snoop Dogg, Eminem, Mary J. Blige, Kendrick Lamar & 50 Cent (2022)

Diese Halbzeitshow ist noch nicht lange her, setzte am 13. Februar 2022 aber völlig neue Standards. Zum ersten Mal in der Geschichte des Super Bowl durfte sich die Hip-Hop-Welt nach Herzenslust präsentieren. Das Line-up des Abends liest sich wie ein Who‘s who: Dr. Dre, Snoop Dogg, Eminem, Mary J. Blige, Kendrick Lamar … Sie alle waren dabei und setzten dem Sprechgesang ein etwa 15-minütiges Popkultur-Denkmal. Als Gaststars tauchten 50 Cent und Anderson .Paak auf.

5. Madonna (2012)

Wenn die „Queen Of Pop“ eine Halbzeitshow gestaltet, darf man einiges erwarten. Und wie so oft wurde Madonna den Erwartungen am 5. Februar 2012 vollständig gerecht. Als griechische Göttin verkleidet, ließ sie sich von ihren Spartaner-Tänzern über die Bühne tragen und manifestierte ihren Status als größte Popkünstlerin aller Zeiten. Unterstützung erhielt sie unter anderem von Cee Lo Green, Nicki Minaj, M.I.A. und LMFAO. Den Abschluss der Show markierte ein Gospelchor, mit dem Madonna Like A Prayer zum Beten … äh … zum Besten gab.

4. Lady Gaga (2017)

Als die Verantwortlichen der NFL den Vertrag mit Lady Gaga unterzeichneten, dürften ihnen durchaus ein paar Schweißperlen auf der Stirn gestanden haben. Schließlich kann man bei der exzentrischen Künstlerin nie so genau wissen, mit welchen Show-Einlagen sie ihr Publikum überrascht. (Wir erinnern uns an das Rindfleischkleid von 2010.) Bei der Super-Bowl-Halbzeitshow am 5. Februar 2017 ging die Musikerin allerdings auf Nummer sicher und legte einen unfassbaren Auftritt hin. Die Performance ihrer LGBTQ-Hymne Born This Way ließ sich Gaga trotzdem nicht nehmen.

3. Michael Jackson (1993)

Zu den Eigenheiten der Super-Bowl-Halbzeitshow zählt unter anderem der enge Zeitplan. Selten stehen für die Performance mehr als 15 Minuten zur Verfügung; meist wird jede Sekunde davon genutzt. Michael Jackson ging das Ganze im Januar 1993 ein wenig anders an. Länger als eine Minute blieb er vor seiner fulminanten Show still auf der Bühne stehen, als sei er eine Statue – und wurde dafür auch noch bejubelt. Das sagt einiges über seinen damaligen Stand des „King Of Pop“ aus.

2. Beyoncé & Destiny’s Child (2013)

Die Super-Bowl-Halbzeitshow 2013 war in jeder Hinsicht etwas Besonderes. Nicht nur, dass mit Beyoncé eine der hochkarätigsten Künstlerinnen des 21. Jahrhunderts das Programm gestaltete. Nein, es kam auch zur lange erwarteten Reunion von Destiny’s Child, denn Kelly Rowland und Michelle Williams waren ebenfalls mit von der Partie. An jenem Abend dürften Beyoncé und ihre Kolleginnen viele Frauen und Mädchen sehr glücklich gemacht haben. Im Anschluss an ihren Auftritt fiel allerdings für mehr als eine halbe Stunde der Strom aus.

1. Prince (2007)

Der Auftritt von Prince im Rahmen der 41. Super-Bowl-Halbzeitshow ist nichts anderes als eine Lehrstunde in Sachen Rockstar-Perfektion. Scheinbar mühelos fegte der gerade einmal 1,57 Meter große Musiker am 4. Februar 2007 über die Bühne in Form seines Logos. Keine Sekunde verging, ohne dass er das Publikum fest im Griff hatte. Prince und eine Blaskapelle? Oh ja. Prince spielt Purple Rain im Regen? Absolut. Ein Abend für die Geschichtsbücher!

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„California Love“: Die musikalischen Höhepunkte der Super-Bowl-Halbzeitshow

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