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Popkultur

Zeitsprung: Am 12.3.1998 helfen Korn einem Schüler beim Streit mit der High School.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 12.3.1998.

von Andrea Leim und Christof Leim

Michigan, USA, 12. März 1998: Ein Schüler wird nach Hause geschickt, weil er ein Korn-Shirt trägt. Das will die Band nicht hinnehmen – und greift durch.

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gehören strenge Kleidungsregeln an Schulen zum Alltag. „Freedom of Speech“ heißt eben noch lange nicht „Freedom of my Lieblingsshirt”. Und so werden Klamotten wie Tank Tops oder Miniröcke in den Schulregeln häufig als unpassend eingestuft, ebenso Leibchen, auf denen beispielsweise Zigaretten zu sehen sind, von Haschgift und anderen Erwachsenenaktivitäten ganz zu schweigen. Normalerweise werden Teenager, die nicht regelkonform gekleidet sind, zum Umziehen nach Hause geschickt, bekommen ein Schulhemdchen oder tragen ihr eigenes mit der Innenseite nach außen. Sie dürfen tatsächlich aber auch suspendiert werden.

Der Bandname reicht schon

Genau das passiert dem gerade 18-jährigen Eric VanHoven aus dem US-Bundesstaat Michigan im März 1998, allerdings nicht, weil auf seinem Hemd geraucht, gekifft oder gesoffen wurde oder das Shirt gar einen seiner Nippel entblößte. Nein, Eric VanHoven hat es gewagt, ein Shirt mit dem Schriftzug der Nu-Metaller Korn zu tragen. Skandal!

Ein Shirt wie dieses brauchte einem Jugendlichen Ärger an seiner High School ein

Die stellvertretende Direktorin der Zeeland High School, Gretchen Plewes, verweist den Jungen wegen dieser Ungeheuerlichkeiten einen ganzen Tag des Unterrichts und begründet das harte Durchgreifen später gegenüber einer regionalen Zeitung so: „Korn sind unanständig, vulgär, obszön und wollen beleidigen.“ Den Bandnamen auf der Kleidung zu zeigen, bedeute nichts anderes, „als einen Mittelfinger auf dem Shirt zu zeigen.“

Korn werden sauer

Das sieht die Band natürlich anders: Ziemlich verärgert ob dieser Äußerungen schicken die Musiker ihr Anwaltsbüro los und erwirken eine Unterlassungserklärung. Sie verbieten der Direktorin, ihre „verleumderischen Kommentare über die Band“ weiter zu verbreiten. Außerdem drohen sie der Schulbehörde, der Schule und Gretchen Plewes selbst mit einer Millionenklage. Sänger Jonathan Davis sagt dazu: „Unsere Band steht für etwas. Wir vermitteln unseren Fans Positives. Als wir von der Sache gehört haben, wollten wir uns nicht nur hinter die Schülern und Schülerinnen stellen, sondern auch der Schulbehörde eine klare Ansage machen. Es geht gar nicht, wie mit den Kids umgegangen wird und wie Korn als Künstler und als Menschen diskreditiert werden.“ Die Formation verspricht außerdem, bei Erfolg der Klage das Geld an Vereine gegen Kindesmissbrauch und die Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union zu spenden.

Rückseite eines Korn-Shirts von 1998. Quelle: www.etsy.com

Doch soweit kommt es nicht: Die Zeeland High School und Korn einigen außergerichtlich. Die Band lässt schließlich vor der Schule kistenweise Shirts verteilen, selbst die Polizei  soll dabei geholfen haben. Eric VanHoven und der Rest seiner Klasse wollen nach der ganzen Sache allerdings austesten, wie strikt die Schule angesichts von Shirts anderer Bands verfahren würde. Das Resultat: Eric muss erneut zwei Tage zuhause bleiben, weil er ein Tool-Leibchen trägt… In Fankreisen macht dieser Vorfall natürlich die Runde. So tauchen gelegentlich auf eBay Korn-Shirts auf, die auf das „First Amendment“ der US-Verfassung verweisen, nämlich auf die Meinungsfreiheit.

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